Bau einer Raketenwurm II-Form

Detlef

User
Wir haben die Abformeinheiten (Rumpf, Tragfläche oben/unten und Höhenleitwerk) auf einem Wettbewerb empfangen; sie waren gegen Beschädigungen bestens verpackt.
Zuerst haben wir die Abformer und Schalbretter mehrfach mit ebalta T 7 gewachst, danach haben wir dann um die Abformer Einschalbretter mit Doppelklebeband befestigt und an den Ecken auf den Stirnseiten mit Tacker gesichert. Diese Schalbretter dienen zur Erstellung von senkrechten Formenverstärkungen zur Stabilisierung der gesamten Formenhälften.
Nach dem Abkneten kleiner Zwischenräume vom Abformer zu den Schalbrettern wurden die Passstifte in die vorgesehenen Aufnahmen gesteckt.
Danach ist mit Formenharz ebalta OH 33/CH1 die gesamte Fläche zügig bestrichen worden. Darauf ist zu achten, dass „aus dem Vollen heraus“ gestrichen wird, sonst gibt’s Fehlstellen in den zu erstellenden Formenoberflächen.
Nach dem Auftragen muss die Topfzeit beachtet werden, damit man danach die Kupplungspaste ebalta KP6/TGL Nass in Nass aufbringen kann. Danach haben wir mit feinem CfK-Gewebe 2 Lagen auf die noch leicht klebrige Kupplungspaste aufgebracht. Dabei ist darauf zu achten, dass sich keinerlei Luftblasen unter und in den Gewebelagen befinden. Dann sind bis zu einem Flächengewicht von ca. 2000 – 3000g/m² dickere CfK-Gelegelagen aufgebracht worden.
Dabei ist ebenso auf eine harzarme und luftfreie Laminierung zu achten!
Nach der Erstellung der Laminatschicht ist auf eine ausreichende Aushärtezeit zu achten, wir haben der Chemie ein paar Tage mehr Zeit gelassen.
Danach ist Alles vorsichtig entschalt worden und die Form ist nach Ziehen der Passstifte vorsichtig vom Abformer getrennt worden. Dies ging dank des guten Trennwachses problemlos. Dann wurden die Formenkanten geschlichtet, wir haben dafür ‚ne Flex mit Diamantscheibe genommen. Vielleicht brennt dann, bedingt durch die CfK-Fasern, mal eine Maschine auf, ist aber bei den Preisen dafür nicht unbedingt ein Problem J.
Nach dem Säubern der gesamten Oberflächen im rückwärtigen Bereich! (Vorsicht, die CfK-Stacheln stechen furchtbar, sind aber im Gegensatz zu den GfK-Spitzen sichtbar) haben wir in einem vertretbaren Abstand, ca. 10cm, die Formen des Leitwerkes, des Rumpfes und der Tragfläche jeweils auf einer Seite durchbohrt, um die Verschraubungen zu setzen. Nach der einseitigen Bohrung wurden die Formenhälften jeweils mit den Passstiften gegeneinander positioniert und das 2. Loch wurde gebohrt. Um die Bohrlöcher herum wurde die Oberfläche im rückwärtigen Bereich aufgerauht, um eine gute Verklebung zu erreichen. Nach dem Säubern der Segmente sind die Verschraubungselemente gesetzt und verklebt. Nach einer ausreichenden Härtezeit kann man die Formenhälften voneinander trennen, sofern man die Schrauben ausreichend getrennt hat ;-)).
Nach dem dieses passiert ist, wird die Form nach Vorgabe des Wachsherstellers „aufgewachst“, danach kann dann mit der Erstellung des ersten Modells begonnen werden. Aber dies ist wieder eine andere Geschichte…..
Als Resumé kann man sagen:
Mit etwas Erfahrung in der GfK-Materie kann man mit Hilfe der Abformer innerhalb einer sehr kurzen Zeit eine sehr gute Form erstellen, aus welcher man sich immer wieder eigene Flieger bauen kann.
Der Vorteil bei dieser Art der Formenerstellung ist, dass man ein bestens bewährtes Modell bauen kann, die Oberfläche der zu erstellende Form, bedingt durch den einwandfreien Abformer, sehr hochwertig ist und man händisch sicher nur unter sehr hohem Zeitaufkommen ein vergleichbares Positiv-Urmodell erhält. Dieses muss dann allerdings noch in Trennebenen versenkt werden.
 
Ich möchte ja nicht als Lästersau abgestempelt werden, aber n´paar Bilder wären sicher nicht verkehrt, den Berichte darüber wie man nen Voll GfK Flieger baut gibts ja schon etliche. Was ist ein Raketenwurm?
 
