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4,6 g Fokker Dr.I Dreidecker - Baubericht

Hallo zusammen,
Ich könnte ja auch mal einen kleinen Baubericht schreiben.
Nachdem mich Topolino auf die Idee gebracht hatte, habe ich angefangen einen Dreidecker für unsere Einfachturnhalle zu planen. Zufällig gibt es bei Banggood Spulenservos (im Englischen "actuators", aber das stumpf zu übersetzen impliziert ja auch eine Rückmeldung über die Position), die so 0,2 g wiegen. Zusammen mit einem kleinen Bürstenmotor mit 4 mm Durchmesser passt das ganz gut. Die Getriebeeinheit von Banggood ist übrigens mit 1,1 g etwas schwerer als die gb04 von Plantraco, dafür macht sie aber einen robusteren Eindruck.
Zuerst wollte ich die Zelle aus Balsaholz bauen, aber dann müsste der Rippenabstand so ungefähr einen halben Zentimeter betragen. Also doch lieber Depron. Da kann man mit einem heißen Draht Platten von schneiden, die weniger als einen Millimeter Stärke haben. Als Bauplan habe ich ein ausdruckbares Papiermodell genommen, das ich hier https://browse.startpage.com/do/show_picture.pl?l=english&rais=1&oiu=https%3A%2F%2Fi.pinimg.com%2Foriginals%2Ff0%2Fed%2Ff2%2Ff0edf20b51786e335546dcb003dc78ee.jpg&sp=f401bdd1ae27b68cb5fd55f15c1fbb7e&t=default.
Das Profil ist einfach eine gewölbte Platte, die ich über dem Lötkolben gebogen habe. Das ging erheblich viel schneller, als die Flächen aus Balsa in Rippenbauweise zu bauen. Die Rippen habe ich angedeutet, indem ich die durchsackende Bespannung mit dem Lötkolben eingedrückt habe. Zum Depron verformen hatte ich den Lötkoben auf 180 °C eingestellt, aber ich glaube, die Temperaturanzeige lügt ;)
Den Rumpf habe ich einfach nach dem Bauplan ausgeschnitten und in Form gebogen. Der Boden besteht aus 1,5 mm Styropor. Das war so eine Eingebung von mir. Im Nachhinein hätte das nach hinten hin dünner machen sollen. Ansonsten habe ich den so aufgebaut, wie ich auch das Papiermodell aufgebaut hätte, nur halt ohne die Klebelaschen. Und ich habe praktisch keine Erfahrung mit Papiermodellen.
Die Leitwerke sind etwas größer als auf dem Plan. Das komplizierteste daran war, das Höhenleitwerk, da das rechte und linke Höhenruder mit einer 0,5 mm Kohlefaserstange durch das Scharnier der Seitenruderspule verbunden sind. Das funktioniert ganz gut, wenn absolut nichts irgendwo schleift, da das Drehmoment der Spulen viel geringer ist als das bei selbst den kleinsten Servos. Der Empfänger ist ein rx43d von Deltang - wiegt 0,3 g und hat auch direkt einen Regler für den Motor mit auf der Platine.
Die Flächenstreben sind aus 1 mm * 3 mm Balsaholz, das Fahrwerk aus 1,5 * 1,5 mm Balsaholz. Die Achse ist aus Kohlefaser. Die Räder sind angeklebt, weil sie sich sonst im Flug schräg stellen und dadurch die Trimmung verändern. Das könnte man sicherlich durch genau passende Lager in den Griff bekommen, aber notwendig ist das nicht.
Die Lackierung wiegt so ca. 0,2 g, ist aber noch nicht ganz fertig. Da ich die rote Maschine von Richthofen schon habe (Die von Flair - klasse, aber halt 500 mal so schwer wie die hier), habe ich mich für die Lackierung von J. C. P. Jacobs Maschine entschieden. Die hat diesen scharfen Engel/Teufel auf der Seite - ich habe mich noch nicht getraut, den aufzumalen. Das kommt noch. Als Farbe habe ich Acryllack von Revell benutzt, den ich stark verdünnt habe.
Das beste zum Schluss: Die Kiste fliegt erstaunlich gut :) Bodenstarts und Rundflug gehen super, und mit vollem Akku sind auch Loopings drin. Dabei wird das Flugzeug aber unrealistisch schnell, was besonders auffällt weil die Fluggeschwindingkeit ansonsten so ungefähr Schritttempo ist.f3.JPGf5.JPGf6.JPGf1.JPGf4.JPG
 
