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41. Internationaler Eifelpokal vom 26. - 29. August 2010

Dieter Brehm

Erlebnisbericht vom Weltcup-Wettbewerb der Freiflugklassen F1ABCPQ in Zülpich.

Der Weltcup-Wettbewerb in der Eifel mit seinem internationalen Flair hat einen besonderen Reiz – trifft sich doch dort eine große Zahl von Freiflugsportlern zum Leistungsvergleich. Auch ein Teil der internationalen Spitze nimmt dort regelmäßig teil. Kameraden aus Holland, Dänemark, Russland, der Ukraine und der Schweiz waren trotz der schlechten Wetterprognosen in die Eifel gekommen.

Schon Tage zuvor studierte ich immer wieder die Wettervorhersagen für das nahende Wettbewerbswochenende. Allein, so richtig schlau konnte man aus den Vorhersagen nicht werden, da sie sich fast schneller änderten als ich sie lesen konnte. Mit gemischten Gefühlen nahm ich also die fünfstündige Anreise in Angriff. Dies sollte meine erste Teilnahme an einem internationaler Wettbewerb werden. Ein Weltcup-Wettbewerb. Ein Wettbewerb, bei dem ich mit etwa 50 Konkurrenten rechnen durfte, die allesamt einen reicheren Erfahrungsschatz haben dürften als ich. Ein Vergleich: Bei der deutschen Meisterschaft flog ich gegen 23 Kameraden in meiner Klasse F1B (Freiflugmodelle mit Gummimotorantrieb). Die Spannung war also groß. Insgeheim wünschte ich mir ruhiges Wetter, da ich mit dem die größte Erfahrung habe. Doch es sollte anders kommen.

Ich reiste am Vorabend des Wettbewerbs an und schlug mein Zelt inmitten der bereits anwesenden, bunten Gesellschaft auf. Ich konnte noch beobachten, wie die früher angereisten Kameraden trainierten und ihre Modelle auf die Verhältnisse vor Ort eintrimmten. Die Nacht vor dem ersten Wettkampftag brachte viel Regen und Wind, so dass ich eine Vorahnung auf die kommenden Wettbewerbsbedingungen bekam.

So ging es freitags am frühen Morgen mit straffer Hand durch J. Schellhase geleitet in den Wettbewerb. Immer wieder zogen heftige Schauern und Gewitter durch, die zu Unterbrechung des Wettbewerbes zwangen. Die Wettbewerbsleitung legte ob des strammen Windes eine Maximalflugzeit von 180 s fest. Üblicherweise werden im ersten Durchgang gerne 240 s geflogen – eine Hürde, die ich in diesem Fall nicht nehmen musste. Aufgrund des Flugwetters beschloss ich, mein Zweitmodell zu verwenden - mein bestes Modell wollte ich dem Risiko nicht aussetzen. Dies rächte sich aber sofort, da das Modell zu pumpen anfing und daher nicht in der schwachen Thermik blieb. Schon nach 144 s lag es wieder friedlich am Boden. Das Modell konnte ich bisher nur unter Schönwetterbedingungen testen....nun gut, der Einstieg war damit schon mal verpatzt.


Jörg Schellhase war Wettbewerbsleiter für die Motorklassen. Hier sieht man ihn als Wettbewerber in der Klasse F1A

Für die nächsten Durchgänge holte ich dann doch meine Nr. 1 aus der Kiste und wurde mit wunderschönen Flügen belohnt. Das Lauern auf Thermik an der Startstelle, das Erspüren des richtigen Startzeitpunktes ist mir trotz meiner bescheidenen Erfahrung gut gelungen. Das Rückholen dauerte entsprechend lange, das Gelände war gut durchweicht, die Wege weit und an den Stiefeln brachte ich kiloweise gute Ackererde an die Startstelle zurück.


Der Autor beim Vorbereiten seines Modells zum siebten Durchgang

Beim siebten und letzten Durchgang war es mittlerweile sehr windig, es regnete leicht und ohne Unterbrechung, die Temperaturen waren im Keller, so dass ich die Zähne doch ein wenig zusammenbeißen musste, um nicht aufzugeben, wie es mittlerweile auch einige der Favoriten getan hatten. So stand ich nun an der Startstelle, durchnässt und frierend...der richtige Moment wollte nicht kommen. Als die Situation zumindest nicht schlecht erschien, startete ich zeitgleich mit drei anderen Kameraden. Peter Mönninghof war einer von ihnen und er zählt zu den Guten. Dadurch fühlte ich mich in der Wahl des Startzeitpunktes zuerst einmal bestätigt. Mein Modell erreichte eine gute Ausgangshöhe. So wie es den Anschein hatte, war ich sogar am höchsten. Mit bangem Zittern verfolgte ich mein Modell am grauen Himmel – immer noch mit der Hoffung, es könnte für die geforderte Sollflugzeit von 150 s reichen. Die turbulente Luft wollte die Modelle aber nicht lange genug behalten. Bei keinem einzigen der vier gemeinsam gestarteten Modelle reichte es für die geforderte Maximalzeit.


Peter Mönninghof – Veranstalter des Eifelpokals und F1B-Spezialist

Dennoch musste ich mein Modell aufgrund des frischen Windes von weit, weit her zurückholen. Als ich mit meinem Modell in der Hand zurück zur Startstelle wanderte, rechnete ich mir im Stillen aus, welche Strecke ich heute meinen Stiefeln zugemutet habe: Ich kam so auf 15 km. Fazit des langen Wettbewerbtages für mich: Fünf Volle und zwei Patzer, von denen ich einen mit etwas Bedacht hätte vermeiden können.

Der F1A-Tag am Samstagmorgen begann mit dem Stechen der F1B- und F1C-Spitzenpiloten. Bernd Silz hatte den besten Start und gewann souverän vor Kulakovsky und Vivchar. Bei F1C siegte Sigurd Seydel vor Pierre Marrot und Michael Sondhauss. Das Wetter erschien zunächst ein wenig freundlicher, zog später aber dann doch wieder alle Register mit Wind, Regen, Gewitter....da ich nur Zeitnehmer war, konnte ich dies etwas entspannter ertragen. Leider konnte ich das Stechen der F1A-Leute nicht mehr mitverfolgen, da ich mich auf die Heimreise begeben wollte. Es gewann Uwe Rusch vor Ivo Kretz und Allard van Wallene.

Insgesamt ein toller, erlebnisreicher Wettbewerb. Da muss ich wieder hin! Da Bilder immer mehr sagen als es tausend Worte könnten: Hier einige Bilder, die ich zwischendurch am F1A-Tag gemacht habe.

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Links

www.eifelpokal.de Eine Seite des Veranstalters Peter Mönninghoff zum Eifelpokal
www.thermiksense.de die Internetseite der Fachzeitschrift Thermiksense für Freiflugsport in Deutschland

FAI Free Flight World Cup 2010

offizielle Ergebnisliste der FAI zum Eifelpokal 2010

 

Stand: 24.10.2010