Analyse Empfangsprobleme 35 MHz Empfänger mit RSSI?

Hallo,

Wir waren am Freitag mit 2 neuen Fliegern zum Jungfernflug ....

Der klassische Reichweitentest wurde mit weit über 80m erfolgreich abgeschlossen.

In niedriger Höhe 30 -40 m kam es sowohl in einer Senke(vielleicht auch ein Regenwassersammelbecken der angrenzenden Straße), als auch über einem Rapsfeld (Pfanzen tropfnass wie ich später feststellen musste) zu erheblichen Störungen bei beiden Modellen.

Graupner MX 16s/Empfänger: SMC 20 DSCAN: Der Empfänger lief immer wieder für 0,5 bis 3 Sekunden in Fail-Safe.

Graupner X412 /Empfänger: R700 : Immer wieder Motoraussetzer bzw. Servozucker.

Entfernung zum Modell: ca 80 bis 150 m

Am Vormittag hatte es noch ordentlich geregnet (Erdeflexionen durch Feuchtigkeit?).

Wir standen vermutlich viel zu nah (ca. 10m) von unseren Fahrzeugen entfernt (Wilflug, evtl. Reflexionen durch FZG?).

Nun ist das Thema 35 MHz Störungen sehr komplex und lässt sich vermutlich nur sehr schwer eingrenzen.

Da wir vor 2 Monaten mit einem anderen Kollegen erhebl. Störungen duch falsche Antennenverlegung hatten, hatte ich mich schon einmal ausgiebig eingelesen (Alle Anfänger seit 6 Monaten).

Ich dachte mir, um einen etwas besseren Einblick zu bekommen, die Empfangstärke der Empfänger (RSSI) mit zu loggen.

Leider gab es nur für einige wenige 35 MHz Graupner Empfänger eine Lötanleitung zum Abgriff der RSSI. Zusätzlich sind die Lötpunkte so filigran, das ich mir dies nicht zutraue.

Da ich in der Bucht beinahe zu günstige Corona RP8D1 Empfänger gefunden habe, werde ich hier noch einmal meinen Lötskill prüfen (RSSI Abgriff), aber ich bin eher skeptisch.

Nun Zur eigentlichen Frage:


Wir benötigen 35 MHz Empfänger, mit möglichst hoher Reichweite/Signalsicherheit (DoppelsuperHET,Diversity, etc.), und einen unkomplizierten Abgriffsmöglichkeit der RSSI Spannung.

Mein Kollege kann nur die PPM Modulation, ich könnte auch einen SPCM oder PCM Empfänger vertragen :-).


Gibt es noch 35 MHz Nutzer oder auch Ehemalige, die hierzu Empfehlungen aussprechen können?

Wenn möglich mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis!


Gruß

Gregor
 

onki

User
Hallo

Wenn du das RSSI Signal analog haben möchtest muß ich passen.
Ich weiß aber, das bei den ACT DDS-Empfängern eine Ausgabe via Servo (ggf. mit Verlängerung als Winkarm zu gebrauchen) möglich ist.
Der DDS8 kann PPM, PCM und SPCM und hat mir meinen Elektrosegler 2 mal dank Failsafe beim Überflug gerettet.
Bei uns am Platz gibt es die Parkfliegerfraktion, die vorzugsweise bei der Hütte fliegt (obwohl untersagt). Das hatte ich nicht gesehen und beim schnellen Platzüberflug kam ich in dessen Reichweite (Senderpulk) und bekam eine Störung. Failsafe war auf Butterfly, was ein merkwürdiges Flugmanöver ergab, mir aber den Flieger gerettet hat.
Wie ich die Kollegen nach der Landung angeschissen hab, brauch ich wohl kaum zu sagen. Wozu brauch ich einen zugelassen Platz mit Flugordnung, wenn ich Taube, Shockflyer, oder wie der Schwachsinn sonst noch heißt, da fliegen lassen möchte.

Wenn man die DDS verbindet, ergibt das ein sehr zuverlässiges Diversity. Nur sollten die Antennen auch vernünftig verlegt sein. Vorzugsweile L-förmig denn sonst bringt das Diversity nicht viel, da der Raumwinkel nicht vernünftig abgedeckt wird.
Der DDS loggt die Feldstärke auch mit, allerdings nur solange der Empfänger eingeschaltet bleibt. Zum auslesen reicht ein alter Palm.

Gruß
Onki
 
Der R700 zumindest ist in Elektromodellen berühmt/berüchtigt.

