Allgemeines zum Vorflügel

Hallo,

ich beschäftige mich grad mit dem Thema der Vorflügel, da ich meine Calmato Sports zum Schleppen nutzen möchte.
Ich habe sie mit einem Dymond AL4260 und 6S 4000mAh ausgestattet und bin bei einem Abfluggewicht von 3 kg (wie vorhergesehen).
Als Verbrenner wog sie etwa 2,5 kg und kam schon sehr schnell zu Landung rein, was mich beim Schleppen aber stören würde, vorallem wenn sie durch das Zusatzgewicht noch schneller sein sollte. Auch für die langsamen Segler wäre ein herauszögern des Strömigsabriss interessant.

Ich denke, Vorflügel würden bei einem Modell mit 1,55m sicher schon etwas bringen, da sie auch bei kleineren Modellen erfolgreich getestet wurden.
Wenn es dort Zweifel, Erfahrungen oder Beweise für das Gegenteil gibt bin ich dafür immer offen.
Ich würde die Flügel starr verbauen, bzw. gesteckt zum abnehmen, also nicht verstellbar.

Ich habe schon etwas zu der Auslegung der Vorflügel gefunden:
- überdecken ca. 1/3 der Spannweite
- die Tiefe soll 10% der Flächentiefe betragen
- das Verhältniss des unteren zum oberen Spalt 3/1
In wie weit sind diese Werte sinnvoll, sollten sie es nicht sein, in welche Richtung ist zu ändern?
Mir erscheint die Tiefe von 10% recht viel...
Wie groß sollte in meinem Fall der untere Spalt in etwa sein?
An welcher Position sollten die Vorflügel angebracht werden, in der Flucht der Profilsene einfach nach vorn verlagert oder etwas höher/tiefer?
Wie entscheidend ist das Profil des Vorflügels, besonders deren Rückseite? Ich wollte mehrere Lagen Abachifunier auf der Tragfläche verleimen um die Form zu haben, die Radien sind dann etwas größer als bei der Tragfläche. Die Rückseite wäre in dem Fall ein Negativ der Tragfläche oder sollte ich hier z.b. mit Balsa auffüttern und zu einem "Profil" verschleifen.

Das sind nun einige Fragen aber vielleicht haben manche von euch schon Erfahrungen gesammelt und können mir und anderen Interessierten weiter helfen.

Ich freue mich auf eine rege Beteiligung, auch wenn es um allgemeines (nicht auf mein Projekt bezogen) geht und sag schon mal vielen Dank!

Gruß Michael
 
Hallo Michael!

Mach doch einfach die gute alte Copy/Paste/Methode. Seba hats beim Shark doch schon erfunden. Nachmessen, abpausen, nachbauen... Beim Shark bringen die Vorflügel im Bezug auf den Langsamflug extrem viel.

Viele Grüße

Stefan
 
Hallo Stefan,

danke für den Hinweis. Der Shark geht wirklich langsam, wobei das ja schon fast "Oberflügel" anstatt Vorflügel sind. Sie benötigen vermutlich weniger Antellwinkel um zu wirken, was sich positiv auf das Flugbild auswirkt.
Die Bauart ist einen Versuch Wert, zumal sie einfacher zu bauen sind als der klassische Vorflügel wie von mir angedacht.

Gruß Michael
 
Hi Michael!

Ja, das ist echt supersimpel. Ich habe damals einfach 3 Lagen (unterste Lage 40mm breit, mittlere 30mm, obere 20mm, Vorderkanten bündig, Länge ~ halbe Spannweite) 1 mm Balsa nass gemacht und über die Nasenbeplankung meines Trainers gebogen. Nach dem Trocknen habe ich die trockenen vorgebogenen Lagen mit Holzleim verklebt.

