13. Mitteldeutsches Impellertreffen in Nordhausen

Fliegen bei Freunden

von Chris Abeln.​

Am verlängerten ersten Maiwochenende war es mal wieder so weit. Es ist ein Treffen, auf das ich mich, wenn es vorbei ist, ziemlich genau ein Jahr freue und die Tage zähle, bis es wieder so weit ist.
Glücklicherweise konnte ich diesmal den Brückentag freischaufeln und mich schon am Donnerstagmorgen auf den Weg nach Nordhausen machen.


Die Fahrt war unspektakulär entspannt. Nach einem kurzen Check-in im Hotel (ja, ja, die Feuerwehr ist nächstes Jahr wieder am Start) trudelte ich auf dem Flugplatz ein, um direkt vom Trudeln ins Trudeln-Anschauen zu kommen. Genau das tat nämlich ein Sportjet bei meiner Ankunft.
Ein guter Einstand bei blendendem Wetter.

Der Campingplatz war schon gut gefüllt. An den ersten beiden Tagen vor dem offiziellen Treffen am Samstag darf alles geflogen werden, was sich irgendwie von alleine oder mit Hilfe von kräftigen Werfern in die Luft erheben kann. Daher war nicht nur der Luftraum sondern auch die Warteschlange ziemlich voll. Es gab also viel zu sehen.

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Zwei hübsche englische Damen beim Tee​

Die Begrüßung der üblichen Verdächtigen verlief mit viel Hallo und Wiedersehensfreude und nimmt daher stets die meiste Zeit nach meiner Ankunft ein. Anschließend wurde flugs ausgepackt, das Modell zusammengeschraubt und eine Steckdose okkupiert, um den Flugenergiespeicherladeapparatismus mit ausreichend Energie zu versorgen.

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Hallo und Wiedersehensfreude​

Die Modelle waren vorbereitet und die Akkus hingen am Ladegerät. Zwischenzeitlich hatten wir einen gemütlichen Schattenplatz gesucht. und uns die Flüge angeschaut. Hatte ich schon erwähnt, dass es reichlich Sonne gab? Der Ruf nach Bewertungskarten à la "Germany - Ten Points" wurde etwas lauter. Ich könnte mir vorstellen, dass das nächstes Jahr gegebenenfalls für etwas Belustigung sorgen könnte.

Der Rest des Tages bestand aus gelegentlichem Fliegen, Sonne genießen, den Flugplatz von oben (FPV) anschauen und sich erneut an der Sonne und den netten Leute erfreuen. Ein Highlight zu fortgeschrittener Stunde war die Skyray von Michael Höltkemeyer, die in Nordhausen ihren Erstflug erlebte, der ehrlicherweise recht unspektakulär über die Bühne ging. Ein tolles Modell!

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Nachdem ich den Erstflug fotografisch dokumentieren durfte habe ich mit Michael nachher noch den einen oder anderen Gedanken ausgetauscht. Wir haben uns schnell entschlossen, dass der nächste Flug mit Begleitflugzeug stattfinden sollte.
Dazu bin ich in meine FPV-Viper eingestiegen und habe mit Michael ein paar Runden gedreht. War wirklich cool!

Abends gab's Pizza vom lokalen Dealer, der mit der Bestellung zwar nicht überfordert war, aber ob der Menge wurden Sonderwünsche weitestgehend ignoriert, was dem Geschmack aber keinen Abbruch getan hat.
Für mich ging's danach direkt ins Hotel. Ich war nämlich reichlich müde und die Nächte vorher leider viel zu kurz.
Getreu dem Motto: "Was in Nordhausen passiert, bleibt in Nordhausen" hätte ich über den Abend sowieso relativ wenig geschrieben bis auf: Fahrt selbst hin und habt Spaß mit uns!

Freitags füllte sich das Gelände mit noch mehr Menschen, die voller Vorfreude strahlten. An der Flightline ging es auch immer dichter zu.
Das Motto sollte wohl sein: „Wenn du in einer Stunde fliegen willst, dann beweg deinen Hintern und stell dein Modell hinten an.“
Über zu wenige Modelle in der Luft konnte man sich auch nicht beschweren, da die meisten Piloten dazu übergingen, mit mehr als einem Modell den Luftraum unsicher zu machen. So kamen sehr schöne Flüge mit drei, vier oder fünf Jets gleichzeitig zustande.



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Besondere Modelle oder auch Erstflüge und Zweitflüge konnten nach Absprache auch alleine durchgeführt werden. Es gibt ja durchaus Piloten, die das besonders dann lieber haben, wenn sie das erste Mal auf einen fremden Platz fliegen oder ein Erstflug ansteht.

