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ASTERIX 20 von Franz Wenczel

Wilf

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Weil in Österreich doch einige Asterix 20 in Umlauf sind und zu diesem Fesselflugmodell in RC-Network nur einige verstreute Beiträge existieren, eröffne ich dieses neue Thema.

Der Asterix 20 ist als robustes, aber leistungsfähiges F2B-Modell konzipiert.
Einen Bausatz vom Asterix hat es meines Wissens nie gegeben. Gemeinsame Quelle für alle Asterixe ist eine Veröffentlichung von Franz Wenczel in der Zeitschrift "prop" des OeAeC, Ausgabe 1/81, Seiten 24 bis 29. Herr Gerd Kirchert hat die alten prop-Ausgaben nicht nur gesammelt, sondern auch eingelesen, sodass sie der OeAeC ins Netz stellen konnte.
 

Wilf

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Rohbau

Beim Rohbau sieht man schon einmal, wo es ungefähr lang geht:

DSC00427.JPG


Auffällig der Brettholm: Mit seinen zwei 5x5er Kiefernleisten weist er eine geringe Biegesteifigkeit um die Hochachse auf. Er ist dafür konstruiert, sich bei Punktlandungen bruchlos zu verformen, sodass die Struktur heil bleibt. Das funktioniert aber nur, wenn die Tagflächen nur über den Holm geschoben und nicht mit dem Holm verklebt werden.
Ich habe bei Frenz Wenczel extra noch einmal nachgefragt und dieser hat bestätigt, dass die Tragfläche nur am Randbohen mit dem Holm verklebt werden soll. Allenfalls kann man dort eine Verzapfung anbringen.

Der Rumpf aus 15 mm Balsaholz ist vollflächig mit 1,0er Sperrholz beplankt. So eine Bauweise war mir bisher nicht bekannt. Sie ist sicher ausnehmend robust, aber auch schwer.

Schönheitspreis wird man mit dem Asterix keinen gewinnen, aber das war ja auch kein Entwicklungsziel. Irgendwie erinnert mich der Asterix an die Bilder vom Kuki, wie man sie im Internet findet. Vielleicht hat es da einen Seitenblick über den Eisernen Vorhang gegeben, vielleicht war das aber nur die damalige Mode der frühen 80er.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Wilfried !
Willst du da den Enya 25er einbauen ? Sicher eine schöne Kombination.
Zum Rumpf: Ich hab mir mal zwei Bretter Paulowina-Holz auf Halde gelegt, da will ich mal testen, ob das für stärker belastete Rümpfe funktioniert. Ist zumindest unschlagbar preiswert im Baumarkt zu haben . Das ist für so einen Asterix-Rumpf mit einem schmalen Heckausleger sicher ganz gut. Die Bauweise beim Asterix ist sicher bei den "Monoboom" Combatmodellen abgeschaut.
Viele Grüße,
Sebastian
 

Wilf

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Motorisierung

Hallo Sebastian,

die Befestigungslöcher sind für den Enya SS25EXS gebohrt. Der 35er würde genau so rein passen, aber das braucht es für einen Meter Spannweite, 25 dm² Flügelfläche und für ein Zielgewicht von 800 bis 900 g meiner Meinung nach nicht.

Unangenehm nur, dass der Originalschalldämpfer mit dem rechten Fahrwerksbein kollidiert. Als Gegenmittel hätte ich einerseits einen kurzen (Hubschrauber?-)Dämpfer, andererseits einen Zungenschalldämpfer bei der Hand.

Mit den Dämpfern muss ich noch Drehzahlmessungen machen. @hartmutbehrendt war von seinem Zungenschalldämpfer für den Fox 35 durchaus begeistert. Das möchte ich für den SS25 aber trotzdem messtechnisch überprüfen. Weißt eh', die chronische Grünschnabel- Unbelehrbarkeit. 😉

Die Platten für die Motorauflage sind wieder einmal auf einen Außenzug von 2,5° geschliffen. Das hat schon beim Akromaster ganz gut gepasst. Bei anderen Asterixen sieht man aber auch die Version mit Beilagscheibe unter dem Motorflansch.

Die Unterlagsplatte für den Tank habe ich, anders als im Plan, keilförmig zugeschliffen. Sonst weiß der Sprit ja nicht, ob er eher nach vorne oder nach hinten soll.