Ich hab sie dann beschnitten, die "Endleiste" dünner geschliffen, die Nasenleiste verrundet, bespannt und in 9mm Abstand auf dem Flügel befestigt (mit 3 Stück 3mm Balsaleisten übereinander, 3mm breit). Für die ersten Flugversuche hab ich sie nur mit dünnen Streifen Doppelklebeband fest geklebt. Das hielt aber so gut, dass ich es so gelassen habe.

Der Effekt war: Der Flieger schmierte nicht mehr ab, konnte viel langsamer Fliegen, war im Rückenflug nur noch durch viel Steuern auf geradem Kurs zu halten.

Alles in allem ein nettes Experiment. Für einen Schlepper... probiers aus und erzähl uns drüber!

Viele Grüße

Stefan
 
@ Stefan,

das klingt schon mal sehr gut, hast du vielleicht ein Foto davon?
Hattest du sie vor die Nasenleiste plaziert, so wie auf dem Wilga Foto oder eher etwas oberhalt so wie z.B. beim Shark.
Wie groß war der Trainer und wie viel wog er?

Dass die Rückenflugeingenschaften darunter leiden hab ich mir gedacht, das stört beim Schleppen ja nicht.

Gruß Michael
 
Moin,

ich habe, um zu testen wie sich das Abachi verarbeiten lässt, mal 3 Lagen aufgelegt und verleimt.
Vorher habe ich die 40, 30 und 25 mm streifen mit Wasserdampf (Wasserkocher) geschmeidig gemacht.
Die Fläche mit Paketband beklebt, dann den untersten Streifen an seiner Endleist mit Tesa fixiert, so dass er bis zum Scheitelpunkt der Nasenleiste reicht. Dann Leim aufgetrage und die anderen Streifen drauf gelegt und mit Paketband an die Fläche "gepresst".
Wenn die Vorflügel einigermaßen sind, werd ich damit weiterarbeiten.
Ab mitte Nasenleist ist ein kompromiss aus den SeBa und "konventionellen vorflüglen. Etwas verschieben kann man sie später ja auch noch in der Testphase oder noch eine Nasenleiste aus Balsa ankleben.

Ihr seid trotzdem weiterhin aufgerufen eure Erfahrungen zu posten, danke!

Gruß Michael
 

Anhänge

Moin Michi!

Ich habs wie die Chinesen gemacht und 1:1 vom Seba abgekupfert. Wenn man direkt von oben drauf schaute, sah man von den Vorflügeln nichts... Sie schlossen bündig mit der Nasenleiste ab. Photos hab leider keine... wer macht schon Bilder von einer Trainerträne...

Der Flügel von dem Flieger war ursprünglich von einem Charter von Robbe. Da hab ich Querruder rein gebaut. Der Rumpf war charterähnlich, nur ein wenig schmaler. Gewogen hat die Kiste um die 2 kg. Bei 1,5m Spannweite und innen ca. 25 cm Flächentiefe ein sehr guter Wert, vor allen weil er halt sehr robust gebaut war.

Geflogen ist der Flieger damit wie ein Drachen. Langsam Fliegen und ziehen --> Schwänzle runter, Nase hoch... Strömungsabriss Fehlanzeige. Im "Schnellflug", sprich Vollstrom auf der Geraden (... sage und schreibe ca. 70 - 80 Sachen --> gemessen mit meiner geeichten Augentelemetrie...) hat man die Dinger nicht gemerkt. War vielleicht etwas langsamer als vorher, lag aber innerhalb der Messtoleranz meiner schätzometrischen Geschwindigkeitsbestimmung.

Berichte bitte weiter über deinen Umbau. Ich hab da noch so ne Fläche... und den Rumpfplan vom Magnun Reloaded (vergrößert auf 1,3 m Länge...)

