RC-Network.de
RSS Forum RSS 2.0      Startseite Startseite
 
 
FORUM MAGAZIN WIKI BLOGS LOUNGES KALENDER HANGFLUG RCNVV WERBUNG BÖRSE VEREIN  

Sija - ein F1A-Modell für Einsteiger?

Walter Eggimann

Erfahrene Hilfe notwendig

Im Rahmen des Projekts Nachwuchsförderung im Freiflug wurde durch einige Schweizer Freiflieger das F1A-Modell Sija von W-Hobby Litauen versuchsweise gebaut. Bei der Beurteilung und beim Bau wurde davon ausgegangen, dass der Sija durch wirkliche F1A-Einsteiger oder „Überläufer“ aus anderen Kategorien (RC-Bereich) ohne weitere Mithilfe gebaut werden kann.

Unseren Erfahrungen steht der positive Bericht von Paul Seren (TS Nr.4/2006, Seite 16) gegenüber. Beim Prüfen des Bausatzes und während dem Bau kamen offensichtliche Mängel zum Vorschein, die dem Einsteiger Mühe bereiten, die aber während des Baus mit Hilfe von erfahrenen Freifliegern behoben werden können:

  • Die Deutsch-Fassung der englischen Bauanleitung könnte von Nutzen sein.
  • Während die sauber vorbereiteten Teile für Rumpf und Höhensteuer keine Nachteile aufweisen, kamen diese umso mehr beim Bau des Flügels und beim Hochstarthaken zum Vorschein. Diese Mängel waren mehr oder weniger bei allen in letzter Zeit gekauften Bausätzen festzustellen.
  • Das Holz für die Rippen ist spröde und zu dünn (1,5 mm) für einen Flügel ohne D-Box. Zudem verläuft die Faserrichtung des Holzes sehr unterschiedlich, zum Teil diagonal durch die Rippen.
  • Die vorhandenen Unebenheiten am Rohrholm müssen weggeschliffen werden, sonst besteht die Gefahr, dass etliche Rippen bereits beim aufschieben platzen.
  • Die Carbon-Aufleimer für die Rippen sind mit einer Dicke von 0,2 mm zu starr. Insbesondere im vorderen stark gerundeten Drittel des Flügels lassen sie sich wegen ihrer Federwirkung nur sehr schwerlich aufbringen. Die Verleimung mit einem ungeeigneten Cyano-Kleber oder mit Zweikomponentenkleber (unter schwachem Vakuum) scheiterte aus diesem Grund. Mit dem Sekundenkleber „Loctite 401“ gelang es aber doch, die dicken Ripstrips aufzubringen.
  • Der mitgelieferte Hochstarthaken muss, damit er störungsfrei funktioniert und nicht „ruckelt“, etwas nachgearbeitet werden.

Christoph Bachmann hat den Haken zerlegt und wie folgt nachgebessert:

  • Die Gleitflächen sind etwas unsauber und haben teilweise Gräte. Sie müssen entgratet und mit einem Poliertuch nachpoliert werden.
  • Die beiden Schlitze wo die Schrauben drin laufen hatten in den Schlitzen ebenfalls raue Oberflächen. Nachbearbeitung mit einer feinen Feile hilft auch hier.
  • Der Schlitz in der Abdeckplatte unten am Rumpf, wo der Haken drin bewegt, ist sehr scharfkantig und hat auch etwas raue Gleitflächen (im Schlitz). Die scharfen Kanten können dazu führen, dass die Teile beim Bewegen "anhängen" können. Die Kanten im Schlitz gut gerundet und die Flächen im Schlitz mit der feinen Feile etwas nachgearbeitet, beheben diese Mängel (etwas mehr Spiel scheint eher nützlich).

Der so bearbeitete Haken, noch mit einem Spray Kriechöl geschmiert, zeigt nachher kein Ruckeln mehr, gleitet einwandfrei.
Die Auslösekraft bei dem nachgearbeiteten Haken ist ziemlich genau 5 kg, kleine Abweichungen sind nicht von Belang.

Zusammenfassend stelle ich fest, dass der Bau eines Sija unter Mithilfe eines erfahrenen Freifliegers, der die beschriebenen Mängel beheben hilft, durchaus empfohlen werden kann.

Bezugsquelle und Details unter http://w-hobby.com. Dort gibt es auch den 1:1 Plan des Modells, die Stückliste und weitere Details. Das F1A-Modell hat eine Spannweite von 2100 mm und kostet als Baukasten 150 Euro.

 

Stand: 08.07.2010