DSC00423 (2).JPG
 
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Ja, der 25er reicht, ist für den Flieger auch schon an der oberkante. 10x4 Prop müsste da gut sein.
Mit dem 35er und einer 9x8 können wir Combat fliegen ;)
Zum Tank - da wir uns auf einer Kreisbahn bewegen ist der Sprit eher vorn, ausser im Steigflug.
VG, Sebastian
 

Wilf

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Motorisierung
Ja, der 25er reicht, ist für den Flieger auch schon an der oberkante. 10x4 Prop müsste da gut sein.
Servus Sebastian,
die 10x4 hatte ich gar nicht in der engeren Wahl. Obwohl, im Begleitzettel zum Motor ist diese Luftschraubengöße sehr wohl angeführt.

Beim Einlaufen wollt' ich es dem Motor nicht zu schwer machen und habe die Drehzahlmessungen mit der 9x4 Carbon Line (15.010 U/min), der 9x5 Super Nylon (12.600 U/min) und der 9x6 Carbon Line (12.000 U/min) durchgeführt.

Wenn man aber, wie meinereiner, dauernd die Maximierung des Standschubs predigt und über zu kurze Umlaufzeiten jammert, dann führt an einer 10x4 wirklich kein Weg vorbei.
Ein Renner wird der Asterix mit dieser Luftschraube sicher nicht: Ich erwarte Horizontalfluggeschwindigkeiten um 60 km/h. Rauf oder runter sollte sich an dieser Geschwindigkeit nicht viel ändern.
Dann werde ich also die Drehzahlmessungen mit unterschiedlichen Schalldämpfern und mit einer 10x4 Carbon Line an der Welle fortführen.

Damit es auch wieder etwas zum Sehen gibt, hier ein Foto von einem Asterix an der Leine. (Der Meinige ist ein eineiiger Zwilling von diesem Modell.)

DSC00767.jpg
 
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Ach, täusch dich mal nicht, die 10x4 wird in der Luft schon noch ordentlich auftouren.
Ansonsten gibt es von APC eine 9,5x4,5, die fliege ich auf dem Enya auch ganz gern.
VG,
Sebastian
P.S. die 15k mit der 9x4 sind echt gut..
 

Wilf

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Tragfläche

Vom Segelfliegen herkommend, gilt bei einem Bauplan mein erster Blick immer dem Tragflächenprofil und der Tragflächengeometrie. Wenn mir Profil und Geometrie gefallen, kommt das Modell schon einmal in die engere Auswahl.

Der Asterix 20 hat da einiges zu bieten. Lassen wir einmal das Profil auf uns einwirken:

DSC00837.jpg


Die Profildicke ist mit gut 16% nicht außergewöhnlich und entspricht dem im Fesselflug üblichen Standard. Auffallend ist die geringe Dickenrücklage von 22% (NACA 0016: 30%) und die damit einhergehende Stupsnase. Solche Turbulenzprofile sind eher in F2D gebräuchlich und stehen für höchste Wendigkeit.


Die geschnittene und innen ausgehöhlte Styroportragfläche wird nur mit Papier bespannt, wie an anderer Stelle von @Rudi T beschrieben. Die Tragfläche wird dann auf den Brettholm aufgefädelt, aber nicht (!) mit dem Holm verklebt. Die Verklebung des Styropors erfolgt ausschließlich am Rumpf und am Randbogen.

Durch die Bauweise mit dem Brettholm ist die Tragfläche um die Längsachse sehr steif, sie biegt sich nicht nach oben oder unten durch.
Gegen Torsion der Fläche (Verdrehen um die Querachse) bietet die Papierbespannung ausreichend Steifigkeit.
Im Fall von Punktlandungen ist aber eine hohe Beweglichkeit der Fläche nach vorne und hinten gegeben. Schlimmstenfalls reißt die Styroportragfläche am Rumpf ab. Das ist aber mit ein wenig Leim schnell bereinigt.
Ich habe den Planverfasser gefragt, ob ein paar Rovings als Zugverbinder zwischen der rechten und der linken Endleiste zu empfehlen sind. Er hat ausdrücklich davon abgeraten, weil bei einem Aufprall die Endleiste beschädigt werden könnte. Ob ich nicht doch ..., ein klein wenig vielleicht ... 😳.

