AMIGO II "Magic" - Baubericht

-Maitre-

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Guten Morgen,

gestern habe ich mit einem befreundeten, erfahrenen Modellbauer mein erstes echtes Bauprojekt begonnen. Die Wahl viel vor einigen Wochen auf einen Amigo II "Magic", welcher freundlicher Weise von Matthias Möller bei Outerzone unter Plan ID "OZ12998" zum Download zur Verfügung gestellt wird. Für den Fall, dass Matthias hier mitlesen sollte: Vielen Dank für Deine Arbeit und für die bereit gestellten Pläne!

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Amigo II Magic (OZ12998)

Der Flieger ist eine vergrößerte Variante des klassischen Amigo II aus dem Jahr 1966 und wird eine Spannweite von 2,50 m haben.

Die Fräßteile wurden bereits vor einigen Tagen relativ problemlos gefräst, gestern ging es dann mit dem Bau los.

Die Plan PDF ist perfekt und druckfertig bei Outerzone hinterlegt. Wer Zugriff auf einen Rollenplotter hat kann also direkt mit dem Ausdruck starten.

Erster Schritt natürlich die benötigten Frästeile aus den Brettern entfernen und nachschleifen. Eine durchaus meditative Beschäftigung:
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Die Balsarippen des Flügelmittelteiles haben alle die gleiche Größe:
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Rechtwinkliges und lotrechtes Verkleben der ersten Rippen, Achtung: die Wurzelrippe bekommt eine Anschrägung, hierzu gibt es im Plan ein entsprechendes Winkelstück, 2. Fotos unten Links:
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Zwischen den Rippen wird eine Verkastung eingeklebt, am Ende wird der Winkel für die "Ohren" der Tragfläche eingeklebt. Für den korrekten Winkel der letzten Rippe gibt es ebenfalls ein Frästeil im Bauplan:

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Als Einsteiger in den Modellbau hat das Ganze natürlich deutlich länger gedauert, als was die Profis benötigen. Aber der Weg ist das Ziel und im laufenden Jahr sollen auch noch zwei Großsegler aus Polen gebaut werden. Hierzu an anderer Stelle später mehr, der Amigo ist als Gesellenstück gedacht.

Vielleicht inspiriert der Bericht ja noch einen anderen Modellbauer für ein Winterprojekt!

Viel Spaß beim Mitlesen,

Matthias
 
Hallo Matthias,
find ich schon cool, dass du jetzt auch ein Modell komplett bauen möchtest und nicht nur gebrauchtes Zeug reaktivierst.

Der Amigo gehört aber eigentlich in die Retro Ecke, dort wirst du mehr "follower" finden und damit begeistern.

Ich les und schau hier auf jeden Fall still und heimlich weiter mit ;)

schöne Grüße
Robert
 
Hallo Matthias,
Werde den Bericht ebenfalls aufmerksam verfolgen. Diesen Winter starte ich kein neues Projekt mehr. Bin froh wenn ich alles angefange fertig bekomme. Der nächste Winter kommt bestimmt 😉

Viele Grüsse vom Bodensee,
Hubert
 
Ein herzliches Servus, Matthias, aus dem Bayerischen Wald. Gratulation zu dem Projekt. Ich habe kürzlich bereits einen Original Amigo II aus den 70ern gebaut und heuer rund um Weihnachten einen Amigo IV zusammen mit meiner Tochter restauriert. Das Modell ist nicht nur für Retro-Fans etwas, sondern begeistert auch "jüngere" Segelflieger, weil es ein traumhaft entspannter Feierabendflieger ist, der wunderbar auch die schwächste Thermik mitnimmt. Zur Motivation für dein Bauprojekt hier ein paar Eindrücke. LG, Oli

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Es ging wieder ein bisschen weiter.

Gestern kamen die abgeknickten Ohren dran.

Erstmal die kleiner werdenden Rippen sortiert und die Anbindepunkte der Fräse abgeschliffen.

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Gut, dass mein Modellbaufreund die Arbeiten begleitet. Denn Aufpassen: die erste Rippe am Knick ist eine geteilte Rippe!

Rippen auf den unteren Holm aufkleben, hierbei immer lotrecht und im 90° Winkel arbeiten. Ein Klotz hilft dabei.

