Akkuzelle defekt?

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Gerd

User
Hallo Akkuexperten,

kann mir jemand zu den unten abgebildeten Lade- und Entladekurven seine Erfahrungen kundtun.
Es handelt sich hier um eine "Winterplegeladung" eines 8er Packs RC 2000.

Warum gibt es im letzten Drittel des Ladevorganges plötzlich Ladestromschwankungen?

Worauf deutet beim Entladen der vorzeitige Spannungseinbruch mit Knick oberhalb der Entladeschlußspannung hin?

Gruß Gerd





[ 26. Februar 2003, 15:25: Beitrag editiert von: Gerd ]
 

heinzi

User
hallo gerd

eine interessante aufzeichnung, nur fehlt bei mir deine entladekurve.

ups: interessant; jetzt im antwortemodus ist sie plötzlich da. also:

zuerst zu den stromschwankungen: die haben etwa 2teilstriche lang gedauert (mit 6 teilstriche pro 10 minuten hast du eine lustige zeiteinteilung)also etwa 3 minuten.
überleg die mal ob zur gegebenen zeit vieleicht in der nähe irgend eine störquelle gelaufen ist? staubsauger, oder sonst ein elektromotor!
die frage wäre dann aber wiso nur die messung des stromes betroffen war?

die schwankungen trafen zum zeitpunkt des spannungsanstieges auf. könnte auch sein dass der regelkreis da irgendwie ins rotieren (schwingen) gekommen sein könnte.

ich vermute da schon eher eine störung im gerät als in den akkus. die spannung zeigt ja keine unrregelmässigkeiten.

die entladekurve zeigt ganz eindeutig eine leere zelle. der spannungseinbruch beträgt etwa 1,3 volt also gerade etwa eine "zellenspannung".
der zweite knik deutet vermutlich auf eine zweite leere zelle hin.

das ganze spielt sich aber am ende der entladung ab. da meinte ich das ist noch nichts gefährliches.

ich rate dir den akku zu formieren. also zwei bis drei mal mit 1/10C zu laden und entladen.
versuche mit messungen am entladeende festzustellen welche zelle da früher am ende der kräfte ist.
zeigt nach der behandlung der akku immer noch dieselbe entladecharakteristik kannst du dir überlegen die schwächelnde zelle auszutauschen.

vorerst sehe ich aber noch keine notwendigkeit, da die zelle ja noch beinahe die volle kapazität bringt.

fliegst du mit bec musst du auch nicht einen verlust des modells befürchten, da meiner erfahrung nach solche zellen (wenn überhaupt) infolge inneren kurzschlusses schlapp machen. mit 7zellen hast du noch genügend spannung für das bec. dein flieger wird dann aber recht lahm, so dass du die zelle dann automatisch wechseln wirst.


es empfiehlt sich aber schon diesen akkus etwas öfters zu formieren und zu beobachten.

[ 26. Februar 2003, 15:56: Beitrag editiert von: heinzi ]
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Moin,

ich schließe mich heinzi's Interpretation durchaus an ;)

Das Gekasper in der Ladekurve könnte auch ein schlechter Kontakt im Kabel sein.
Die Entladekurve zeigt nur eine defekte Zelle. Der Hüpfer gegen Entladeende ergibt sich aus dem Spannungssprung, als das Orbit den Entladestrom von 200 auf 100 mA reduziert hat.

Unangenehm ist, dass die defekte Zelle hier über 30 Minuten lang umgepolt wurde. Dadurch verliert sie noch mehr Kapazität - ein Teufelskreis, also wenn's geht bald austauschen.

Grüße, Ulrich Horn

PS: Nächstes mal vielleicht etwas kleinere Grafiken, wenn's geht ;)
 

heinzi

User
hallo ulrich

ob nun eine oder zwei (ich sag mal) früher leer war(en) werden wir wohl nie so genau wissen weil wir den weiteren verlauf der spannung nicht haben.

ich sehe in der kurve aber 3 ereignisse:
1) erster spannungseinbruch
2) zweiter spannungseinbruch;
3) spannunshöcker (infolge stromreduzierung

das 1) ist ganz klar eine leere zelle. ob die nun "umgebolt" wurde (bei einem spannungsdelta von ca 1,3v zur gedachten normalen entladekurve) darüber können wir uns noch streiten. klar ist aber schon dass das der gesundheit der zelle so oder so nicht förderlich ist. es könnte schon in den von dir erwähnten teufelskrei ausarten. muss es aber nicht. dann nämlich nicht, wenn das ganze einfach auf unterschiedliche selbstentladungen zurückzuführen ist. (immerhin fährt gerd ja ein winterpflegeprogram) wenn der akku vorher einfach lange rumgelegen ist????

so gesehen könnte auch das 2) noch eine weitere zelle sein die frühzeitig ihre arbeitslust einstellt. aber da kommt uns die abschaltung dazwischen. (wie gesagt "könnte"; muss aber nicht so sein)

solche kurven hab ich zuhauf aufgezeichent.
bei mir verschwinden solche unregelmässigkeiten meistens schon beim zweiten formierungszyklus.

ich wette fast, dass es sich bei diesem akku um einen "normalen" unselektierten handelt ;)

hallo gerd ;) wo bist du?