Hier ein Asterix mit leichten Auflösungstendenzen nach einer Punktlandung. Sieht nicht gut aus. Der Schaden beschränkt sich aber auf das Styropor und ist leicht reparabel:

DSC00788red.jpg
 

Martin Kühschelm

Moderator Fesselflug
Teammitglied
Hallo Wilfried,

deine Berichte zum Asterix sind toll. Dieses gänzlich andere Bau-Konzept für den Flügel begeistert mich - mal etwas anderes.

Liebe Grüsse
Martin
 

Wilf

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Danke für die Blumen, Martin.

Steueranlenkung

Der Asterix hat aber noch ein paar Besonderheiten auf Lager. Da wäre z.B. die Steueranlenkung:

Man kennt die Steuersegmente aus Plastik, einseitig getragen von einer 2mm-Schraube, die sich über etwas Pappelsperrholz irgendwo an den Balsarippen abstützen.
Im Gegensatz dazu hat der Asterix zwei Lagerböcke aus Buchenholz an der Rumpfaußenseite. Eine M4-Schraube trägt das Steuersegment aus 3mm Sperrholz und stützt sich symmetrisch an den beiden Lagerböcken ab.
Vor einer Zugprüfung muss einem bei so einer Bauweise nicht bang sein: Da müsste man schon den Rumpf in Stücke reißen, bevor das Steuersegment versagt.

DSC00879.jpg


Bei so einer Vorgabe tut man natürlich auch sein Bestes, buchst die Gelenke mit Messing aus und ersetzt die nomale M4-Schraube durch eine Schaftschraube, damit die Lagerbuchse auf den glatten Schaftteil laufen kann.

Wie man sieht, ist mir das Biegen der beiden Stahldrähte nicht gut gelungen. Der zweite Knick ist zu eng am Steuersegment, dadurch laufen sie an den Lagerstellen nicht ganz frei.

Die zweifach gekröpfte Steuerstange zum Höhenruder wollte ich so nicht lassen. Da musste unbedingt etwas Gerades rein. Aussehen tut das ja nicht schlecht:

DSC00876.jpg


Büßen werde ich dafür spätestens beim Darüberschieben der Styroportragfläche. Ein gekröpfter 2mm-Stahldraht lässt sich leichter durch das Loch in der Tragfläche einfädeln als das bocksteife Kohlerohr.
Es gibt eine grobe Vorstellung, wie ich das angehen könnte. Aber die Stunde der Wahrheit ist noch nicht gekommen.

Was man nicht sieht: Auf der linken Rumpfseite ist ein Sperrholzblatt gegen den Rumpf geleimt. Dieses Sperrholzblatt bildet den Anschlag für das Steuerdreieck und begrenzt den Auschlag des Steuerdreiecks auf ca. 50 Grad. Ohne diesen Anschlag könnte die Schubstange zum Höhenruder vom Lagerbock geknickt werden.
 
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Hallo Wilfried !
Das Brettchen ist auch dazu da, damit das Dreieck nicht über den Mittelpunkt dreht, dann blockiert nämlich die Steuerung in Vollausschlag. Mit deinem großen Kugelkopf ist die gefaht nicht so da, aber mit Draht- Steuerstange kann das schon passieren..
Rate mal, wie ich das gelernt habe 🤪🤬
VG,
Sebastian
P.S: Ist das M2 am Kugelkopf ? in der form reichlich dünn ..
 

Wilf

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Servus Sebastian,
Das Brettchen ist auch dazu da, damit das Dreieck nicht über den Mittelpunkt dreht, dann blockiert nämlich die Steuerung in Vollausschlag.
Ja, deshalb baue ich so einen Anschlag regelmäßig zusätzlich ein. Im Originalplan ist er nicht vorgesehen.
Rate einmal, von wem ich das gelernt habe. Hat nicht seinerzeit ein gewisser @Rennsemmel im Forum über einen Segmenthänger berichtet?

Insgesamt sind zwei M2-Gewinde in der Anlenkung verbaut:
  • Das M2-Gewinde im Gestänge zwischen Gabelkopf und Kohlestab bildet sicherlich eine Knickstelle, weil der Rest der Konstruktion viel steifer ist. Ich habe versucht, diese Knickstelle dadurch zu entschärfen, dass ich den Schaft des Kugelkopfs und das Kohlerohr Stoß an Stoß über die Gewindehülse geschoben und mit Uhu Endfest verklebt habe. Der Schrumpfschlauch darüber hat bestenfalls psychologischen Effekt, für die Knicksteifigkeit bringt er nix.
  • Mit dem Kugelkopf musste ich in die Höhe gehen, damit die Schubstange nicht durch die Endleiste läuft. Die M2-Schraube, welche die Lagerkugel trägt, wäre für sich alleine zu schwach. Erst das Distanzstück zwischen der Lagerkugel und dem Steuersegment ist stark genug, um die für die Betätigung des Höhenruders notwendigen Schubkräfte aufzunehmen. Im Bildausschnitt sieht man ein wenig vom Distanzstück:

  • DSC00879 (2).jpg
    .
 

