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Cockpitausbau und Motoraufsatz eines 4 m-DISCUS

Andreas Schäberle

Discus 2a von Rödelmodell

Da ich noch kein fliegendes U-Boot besitze und dem seit Tagen anhaltenden Dauerregen trotzen will, hab’ ich mir gedacht, ich schreib hier einfach mal ’nen kleinen Baubericht über meinen 4 m-Discus.
In erster Linie will ich hier den Cockpitausbau und den Motoraufsatz dokumentieren.

Bei einem Scalesegler ist ein Cockpitausbau doch eigentlich fast schon Pflicht. Schnell sind ein paar Originalaufnahmen besorgt, im Netz findet sich hierzu schließlich genügend. Ein Flughandbuch als PDF-Datei und schon hat man auf einen Schlag sämtliche Cockpitaufkleber, inklusive der richtigen "Bildchen". PDF-Bilder kopieren, in ein Grafikprogramm einfügen und auf die gewünschte Größe ziehen. Ein Probeausdruck auf Papier, danach einen Ausdruck auf Nasschiebefolie, in diesem Fall habe ich eine weiße Folie verwendet, mit Klarlack versiegelt, da ich nicht im Besitz eines Laserdruckers bin.
Nass machen, aufschieben, trocknen lassen. Mit Klarlack die Ränder versiegeln, damit es auch wirklich hält, da mich die Klebekraft der Wasserschiebebilder nicht überzeugen konnte.



Das Instrumentenbrett wird anhand von Originalbildern aufgebaut. Die Instrumente habe ich bei den Herstellern der Originalinstrumente aus den Websites kopiert, auf die entsprechende Größe gezogen und auf Fotopapier ausgedruckt. Das Instrumentenbrett besteht aus 1,5 mm Flugzeugsperrholz als Front, dahinter eine Klarsichtfolie für Overheadprojektoren, wiederum dahinter das Fotopapier. Das Ganze wurde mit dem Cockpitrahmen verklebt, abgeklebt, angespachtelt und dann erst wurde der Cockpitrahmen lackiert.

Die erhabenen Drehschalter der Originalinstrumente wurden mit Glaskopfstecknadeln imitiert.

Da ich nicht unbedingt ein Vermögen für den Ausbau des Cockpits ausgeben wollte, sind nur zwei Kaufteile eingebaut. Es handelt sich um den gelben Griff für die Schleppkupplung und das Funkgerät. Alle anderen Hebelchen, Knüppel u. ä. sind aus Schrauben, Schrumpfschlauch, Draht, Drahtseil und Stecknadeln entstanden.



Die Gurte habe ich meiner Frau aus dem Nähkästchen geklaut, das Gurtschloss entstand aus zwei ausgestanzten ABS-Platten mit entsprechendem Drahtverhau.

Der Sitz wurde zuerst mit Strukturlack gespritzt, dann geschliffen, erneut grundiert und dann endlackiert.
Da ich im Unterallgäu kaum Hänge zur Verfügung habe und ich nicht auf den Genuss eines 4 m-Seglers verzichten will, bei uns auf dem Platz aber auch nur sporadisch eine einzige Schleppmaschine zur Verfügung steht und ich zudem noch im Verein der einzige Seglerpilot bin, musste eine einigermaßen erschwingliche Alternative her.

Ein Motor in die Schnauze fällt für mich aus, da ich mir immer noch die Option offen halten will, als reiner Segler starten zu können. Also habe ich mal den Markt für Klapptriebwerke sondiert: Für die bis dahin produzierten Teile ist mein Modellbaubudget nicht ausgelegt, das muss doch billiger gehen. Immer wieder musste ich einem befreundeten Modellbauhersteller auf die Nerven gehen, solange bis er endlich Einen für mich macht. Diesmal nicht mit Druckantrieb sondern, eher konventionell, mit der Luftschraube vorn. Rein rechnerisch sollt diese Konfiguration eine Leistungsverbesserung von 20% gegenüber dem Druckantrieb bringen. Und um eins vorwegzunehmen, dies ist so! Was wiederum für mich heißt: Der Antrieb wird billiger.

In der Entwicklungszeit und der Zeit des Formenbaus habe ich mich um den Ausbau des Rumpfes gekümmert. Das Einziehfahrwerk, inklusive der mich fast um den Verstand bringenden Anlenkung der Fahrwerksklappen, deren Ausführung sich allerdings jetzt schon ausgezahlt hat.

Des weiteren wurde eine Wippe für die Anlenkung des HLWs eingebaut, an der auch die Drehpunkte für die Seitenruderaufnahme befestigt sind. Das HLW wird über eine Kohlestange und die besagte Wippe angelenkt. Das Seitenruder wird mittels Seilen angesteuert. Warum ich die Servos nicht hinten am Leitwerk angebracht habe? Naja, ich will eben auch in der Thermik erfolgreich fliegen können und da muss man eben an Gewicht sparen wo man kann. Mein Ziel war es von Anfang an, "bleifrei" fliegen zu können und dieses Ziel konnte ich erreichen. Da während dieser Phase noch nicht feststand, wie viele Zellen für den Antrieb benötigt werden, habe ich mit fünf Zellen kalkuliert. Auch dies hat sich im Nachhinein als vollkommen richtig erwiesen.