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Verkastung nach dem oberen Holm beginnen:
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Nasenleiste aus 10x10 mm Balsa ankleben, dabei auf genügend Überstand links und rechts des Teilflügels achten. Abgesägt wird später!
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Überschüssiger Holm und Nasenleiste im richtigen Winkel absägen - ein scharfe Zugsäge ist das Werkzeug der Wahl. Danach zur Probe stecken:
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An der Nasenleiste wird entsprechend dem Knickwinkel ein Sperrholzwinkel eingeleimt. Hierzu ist die geteilte Rippe extra ca. 1-2 mm kürzer bzw. hat etwas Abstand zur Nasenleiste:
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Beim Zusammenleimen der Teilflächen wird Holzleim verwendet. Man bleibt länger korrekturfähig und hat mehr Zeit. Darauf achten, dass der Holm gerade durchläuft und man sich keine Pfeilung einbaut.
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Beim Pressen der Verleimung darauf achten, dass der Ober- und Unterholm ordentlich an den Sperrholzwinkel, welche den Knickwinkel vorgibt, gepresst wird! Die große Klemme macht den wichtigen Druck:
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Als Einsteiger, ich schrieb es bereits, dauert das alles immer lange. Ich bin mal gespannt, wie mit steigender Lernkurve der linke Flügel wird!

Eine Entscheidung wurde noch getroffen: Der Motoraufsatz wird elektrisch.

Gute Nacht 🌙 ,

Matthias
 
Gestern wurde die linke Tragfläche angefangen, am Anfang wieder die Rippen abzählen und auslegen:

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Achtung: der Plan von Outerzone hat einen kleinen "Fehler": Bei der linken Tragfläche ist die Wurzelrippe ohne Anschräkung gezeichnet. Wer also blind nach Plan baut, baut sich hier einen "Bock" ein. Die rechte Tragfläche ist in der Plan-PDF korrekt gezeichnet:

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Auch hier muss der kleine Winkler für die V-Form stimmen:
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Von der Verkastung habe ich kein Foto gemacht, ist im Prinzip ja wie die bereits gebaute rechte Fläche. Zum Abschluss die Gewichte drauf und die ganze Fläche ruhen lassen:
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Ich berichte weiter....
 
Hallo,
hier ein Tipp: Ich versehe meine Rippen immer mit einem kleinen Loch. Und an einer geeigneten Stelle kommt auch ein kleines Loch an der Oberfläche, bei solch einem Flügel in die Mittelrippe. Dadurch kann dann bei Temperaturschwankungen ein Druckausgleich stattfinden.
Viel Freude beim weiteren Bauen.
Walter
 
…weiter ging es mit dem Einkleben des Winkelstücks an der linken Tragfläche und aufhängen zum Aushärten.

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Das linke Ohr wurde angefangen:
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… und inklusive Verkastung gebaut:
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Das Wochenende war gut gefüllt mit Themen, daher nur 2 Stunden heute Abend.

Ich hoffe, dass der Flieger zum Ende der Woche etwas mehr Form hat. Im Moment warte ich so oder so auf ein großes Paket von der BalsBar.

Beste Grüße,

Matthias
 
…die Geschwindigkeit bleibt langsam, aber stetig. Ich wollte ab heute auch mal mehr Detailfotos machen, wenn es an den Rumpf geht.

Gestern das zweite angewinkelte Ohr der linken Fläche an die innere Fläche geklebt:
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Die Leitwerksfläche angefangen:
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Das Höhenleitwerk ist gestern noch fast fertig geworden. Heute mache ich mal mehr Fotos - im Fräßteilesatz bzw. im Plan ist uns auch noch ein kleiner Fehler aufgefallen.

Ziel: Der Flieger soll in 2-3 Wochen flugbereit sein!
 
...im Moment steht mir nur das kleine Zeitfenster zwischen Rückfahrt von der Arbeit und "Hausaufgaben" meines 1-Klässlers zur Verfügung. Aber OK, auch wenn es nur 1 1/2 h sind, irgendetwas bekommt man immer geschafft.

Im Höhenleitwerk wird ein Sperrholzteil eingebaut, wer nachbaut: In den Fräßzeichnungen (schreibt man das so?) sind zwei kleine Fehler drin. Ein Loch für einen 6mm Zapfen fehlt hier - ist natürlich schnell gebohrt:

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Der "Schlitz" fehlt bei einer der beiden Halbrippen. Ich erwähne es nur der Vollständigkeit halber:
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Den Schlitz kann man ganz gut mit einem Dremel und einer kleinen Trennscheibe einschneiden, alles kein Thema.

Am Mittelteil wird eine Einschlagmutter eingeharzt (!) zum Einschlagen ist das Holz (3 mm ?) zu dünn. Die Zähne der Einschlagmutter habe ich flach gebogen. Vorgenannte Einschlagmutter muss übrigens zusätzlich noch gekürzt werden, Aber das ist ja Modellbau:

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Sieht auf jeden Fall schon gut aus:
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Auch die beiden Flächen sind für ein Erstlingswerk richtig gut geworden. Alles schaut dsehr gerade aus, die Ohren haben beide einen Winkel von gemessenen 166° (von Oben gemessener Öffnungswinkel.
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Heute ist noch eine E-Mail von der Balsbar gekommen. Das Holz für den Großsegler und für den Amigo sollte bald auch auf dem Weg sein... zum Großsegler werde ich dann einen separaten "Baubericht" erstellen. Der Segler wird eine Ecke komplexer werden....

