Anfahrdrehmoment von High Torque-LRK-Motoren

Hallo!

Hat jemand von euch Ahnung, ob LRK bzw. High Torque Motoren ihr hohes Drehmoment auch beim Anfahren aus dem Stand und bei sehr niedrigen Drehzahlen haben :confused:
Ich überlege die Motoren als Direktantrieb auf die Achsen für Räder (keine Luftschrauben!) mit etwas größerem Durchmesser zu verwenden.

Nach den Berechnungsformeln für das Drehmoment auf
http://www.aerodesign.de/peter/2001/LRK350/Warum_dreht_er_so.html
ist dieses theoretisch nicht von der Drehzahl abhängig, nur die Leistung steigt mit
P = M x Omega = M x pi/30. Somit müsste beim Anfahren und bei sehr kleinen Drehzahlen sogar die Leistung ziemlich klein sein und die Motoren sollten eigentlich nicht überlastet werden, solange das maximale Drehmoment nicht überschritten wird.

Ist dies aber in der Praxis wirklich so? Oder zeigen die Motoren dann irgendwelche seltsamen Eigenschaften, wie z. B. außer Tritt fallen (obwohl das Maximaldrehmoment nicht überschritten werden müsste) oder ein Einbrechen des Anfahrdrehmoments oder ein Ansteigen des Stromes und „Durchglühen“?
Oder liefern die Controller immer gleich viel Strom an den Motor und verändern nur die Frequenz des Drehstromes, so dass ein Überlasten höchstens bei sehr hohen Drehzahlen möglich ist?
Passt dass das Zusammenspiel zwischen Motor und den üblichen Controllern (die vielleicht nur für höhere Drehzahlen und das Antreiben von Luftschrauben optimiert sind) dann noch, oder müsste man andere Controller benutzen?

Für einen Mini-LRK mit 19 mm Statordurchmesser und 12 mm Magnetlänge komme ich mit den Formeln aus der Quelle oben auf ein Drehmoment von 0,18 Nm.
Aufgrund des geringeren Stromverbrauchs (geringere Leistung) und der langsameren Drehzahlen denke ich , dass Sternschaltung besser sein könnte als Dreiecksschaltung,
leider finde ich aber keine Formel für das Drehmoment, die unterscheidet, ob der Motor in Stern- oder Dreieckschaltung geschaltet ist. Oder ist das Drehmoment immer gleich, nur die maximale Drehzahl ist bei der Sternschaltung durch die geringere Leistung kleiner?

Wenn mir jemand von euch weiterhelfen könnte, wäre ich sehr dankbar. Es würde mir vielleicht so manchen geschrotteten Motor ersparen. :)

Viele Grüße,

Julian
 

FamZim

User
Hallo Julian

Bei Drehstrommotoren hat alles mit der Zahl 3 zu tun zum Beispiel 3 Phasen und 3 Spulen.
Mit der Stern und Dreieckschaltung dagegen mit der Wurzel aus 3 = 1,73. Das heist bei der Sternschaltung nimmt man die 1,73 fache Spannung um die gleiche Drehzahl zu bekommen, benötigt aber nur 1/1,73 tel des Stromes für das gleiche Drehmoment.
Das max Drehmoment des Motors muß in Deinem Fall der Regler übernehmen indem der Strom begrennst wird. Das übernimmt normal die Luftschraube.
Ob und wie der Regler damit klarkommt kann ich leider nicht sagen.
Da mit niedriger Drehzahl aber zu rechnen ist kommt wohl nur die Sternschaltung und eine hohe Windungszahl in betracht.

Gruß Aloys.
 
Hallo Julian,
das Anfahrdrehmoment hat der Motor schon aber damit der Motor auch rund dreht muss der Steller genau wissen welche lage der Rotor zum Stator hat.Die im Flugmodellbau meist verwendeten Steller sind Sensorlos und erlangen diese Information erst wenn sich der Rotor mit einer kleinen Geschwindigkeit dreht und so der Steller aus der dadurch wachsenden Gegenspannung die Rotorposition ausfindig machen kann.Dreht noch nichts gibts keine Spannung und der Steller weis nicht in welcher Lage der Rotor zum Stator befindet.Deshalb brauchst Du für ein Fahrzeug das langsam mit hohen Anfahrdrehmoment loslegt einen Steller mit Hallsonden,die dem Steller auch noch wenn der Rotor sich nicht bewegt sagt in welcher Lage der Rotor sich befindet.Ergo ist für ein langsames Anfahren mit höchsten Drehmoment ein Steller mit Hallsonden oder Optischen Sensoren die angesagte Wahl.
Frag mal hier herum es sind noch einige ältere Steller im umlauf die damit arbeiten können.
 
Hallo!

Schon mal vielen Dank für eure schnellen Antworten, das bringt mich schon mal weiter.