Hallo Stephan, ein Flugvideo gibt es leider noch nicht, aber vielleicht klappt das am Sonntag.
Noch kleinere Modelle scheitern eigentlich nur daran, dass kleine Akkus mit unter einem Gramm Gewicht schwierig zu finden sind. Da hat nicht zufällig jemand eine Quelle, oder?
 

StephanB

Vereinsmitglied
Ein Bekannter, der Modelle bis unter 1 Gramm gebaut und geflogen hat, hat mir letzthin das selbe erzählt.
Seine Quelle für 10mAh Lipos ist versiegt und er überlegt, sich wieder Größerem zuzuwenden.
Gruß
Stephan
 

Oxymoron

User
Respekt, ich hielt meine Microaces Modelle schon für winzig...
Für kleinste Modelle sind Goldcap-Elkos übrigens eine geeignete Alternative zu LiPo-Akkus.
 

StephanB

Vereinsmitglied
Leider kein Objekt zum Größenvergleich mit auf dem Bild vom Saalflugtag 2014 in Mannheim. Ist deutlich kleiner wie eine Hand.
Gruß
Stephan
 

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Klasse, vor allem der Motor. Damit hatte ich auch schon experimentiert, aber mir fehlt eine Formel, um die Nenndrehzahl zu bestimmen. Dann wäre es nicht mehr nur Versuch und Irrtum und man könnte sicherlich eine halbes Gramm einsparen - bei vergleichbarer Leistung. So ein einphasiger Brushlessmotor mit einem halben Gramm Gewicht wäre schon nett :D.
Hat jemand Berichte zu Kondensatoren als Energiequelle für ferngesteuerte Motorflugzeuge? Ich habe bisher nur Informationen über Freiflugmodelle gefunden. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die speicherbare Energie zu gering ist, um auf nennenswerte Flugzeiten zu kommen.
Also ein Kondensator mit einem Farad kann E=1/2 C U^2= 0,5*1 F * (5 V)^2 = 12,5 J speichern und wiegt etwa ein (?) Gramm. Wenn man den bis 2 V entlädt, kann man davon 10 J, also ca. 80% der Kapazität nutzen. Den Dreidecker fliege ich mit einer Zelle Lipo mit 28 mAh, davon werden vielleicht 20 mAh genutzt. das sind bei 3,7 V Nennspannung 3,7 V * 0,02 Ah = 0,074 Wh = 266 J. Das Akku hat also den zwanzigfachen Energiegehalt. Damit kann man höchstens 10 Minuten fliegen, also würde man mit dem Kondensator auf eine halbe Minute kommen. Hab ich mich verrechnet oder gibt es besser geeignete Kondensatoren, von denen ich nichts weiß?
 
Ja, der Laden ist echt interessant, aber leider auch der einzige. Dafür hat der auch einen fertigen Getriebemotor mit dem man ein Flugzeug mit ca. 2,5 g antreiben könnte - also nochmal die Hälfte :D Leider wird das deutlich teurer als die größere Variante.
 
ja die preise dort sind leider enorm hoch. möchte ebenfalls etwas im nanobereich bauen.
bis jetzt schrecke mich die preise und die bestellerei aus übersee nchtt etwas ab.
mfg
 
Wie ich das Flugvideo hochlade, ohne mich bei Youtube oder so anzumelden, finde ich noch raus. Aber mein lieber Kollege hat das Gerät mit der Fotokamera erwischt :) Ich muss mal einen Piloten finden, damit ich selber fotografieren kann.
 

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