Hallo Cascada

du hast den Bericht ja sehr genau
gelesen wenn du nicht mal mitbekommst das es um eine
Form geht.

Bilder kommen aber noch ein paar muss diese nur noch aussuchen.

Gruss:
Detlef
 
Hallo Martin,

ne Flieger noch nicht, sind gerade dabei eine
Holmform zu bauen und wenn die fertig ist geht
es los.

Gruss:
Detlef
 
sehr schöner Bericht!! :) ich wünschte mir mehr Leute würde hier solche Erfahrungen niederschreiben wie du, so etwas ist immer interessant.

Eine Frage zu dem Formenharz ebalta OH 33/CH1: Ist diese Deckschicht polierbar und wie sieht die Kantenfestigkeit dort aus? Ich/wir arbeiten bisher immer mit den Lange&Ritter Systemen. Wäre mal ganz nett ein paar Infos über das handling und die Güte dieses Systems zu erfahren.

Viel Spaß noch beim erstellen der ersten Modelle - voll GFK bauen rules :)

Grüße mofix
 
Hallo mofix,

das oh33/ch ist ein gefülltes
Oberflächeharz was sehr gut zu polieren ist
und zudem Chemikalien beständig
also kein Problem mit Styrol.

Wer ein sehr gut zum polierendes Oberflächeharz
möchte kann auf das Alu gefüllte oh 38 ausweichen.

Wenn du möchtest kann ich dir morgen ein Datenblatt
mailen.

Gruss:
Detlef
 
Hallo Detlef,

woher habt Ihr die Urmodellform, direkt von Wolf, oder gibt es da noch Andere Verleiher?

Wollte mir vor Kurzem eine Urmodellform von einem F5D-Modell ausleihen. Allerdings wurde dort zu Bedingung gestellt, dass man keine Modelle weitergeben darf (auch nicht verschenken), sogar die Weitergabe eines defekten Modells muss man sich von dem Formgeber genehmigen lassen.

Wie war das bei eurer Form ???

Übrigens, sehr schöner Bericht, allerdings hätten Absätze und Leerzeilen die lesbarkeit sehr gefördert.
 
Hallo Klaus,

die Bedingungen sind mir bekannt
und sicher nicht aus der Luft gegriffen
denn wenn sich jemand die Positive leiht
und dann Modelle zum verkauf baut ist das ja nicht ok.

Die Urmodelle sind direkt von Wolf, auch er möchte nicht
das aus der Form in Serie gebaut wird.
Für weiter Infos dazu solltest du Wolf direkt fragen.

Stimmt mit dem Text, habe den in Word geschrieben
und reinkopiert.

Werde mir in Zukunft mehr Mühe geben ;-))

Gruss:
Detlef
 
Hallo Detlef,

zunächst danke für die schnelle Antwort.

.... die Positive leiht und dann Modelle zum verkauf baut ist das ja nicht ok.

Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Der kommerzielle Nutzen sollte ausgeschlossen werden.

Allerdings solle es doch möglich sein, dass man z. B. mit zwei, drei Kumpel zusammen abformt und baut, wobei dann jeder das Recht auf eigene Modelle haben sollte.

Weiterhin sollte es auch möglich sein, ein gebrauchtes Modell (kein neues, sondern tatsächlich gebracht und mit Gebrauchsspuren) wahlfrei verkaufen können.

Bei dem mir vorgelegten Vertrag, wurde sogar die unentgeldliche Weitergabe eines defekten Modells, ohne schriftliche Genhemigung des Formgebers, untersagt.
 
Hallo Klaus,

Mit dem Vertrag gebe ich dir Recht den finde ich
auch nicht so toll zumal der Eigentümer selber seine
Modelle im Ebay verkauft!!

Nur wenn du ein def. Modell in den Müll legst
kann es sich jeder von der Müllhalde holen
und mit machen was er will.....................

Gruss
 
Hallo,

da es hier offensichtlich um den Batleth geht, eine Stellungnahme von mir (auch wenn es leider Off Topic ist).

Allerdings solle es doch möglich sein, dass man z. B. mit zwei, drei Kumpel zusammen abformt und baut, wobei dann jeder das Recht auf eigene Modelle haben sollte.
Bisher haben nach einem Jahr 15 Leute die Urmodelle ausgeliehen. Wegen unserer geringen Leihgebühr konnten wir damit nur die Hälfte unserer Unkosten decken, zumal die Urmodelle nicht ewig halten und wir ständig Teile ersetzen müssen und der große Run schon vorbei ist.
Wenn sich jetzt auch noch die Leute zu kleinen Gruppen zusammengetan hätten und jeweils nur Einer gezahlt und Zwei umsonst abgeformt hätten, hätten wir gar keine Chance gehabt, jemals unsere Unkosten rein zu bekommen. Aus diesem Grund haben wir uns ein Gebührensystem überlegt, das sich an der Zahl der Leute, die Modelle bauen wollen, orientiert. Unser Ziel war nicht reich zu werden, sondern der F5D-Szene zu helfen. Als wir den Urmodellverleih lostraten war ja auch nicht absehbar, dass es 2005 3 kommerzielle Modelle gibt.

