Das traditionelle Oldtimer-Treffen
von Christian Lang.
von Christian Lang.
Auch dieses Jahr lud die FAG Kaltenkirchen zusammen mit den nördlichen "Retro-Pabst" Jan Lamersdorf alias Jannicam wieder zur Retro-Nord ein. Das Motto: „Das Treffen von Retro-Flugmodellen, Holzwürmern, Youngtimern und allem alten Geraffel“ lockte wieder Retrojünger aus nah und fern an. Wie in der Retro-Szene üblich wurde natürlich wieder in einem Planungs- und Laberthread ausgiebig vorab über alle Themen rund um das Treffen diskutiert. Die Atmosphäre bei den Retro-Treffen ist betont familiär und sehr offen.
So freuten sich die Teilnehmer über das Wiedersehen von bekannten Gesichtern und das Kennenlernen neuer Retro-Enthusiasten. Es hat etwas "Völkerverständigendes", was beim aktuellen Tagesgeschehen doch sehr wohltuend ist. Als Kenner der Szene und Veranstalter des Schwesterevents "Retro-Mitte" war es mir ein Bedürfnis, einen Gegenbesuch zu machen, zumal die erste Testfahrt mit meinem Wohnmobil anstand.
Die FAG Kaltenkirchen verfügt über eine Rasenpiste mit zwei Start- bzw. Landebahnen, so dass für jede Windrichtung komfortabel die Start- bzw. Landerichtung festgelegt werden kann. Dies hat die Flugleitung stets professionell geregelt. Insgesamt war der Umgang sehr entspannt, wofür ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken möchte. Ich habe mich auch beim Fliegen jederzeit wohlgefühlt. Selbstredend sorgte der Verein ausgesprochen wohltuend für das leibliche Wohl aller Gäste.
Der Name des Modells lässt ahnen was abgeht, die beiden Motoren liefen perfekt synchron, manchmal wurde sogar gedrosselt.
Ich hatte früher selbst die große Verwandte, den Eyeball. Das hübsche kleine Modell ließ einiges erwarten und flog sehr präzise.
Neben der Graupner Cherokee gab es viele andere Herzwärmer aus meiner Jugend. Gerade der Umstand, dass hier viele Erinnerungen unterwegs waren, brachte viele Teilnehmer zum Schwärmen und gemeinsamen Begeistern. Voller Freude wurde hier reichlich Methanol verbrannt oder Strom in Vortrieb umgewandelt.
Der Blick auf die geparkten Modelle lässt die Freude erahnen.
Die Curare darf nicht fehlen. Das Modell gab es in groß, klein, methanolgetrieben und elektrisch. Deren Foto hing bei mir als Teenie, wie bei anderen der "Bravo Starschnitt", über dem Bett.
Die Zlin 526 aus einem Pilot-Baukasten, mit Zweitakter angetrieben. Ein sehr sauber eingestellte Motor bewegte das Modell adäquat.
Graupners Topsy nebst mit Stolz getragenem Retro-Nord T-Shirt.
Selbstverständlich ist eine Tiger Moth sowas von Retro.
Mit viel Liebe gebaute ferngesteuerte Freiflugmodelle.
Die Graupner Cessna Cardinal war ebenfalls mehrfach vertreten. In meiner Jugend war dies mein erstes Querrudermodell.
Cessna von Aviomodelli.
Rabes Supersonic, diesmal eines der wenigen präsentierten Deltas.
Mehrere Multiplex Big-Lift brachten Segler im F-Schlepp oder per Huckepack-Aufsatz in die Luft.
Grunau Baby, Amateur (braucht man) und ein Meteor, womit auch der Fesselflug würdig vertreten war.
Man beachte die kleine Curare. Voll ausgerüstet, ohne Einziehfahrwerk, unter 250 g Fluggewicht. Für mich war das ein Highlight der Veranstaltung.
Eine Jodel D140 sieht man auch nicht mehr häufig.
Habe ich bereits erwähnt, dass mehrere Big Lift da waren? Ohne die wären Retro-Treffen nicht vorstellbar.
Mit heutiger Technik ausgerüstet, sind alte, aufwändig gebaute Freiflugmodelle endlich überall bedenkenlos fliegbar.
Der Skydream von Simprop (vormals Carrera Lift) geht schon prima als Retro Modell durch. Hier ist die Szene zum Glück insgesamt sehr offen. Es wurden beispielsweise auch aktuellere Verbrennermodelle begeistert mit Methanolmotoren betrieben. Teilweise findet auf vielen Flugplätzen eine Renaissance der damaligen Antriebe statt. Warum? Weil es Spaß macht.
Die Bilder meines Retro-Flugzeugparks dürfen nicht fehlen. Ich konnte endlich den Bluebird einfliegen und auch mal die Monsun von Graupner bewegen. Der Filius wurde, dank Eggos Big-Lift, per Huckepack in die Luft gebracht.
Blick auf die abgestellten Modelle und den markanten Kaltenkirchener Tower.
Es gab reichlich Gesprächsstoff für alle Teilnehmer. Leider wurde das Zelt zum Lagern der Modelle bereits am Samstag wieder abgebaut.
Retro-Großmodelle waren ebenfalls vertreten.
Eine weitere Tiger Moth und ein Robbe Charter.
...noch mehr geparkte Träume.
Auch kleine Flitzer, nach Plan gebaut, kamen zur Retro-Nord. So ein Combat-Lift ist schon ein spaßiges Teil.
Mit Eggos Big Lift habe ich seine SB-10 im Huckepack in die Luft befördert. Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team, denn der Großsegler von Carrera ist für den Big Lift schon die Grenze des Machbaren, was blindes Vertrauen unter den Piloten erfordert. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich von ihm zum Fliegen aufgefordert werde. Gerade wegen der entfernten Wohnsituation sehen wir uns viel zu selten und nutzen daher jede Gelegenheit, unsere Freundschaft zu pflegen.
Moderneres Equipment hilft auch der SB-10 beim Obenbleiben. Dank Vario und Hammerthermik kam Eggo ein wenig ins Schwitzen, denn so eine Superorchidee hat wenig Silhouette.
Mein Filius auf Eggos Big Lift, ein Werbefoto für Multiplex.
Manfred Derschugs Brillanten sind mittlerweile fast schon sehr beliebte Sammlerstücke.
Carreras Primus
Die ASW 17 von Carrera, unverwüstlich, weit verbreitet, daher fast überall anzutreffen.
Jede dieser Veranstaltungen hat ihren eigenen Charme, unterscheidet sich minimal, lässt aber niemals auch nur ansatzweise Herzlichkeit vermissen. Daher kann ich nur für zukünftige Besuche einer (oder mehrerer) Retro-Veranstaltungen werben.
Der Unsitte, mehrtägige Veranstaltungen bereits am Beginn des letzten Tages frühzeitig zu verlassen, würde ich gerne entgegenwirken. Gerade bei langen Anreisen überlegt man sich vorab, ob sich der Ritt überhaupt lohnt, und möchte die Zeit daher auskosten. Dies beobachte ich leider bei sehr vielen Events. Traurig ist ja auch, dass Vereinsmitglieder zugunsten solcher Veranstaltungen auf die Nutzung des Geländes verzichten.
Müde und mit breitem, zufriedenen Lächeln kam ich um 22 Uhr wieder im Taunus an.
Das war bestimmt nicht mein letzter Besuch...
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