3D Kunstflug. Frage an die Aerodynamiker ?

Hallo,

ist es bei einem 3D Kunstflugmodell aus aerodynamischer Sicht besser eine perfekt glatte Oberfläche zu haben wie z.B. bei Oracover Bespannfolien oder wäre eine leicht rauhe Oberfläche besser wie z.B. bei Oratex Materialien ?

Gewichtsbetrachtungen möchte ich hier mal ausser Acht lassen, es interessiert nur der aerodynamische Aspekt.

Bei meiner mit Oracover (perfekt glatt) bespannten Katana mit 3,10 m fällt mir im extrem langsamen Sackflug (Leerlauf, steiler Sinkflug mit voll gezogenes Höhenruder) ein starkes Pendeln um die Längsachse auf das mit dem Querruder ausgeglichen werden muss. Ich frage mich ob dieses Verhalten in erster Massnahme durch Zackenband im Querruder Bereich zu verbessern wäre und in zweiter Massnahme durch ein neues Bespannen mit Oratex ?

Danke

Heiko
 
Hallo Heiko,

versuche doch mal den Höhenruderausschlag zu vergrößern oder aber den Schwerpunkt zurückzusetzen. Damit solltest Du Dein Problem in den Griff bekommen.

Gruß
Stefan
 
Hallo !

probiere es auch mal mit leicht erhöhtem leerlauf (anderer gasstellung)...
falls das nicht hilft klebe 4mm kohleröhrchen vorne an die Nasenleiste- ab ca der Hälfte der Fläche bis zum Außenrand...

MFg,Chris
 
Danke mal. Mein Höhenruderausschlag liegt bei 55 Grad. Schwerpunkt ist schon recht weit hinten. Daran kann es meines Erachtens nicht liegen. Habe mal gelesen das Christoph Paysan Lerouc (schreibt man den so ?) auf seiner 3D Freestyle Maschine eine rauhe Oberfläche gewählt hat. Bringt das nicht eine Energieanreicherung und späteres Abreissen der Strömung ?

Was ich vielleicht mal probieren werde ist der Trick das Flächenprofil mit Kohlehalbröhrchne zu verändern ? Habe schon gehört das das die Flugeigenschaften stark verändert...

Kann ein Aerodynamiker mal etwas zur rauhen Oberfläche bzw. Zackenband Einsatz bei Motormaschinen sagen ?

Danke

Heiko
 
Hallo Heiko,

versuche doch mal den Höhenruderausschlag zu vergrößern oder aber den Schwerpunkt zurückzusetzen. Damit solltest Du Dein Problem in den Griff bekommen.
bin mir ziemlich sicher bei meiner Aussage. Für einen gescheiten Sackflug ist es eigentlich von Vorteil, wenn am Höhenruder die Strömung abreißt. 55° können da durchaus zu wenig sein. Kann mich auch irren, aber ich denke mit Deiner Aerodynamik am Flügel biste auf dem falschen weg. Wäre schön, wenn Du dann hier von Deinen Erfahrungen berichten würdest.

Gruß
Stefan
 
Hallo Heiko,

ich denke auch, dass man dieses Thema nicht mit klassischer Aerodynamik angehen darf. Diese basiert zB auf den Profilpolaren und die hören meist irgendwo bei Anstellwinkeln 10-15° auf.
Was wir hier aber betreiben, ist eher mit Fallschrimspringen zu vergleichen, d.h. ein kontrollierter Absturz mit hohem Luftwiderstand und kontrollierter Fluglage.
Wenn aus dem Sackflug ein horizontaler Harrier wird, ändert dies eigentlich wenig an den Strömungsverhältnissen. Der nicht vom Propellerluftstrom angeblasene Flächenteil wirkt weiterhin nur als Luftwiderstand, nur die Flächenunterseite bringt in Verbindung mit der Schwebegeschwindigkeit einen Auftriebsanteil, wie eine Prallplatte. Dynamischer Auftrieb hingegen wird meiner Ansicht nach im rumpfnahen Bereich erzeugt, wo der Propellerluftstrom ein auftriebserzeugende Umströmung des Flügels verursacht (natürlich mit schlechtem Wirkungsgrad). Dadurch stellt sich auch eine brauchbare QR Wirkung ein.

Aber Deine Frage bezog sich zunächst auf das rythmische Pendeln um die Längsachse. Ich denke dass dies ziemlich schwer erfassbar ist, mit SP-Lage, Flügelform, Pfeilung zu tun hat. Auch das Profil selbst hat sicher noch einen Einfluss, wenngleich dies schwer einschätzbar ist, da es ja eher wie ein Fallschrim angeströmt wird.
Das aktive gleichsinnige Zumischen HR->QR habe ich bei kleinen Modellen mit Erfolg angewendet, bei meiner 2,3m Extra hat es ausser lautem Spalt-Pfeiffen nichts gebracht.
Ein Pilot hat mir mal den Tipp gegeben, permanent am QR-Knüppel zu rütteln, d.h. andauernd zwischen geringen Rechts-Links Ausschlägen zu wechseln.
Wenn man es hin bekommt (Übung) dann bringt es tatsächlich was. Irgendwie wird hierdurch das kurzzeitige schlagartige Abreissen verhindert, welches zu den Pendelbewegungen führt. Aber steuertechnisch fühlt sich das ziemlich bescheuert an...

Soweit meine Erfahrungen dazu.
 
Hallo,

ja, schnelle Gasstösse ebenso wie schnelles Gegensteuern mit dem Querruder helfen dieses Pendeln einzuschränken. Allerdings ist das ja nur eine Sympthom Behandlung, die Ursache gehen wir damit nicht an.

Ich werde mal den Höhenruder Ausschlag vergrößern und evtl mal versuchen einen Turbulator in Form von Zackenband oder ähnlichem einzusetzen und dann hier über meine Erfahrungen berichten.

Ich weiß einfach das es Modelle gibt die diese Eigenart fast nicht haben. Ich selbst hatte vor Jahren mal eine perfekt gebaute und sehr leichte 2,5 m Katana von Weiershäuser die sowohl in Normal- als auch in Rückenfluglage einen perfekten Sackflug machte, Querrudereinsatz war praktisch nicht nötig, das Modell kam einfach hereingeschwebt. Leider habe ich den Flieger vor 2 Jahren verkauft...

Grüße

Heiko
 
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