Baubericht Fokker D VII 1200 mm (Holz) ?

Hallo Stephan. Mir ging es mit dem 92° Spant genauso. Ich musste auch zuerst den Rumpf trocken zusammenstecken um hinter sein Geheimnis zu kommen ;) Beim Rumpfbau selbst halfen mir dann zum einen wieder die auf mein Baubrett/ Backpapier gezeichnete Linie, als auch Markierungen in der Mitte einiger Rumpfbauteile. Da ja bei dem verwendeten Material Nadeln schlecht funktionieren um den Rohbau zu fixieren, habe ich auch mit einigen Kilo Gewicht gearbeitet. Also nicht ich selbst, sondern meine Messingklötze :D Meine Einschlagmuttern habe ich auch bereits vorher montiert.
Am Rumpfende bin ich dann von der Anleitung abgewichen, mir war das zu riskant diese Abschlußteile in den fertig zusammengeleimten Rumpf zu kleben(durch die leichte Rundung war einiges an Spannung drauf). Ich habe stattdessen alles auf einmal verklebt und bis zur Trocknung kräftig zusammengespannt.
Da ich ja eine vorbildgetreue Seilanlenkung wollte, musste ich im Vorfeld schon mal einige Spanten für die Seilführung vorbereiten, sowie am Rumpfende wieder das passende Füllstück aus der entsprechenden Öffnung suchen und einsetzen.

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Wenn ich schon beim Rumpf bin, dann nehm' ich gleich noch meinen gefederten Sporn mit. Hier habe ich zwei Kiefernleisten miteinander verklebt und am unteren Ende ein Stückchen 2mm Federstahldraht eingeklebt. Das muss ich bei allen meinen Doppeldeckern machen, da ich von einem geteerten Feldweg starte und auch wieder lande. Das nackte Holz wäre hier in kürzester Zeit durch.
Das dünne schwarze "Stäbchen" ist ein 2mm Kohlestab, er dient der Lagerung. Oben habe ich dann eine Feder angeschraubt, den Sporn im Rumpf gelagert und dann die Feder noch an ein vorher eingeklebtes Querstück geschraubt- funktioniert prima :D Ganz zum Schluss wurde der Sporn dann noch mit Holzbeize behandelt.

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Noch ein paar Worte zu der von mir verwendeten Elektronik. Als Motor habe ich einen "Turnigy SK-3 3240- 620", also einen Motor mit 620kv verwendet, geregelt über einen Skywalker ESC mit 50 Ampere. Diesen habe ich direkt vorne im Rumpf, hinter dem Lüftungsgitter angebracht, so ist eine optimale Kühlung geschaffen. Die Servos für die Querruder sind MPX Nano-S, die für Höhe und Seite No-Name mit Metallgetriebe.
Ich habe mit diesem Motor schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Die beinahe überwiegende Anzahl der von mir geflogenen Modelle, sind Warbirds aus dem WK-1 im Maßstab 1:6 und Spannweiten um 127- 140cm. Die Fluggewichte liegen dabei um 2100- 2600gr. In diesen Modellen zeigt der Motor, befeuert von vier Zellen mit 3000mAh und einer 16x8 Luftschraube, hervorragende Leistungen. Die Flugzeiten liegen dabei bei 10 Minuten. Bei der DVII habe ich allerdings der geringeren Größe wegen "nur" eine 15x8 Luftschraube genommen- die anderen wären doch etwas zu groß gewesen und es hätte die Gefahr einer Bodenberührung beim Landen bestanden.
Die Leistungsaufnahme liegt in dem Fall bei 39 Ampere, was einer Eingangsleistung (gemessen mit einem Wattmeter), von 589 Watt- oder umgerechnet auf das Modellgewicht- ca. 310W/kg entspricht. Sicher weit mehr als genug, aber dies erlaubt mir weit herunter zu drosseln und in kritischen Situationen (Ich fliege immer sehr tief), mit Gaseinsatz alles zu entschärfen. Ich persönlich bevorzuge einfach niedrig drehende Motoren mit maßstabsgerechten Propellern die dann auch dementsprechend Schub bieten.
Eine kleine Geschichte am Rande: Als ich im vergangenen Oktober gerade angefangen hatte das Modell zu bauen, war in einer größeren Ortschaft in unserem Landkreis ein alljährlich stattfindendes Herbstfest mit geöffneten Läden und einem Flohmarkt. Als ich über diesen schlenderte, fiel mir am Stand eines antiquarischen Buchhändlers ein kleines, hellblau verblichenes Buch auf. An sich nichts besonderes, jedoch waren selbst auf die Entfernung einige kleine "Symbole" auf dem Einband zu erkennen, die das kundige Auge sofort als Silhouetten mehrerer Fokker DVII in der Draufsicht ausmachte.
Bei näherer Betrachtung konnte ich dann auch den Titel lesen : "Die Jagdstaffel unsere Heimat". Keine Frage, für wenige Euro wechselte dieses Buch noch in der Sekunde den Besitzer. Zu Hause stellte sich dann heraus, dass es ein Tagebuch eines Jagdpiloten war. Sein Name: Rudolf Stark. Rudolf Stark war tatsächlich einer der bekannteren deutschen Piloten und die Lackierung seiner DVII dürfte für den einen oder anderen recht bekannt sein. Ich habe ein Foto eines 1:1 Nachbaus angehängt.
So etwas motiviert einen natürlich, man hat nicht nur den entsprechenden Bausatz daheim, nein, auch das passende zeitgenössische Buch auch noch. Da hat der Bau noch mal so viel Spaß gemacht :D :D