Viele Grüße

Stefan
 
Dann hat da was nicht gestimmt! Damit lässt diese sich soooo langsam machen, und selbst im Schlepp.
In der Tat. Langsam ging sie echt super. Aber: Die ganze Wilga passt nicht so ganz... Die bäumte sich nämlich beim Schleppen von schweren Seglern immer wieder auf und das führte dann zu einem sehr unangenehmen Wellenflug mit dem Gespann... und im Schnellflug auch... erst als ich testweise mal die Vorflügelspalte mit Klebeband verschloss ging sie ganz prima... wurde dann verkauft... Hm...:rolleyes:

Viele Grüße

Stefan
 
Moin,

mein Abachi-Versuch ist nicht so doll gewesen, ich habe das "Laminat" mehrere Stunden auf der Tragfläche trocknen lassen, trotzdem haben sich die Vorflügel danach verzogen. Balsa ist da wohl doch die bessere Materialwahl. Ich muss mal sehen ob beim Chico Bau voraussichlich etwas über bleiben wird ansonsten muss ich erstmal welches kaufen.
Fliegen werd ich eh erst im Frühjahr wieder, da der nasse Sommer unserem Platz stark zugesetzt hat, daher ist noch so eilig.
Ich werd die Befestigung der VF aber wohl mit je 8 stk. 5x2 Magneten machen. So kann ich auch noch verschiedene Formen machen und kann sie vorallem schnell abnehmen, wenn ich mal ne schnelle Runde drehen will oder für den Transport.

Die Sebart Ausführung scheint sich dann ja bewährt zu haben.
Ich bleib dran, auch wenns zwischendurch mal ruhig werden könnte.

Gruß Michael
 
mein Abachi-Versuch ist nicht so doll gewesen, ich habe das "Laminat" mehrere Stunden auf der Tragfläche trocknen lassen, trotzdem haben sich die Vorflügel danach verzogen.
Verdreht meinst Du? Das würde ich nicht so schwer nehmen. Wenn Du die ein paar mal abstützt (natürlich mit tiefen Stützen, die den Anstellwinkel sauber halten) bleibt das angebaut gerade.
 

Andreas Maier

Moderator
Teammitglied
Ob Abachi das ideale Material ist, welches man mittels Dampf verformt,
das bezweifle ich ein wenig. - Es wird ja viel im Saunabau eingesetzt weil
es sich nicht so durchheitzt und verformt.
Desweiteren ist es leider ökologisch ein wenig umstritten. :(

-

Balsa ist da viel idealer.
Erst die 3 Brettchen ( 3x 1mm dick genügt ) angefeuchtet Formen und dann erst
beim verleimen nochmals auf der Tragfläche aufgespannt austrocknen lassen.

Durch die leicht unterschiedliche Maserung und den Leimschichten wird dieser
"Vorflügel" sehr fest und verwindungssteif.


Gruß
Andreas
 
Moin,

das Abachi verzieht/verdreht sich nicht nur sondern wird auch wellig.

verformt hat es ich über dem Wasserdampf ganz von allein, das ging sehr gut aber alles andere ist "mist", auch in Hinsicht auf die ökologische Betrachtung.

Ich werds (zu unbestimmten Zeitpunkt) mit Balsa probieren und dann wieder berichten.

Danke für die Tipps.

Gruß Michael
 
Hallo,

der erst Balsa Vorflügel ist nun verklebt, da das Holz nach 2 tagen immernoch leicht feucht war hab ich mich für PU entschieden.
der erste Eindruck ist schon deutlich besser als mit dem Abachi, nu muss noch die Restfeuchtigkeit raus, wenn er dann auch noch grade ist mach ich den zweiten. Bilder gibts wenn beide verklebt sind.

Gruß Michael
 

Griffon

User
Hallo Vorflügelfans

Ich hab da was gebaut. Versuche die Bilder einzustellen.
Modell ist eingeflogen, die Vorflügel und die Fowlerklappen habe ich noch nicht ausprobiert. So wie aussieht wirds halt nächstes Jahr
Schöne Grüsse
René

Probestück Vorflügel.JPGBau Vorflügel.JPG045 Studie zur Besfestigung.JPGVorflügel in der Temperung.JPGP1010782.JPG
 
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