Hoppertank

Konrad Kunik

...oder auch: wenn ein Tank zu groß ist.

Regelmäßig taucht die Frage auf, bis auf welche Entfernung vom Vergaser darf der Tank eingebaut werden, oder auch direkt nach der Bezeichnung "Hoppertank". Und bei der Suche nach dieser Anwendung wurde man fündig - oder auch nicht.

Anwendungsbereiche:

  1. Vergaserbedingt muß der Tank so dicht wie möglich am Vergaser eingebaut werden, der Platz ist aber äußerst beschränkt.
  2. Für eine erforderliche Kraftstoffmenge ist der Platz zum Einbau eines Tanks zu klein, für zwei Tanks mit zusammen der gleichen Kraftstoffmenge ist aber ausreichend Platz.
  3. Aus Gewichtsgründen soll der Tank im Schwerpunkt positioniert sein, der Hoppertank löst das Problem der langen Kraftstoffzuleitung.

Funktionsprinzip:

Das Betanken erfolgt am Hoppertank. Ist der Tank voll, so fließt der Kraftstoff über den Überlauf an der höchsten Tankposition zum Haupttank durch das dortige Tankpendel. Der Haupttank wird gefüllt bis zum Überlaufen. Wichtig für die optimale Füllung der Tanks ist die Position der Überläufe an der höchsten Stelle der Tanks, bei einem Zweibeinfahrwerk ergibt sich dieses von alleine - soweit vorn wie möglich. Bei einem Dreibeinfahrwerk empfiehlt sich die gleiche Anordnung, allerdings sollte man das Modellende beim Betanken leicht nach unten halten.

Wird während des Motorenbetriebs Kraftstoff aus dem Hoppertank entnommen (leichter Unterdruck entsteht im Hoppertank), so füllt sich der Hoppertank automatisch über die Verbindung zum Haupttank wieder auf. Wichtig ist dabei, daß die Belüftung des Haupttanks offen ist, das Nachfließen des Kratftstoffes vom Haupttank zum Hoppertank kann durch Druckanschluß unterstützt werden. Der Vorteil dieses Prinzips liegt auch mit darin, daß der Hoppertank immer gefüllt ist bis zur Leerung des Haupttanks, und damit stets sichergestellt ist, daß das Tankpendel des Hoppertanks sich lageunabhängig immer in Kraftstoff befindet, somit kann er durchaus quer oder stehend eingebaut werden. Der Hoppertank leert sich erst nach Leerung des Haupttanks, dann allerdings kann das Tankpendel schon mal "frei" fallen.

Da sich im Hoppertank gewöhnlich keine Luft befindet, kann auch kein Aufschäumen des Kraftstoffes erfolgen; damit ist auch eine blasenfreie Kraftstoffzufuhr zum Vergaser gewährleistet (frei nach Peet ).

Vereinfachung:

Bei Membranpumpenvergasern (z. B. Walbro) kann das Be- und Enttanken durch ein T-Stück in der Kraftstoffleitung zum Motor erfolgen. Diese Vergaserart verhindert im Ruhezustand ein Durchfließen des Kraftstoffes zum Motor; bei den anderen Methanolvergasern wird Kraftstoff durch den Befülldruck in den Motor fließen.

Stand: 12.12.2002