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Schwarzbrennen („falsches“ Brünieren) – Härten

Christian B

Stahlteile wie Muttern, Schrauben etc. selbst zu brünieren, ist für die Meisten von uns nicht möglich, da wir keine Galvanikbäder zu Hause stehen haben.

Ein simpler Trick, um ein durchaus vergleichbares Ergebnis zu erhalten, ist das Schwarzbrennen (Stahlteile zum Glühen bringen und im Öl schwenken). Der eigentliche Sinn von Schwarzbrennen ist, den Stahl vor Rost zu schützen.
 

Anleitung zum Schwarzbrennen

Die Stahlteile mit einem Bunsenbrenner, einer Lötlampe oder zur Not auch mit einer Zange über dem Gasherd, erhitzen.

Die Temperatur beim Erhitzen sollte bei ca. 400° bis max. 700° liegen.
Bei 400° beginnen sich die Teile braun zu verfärben und gehen dann immer mehr ins rötliche Glühen über. Sind sie dunkelrot (~600° C) hält bzw. schwenkt man die Stahlteile im Öl oder wirft sie einfach hinein. Im Öl mehrere Sekunden abkühlen lassen – fertig.

Außerdem sollte man für gute Ergebnisse folgendes beachten:

  • Die Stahlteile müssen fettfrei sein, damit sie keine Flecken bekommen.
  • Die Stahlteile sollten blank sein. Sind sie es nicht, dann ist das Ergebnis möglicherweise nicht schwarz sondern eventuell dunkelgrün-braun bis dunkelgrau oder auch schwarz – je nach Legierung.
  • Das beste Ergebnis erzielt man, wenn das Stahlteil an einem Draht hängt und im Öl bewegt wird.
  • Der Vorgang kann auch wiederholt werden, um eine dunklere Verfärbung zu bekommen. Ein Entfetten ist dann nicht mehr notwendig, da die eigentliche Metalloberfläche nicht mehr direkt mit dem Öl in Kontakt tritt, die Farbintensität und die Rostschutzwirkung aber verstärkt wird.
  • Am besten funktioniert es mit Altöl (Dieselöl, Motoröl), da in diesem mehr Kohlenstoffanteile vorhanden sind.

Eine gute Empfehlung ist es, den Vorgang - jedenfalls bei größeren Werkstücken - im Freien durchzuführen, da es zu stärkerer bis starker Rauchentwicklung kommt.

Das Öl wird sich beim Eintauchen der heißen Objekte an der Oberfläche möglicherweise kurz entzünden, die Flammen sind jedoch relativ klein und erlöschen rasch wieder. Sie können auch leicht ausgeblasen werden. Also hier bitte Vorsicht, aber keine Angst. „Arbeitshandschuhe“ sind sehr zu empfehlen!

Sollte es passieren, dass die Teile zu hohen Temperaturen ausgesetzt waren, sprich „richtig schön gelb“ glühten, kann es sein, dass sie glashart werden. Um das einigermaßen rückgängig zu machen, muss das Teil lediglich nochmals auf braun bis dunkelrot erhitzt werden. Diesen Vorgang nennt man „Anlassen“ – danach nochmals ins Öl werfen. Der Stahl ist dann zwar hart aber nicht mehr spröde.
 

Anmerkung zum Härten:

Nicht jeder Stahl ist härtbar und auch die Art des Härtens unterscheidet sich.
Es gibt luft-, wasser- und ölhärtende Metalle. Vom Prinzip her ist das Vorgehen grundsätzlich gleich; die Teile müssen jedoch gelbglühend gemacht werden und anschließend an der Luft, im Wasser oder im Öl abkühlen. Danach werden sie „angelassen“, um die Sprödheit zu nehmen und im gleichen Verfahren wieder abgekühlt.

Man kann selbst mit einer Feile überprüfen, ob der Stahl hart ist: Gleitet die Feile im Gegensatz zu vorher eher leicht über das Werkstück bzw. fallen keine Späne, so ist es zumindest an der Oberfläche gehärtet.

Auf den Fotos (von "Frankie" ("the bass")), erkennt man das benötigte Material, die Arbeitsschritte sowie das Ergebnis. Hier wurde eine nicht blanke Schraube genommen. Daher ist sie auch nicht schwarz sondern eher ins Braune gebrannt worden.

Gutes Gelingen wünscht Christian („Blufftl“)

 

Stand: 21.05.2008