Baubericht einer 2m langen Alinghi SUI-64

Bullet

User
Hallo Leute,
ich bin eigentlich eher der Modellflieger, jedoch habe ich mir letztes Jahr zur Abwechslung mal eine Thunder Tiger ETNZ 1m Segelyacht gekauft und ich bin echt überrascht, wieviel Spaß sich in so einem Modell befindet.
Als Animierungskünstler habe ich direkt noch ein paar Modellbaufreunde mit ins Boot geholt und nun fahren wir gemeinsam gelegendlich vom Steg eines Restaurants aus.
Da wir uns alle mehr oder weniger im Großmodellflug bewegen, haben wir uns gedacht auch diese Sparte etwas zu vergrößern ;-)
Die Geburtsstunde unserer Alinghi mit 2m Rumpflänge.
Warum eine Alinghi?
Zuerst wollten wir die ETNZ vergrößern.
Aber da wir das Modell nicht in Scheiben schneiden wollten und keine Baupläne dieses Modells gefunden haben, einen der Alinghi aber doch, entschieden wir dieses zu bauen.
Und da nun schon 7 Personen Interesse an dem Boot gefunden haben, stellen wir eine Form her, sodass die Folgearbeiten geringer sind.
Der Bauplan war für eine 1m Version, den ich in ein passendes Format convertiert und anschließend auf 2m skaliert und ausgeplottet habe.
Nachdem ich den Plan vor mir liegen hatte war ich schon von der Größe angetan und fing an die Spanten auszuschneiden um diese als Schablone nutzen zu können.
Da das Deck des Bootes von der Seitenansicht her nicht plan verläuft, habe ich die Spanten oben alle um ein bestimmtes Maß ergänzt, sodass wir diese später auf den Kopf stellen können ohne dass sich die untere Rumpfform verändert.
Meine Freundin half mir dabei und zeichnete mir die Umrisse auf 4mm Pappelsperrholz.
Danach ging es mit ihr an die Dekupiersäge und an den Tellerschleifer.
Danach kam mein Kollege Thomas dazu und wir sägten die Draufsicht ebenfalls aus 4mm Pappelsperrholz aus.
Um beide Seiten absolut symmetrisch zu gestalten haben wir 2 Bretter übereinander gelegt und nur eine hälfte des Rumpfes angezeichnet.
So konnten wir beide Seiten gleichzeitig aussägen und verschleifen.
Danach haben wir diese einfach nebeneinander gelegt und verklebt.
Nun klebten wir die Spanten auf diese Bretter und füllten die Lücken mit Styroporblöcken aus, die wir anschließend mit einem Styroschneidedraht bearbeiteten.
Mit hilfe des Schneidebogens und mehrmaligen entlangfahren der Spanten, enstand so langsam die Rumpfkontur und wir mussten gestehen, dass dieser schon recht groß wirkt ;-)
Aber das ist ja auch unser Ziel.
Wir bauen nämlich für die Zukunft, denn jeder weiß, dass die Augen mit zunehmenden Alter schlechter werden :-D
Am Zweiten Tag haben wir dann 2 Lagen 160er Glasgewebe (Atlas) auflaminiert.
Hierzu nahmen wir Harz und rollten dieses mit 2 handelsüblichen Schaumstoffrollen auf.
Dabei fiel uns auf, dass das gewählte Gewebe nicht so super geeignet war, da es sich nur schlecht mit dem harz tränken ließ.
Aber das Ergebnis war dann doch so wie wir es uns vorstellten.
Nach dem Aushärten wird erstmal gespachtelt und geschliffen.

1.JPG

1.Tag: Thomas beim Aufkleben der Spanten und der Styroporblöcken.

2.JPG

Das Ergebnis mit dem Styroschneidebogen ist gut gelungen.

3.JPG

Meine Wenigkeit mit dem Ergebnis des Tages

4.JPG

2.Tag: Hier legen wir das Gewebe (trocken) auf das Urmodell.

5.JPG

Das überschüssige Gewebe schnitten wir mit ca 1-2cm Überstand ab.
Um dies zu realisieren, legten wir das Urmodell auf Aluprofilen, sodass das Gewebe frei herunter hängen konnte.

6.JPG

Hier ist das Ergebnis nach dem aufrollen des Harzes zu sehen.

Weitere Baustufen folgen.
Gruß Patrick
 
Hallo

Wenn ein 1m langes Modellboot 1,80m Mastlänge hat, wie lang ist dann der Mast für ein 2m Boot? Und wie transportiert man das mit Segel?
Und wie wird der Tiefgang sein mit Kiel?