Weiterhin sollte es auch möglich sein, ein gebrauchtes Modell (kein neues, sondern tatsächlich gebracht und mit Gebrauchsspuren) wahlfrei verkaufen können.

Das mit dem mal ein Modell weiterverkaufen und kommerziell mit Gewinn verkaufen ist ein fließender Übergang, bei dem es keine feste Grenze gibt. Deshalb ist es in unserer Vereinbarung ohne Rückfragen untersagt. Bisher haben wir es noch Niemandem untersagt, aber durch die Rückfrage haben wir einfach einen Überblick welche Modelle kursieren.
Ich denke genau das haben wir Dir auch per Mail geschrieben.

Bei dem mir vorgelegten Vertrag, wurde sogar die unentgeldliche Weitergabe eines defekten Modells, ohne schriftliche Genhemigung des Formgebers, untersagt.

Das liegt daran, dass Du leider eine alteVersion erhalten hast. In der Richtigen heißt es:
„Werden Modelle verschenkt, so müssen diese eindeutig mit einer Markierung versehen werden aus der der Erbauer hervorgeht.“

Aus meiner Sicht wäre die einzige Möglichkeit auf die „harte“ Vereinbarung zu verzichte gewesen, eine höhere Gebühr zu verlangen, so dass wir Leute, die sich nicht an die Regeln halten besser verkraftet werden können.

@Detlef
zumal der Eigentümer selber seine
Modelle im Ebay verkauft!!
Hää?!!! Wen sollte ich Deiner Meinung nach um Erlaubnis fragen?

Viele Grüße
 
Hallo Detlef,

danke für den schönen Bericht.

Noch ne Frage (oder zwei):
Was für einen Abstand nimmst Du für die Verschraubungen von der Formenkante (Nasenleisten-Kante,Endleistenkante etc.)?
Benutzt Du nur noch Formenverschraubungen und keine Schraubzwingen mehr um die Formen zusamenzupressen?
Könntest Du mal kurz beschreiben wie Du eine Holmform herstellst?

Gruß Michael
 
Hallo Michael,

wenn ich mit Verschraubungen arbeite gehe
ich bis auf ca. 1,5 cm an die Nasen oder Endleiste
ran.
Ich gehe aber immer mehr von den Verschraubungen weg hin zu Schraubzwingen.

Zum Holmformbau kann ich im Moment noch nicht so viel
sagen weil da noch einiges an Arbeit ansteht und ich im Moment erst die Ergebnisse von einem Modell habe.

Gruss:
Detlef
 
Detlef schrieb:
Hallo Klaus,

Mit dem Vertrag gebe ich dir Recht den finde ich
auch nicht so toll zumal der Eigentümer selber seine
Modelle im Ebay verkauft!!

Nur wenn du ein def. Modell in den Müll legst
kann es sich jeder von der Müllhalde holen
und mit machen was er will.....................

Gruss

quod liked jovi non liked bovi

mehr braucht man dazu denke ich nicht sagen. Sprecht mit den Leuten der Akamodell und das ganze klärt sich. Klar kann man alle Regelungen umgehen aber ist das eine erstrebenswerte Umgangsform unter Modellbaukollegen?

@ Detlef: Willst du den Wurm als Hangflieger einsetzen oder primär elektrisch? Holmform klingt für mich so, als würdest du versuchen dem dünnen Flügel aus DS-Sicht gerecht werden zu wollen ;) .
 
Hallo Eike,

du hast Recht das ist sicher kein erstrebenswerter
Umgang miteinander und ist sicher auch zu krass
rübergekommen.

Nein die Holmform ist nicht nur für DS gedacht.
Ich baue für fast alle meine Formen auch einen Holmform
um mir die Arbeit zu erleichtern.

Es ist für mich einfacher zu bauen wenn ich nach dem Gewebe einlegen nur noch den Holm und die Waves einlegen muss und kann die Form gleich zumachen.

Gruss:
Detlef
 
Moin Detlef,

danke für die Info. Habe auch schon mal über eine Holmform nachgedacht, war mir aber bei meinen Stückzahlen zu viel Aufriß ;) . Denke das lohnt sich nur, wenn man ein paar mehr Flieger bauen will oder aber normal den Holm nicht haltbar genug hin bringt und deshalb nicht drum rum kommt.

Ein Bericht drüber würde mich sehr interessieren.
 
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