Ansonsten ist die Sache einfach: Wildflug und 35Mhz vertragen sich eh nicht richtig.

Oliver
 
Nur "RSSI" bei 35 MHz auszuwerten dürfte ein Schuss in den Ofen sein.
Denn starke "Störungen" bringen ein "starkes" RSSI.
Was nützt das?
Gruss Jürgen
 

Julez

User
In Zeiten, wo es das sehr gute FrSky System zu Preisen gibt, die früher ein einzelner Graupner-Quarz gekostet hat, würde ich meine Zeit nicht mehr mit Analyse von MHz-Störungen verschwenden, sondern direkt zu einem sicheren System wechseln.
 
35 MHZ hat funktioniert und wird auch in Zukunft funktionieren.

Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen, dass meist der Einbauort im Modell bzw. die Kabelverlegung eine Rolle spielt.

Was wichtig ist.
Die Leitungen des Antriebsakkus, der Antriebsakku ansich und der Drehzahlsteller müssen soweit weg wie es geht vom Empfänger.
Oft entscheiden nur wenige cm über Störungen, Aussetzer etc.

Des Weiteren muss man aufpassen mit diversen BEC Systemen insbesondere wenn es getaktete BEC Systeme sind.


Könntest Du ein Bild von der aktuellen Einbaulage eines der beiden Modelle machen und hier online stellen?
 
In niedriger Höhe 30 -40 m kam es sowohl in einer Senke(vielleicht auch ein Regenwassersammelbecken der angrenzenden Straße), als auch über einem Rapsfeld (Pfanzen tropfnass wie ich später feststellen musste) zu erheblichen Störungen bei beiden Modellen.

Entfernung zum Modell: ca 80 bis 150 m

Am Vormittag hatte es noch ordentlich geregnet (Erdeflexionen durch Feuchtigkeit?).

Wir standen vermutlich viel zu nah (ca. 10m) von unseren Fahrzeugen entfernt (Wilflug, evtl. Reflexionen durch FZG?).
Hallo Gregor,

ich würde in dieser Situation auch an Reflexion denken. Verursacht durch den nassen Boden, weniger durch die Fahrzeuge.
Das Problem entsteht oft ziemlich genau in der von Dir beschriebenen Entfernung/Höhe, wenn sich durch Bodenrefexion das Signal auf direkter Strecke und das reflektierte Signal mit der längeren Laufzeit gegenseitig ausblenden.

Den R700 Empfänger würde ich nicht verwenden, damit traten auch bei mir und anderen die häufigsten Probleme auf.
 
In Zeiten, wo es das sehr gute FrSky System zu Preisen gibt, die früher ein einzelner Graupner-Quarz gekostet hat, würde ich meine Zeit nicht mehr mit Analyse von MHz-Störungen verschwenden, sondern direkt zu einem sicheren System wechseln.
Hallo Julian,

wenn auf dem 2,4 GHz Band eine FPV-Videoübertragung läuft, kann das 35MHz System durchaus Sinn machen.
 
@Berti : Volltreffer mit der Videoübertragung auf 2,4 :-)

Nun, die ACT Empfänger scheinen ja wirklich ganz gut zu meiner Anforderung zu passen. Ich werde einmal mit den Herren telefonieren (RSSI Abgriff für OSD).

Die DDS-8 Micro werden gerade für 50€ abverkauft .....

Auch wenn bei Reflextionen die RSSI steigt, kann man trotzdem durch das loggen Veränderungen sichtbar machen!

Mein Reichweitentest lief übrigens mit sämtlicher Elektronik eingeschaltet(incl. Motor auf 50%).

Ich denke aber das es eine Verkettung von mindestens 2 Faktoren war:

* Antennenverlegung "suboptimal"

* Sehr viel Feuchtigleit im Boden

Ich habe schon einige Dokumente zur Verbesserung der Empfangsleistung durchforstet ......

Es gibt leider kein Generalrezept zur Verlegung der Antenne, da es modellspezifisch immer wieder konstruktive Einschränkungen gibt.

Nun, bei meinem EPP FPV habe ich den Empfänger ganz vorne (Motor hinten) und habe ihn wirklich völlig frei von anderen Komponenten liegen. Nur die Servos der Pan/Tilt Unit mit der Kamera liegen ca. 10 cm über dem Empfänger.

Dadurch, das mein Leitwerk über ein Carbonrohr befestigt ist, hatte ich die Antenne unter einer Tragfläche.

