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Vier auf einen Streich …

Gerd Giese

Das neue P6 MULTI Ladegerät wird von PICHLER Modellbau angeboten. Es können gleichzeitig vier Akkus mit bis zu 5 A geladen oder max. mit 1 A entladen werden. Dabei spielt es in der 200 W/20 W-Liga mit je 50 W Lade- bzw. 5 W Entladeleistung. Pro Ausgang sind sechs Balancerstufen integriert und gewährleisten beim Laden somit eine optimale Ausgleichsfunktion für sämtliche Li-Typen. Ein Temperaturfühler- und USB-Adapteranschluss runden die Ausstattung ab. So gerüstet, garantiert das eine optimale Pflege der Akkus.

Pichler Modellbau bietet den P6-Multi in zwei Ausstattungsvarianten an: Das „Deluxe Box Set“ im Alukoffer mit zwei kompletten Sätzen Balanceradaptern (EHR, XHR, FP), einem Multiladekabel mit allen gängigen Steckern und einem Temperatur-Sensorkabel. Wer das nicht benötigt, für den ist das Einzelgerät (Einsteiger-Set) mit dem nötigsten Zubehör (siehe Foto: Zubehör) ein P6-Multi zum sofortigen Loslegen. Für den Test wurde das Einsteiger-Set zur Verfügung gestellt.


Nach Erscheinen des Testberichtes ist eine deutsche Anleitung verfügbar. Steckbare Hochstromklemmen,  zwei Balance-Adapter XHR (hier TP, Wunsch des Autors) und EHR sind im Einsteiger-Set enthalten. Die beiden UNI-Ladekabel mit 4 mm Goldsteckern sind optional erhältlich.

Das Drumherum

Gefällig und übersichtlich präsentiert sich das schwarz eloxierte Gehäuse. Die jeweils vier Folientasten haben einen angenehmen Druckpunkt. Ein blau hintergrundbeleuchtetes Display stellt die Zeichen (2x16) sehr kontrastreich dar. Die Menüs sind in englischer Sprache abgefasst. Die 60 cm lange Zuleitung ist hochflexibel und lastgerecht dimensioniert. Als Anschluss dienen vergoldete 4 mm-Hochstromstecker. Die passenden Hochstromklemmen liegen bei. Das USB-Interface und die Temperaturfühler sowie weitere Adapterplatinen sind optional erhältlich, waren aber nicht Testgegenstand!

Technisches


Horizontale Trennung von vier identischen Ladegeräten. Von links nach rechts: Zwei kleine Lüfter, Drosselspulen (Wandler), Prozessoren und die Balancerbänke mit je sechs Ausgleichstufen. Die Bedienpanel- und die Displayzuleitungen sind steckbar ausgeführt.


Die beiden Lüfter sind im Betrieb kaum hörbar! Sie werden außerdem auch nur bei Bedarf zu geschaltet.


Vier Ladeausgänge und deren Balancerstufen mit UNI-Stiftleisten im 2,54 mm-Raster. Die beiden Temperaturfühleranschlüsse lassen sich im Setup zu einer USB-Schnittstelle umstellen.

Das Innere offenbart eine aufgeräumte Platine. Die Leistungsstufen sind zur Kühlung am Gehäuse unterhalb der Leiterplatte montiert. Diese weist, horizontal geteilt, vier einzelne Ladegeräte auf. Die Chefs des Ganzen sind die (flashfähigen) ATMEGA-Prozessoren (Typ: 32-16AU). Ganz rechts sind vier Widerstandsbänke (je 6 x 20 Ohm pro Zelle) zu sehen. Die einzelnen Balancerstufen können demnach einen maximalen Ausgleichsstrom von 0,2 A aufbringen. Dies ist noch ausreichend hoch für 5 A Ladestrom. Die Wandler, vier Step-up und ein Step-down (rote Spulen), arbeiten mit einem guten Wirkungsgrad (um 85%), so dass die 200 W (4x 50 W) Ladeleistung schon ab 11 V Eingangsspannung voll nutzbar sind. Leider sind die DC-Wandler von der trägeren Sorte, so dass man den P6-Multi nicht mit größeren Ladern zusammen an einer Autobatterie anschließen sollte!


Die vier Ladestufen sind voll ausgelastet. Dabei genehmigt sich der P6-Multi an 12,1 V Eingangsspannung satte 233 W. Wer nachrechnen möchte kommt dabei auf einen gesamten Wandler-Wirkungsgrad von 85%.

In der Praxis hieße das: Bis drei LiPo-Zellen ist der maximale Ladestrom nutzbar, darüber bricht er bis auf 2 A ein, wenn ein 6s-Lipo nach Ladestrom ringt. Der kleinste einstellbare Strom (0,1 A) prädestiniert den P6-Multi auch für das Laden von Slow-Fly-Akkus mit 0,35 Ah Kapazität. Die Entladeleistung von 5 W ist nicht sonderlich hoch, erfüllt aber die Anforderung, wenn es um den automatischen Storage-Modus (zum Lagern der Lithiumzellen) geht.
Die Gesamtkalibrierung ist beim Testgerät nicht durchgängig gut gelungen. So weichen die Balancerstufen nur max. 15 mV vom Sollwert ab, ebenso dessen Ausgleichsgenauigkeit. Super ist auch die Spannungsanzeige mit einer max. Abweichung von weniger als 0,5%. Während bei allen vier Ladern der angezeigte Ladestrom tatsächlich um 10% kleiner ist!

Stand: 12.05.2010