Da wohl hauptsächlich die Stomstärke der begrenzende Faktor sein wird, ist damit klar dass die Sternschaltung dann besser ist.
Gibt es irgendwo eigentlich Messwerte für das Drehmoment des HT Mini-LRK S20 ? Meine Annahmen habe ich nämlich nur aus Überschlagsrechungen.
Weiß jemand, ob die normalerweise für diesen Motor empfohlenen Steller , z. B. TMM 0810-3s (oder geht auch der TMM1210-3s?) den Strom automatisch begrenzen, oder brennen sie dann einfach durch? Gibt es irgendwo fertige Bauteile, die den Strom begrenzen, ohne wie eine Sicherung ganz abzuschalten?

Dass es grundsätzlich möglich ist, aus einem LRK ein hohes Anfahrdrehmoment herauszukitzeln, erleichtert mich schon mal, technische Probleme sind dann irgendwie meistens lösbar! :)
Kann man bei sensorlosen LRK den Sensor noch nachrüsten (wo einbauen?), oder braucht man von vornherein einen Motor mit Sensor?
Kennt jemand Steller mit Sensorfähigkeit und wo kriegt man die? Sind diese Dinger und die Sensoren sehr schwer und teuer?
Falls aus dem Sensor nichts wird, wie „klein“ muss die Geschwindigkeit des Rotors oder Rades denn sein, damit der Steller etwas damit anfangen kann? Reicht da zur Not schon ein kleines Ruckeln (durch den noch nicht ganz rund laufenden Motor), oder muss er schon richtig mit einigen rpm drehen? Wie machen das die Flugmodellbauer, müssen die ihre Rotoren mit der Hand andrehen, oder geht es da nur, weil der Rotor zu Beginn eben kaum Widerstandsmoment hat?
Ich weiß, das sind ziemlich viele Fragen, ich hoffe ich nerve keinen damit. :rolleyes:

Wenn jemand sonst noch etwas einfällt, was ich bei dieser Problemstellung beachten sollte, ich bin für jeden Hinweis dankbar!

Grüße,

Julian
 
Hi,
Du kannst schauen ob Du einen gebrauchtne Sensorsteller von Kontronik ,Plettenberg ,Aveox oder Ikarus bekommst.Vielleicht mal bei Kontronik anrufen und nachfragen ob se nocheinen haben.Die Hallsonden oder es gehen auch Lichtschranken kannst Du auch nachrüsten.Einfach mit 120° Grad anordnen und sie so anordnen das die Sonden das Feld des Rotors sehen können.Die Sonden können in die Nutspalten des Stators eingesetzt werden.Dann must Du noch die richtige Sonde der richtigen Phase zuordnen.
Harald Kontronik hat mir die Anschlußdrahte bezeichnet,so konnte ich schon mit den ersten LRK Motoren Versuche starten als es noch keine Sensorlosen Steller gab.
Wenn Du mit Getriebe fährst gehen auch Sensorlose Stellerfür ein Fahrzeug ,die ersten paar Umdrehungen Schaffen so die meisten Motoren.
Ach ja habe ich fast Vergessen ,bei Graupner gibt es die Neuen Genius Steller für die Autofahrer.Diese Steller können mit und ohne Sensoren arbeiten ,ja sie verwenden die Sensoren gar nur zum Anfahren und schalten danach auf Sensorlos um.Da gibt es mehere Typen zur auswahl.
 

Snoopy

User
Ein Sensorregler ist meiner Meinung nach gar nicht nötig, ich habe vor ein paar wochen ein RC Car fahren sehen, dass mit einem 80A Jazz ausgestattet war, Motor war zwar hier nur ein Zweipoler, aber Anfahren war gar kein Problem. Sollte es auch nicht sein, da der Jazz (und andere moderne Regler sicher auch) den Anlauf über die Induktivität steuert.
Das größere Problem sind wohl eher die (zerhackten) Ströme, die speziell bei geringer Geschwindigkeit fließen. Da muss der Regler kräftigst überdimensioniert sein.

Das mit dem Anlaufen kann man auch leicht selber testen, wenn man verschiedene Steller/Regler zur Verfügung hat. Einfach die geringst mögliche Drehzahl einstellen und den Motor mal "von Hand" abbremsen und schauen wann der Regler aus dem Tritt kommt. Das gleiche dann mal aus dem Stand machen, anlaufen lassen mit Bremsmoment.
Gerd Giese hat im Januar verschiedene Regler zum testen gehabt, vielleicht einfach mal nachfragen. Vielleicht ist auch der Artikel schon raus? Ich habe da im Moment keinen Überblick.
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Das mit dem Anlaufen kann man auch leicht selber testen, wenn man verschiedene Steller/Regler zur Verfügung hat. Einfach die geringst mögliche Drehzahl einstellen und den Motor mal "von Hand" abbremsen und schauen wann der Regler aus dem Tritt kommt.
... Beim Jazz schwierig, (es ist der einzige) weil er Drehzahlkonstant arbeitet. Das Abbremsen wird also elektron. ausgeglichen in dem er nachgeregelt (fast ein HUBI-Modus)! ;)

... Der Test erscheint im nächsten E-Sonderheft von LR - demnächst also.
 
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