Beste Grüße, Matthias
 
In den Fräßzeichnungen (schreibt man das so?)

Nicht ganz so. Man fräst, deswegen wären es dann Fräszeichnungen ;-) Aber du meintest den Begriff an sich. Sorry, ich kann nur mit "Fräsen" dienen.

Hast du die Mutter mit Sekundenkleber befestigt? Das hält nicht sehr lange.

Grüße,

Rüdiger
 
Halo Rüdiger,

die Einschlagmutter ist mit 5-Minuten Epoxy eingeklebt, die Halbrippe darüber ebenfalls. Überall wo Spalten sind und höhere Kräfte wirken kommt Holzleim mit Zwingen oder Epoxy zum Einsatz.

Beste Grüße, Matthias
 
Guten Abend,

heute auch wieder 2 Stunden gewerkelt.

Das Höhenruder hat die Nasenleiste und die Abschlussleiste zum Ruder erhalten:
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Die Enden des Leitwerks werden mit Balsabögen versehen, die Balsabögen mussten wir aufdoppeln um auf ca. 15 mm Höhe zu kommen, daher die 3 roten Klammern:
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Danach, um den Trocknungsprozeß die Zeit zu geben, kam das Seitenleitwerk dran:
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Der Aufbau ist sehr simple gehalten, persönlich empfinde ich die Klebestellen, welche auf der gleichen Höhe liegen, nicht ganz optimal, aber das Leitwerk und das Ruder wird ja auch noch bespannt:
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Die Ruderfläche und das Leitwerk werden einfach wie ein Sandwich zusammen geklebt, Achtung: durch den Holzleim neigt das Konstrukt zum schüsseln. Also reichlich Klammern parat haben!

Das Seitenruder:
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Das Seitenleitwerk:
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Morgen geht es warscheinlich nicht weiter, unser Verein hat Jahreshauptversammlung und ich bin in die Kassenprüfung eingebunden..

Für das Wochenende ist ja sehr durchewachsenes Wetter angesagt. Ich hoffe, dass der Rumpf begonnen werden kann.

In diesem Sinne: Gute Nacht!
 
Achtung: durch den Holzleim neigt das Konstrukt zum schüsseln. Also reichlich Klammern parat haben!

Tipp zum Beplanken: Pattex Classic. Allerdings nur etwas für die, die ihre Nerven und Hände unter Kontrolle haben. Nachteil: Kaum korrigierbar, der erste Versuch muss sitzen, ist aber auch nicht wirklich schwierig. Vorteil: Keine Klemmen nötig, hält nach Ablüften sofort, kein Verzug durch Wasseranteil im Holzleim.

Ebenfalls Gute Nacht!
 
Guten Morgen,

das Thema "Motoraufsatz" beim Amigo hat mich etwas beschäftigt. 3-D Druck? Was aus dem Zubehör? Methanol? Elektro?

Ich habe mich für den Antrieb mit einem Elektromotor entschieden. Ich liebe meine Methanoler und die kleinen Motoren sind fester Bestandteil des Hobby, aber der Amigo soll so eine Art "immer dabei" Flieger werden. Da erschien mir für den Moment ein BL-Antrieb die bequemste Variante.

Bestellt hatte ich ein Antriebsset von Natterer Modellbau. Es handelt sich um das kleine Set, welches einen Schub von ca. 900 g abliefern soll.

Das Set ist für 2S und beinhaltet alle Komponenten, bis auf die Konstruktion:

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Lieferumfang:

166904 Antriebsset EasyGlider PRO 2s
1x 712404 Spannkonus Alu M8/4,0mm
1x 723946 Klappluftschraube CAM Carbon Z 12x6,5
1x 724224 Alu-Mittelstück 52mm 0
1x 725150 Spinner 50mm weiss
2x 181875 Innensechskantschraube Edelstahl M3X6 Flach
1 Stück 1x 182239 Torcster Speedcontroller ECO BEC 30A V2
1x 191831 Torcster Brushless Gold A2836/8-1260 70g

Den Aufsatz zeichne ich in CAD neu und lasse mich dabei vom damaligen Graupner Motoraufsatz Bestell Nr. 124 inspirieren.

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Basis wird die Wurzelrippe aus dem Plan von Andreas Moeller....

...dann wollen wir mal starten:

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...fertig... hätte Johannes Graupner auch nicht besser gemacht....

Screenshot 2026-02-14 09.19.26.png


...wenn das ganze passt, würde ich das bei Outerzone bei AMIGO 2 Magic als DXF zur Verfügung zu stellen.
 
Ohhhhh nein, elektrisch 😱!!!!!

Quatsch, würde es genauso machen. Und falls es Dich doch mal juckt, ein Motoraufsatz für einen Methanoler, ist schnell gebaut.

Liebe Grüsse vom Bodensee,
Hubert
 
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