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Den Freitagabend haben wir mit gutem Essen und guten Gesprächen gemütlich ausklingen lassen. Dazu gab's Grillgut und viele neue Ideen und Anregungen, was man mal machen könnte. Und plötzlich stellte man fest: Die Zeit vergeht wie im Flug!
Genauso wollten wir das auch am nächsten Tag machen.

Am Samstag war das Wetter dann ziemlich bewölkt, aber trocken und etwas kühler. Die Jets wurden schnell startklar gemacht und alle waren wieder unterwegs. Es war also immer was los, wenig Leerlauf und eine gute Organisation der Warteschlange taten ihr übriges.
Also, abgesehen davon, dass manche Leute zwei oder drei Modelle in der Schlange hatten, was die Wartezeiten unnötig aufblähte, und davon, dass manchmal das Vorschieben vergessen wurde und so Lücken entstanden, die zu zwei Enden der Warteschlange führten, funktioniert das in Nordhausen eigentlich immer wirklich gut. Es war auch echt super, dass sich Leute mit ähnlichen Modellen zum gemeinsamen Fliegen entschlossen. Das verkürzte die Wartezeiten erheblich.

Besonders cool fand ich die MiG-29 von Martin Höller. Ein ehemaliges Modell von Wolfgang Klühr, lackiert in ukrainischen Farben. Das ergab am Himmel ein tolles Bild. Die Maschine hat super funktioniert und das auch noch sehr lange. Ein vernünftiges Antriebskonzept und eine saubere Luftführung sind eben echt Gold wert.

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Ab Mittags hat es dann leider angefangen zu regnen. Das ergab wieder mehr Zeit zum diskutieren, da nur noch in den Regenpausen geflogen wurde. Auch dabei gab's wieder einige Highlights. Beispielsweise die Vulcan von Sascha Trinks, gebaut nach Plänen von Tony Niehuis mit 2 m Spannweite und angetrieben von vier 70er Fans. Die flog wahnsinnig gut. Im Vergleich zum Original ein bisschen wendiger und mit wesentlich mehr Dampf. Die Steigflüge gingen schon mächtig nach oben! Einfach geil.

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Die 3D gedruckte SR-71 von Ruben funktionierte diesmal fehlerfrei und selbst ich, als bekennender Plastikargwöhnischanschauer, muss zugeben: Das Ding fliegt echt gut. Das Team hatte zwei Modelle dabei, die auch im Verbandsflug vorgeführt wurden. Geiles Flugbild!

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Einen Knaller hatte auch Sebastian Scheinig dabei. Eine Schreiner F-86, dem ein oder anderen aus den 2000ern noch gut bekannt, die er in der :rcn:-Börse als Bausatz gefunden hatte. Der Weg, den er dabei genommen hat, könnte man durchaus als "Downsizing at its best" bezeichnen.
6s 2600er Zellen und ein 70er WemoTec-Antrieb sehen auf den ersten Blick ein wenig niedlich und verloren aus.
Als er das Modell aber dann einfach auf den Boden gelegt hat und beim folgenden Rutschstart spätestens nach etwa 15 m in der Luft war, wurde jedem klar: Das ist richtig geil. Das Ding hat Leistung satt. Flugzeiten von über fünf Minuten (2600er Akkus!) überzeugten dann auch den letzten Zweifler. Also eine extrem gute Performance des Gesamtpaketes.
Ich war der Meinung: Das ist spitze! Einige andere vielleicht auch...

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(rutschen... und wech!)

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Es regnete sich leider am Samstag mehr und mehr ein. In den Zwangspausen wurde warmes Grillgut verzehrt. Einige haben die Feuchtigkeit von oben einfach wegignoriert und sind geflogen was das Zeug hielt..
Abends hörte dann allen Unkenrufen zum Trotz die Bewässerung von oben auf und es gab ein Feuerwerk, das sehr professionell und kurzweilig war. Zu diversen Musikstücken wurde der Himmel mehr als acht Minuten lang illuminiert.
Wirklich toll!

Sonntagmorgens war den meisten Teilnehmern der vorangegangene Abend anzusehen. Ihr erinnert euch: Was in Nordhausen passiert bleibt auch in Nordhausen. Die Aufbruchstimmung griff gegen Mittag aber immer weiter um sich. Ich durfte dennoch Sebs Flug mit meiner alten P-80 genießen, die mittlerweile in frischem Rot daherkommt und immer noch klasse fliegt.
Ein tolles Wochenende ging langsam zu Ende und irgendwie waren viele der Meinung, es könnte ruhig noch eine Woche so weitergehen.
Aber: Das steigert die Vorfreude aufs nächste Jahr.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Setzt mich auf die Liste, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!
Was der Verein und das Team um Dirk auf die Beine stellt, ist grandios, lecker, kurzweilig, von allen Wettern heimgesucht und einfach nur geil!

Danke dafür Team Nordhausen! Ihr seid Spitze!

Ein paar Bilder in loser Reihenfolge...

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