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Bau- und Erfahrungsbericht Stormchaser 60

taeniura

User
Hallo Nurflügel und DS Freunde,

Ich möchte hier meine Erfahrungen und vielleicht auch ein paar Tipps zum Stormchaser 60 von Simon, www.okarbon.eu teilen.

Ich hatte schon 2 kleine Stromchaser, bzw einen fliege ich immer noch und das Design vom 60er hat mich gleich abgeholt.
Also direkt eine kurze Mail an Simon geschrieben. Nachdem das Layup geklärt war (DS-Ausführung) habe ich schnell einen Designwunsch im Photoshop zusammengeklickt und den Stormchaser bestellt. 3 Wochen später kam ein Paket mit sicher verpacktem Stormchaser im Wunschdesign bei mir an.
Die Lackierung hat Simon toll hingekriegt, genau nach meinen Vorstellungen:





Erster Eindruck…WOW ist das ein Brett! 1,3kg leer passt für den geplanten Einsatzzweck auch gut. Ziel war einen robusten schnellen Hang und DS Flieger für den Urlaub auf diversen Atlantikinseln zu haben.

Die Holmstege sind mit Kohleschlauch ausgeführt.
Die Klappen haben eine robuste Dichtlippe aus eingedicktem Harz:



Die Scharnierlinie habe ich von Innen etwas nacharbeiten müssen, dass die Ruder leichtgängig sind. Es war durch den dicken Laminataufbau und Harzansammlungen etwas Dremeln angesagt, das war aber in einer halben Stunde erledigt.

Als nächstes folgt der Aufbau...

Gruß Martin
 

taeniura

User
Weiter gehts mit dem Aufbau...

Ich habe mich für die neuen MS225 Servos von KST entschieden, der Preis ist noch halbwegs vernünftig und Kraft und Geschwindigkeit sind mehr als ordentlich.
Habe die Servos bei Zeller Modellbau bestellt und gleich die Servorahmen mit Gegenlager mitbestellt.

Bisher habe ich die Servos immer einfach eingeklebt, daher war der Einbau ungewohnt fummelig.
Den Servoausschnitt habe ich so vergrößert, dass umlaufend noch ca. 2mm Rand stehen bleibt, dann passt es.
Die Oberschale ist im Servobereich durch Abreißgewebe schon fertig zum Verkleben, entfetten kann aber nicht schaden. Bei den Servos habe ich die hintere Lasche abgesägt, wäre sonst schwierig geworden das Servo auszubauen und an die Schraube wäre ich eh nicht drangekommen.


So und dann habe ich mich erst einmal richtig geärgert, die Alu-Servohebel passen nur ganz bescheiden, ist wohl Standard bei KST?! Ich habe mit einer Lage Alufolie die Passung etwas enger gemacht. Das sah auf den ersten Blick und Test ganz gut aus.


Die Servorahmen habe ich mit Uhu Endfest eingeklebt. Dabei waren die Servos eingebaut, damit die Position auch passt.
Der Servohebel sollte knapp an der Kante der Öffnung vorbeilaufen, so dass der Gabelkopf nicht schleift. Wenn man zu viel Luft lässt, kann man das Servo nicht genug verschieben, falls man es doch wieder ausbauen muss.


…und das musste ich dummerweise! Habe dann doch auf die Kunststoffhebel gewechselt, weil die deutlich spielfreier waren, eine Lage Alufolie habe ich aber trotzdem dazwischen gepackt.
 

taeniura

User
Und weiter gehts mit Anlenkungen und Servoverkabelung.

Als nächstes wurden die Löcher für die Ruderhörner ausgedremelt. Dabei sollte man bis auf die Außenlage der Oberschale alles entfernen um eine gute Verbindung zu gewährleisten. Um die Ausfräsung herum wird mit dem Schleifkopf angeraut, so hält das Ganze noch besser:


Die Anlenkungsgeometrie habe ich vorab auf einem Schmierzettel ermittelt und auf die Schnelle im CAD gezeichnet und aus 2mm CFK gefräst. An der Basis wurden die Ruderhörner angeschliffen (Absaugung!).


Die Verklebung wird mit Uhu Endfest ausgeführt, ich habe noch blaue Farbpigmente hinzugegeben, sieht netter aus. Beste Festigkeit erreicht man, wenn man beidseitig vollflächig benetzt.


Die Anlenkungen bestehen aus M3 Gabelköpfen und einer Gewindestange.


Wenn die richtige Länge gefunden ist, kommt hier auch eingefärbtes Uhu Endfest in die Gewinde und oben drauf, um Spiel zu eliminieren. Um abtropfen zu verhindern, sollte man die Anlenkungen demontiert haben und von Zeit zu Zeit umdrehen, bis das Harz geliert ist.