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas,
Der Mast wird 3m hoch ;-)
Sollte aber kein Problem darstellen, da wir das obere Drittel Steckbar machen.
Ebenso wie das Schwert.
Das wird ca 70-100cm (Müssen wir noch berechnen bzw testen)
Aber auch dieses wollen wir von unten an den Rumpf steckbar machen.
Und zwar fertigen wir da eine Art Scheide für, die bis an das Bootsdeck gelangt und die Biegekräfte aufzunehmen, in der wir das Schwert dann einfach einschieben und mit Schrauben befestigen können.
Ein normaler kombi reicht also für das Boot vollkommen aus.
Patrick
 
moin,

das ist mal ein echt großes Projekt. Eine Frage habe ich noch bezüglich des verwendeten Spantenrisses. Habt ihr den 1m Spantenriss einfach auf 200% scaliert? Dieser wird doch bestimmt mehr Volumen als ein Scaleriss aufweisen.
Bei der Modellgröße wäre es doch bestimmt auch möglich gewesen einen originalen "scale" Spantenriss zu verwenden. Dadurch sähe das Boot bestimmt noch eleganter/ schlanker aus. Habe einen Riss aus der englischen Zeitung Seahorse und der sieht doch anders aus. Habe auch den Plan der NZL-82 und ich muss sagen rein optisch kommt euer Boot der näher als der SUI-64. Bei Interesse kann ich ja mal probieren das zu scannen. In der Ausgabe sind auch Zeichnungen der Segelpläne.
Trotz und alledem cooles Projekt!!! bin schon gespannt wie es weiter geht.

mfg
Sven
 
Hallo Sven,
also ich habe den Plan wie du schon gesagt hast einfach auf genau 2m gezogen.
Aber der Rumpf wird dadurch nicht voluminöser als das 1m boot, da ich per ACAD die Proportionen komplett eingehalten habe.
Aber selbst wenn das Boot dadurch voluminöser als das Original wird, da die Grundlage (das 1m Boot schon nicht scale ist), ist uns das eigentlich egal, denn wir wollen keine Richtlinien oder Regeln einhalten, sondern einfach für uns persönlich eine neue Klasse eröffnen.
Dass wir dann hier und da Einschränkungen im Aufwand machen ist damit ganz klar.
Es ist aber definitiv der Plan einer Alinghi Sui-64 der sich über mehrere PDF Seiten beläuft.
Was du jedoch auch nicht vergessen darfst ist, dass das endgültige Boot nicht ganz so hoch wird sondern fast 3cm von oben abgeschnitten werden, da ich die Spanten aufgefüttert habe, um das Boot kopfüber plan auf den Tisch legen zu können.

Hier mal ein paar Bilder des Plans:

b.JPG


a.JPG
 
Eure Initiative und Euer Boot finde ich im wahrsten Sinne des Wortes riesig.

Ich befürchte nur, dass Ihr bei dieser Größe nicht über eine lokale Sache hinauskommt. Die aktuellen 10Rater kommen bereits auf eine Länge von fast 170 cm und ich hätte mir gewünscht, dass Leute wie ihr, mit einem solchen Enthousiasmus bei den 10ern einsteigen, damit diese Klasse mehr und mehr den verdienten Stellenwert erhält. Dann hätten wir noch ein paar mehr bei den Regatten, die vielfach sogar in Eurer Nähe am Elfrather See stattfinden. Und das schönste und schnellste Boot macht erst ganz richtig Spaß, wenn es sich mit anderen messen kann.

Vielleicht können wir 10er trotzdem mal gegen Euch fahren, wäre doch hochinteressant.

Die Deutsche Meisterschaft der 10er findet am 12./13.9. am Elfrather See statt. Vielleicht sieht man sich zu einem kleinen Vorabtreff.

GER61hard
 
Ihr versteht da leider was falsch...
Thomas und ich bauen dieses Boot einfach nur aus Spaß, um etwas Abwechslung zu der Materialschlacht im Großmodellflug zu bekommen.
Wir wollen mit den Segelbooten an keinen Meisterschaften teilnehmen oder mit Franzosen um die Wette segeln, sondern einfach nur gemütlich an schönen Tagen am See sitzen und Böötchen fahren.
Und falls uns irgendein Drang nach Wettkampf einholt, dann ist es bei 7 Personen, die das Boot bauen werden, sicherlich kein Problem etwas zu organisieren.
Aber natürlich können wir uns gerne mal mit euch treffen um gemeinsam zu segeln.
Dafür müssen wir jedoch erstmal voran kommen und das Boot fertig stellen.
Für Tipps und Verbesserungsvorschläge bin ich auch jederzeit zu haben und dankbar.
Patrick
 
Ich versuche, das alles richtig zu verstehen. Kann mir aber - ganz persönlich, muß nicht auf Andere zutreffen - nicht vorstellen, dass man mit so einem Modellboot lange mit Bööööötchenbaden am Sonntagvormittag zufrieden ist.