Jetzt überlege ich ein umgedrehtes L abzubilden. Den kurzen Anteil unter den EPP Rumpf und ca. 15 cm vor Beginn des Carbonrohrs den Rest nach unten "baumeln" lassen.

Oder ist es besser wenn der Lange Anteil des L´s nicht "baumelt"?

Eigentlich ist meine Anfrage geklärt .... ACT Empfänger .... aber wer noch Lust hat ......

Vielen Dank für Eure Unterstützung

Gruß

Gregor
 
Auch in Mini-Fliegern in direkter Nähe schlecht entstörten China-brushless-Hochleistungsantrieben? Die Zeiten haben sich geändert...

Oliver
ja ich weiss wie sich die Zeiten geändert haben, aber in den meisten Fällen bekommt man jedes Problem in den Griff.
Auch ich fliege fas(s)t nur 2,4GHZ - aber meine 35er Anlagen laufen auch noch in diversen Modellen.
Die Antennenverlegung spielt eine Rolle, aber eine gleich große Rolle die Antriebsleitungen im Modell.
Natürlich hat 2,4ghz VIELE Vorteile, aber das ist kein Grund immer 35MHZ nur schlecht zu machen.



@Gregor
Mein Reichweitentest lief übrigens mit sämtlicher Elektronik eingeschaltet(incl. Motor auf 50%).
Das ist gut, aber man sollte auf jedenfall auch mit 100% Motorleistung die Reichweite nochmal prüfen.
Durch den höhren Strom ändert sich auch das Magnetfeld um die Leitungen etc., was zu veränderten Empfangsverhältnissen führt.
 
Ich denke ich bin mir nun bei meinem Flieger, einigermaßen sicher die Ursache meiner Empfangsstörungen gefunden zu haben ..... sehr schlecht geplante Antennenverlegung :-(

Nachdem ich mir nochmals das Empfänger ABC von ACT durchgelesen habe ......

Die Verlegung der Antenne unter den Flügel, ohne vertikalen Anteil, war eine dämliche Idee.

Zusätzlich habe ich natürlich auch noch mit der Funke auf das Modell gezielt (was soll ich mir den Hals verrenken ....).

Habe die Antenne in Silikonschlauch gepackt, und nun mittig unter den EPP Rumpf geklebt. Bevor das CFK Heckrohr beginnt, lasse ich Sie einfach runterbaumeln .....

Momentan ist es leider zu windig zum einfliegen ......

Aber ich denke/hoffe das ich jetzt Ruhe habe, wenn ich mir die Antenne nicht bei der Landung beschädige ......

Meinem Kollegen werde ich einmal einen Corona "unterjubeln". Der hat zumindest laut Datenblatt eine bessere Signalverarbeitung als der R700.

Die Antennenposition ist bei seinem Modell eigentlich fest vorgegeben (MPX Easystar). Hier würde ich einfach mal nur den Empfänger, hinsichtlich der Signalverarbeitung bei Reflexionen als verbesserungswürdig ansehen (austauschen).

Ob man wirklich 2 ACT Empfänger per Diversity im Modell haben muss, stelle ich zuerst einmal in Frage. Zumindest bei unter 1000€ Modellwert.

Außerdem lässt sich mein eigentlicher Plan, die RSSI Spannung ohne Aufwand aufs OSD zaubern, damit auch nicht verwirklichen. Es gibt wohl ein paar Open Source OSDs die das Live aus dem ACT Protokoll auslesen ..... habe ich nicht .....

Nun warte ich zuerst mal auf das nächste, hoffentlich windstille WE.

Danke für Eure Ratschläge,

Gruß

Gregor
 
In den allermeisten Fällen ist die Antennenverlegung die Hauptursache.
Ohne Bild derselbigen kann man da aber schlecht ne Aussage treffen. Lediglich über den R700 kann man auch ohne Bild urteilen: Ab in die Tonne !
Prinzipiell kann man sagen, dass die Antenne idealerweise in einem geraden Stück verlegt werden soll (keine Schleife!), nicht parallel oder entlang von Metallteilen und möglichst weit weg von Störeinflüssen wie Motor und Regler. Jede Abweichung davon bringt Einbussen.
Daß das nicht in jedem Modell so einfach machbar ist ist klar, deswegen muß man meistens probieren, an welcher Stelle die Einbussen keine Auswirkungen haben.

Prinzipiell kriegt man jedes Modell mit 35MHz störungsfrei, zur Not mit zwei Diversity Empfängern.
 
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