Wie ihr auf den Bildern erkennen könnt, wird es selbst in einem 4 m-Segler ganz schön eng. Der eigentliche Antriebsakku fehlt noch. Wenn der eingebaut ist, ist das Cockpit ausgefüllt. Aufgrund des Umstiegs auf Futaba Fasst habe ich mit dem Gedanken gespielt, nachträglichen eine Weiche zu installieren. Allerdings wohin damit? Die Länge der Servokabel, vor allem zu den äußeren Querrudern, schreit nach einer Impulsverstärkung, insbesondere bei Verwendung des 14-Kanal-Empfängers. Auf den konnte ich nicht verzichten, da ich 11 belegte Kanäle habe. Letztlich habe ich nur für die vier Querruder Impulsverstärker angeschlossen. Bei den im Rumpf befindlichen Servos ist dies aufgrund der Kabellänge nicht erforderlich und falls die Störklappen mal nicht kommen, dann geht das irgendwie auch ohne.

Jetzt war es endlich soweit. Ich konnte meinen Rumpf abliefern, damit über’s Wochenende der Mast eingebaut werden konnte. Dieser ist mit vier M4 Schrauben auf dem Rumpf befestigt. Von innen sind vier Einschlagmuttern in Holzklötzchen eingeharzt, das hält garantiert. Ein zusätzliches Loch ist für die drei Motorkabel erforderlich.


 

 

Der Mast selbst ist aus GfK, in der Form lackiert und mit CfK verstärkt. Der Motorspant aus 4 mm GfK wird entsprechend für den Motor gefräst.

Als Motor ist ein Scorpion installiert und der dreht eine Aeronaut 12x8 Zweiblatt bei 43 A bzw. eine Dreiblatt 12x6,5 bei 54 A. Was bei der Verwendung der Zweiblatt zu sechs Steigflügen auf 450-500 m bei einer Laufzeit von jeweils 1 Minute reicht. Der 70 A Regler wird nicht mal warm. Als Akku kommt ein fünfzelliger Lipo mit 5000 mA zum Einsatz. Mit dieser Auslegung wird bei mir nicht ein Gramm Blei verwendet . Logischerweise wäre hier auch ein kleinerer Antriebsakku möglich. Damit ist ein Stundenflug auch ohne die geringste Thermik ohne Probleme möglich.


In dieser Konfiguration klappt ein Bodenstart von einer gepflegten Graspiste auch ohne Anschieben, Nebenherlaufen o. ä. ohne die geringsten Probleme.

Wie oben schon beschrieben, sind sechs Aufstiege auf 450-500 m machbar. Thermische Probleme des Antriebsstranges gibt es aufgrund der verhältnismäßig geringen Ströme nicht. Die Wirkung des Höhenruders ist ab dem Einschalten des Motors vorhanden.

Da der Bau des Discus für mich nur in Frage kam, wenn ein Motoraufsatz geliefert wird, habe ich gleich das Einziehfahrwerk um 40 mm nach vorne versetzt. Auch für einen Scalefetischisten sollte dies durchaus noch vertretbar sein. Meiner Meinung nach wird der Gesamteindruck hierdurch nicht beeinträchtigt. Um der Gummifummelei von Anfang aus dem Weg zu gehen, musste für die Anlenkung der Fahrwerksklappen eine sinnvolle und vor allem dauerhafte Alternative her.

Wie man auf den Bildern erkennen kann, habe ich in die bei Auslieferung des Fema-Fahrwerks schon vorhandenen Löcher eine Gewindestange eingefädelt und daran eine 2,5 mm dicke GfK-Platte mit Kohlerovings befestigt. Am anderen Ende wurden zwei Laschen zur Aufnahme der Gabelköpfe angebracht und auch mit Rovings gesichert. An den Klappen habe ich ebenfalls zwei Laschen angebracht. Das Ganze wurde mit einer 3 mm Gewindestange verbunden, so dass die Einstellarbeiten ohne Probleme durchgeführt werden konnten. Beim Öffnen ist es nun so, dass nach dem Entriegeln die Klappen durch das Gewicht der Gfk-Platte und der Gewindestangen von alleine „auffallen“ . Beim Einfahren drückt das Rad auf die Gfk-Platte und schließt so die Klappen endgültig. Ein Klappern konnte ich bis jetzt noch nicht feststellen. Das „Aufziehen“ der Klappen im Flug ist jedenfalls absolut ausgeschlossen. Seine Alltaugstauglichkeit hat diese Variante jedenfalls schon bewiesen. Die Fahrwerksklappen werden mit einem durchgehenden 2 mm Stahldraht in Bowdenzugröhrchen als Scharnier geführt.

Discus 2 a von Rödelmodell

Spannweite 4,15 m
Gewicht 6,3 kg
Höhe, Seite und Schleppkupplung C 4041
Querruder HS 65 HB
Wölbklappen C 341
Störklappen C 4041
Fahrwerkservo 11 kg HitecServo
Empfängerakku 5 Zellen 2400 NiCd
Motor Scorpion
Regler 70 A
Antriebsakku 5s/5000 mA
Einziehfahrwerk Fema

Motoraufsatz von Wolfgang Rödel, zu beziehen über Rödelmodell

Der Erstflug fand mit MC-24 und DS24 am 21.05.2010 statt, mittlerweile ist das Modell auf Futaba Fasst umgerüstet. Gleichzeitig wurde vorsichtshalber auch der Einbau von vier Impulsverstärkern von emcotec vorgenommen.


Stand: 29.09.2010