Alte Fläche wieder mit Bespannpapier reparieren

boeto

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Servus Retrofreunde,

so, nun würde mich mal interessieren, mit welcher Vorgehensweise ihr eine solche mit Bespannpapier bespannte Fläche wieder reparieren würdet.
In den drei ausgeschnittenen Feldern waren Risse und ich habe diese nun mal sauber wie ein Rahmen ausgeschnitten.
Gutes altes Bespannpapier habe ich zur Hand.
Jetzt mal abgesehen von der Gesamtfestigkeit mit einer durchgehenden Bespannung, kann ich doch solche kleine Felder auch wieder reparieren, oder macht das keinen Sinn.
Zur Info: Das ist die Fläche von einer Graupner Beta.

Wie und ganz wichtig, mit welchen Materialien und welcher Vorgehensweise macht ihr das?

Soll dann mal lackiert werden, aber da gibt es auch noch Fragen zu euren Erfahrungen, denn bei der Reparatur entstehen Stöße und die sieht man dann beim lackieren. (oder gibt es da Tricks?)

Schöne Grüße
Tommy;)
 

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Alte Fläche reparieren

Alte Fläche reparieren

Hallo Thommy;

Ich hab auch einige alte mit Papier bespannte Modelle und da ists halt unvermeidlich, daß ab und zu was passiert, z.B. beim Landen oder noch blöder im Keller. Ich machs so, wie du bereits angefangen hast. Sauber ausschneiden, Spannpapier mit etwas Übermaß zuschneiden (auf Faserrichtung achten!!), dann mit (verdünntem) klarem Spannlack zunächst an den Rändern, die überlappen, auf die zu belegende Teilfläche kleben. Wenn das dann trocken ist - was ja bei Spannlack relativ schnell geht - den ganzen Bereich inkl. der benachbarten Flächenteile mit Spannlack paar Mal lackieren, bis es passt. Natürlich wird es Farbunterschiede geben. Deine Fläche sieht ja so aus, als ob sie seither auch mit Papier und farblosem Lack bespannt ist. Vielleicht hat jemand einen Trick, wie man das angleichen könnte (außer farbig drüberlackieren, was ich schade fände). Die Ränder der Teilflächen könntest du gaaanz vorsichtig etwas abschleifen, so dass der Rand nicht so aufträgt. Ich habs nie gemacht. Schließlich erzählen ja sauber gemachte Reparaturen auch etwas über ein Modellleben. :)
Ich hoffe, ich habs einigermaßen klar beschrieben.

Grüße Roland
 
Servus Tommy

Ich würde wie Heinz schreibt die Stücke mit Spannlack aufkleben jedoch die Ränder nicht schneiden sondern reißen. Die Ränder werden unauffälliger da sie ohne scharfe Kanten sind.
Den Tipp habe ich aus einer Modellzeitschrift und habe es selbs vor Jahren ausprobiert.

Gruß
Schorsch
 
Hallo Tommy,

klarer fall: nicht schneiden, sondern reißen. Aber:
-um eine gerade, leicht ausgefranste Rißkante zu bekommen, ziehe ich eine "Wasserlinie". Diese Wasserlinie macht das Papier weich, so dass es sogar quer zur Faser reißen kann.

Einen dünnen Pinsel in Wasser tauchen, und dann an einem Lineal entlangfahren. Sofort danach links und rechts der Wasserspur am Papier ziehen (hier ist es ja noch trocken). Die Ränder sind nur kurz ausgefranst, die Reißkante schön gerade.

Viel Erfolg!

Klaus.
 
die Ränder nicht schneiden sondern reißen.

Das gelingt aber nur in einer Richtung einigermaßen zufrieden stellend. Die andere Richtung wird bedingt durch die Faserlaufrichtung des Papiers unsauber. Ich habe in den 60 Jahren in denen ich Freiflug betreibe die Flicken immer geschnitten. Selbst bei 40 Gramm Bespannpapier geht das.

Heinz

(Die Graupner Beta ist doch kein Speedmodell da kann ein wenig Turbulenz nur von Nutzen sein. ;))
 

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Das gelingt aber nur in einer Richtung einigermaßen zufrieden stellend. Die andere Richtung wird bedingt durch die Faserlaufrichtung des Papiers unsauber.....
Heinz

Nein, es gelingt nach oben beschriebener Methode in beide Richtungen, deswegen habe ich den Beitrag geschrieben. Es geht auch nicht um die Turbulenz, sondern um die Optik. Die Übergänge sehen besser aus.

Klaus.
 
Nein, es gelingt nach oben beschriebener Methode in beide Richtungen, deswegen habe ich den Beitrag geschrieben. Es geht auch nicht um die Turbulenz, sondern um die Optik. Die Übergänge sehen besser aus.

Klaus.

Bitte nichts verdrehen. Ich habe nur auf den Beitrag von W-Schorsch geantwortet. Deinen Beitrag konnte ich gar nicht sehen schaue mal auf die Uhrzeit der beiden Beiträge.

Heinz
 
Vor dem Streichen mit Spannlack spanne ich immer erst durch anfeuchten mit Wasser, bzw. das Papier wird vor dem Aufziehen angefeuchtet. Erst wenn das Spannpapier schön gespannt ist, kommt 50% verdünnter Spannlack in mehreren Schichten drauf.

Reparaturen ergeben sichtbare Stösse, das ist bei den grossen Kollegen auch nicht anders, das Leben hinterlässt Spuren...;)
 
Super und Vielen Dank Jungs für die vielen tollen Tipps.