Die Servokabel habe ich mit verdrillten Leitungen verlängert und das ganze robust aus dem Flügel rausgeführt. 3:1 Klebeschrumpfschlauch hilft hier.


To be continued...
 

taeniura

User
So jetzt zu den Servoabdeckungen.

Da die mitgelieferten tiefgezogenen Servoabdeckungen die Kids nicht überlebt haben, habe ich mir neue aus CFK gemacht.
Also im CAD schnell ein Nasspresswerkzeug zusammengeklickt und auf den 3D Drucker geschmissen. Am nächsten Tag kam das ganze so fertig vom Drucker:


Also direkt eine Lage 200g/m² Köper auf dem Tisch auf Frischhaltefolie getränkt, mit einer zweiten Lage Folie abgedeckt und in das Werkzeug gelegt. Mit Schraubzwingen wird das ganze verpresst. Das Laminieren hat alles in allem 10min gebraucht.

Am nächsten Tag sieht das ganze so aus:

Die Falten durch die Folie lassen sich wenns quick&dirty sein soll wohl verschmerzen.

Kurz mit der Schere ausgeschnitten:

passt! Befestigt werden die Abdeckungen mit Tesa.
 

taeniura

User
Letzte Arbeiten...

Der Graupner GR18 3GX findet auf einem eingeharzten GFK Brettchen Platz und wird mit doppelseitig klebenden Schaumpads aufgeklebt.
Für die Flügelbefestigung habe ich Aluschrauben bei Ebay gekauft, Linsensenkkopf passt gut.
Leider war das weichste was ich gefunden habe 7075 (kein T6!), das ganze schert aber trotzdem bei Abstürzen ab und reduziert Beschädigungen.

Einstellungen:

In die Nase kommen jetzt noch ca. 350g Blei zum Auswiegen und ein 2s 18650er LiIon Akku. Damit liegt das Abfluggewicht bei 1975g.
Der Schwerpunkt muss bei Brettnurflügeln penibel genau eingestellt werden!
Nach Simons Infos habe ich ihn auf 47-47.5mm eingestellt, das passt auch sehr gut.

Die Ruderausschläge habe ich in drei Stufen umschaltbar programmiert.
Höhe ca. 2-4-6mm
Quer ca. 6-8-12mm
Trimm nach oben ca. 0,5mm

Die Stabilisierung (Gyro) im Empfänger auf mittlerer Stufe eingestellt und Gain und Dämpfung liegen auf Potis and der Funke.
Und damit war das gute Stück rechtzeitig für den Lanzarote Urlaub fertig.
 

sam

User
Hi,

schön gemacht ! Top ! ;)

Meiner ist auch in der Mache bei Simon - allerdings in einer leichten GFK Variante das dies für mich flexibler und mehr zum Einsatz kommt

151937051020985847523285.jpg
 

taeniura

User
So kommen wir zum spannenden Teil...dem Fliegen:cool:

Auf Lanza angekommen, eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang konnte ich natürlich den Erstflug nicht abwarten und bin auf den nächstbesten Vulkan hochgewetzt :eek:
Oben angekommen fand ich nicht unbedingt ideale Bedingungen vor, ein nettes Geröllfeld und nur ca. 4 Windstärken. Naja wird schon gehen :rolleyes:
Ein kräftiger Wurf und…das Ding kracht 5m vor mir in den Dreck…Shit:mad:! Bis auf ein paar Kratzer keine Beschädigungen…puh noch mal gut gegangen.

Also den Trimm gut 1mm hoch und etwas nach oben geworfen, und schon fliegt der Stormchaser!
Und wie, geht durch die Luft wie das Messer durch die Butter:cool: Ein bisschen rumturnen frontside macht schon mal Laune und ist erfreulich problemlos selbst bei relativ schwachen Bedingungen.

Also ab ins Lee. Dort geht es leider nicht so prickelt weil extrem turbulent, und war froh dass ich ihn in der ersten Runde wieder nach vorne bekommen habe. Der Berg ist wohl doch nicht so das Wahre. Also Frontside noch ein bisschen rumgeheizt und Flugphasen ausprobiert.
Dummerweise war die Flugphase Speed noch mit Rudern im Strak und mit kleinen Auschlägen, so dass mir der Flieger in 20m Höhe voll auf Tiefe gegangen ist…Einschlag! Schock! Da die MX16 so langsam auf die Phasen umschaltet und die Ausschläge so klein waren hatte ich keine Zeit zu korrigieren :cry:
Trotz vertikalem Einschlag in ein Geröllfeld waren die Beschädigungen verkraftbar! Der Rumpf hatte nur ein paar Kratzer, an der Fläche war auf 15cm die Nasenleiste offen und etwas angefressen.