Wilf

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Tankunterbringung

Bei den mir bekannten Asterixen wurde die Schnauze um ca. 3 cm kürzer gebaut, als im Originalplan vorgesehen. Dadurch kommt man auch mit 4 cm³ Motoren mit dem Schwerpunkt gut hin. Nur bleibt dann nicht mehr genug Raum zwischen Motor und Tragfläche, um einen 70 cm³ Tank unterzubringen.

Als ich die Lösung erstmals gesehen habe, habe ich den Besitzer einen schlechten Menschen gescholten. Weil, wer bei einem Flugzeug ein Stück der Nasenleiste raus sägt, kann nur ein schlechter Mensch sein. 😉

Damals wusste ich noch nicht, dass der Asterix gar keine Nasenleiste hat. So geht das:

IMG_0762.JPG
 
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Wilf

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Schalldämpferwahl für den Enya SS25

Mit Schalldämpfern für den SS25EX bin ich inzwischen ganz gut sortiert. Allerdings lassen sich drei von vier Schalldämpfen nicht am Asterix 20 montieren, weil das rechte Fahrwerksbein mit dem Schalldämpfertopf kollidiert. (Beim OS 25 LA geht sich der Originaldämpfer hingegen aus, wie an anderen Asterixen zu sehen war).

Trotz der eingeschränkten Wahlmöglichkeit wollte ich prüfen, wie die verschiedenen Schalldämpfer so tun, wenn man den SS25EX mit einer vergleichsweise großen 10x4 Schulze Carbon Line quält.

Diese vier Dämpfer standen zur Auswahl:
ExtremdämpferStandarddämpferzwei Endrohre seitlichZungendämpfer

Das waren die Messergebnisse:
ExtremdämpferStandarddämpfer
zwei Endrohre seitlich​
Zungendämpfer
Masse
57 g​
46 g​
53 g​
19 g​
Drehzahl (20 sec Mittelwert)
12.610 U/min​
13.260 U/min​
13.340 U/min​
12.850 U/min​
Lautstärke (d=3m)
86 dB​
88 dB​
89 dB​
90 dB​

Ich würde sagen, man ist mit dem Standarddämpfer ganz gut aufgestellt. Der längere Extremdämpfer kostet Leistung und ist wirklich leiser. Er wiegt aber auch mehr.

Der Zungendämpfer ist leicht, laut (und schrill). Ganz ohne Leistungsverlust geht es nicht ab. Für meine Lärmminderungsansprüche sollte er reichen, so viel Auswahl hab' ich eh' nicht.
In diesem Fall halte ich es für günstig, wenn der Motor auf einem niedrigen Drehzahlniveau betrieben wird. Mit höherer Drehzahl (= mehr Luftdurchsatz) würden sich die Unterschiede zwischen den Dämpfern verstärken.
 
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Ja, kann ich Rudi nur zustimmen.
Über 13500 mit einer 10x4 ist übrigens echt amtliche Leistung.
Welchen Sprit&Kerze hast du denn verwendet ?
 

Wilf

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Hallo Sebastian,

der Sprit vom Lindinger nennt sich Byron Fuels Aero Gen2 Traditional und hat 20 % Rizinius/synthetisches Öl und 10 % Nitromethan.
Die Glühkerze ist eine heiße Fireball.

Die Carbon Line von Schulze ist eine - in mehrfacher Hinsicht - "leichte " Luftschraube.
Ihre Leistungaufnahme ist geringer als die einer gleichmaßigen Super Nylon. Deshalb versprechen die Drehzahlmesswerte mehr, als letztendlich dahinter steckt.
Durch das dünne, messerscharfe Blatt hat die Luftschraube ein niedriges Gewicht. Zum Anstarten würde ich mir oft mehr Schwungmasse wünschen. Für enge Flugmanöver ist die geringe Masse dann wieder überaus hilfreich.
 
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