Sorry, mein es ja nur gut, Leute mit so viel Mut und Initiative sind doch für "Höheres" bestimmt.

GER61hard
 
Ich finde das Projekt bemerkenswert und äußerst interessant, vor allem freue ich mich aber auf das Endergebnis und den ersten Erfahrungsbericht!

Wünsche Euch weiterhin viel Spaß beim Bau

Gruß
Tommy;)
 
@GER61hard: Nix für ungut aber genau das wollen wir ;)
Das hat nichts mit Mut zu tun.
Bei uns jedenfalls nicht.
Ich bewege mich zur Zeit im Modellflug der 3m Kunstflugklasse wobei ich eine Ultimate mit 2,54m Spannweite und 160ccm Motor und eine Extra 300 mit 3,35m Spannweite und 150ccm Motor bewege.
Bei meinen Kollegen und Mithelfern sieht das nicht anders aus.
Von dieser Seite gesehen ist das mit dem Boot die reinste Entspannung und es sollte eigentlich so bleiben.
Ein gemütlicher Ausgleich halt.
Aber um dir nicht den schlaf zu rauben, schließe ich es jetzt an dieser Stelle nicht ganz aus damit mal zu einer Regatta zu kommen und bei Gelingen dieses Projekts evtl. die Sache zu perfektionieren. ;)

@Le concombre masqué: Du das mit dem Blei weiß ich noch gar nicht.
Ich weiß nur, dass wenn wir die Wasserlinie laut Plan einhalten wollen, es eine ganze Menge wird.
Ich habe das Boot gestern mal in den Gartenteich gesetzt und ich muss mich schon richtig mit dem Oberkörper (84kg Lebendgewicht) drauf stützen um es etwas eintauchen zu lassen.

Wir sind in diesem Bereich absolute Newbies und probieren jetzt einfach aus.
Als Bleibombe wollten wir einen Tiptank aus dem Modellflug abformen.
Das sind die Tanks die an Jets unter den Flächen hängen.
Aber da müssen wir noch schauen wie es genau weiter geht.
Falls ihr Ideen habt immer her damit.
Patrick
 
naja, bei masstab von ca 1/11 ergibt das ca. 20 Kg Verdrängung und fast 3 meter Segelfläche.

Da die Americas Cupper absolute Leichtwindboote sind, empfiehlt es sich sehr leicht zu bauen um das Gewicht in die Bombe packen zu können

15-16 KG Blei sollten es schon sein
 
Also an die 20Kg hatte ich auch schon gedacht.
Und Leichtbau ist bei uns durch die Fliegerei eine Selbstverständlichkeit.
Als Mast wollten wir 14er oder 16er CFK Rohre verwenden und das Segel mit einer Lasche drüber schieben.
Um die Abspannung zu gewährleisten lasse ich an den Stellen wo wir sie befestigen Stoff aus sodass wir da direkt an den Mast kommen und das Segel sich frei bewegen kann.
Das schien mir so die leichteste und auch eleganteste Lösung.
Bei dem Baum wollte ich das ähnlich realisieren.
Hier wird ebenfalls eine Lasche genäht durch die ich dann ein CFK Rohr durch schiebe und an den Mast mit dem nötigen Gelenk befestige.
Das Segel mit Ringen oder Schnüren an den Mast zu befestigen fand ich nicht so schön oder was meint ihr?
Patrick
 
Ja gut das ist natürlich eleganter.
Da müssen wir mal schauen ob das nicht evtl noch leichter zu machen ist.
 
Bullet schrieb:
Du meinst also so wie es bei der ETNZ von Thundertiger auch gemacht ist.
Da ist das Segel in das Profil eingeschoben.
Wo bekomm ich denn solche Profile mit Keep in dieser Größe?
Wichtig ist halt, dass es steckbar und stabil ist.

steht drüber:D

Auf keinen Fall eine Schnurr in das Segel einziehen, sondern mit Rutscher,

Ganz gut eignen sich dafür Hohlnieten in der eine Schurr eingepresst wird und dann am Segel verknotet wird

ein bisschen Abstand zum mast ist ok, ist ja bei den Grossen auch so
 
Bullet schrieb:
Ja gut das ist natürlich eleganter.
Da müssen wir mal schauen ob das nicht evtl noch leichter zu machen ist.

CFK Rohr geht natürlich auch aber dann ebend mit Mastringen /Schnurr,.
Du musst ja das Segel mit einer Vorliekskurve schneiden, das ist mit einem Hemdsegel praktisch unmöglich sauber hinzubekommen,

Am Baum würde ich das Segel nicht befestigen, das bringt nichts und ist eher kontraproduktiv, da du dadurch das Profil zerstörst.
 
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