Glasfasertape und Sekundenkleber sei Dank ging der Stormchaser ein paar Tage später bei besten Bedingungen wieder an den Start.
Am Tinasoria (ganz oben) bei 30knt Nordwind konnte er dann zeigen was er kann. Starten geht mit der richtigen Einstellung supereasy.
Kurz hoch ge-U-turnt und ab nach Lee. Das Lee war hier auch ziemlich ruppig, wohl weil der Berg nicht allzu breit ist und oben auch keinen Sattel hat. Trotzdem war die Beschleunigung super.
Bin dann gut 1 1/2h rumgefetzt und hab dabei ein bisschen gefilmt. Linke Hand Smartphone (S7) rechte Hand Funke :D
https://vimeo.com/209466526

Ohne filmen bin ich zwischendurch doch etwas sauberer geflogen. Und wahrscheinlich hätte ich ihn dann auch nicht am Schluss bei Vollspeed in die Felswand eingebombt :eek::rolleyes::(

Shit happens, aber das ist wohl das Schicksal eines DS Flieger (in der Hand eines DS Neulings) ;)

Fazit: Geht gut ab das Teil und Nachschub ist schon geordert;)
 

Claas

User
Uh,

Landung oder Einschlag? :eek:
Wobei das bei dem Terrain wahrscheinlich das gleiche bedeutet.
Mein schwerer SC60 ist auch beim Erstflug eingeschlagen und ich glaube da sind wir beide nicht die Einzigen... :p

Greetz,
Claas
 

sam

User
Gibt es keine Einstellungsvorlagen oder -vorgaben ? Sollte sowas ja nicht passieren oder ?
 

Claas

User
Sam,

sowas ist leicht gesagt - leichter als ein Brett mit 80g/dm2 zu starten oder zu landen...

Greetz,
Claas
 

sam

User
Ja glaub ich - Nuris sind ziemlich empfindlich was den CG angeht....
Naja im Nuri Thread gibts ja ein paar Infos.... ich hoffe das Beste. :) Mein GFK Version sollte nicht gleich einschlagen.
 

taeniura

User
@Claas, den Einschlag siehst du am Ende vom Video. Dass da überhaupt noch so viel übrig geblieben ist zeugt von der Robustheit.
Starten ist eigentlich ganz easy, nur 1mm am Schwerpunkt oder an der Klappenstellung entscheiden über die Flugbahn.
Lieber am Anfang zu weit hoch trimmen oder jemand anders werfen lassen, dann gibts auch keine Überraschungen.
...und wenn das Teil vor die in eine Wiese oder Acker klatscht geht eh nix kaputt, Geröllfeld gibt halt Kratzer:D
 

pro021

User
Mächtig!:cool:
Ein Freund hat auch einen. Der Storm hat etwa 2,5 Kilo und haut ab wie die sprichwörtliche Sau.
Einfach unglaublich :eek:
Hat sich kurz versteuert und ist duch den Wald hindurchgeflogen. Das nennt man radikalen Baumschnitt.
Die Äste sind heruntergerieselt. Der Storm hat ordentlich gerüttelt an den Bäumen. Leichte Blessuren
aber nicht allzu dramatisch. In einem solchen Fall bleib ich lieber dicht am Piloten den im Unfallfall ist man chancenlos.
Die Strecken die ein Storm bei ordentlich Wind zurücklegt sind enorm. Da bleibt kein Auge trocken.
Eine völlig andere Herangehensweise. Ich flieg HLG's oder RES und ab und zu am Hang. Diese
Art von Fliegen (DS in felsigem Gelände) macht mir Kopfzerbrechen.


Ich hab mir einen Pocky 40 DS zugelegt für Tenerifa. Allerdings ist im bevorzugten Gelände überhaupt
keine Landemöglichkeit. Fangen ist bei diesem Tempo nur mit Netz zu empfehlen.
Also lass ich es. Noch dazu sind in einiger Entfernung Badegäste. Da will ich liebe keinem den Urlaub
vermasseln;)

Gruß Heinz

Ps: wie transportiert man einen 1,5 Meter Flieger im Flieger?
Ich hatte ein Fahrrad mit und hab den Pocky dazugeschnallt.
 

sam

User
Der 3. dürfte meiner sein ;)
 

taeniura

User
Hey Sam
Die light Versionen sehen auch echt nice aus.
Lass mal hören wie der geht.

Marc, die sind sicher schon alle weg.
Simon baut dir einen Stormchaser so wie du ihn haben willst.
Lieferzeiten sind im Moment auch noch sehr human.
Das Farbschema vom zweiten ist sein Standard.
Das Rasta Farbschema hat er extra für mich gemacht, hat aber keiner was dagegen wenn da noch mehr von rumfliegen ;)
Gruß Martin
 
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