Ich habe mir jetzt das Bespannpapier mal genauer unter Licht angesehen, aber it tu mich echt schwer da eine Faserrichtung zu sehen.

Werde mir das jetzt alles mal in Ruhe nochmal durchlesen und dann starten.;)
 
Die Faserrichtung ist bei Original Bögen immer in Richtung der längsten Seite.
 
Tommy, du kannst beim Papierbogen an einer Ecke mal parallel zu einer Kante zu zupfen. Wenn das sauber in etwa einer Linie reißt, ist das die Faserrichtung. Falls nicht, probierst du's 90° weiter nochmals. Falls die Silbe "ply" in der Bezeichnung drin ist, reißen beide Richtungen nicht soo begeisternd, das ist der Sinn dabei. (Ich hatte mal einen Posten Japanpapier in Faserrichtung längs der kurzen Seite. Und wurde erst von einem Käufer darauf aufmerksam gemacht ...)

Die von Klaus beschriebene Methode klappt sehr gut, ich reiße den nassen Pinselstrich gern über eine scharfe Kante ab: Lineal, Messerrücken, ein dünner Federdraht, den Rand meines Glasbrettchens eigentlich zum Ausschärfen von nassem Walkleder. Da du die Fleckl so schön separat vorbeiten kannst, finde ich das hervorragende Übungsstücke dafür. Verschiedene Papiere haben ein durchaus unterschiedliches Verhalten beim Reißen, bei meinem 50g-Papier klappt das weitaus besser als beim 22g-Esaki, das leichte 12g-Esaki geht so richtig gar nicht. Dafür verschleift sich das schwere erheblich schlechter als das mittlere, wenn es geschnitten ist. Eine klare Ansage ;-!

Reparaturen ergeben sichtbare Stösse, das ist bei den grossen Kollegen auch nicht anders ;)

Das Bespannmaterial ist aber ein anderes, Baumwolle aus früheren Jahrzehnten kann man nicht ausschärfen. Die aktuellen Vliese "Ceconite & Co" auch nicht.

servus,
Patrick
 
Hallo,
ist jetzt etwas spät aber wenn ihr nur einen Riss in der Bespannung habt, kann man den gut mit UHU Hart reparieren.
UHU-Hart ist im Prinzip dickflüssiger Spannlack und der zieht den Riss wieder zusammen.

Einfach mit einer Nadel die Papierstücke so gut es geht hochbiegen um einen möglichst kleinen Spalt mit dem UHU Hart überbrücken zu müssen.
Wenn der fest ist spannt es schon ganz gut. Das kann man dann mit Spannlack noch etwas überpinseln, das spannt dann stärker und löst die Kleberaupe wieder etwas und glättet diese.

Gruß Martin
 
Hallo,
ist jetzt etwas spät aber wenn ihr nur einen Riss in der Bespannung habt, kann man den gut mit UHU Hart reparieren.
UHU-Hart ist im Prinzip dickflüssiger Spannlack und der zieht den Riss wieder zusammen.

Einfach mit einer Nadel die Papierstücke so gut es geht hochbiegen um einen möglichst kleinen Spalt mit dem UHU Hart überbrücken zu müssen.
Wenn der fest ist spannt es schon ganz gut. Das kann man dann mit Spannlack noch etwas überpinseln, das spannt dann stärker und löst die Kleberaupe wieder etwas und glättet diese.

Gruß Martin

Das wird wohl wenig Anklang finden da es vielen um die Optik geht und nicht um die Zweckmäßigkeit. Das mit der UHU-hart Raupe haben wir während des Wettbewerbs auf dem Feld gemacht. Zuhause wurde dann das Feld herausgetrennt und in der oben beschriebenen Weise repariert.

Heinz
 
Die Stöße können nach meiner oben beschriebenen Methode fast unsichtbar aufgebaut werden. (siehe Beitrag 5).
Aber das Papier verbleicht im Laufe der Jahre, und der Farbunterschied ist deutlich zu sehen.
Bei nicht eingefärbtem Papier wird es besser, aber nicht unsichtbar.

Gruß
Klaus.
 
Diskussiion

Diskussiion

Hallo Tommy und der Rest da draussen,

seit geraumer Zeit habe ich ein ähnliches Problem, und mache mir so meine Gedanken.

Zunächst mein Problem:

zwei Paar Flügelchen, eines von der Orlice, eines von der Super Alpha, mittlerweile liegen sie im Rohbau vor mir, haben jedoch im Laufe der Jahrzehnte Macken abbekommen.

Natürlich werde ich die Macken durch Einsatz von Holzstücke richten, als Klebstoff nehme ich Uhu Hart, da man den im getrockneten Zustand gut schleifen kann.

Bespannen will ich die Flügelchen zwangsweise mit Cover All.

Jetzt mein Gedanke: Da ich das Cover All sowieso mit Schnellschleifgrund - Spannlack aufkleben werde, denke ich, dass ich die Holzstruktur besser vorbereite ( glatte Fläche) beziehungsweise an den Stössen verstärke, indem ich die Holzfläche mit Bespannpapier bespanne und mit Spannlack streiche. Mit diesem Spannlack will ich das Cover All anschliessend aufkleben. ( also Coverall auflegen und mit verdünnte Lack den trockenen Lack anlösen)

Für Tommy würde dies bedeuten: Wenn die Papierbespannung nur mit Spannlack aufgebracht ist, das Ganze leicht anschleifen und dann mit Cover All bespannen.

Markus
 
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