[ 27. Februar 2003, 08:58: Beitrag editiert von: heinzi ]
 

Thommy

User †
Ganz klar, eine Zelle bricht ein. Finde doch die einfach mal raus und pflege diese. Anschließend bringst Du alle auf den gleichen Ladezustand (am besten voll) und entlädst dann den ganzen Pack und schaust ob es besser wurde.
Wenn nicht mußt Du die Zelle ersetzen, das ist aber auch problematisch, da Du kaum eine gleiche Zellen finden wirst. Lohnt nur wenn die Restperformance des Packs wirklich gut ist.
gruß
Thommy
 

Gerd

User
Herzlichen Dank für Eure schnelle Hilfe,

ich habe inzwischen mit Formieren mein Glück versucht, keine Besserung. Jetzt werde ich den Pack zerlegen und alle Zellen einzeln messen.
Da kommt der Übeltäter dann wahrscheinlich zu tage. Ergebnisse werde ich hier reinstellen.

Ein Rätsel für mich sind die Stromschwankungen beim Laden. Äußere Einflüße sind auszuschließen da Autobatteriebetrieb. Auch bei mehrmaligen Ladezyklen (Formieren) werden diese Stromschwankungen an der gleichen Stelle im Diagramm aufgezeichnet.
Kann dies auch auf eine defekte Zelle deuten?

Grüße Gerd

[ 27. Februar 2003, 14:58: Beitrag editiert von: Gerd ]
 

Thommy

User †
Hallo Gerd,
nicht komplett zerlegen, einfach den geladenen Pack mit höherem Strom entladen, Dein Kandidat ist mit größter Wahrscheinlichkeit die wärmste Zelle.

Außerdem kann man die Zellen auch im Pack einzeln messen. Der Minuspol der vornedranliegenden Zelle hat das gleiche Potential wie der Pluspol der Zelle. So kannst Du jede einzelne Zelle z.B. mit zwei Nadeln und einem Multimeter nachmessen.
Machst Du das während der Schlussphase der Entladung hast Du die tote Zelle sofort.
Gruß
Thommy
 

VOBO

User
Hallo Gerd!

Die Stromschwankungen produziert Dein Orbit-Lader.
Ich habe vor etwa 1,5 Jahren die gleichen Beobachtungen gemacht und es gab auch einen längeren Beitrag im RC-Online dazu.

Du wirst feststellen, das diese Schwankungen immer dann auftreten, wenn der Lader von Stromsenkenbetrieb auf Stromquellenbetrieb (aktivierung des Spannungswandlers) umschaltet, also immer dann, wenn die Spannung des zu ladenden Accus in die Nähe der Versorgungsspannung des Laders kommt.
Es handelt sich hier eindeutig um Regelschwingungen,wie weiter oben bereits jemand vermutet hat.

Ich habe damals befürchtet, das unter ungünstigen Bedingungen die Vollerkennung des Accus nicht gewährleistet sein könnte.
Dies hat sich aber bis heute als Gegenstandslos erwiesen (dieser Fall ist jedenfalls bei mir nie aufgetreten).

Ach so, auch gute Accus haben von Zelle zu Zelle gewisse Kapazitätstoleranzen. Dabei sind 3% Normal, 5% aber durchaus üblich. Wenn Du dir Deine Kurve genau ansiehst, bricht die erste Zelle etwa 5% eher ein als die anderen. Ist also kein Defekt, sondern völlig Normal.

Gruß Volker
 

Gerd

User
Hallo

Ergebnis zur Entladekurve:
Der Grund ist eine defekte Zelle. Ich konnte die Spannung der Zelle im entladenen Zustand, ohne den Akkupack zu zerlegen mit zwei Nadeln messen.

Die Stromschwankungen sind, wie Volker richtig erkannt hat, Regelschwingungen der Laders.
Wenn die Spannung des zu ladenden Akkus in die Nähe der Versorgungsspannung des Laders kommt. Mit einem 6er oder 12er Zellenpack treten diese Ladestromschwankungen nicht auf, da sich die Akku-Spannungen unterhalb und oberhalb der Versorgungsspannung des Laders (12 Volt) befinden.

Nochmals herzlichen Dank.
Gruß Gerd
 

Thommy

User †
Hallo Gerd,
nur so eine Frage am Rande, ist die Zelle mitten drin, oder wie meistens bei mir am Ende des Packs, also genauer am Ende der Stange.
Gruß
Thommy
 
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