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sgamp

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Coole Sache mit dem Tagebuch:cool:

Bei mir stehen als nächstes die Arbeiten mit der Kabinenabdeckung an
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Da ich keinen roten Sprühlack da hatte, wollte ich die Abdeckung in schwarz machen, aber das sah sch... aus.
Also dann doch folieren.

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Zusätzlich werden die Maschinengewehratrappen erstellt und der Pilot ein bisschen angemalt.
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sgamp

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Dein Einlaß für den Servo fand ich ein wenig zu schwach ausgelegt. Deshalb wurde eine kleine Verstärkung aus den Resten aufgeklebt.
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Weiter geht's mit der Tragfläche und dem Fahrwerk
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sgamp

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Das Folieren dauert doch immer wieder seine Zeit, aber jetzt sind alle Teile soweit fertig.
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Weiter gehts mit der Rumpfabedckung. Bügelfolie ist nicht optimal. Sieht am Anfang gut aus, wirft dann aber viele Falten nach dem Abkühlen. Also besser lackieren, wenn möglich.
Vorher sind aber noch die ganzen Kleinteile zu sortieren.
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Neu war für mich die Art der Anlenkung. Dies besteht aus einer langen Schraube mit Mutter und einer Plastikauflage zu beiden Seite. Zum Schluß wird eine Art Fähnchen auf die Schraube gedreht.
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Macht einen stabilen Eindruck und hat den großen Vorteil, dass man fein justieren kann.
 
Hallo !
Habt Ihr nicht mal in Erwegung gezogen das Finish mit Gewebefolie zu machen. Ich schätze diese alten Kisten waren früher auch nicht Hochglanzlackiert ! Selber könnte ich mir auch vorstellen einen kleinen 4 Takter einzubauen.
Trozdem sehr schöne Modelle.

Lg.
Manfred !
 
Hallo Manfred, ich habe mein Finish in Gewebefolie ausgeführt- Bilder folgen noch. Verbrenner habe ich von 1982- 1993 geflogen, dann bin ich hier in ein kleines Schwarzwalddorf gezogen. Hier kann ich eine Autominute vom Haus weg über den tollsten Wiesen fliegen, daher seitdem nur noch elektrisch ;)
Ich habe meine Abdeckung, meinem gewählten Vorbild nach, mit der Airbrush lackiert. Davor habe ich noch die charakteristischen Wartungsdeckel und "Kiemen" auf je einer zusätzlichen Rumpfseite am Vorderteil nachgebaut. Das Cockpit habe ich ausgeschnitten um etwas an Tiefe zu gewinnen und den Piloten mittels Magneten herausnehmbar gemacht. Ein paar einfache Instrumente und ein anderer Pilot, der optisch besser zum gewählten Zeitraum passt, fertig. Der Serienpilot sah mir zu sehr nach USAF der 30er und 40er Jahre aus, dementsprechend habe ich ihn lackiert und in meine Stearman gesetzt, jetzt sind beide happy ;) Der "neue" Pilot in der Fokker hat übrigens davor 18 Jahre lang in meiner Fokker E-III von Graupner gedient, der kennt sich als Veteran sozusagen bestens aus :D

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Um noch etwas mehr Leben in das Modell zu bringen habe ich noch die Tankdeckel für Öl und Sprit, den Kühlwassereinfüllstutzen, einen Rumpfauftritt für den Piloten, die Streben des HLW's, Handgriffe an den Rumpfunterseiten hinten, ein Typenschild, eine Tankuhr, sowie eine kleine Windschutzscheibe angebracht.

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sgamp

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Bei mir geht es mit dem Fahrwerk weiter.

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Schön...es ist sogar eine Lehre dabei, damit man es auch richtig anbringt. Find ich gut :)
Ich hoffe mal, die kleinen Schräubchen halten.

So, sieht schon fast nach Flugzeug aus

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sgamp

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Als nächstes kommen die Streben zur Befestigung der oberen Tragfläche am Rumpf dran.
Dazu werden erst mal die Kleinteile sortiert.
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Dann die Gewindestangen einkleben und mit Hilfe der nächsten Lehre (echt gut) die richtig Länge einstellen.
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Dann die Kugelgelenke eindrücken..darf man ruhig ein bisschen Kraft aufwenden.
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und das ganze an den Winkeln verschrauben.
Sollte jemand das Modell nachbauen, auf dem Bild sind die Streben an der falschen Seite des Winkels angeschraubt:mad:
Merkt man dann, wenn die ober Tragfläche festschrauben will.
 

sgamp

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Nun wird das Gestänge an den Rumpf geschraubt. Leider ist es gar nicht so leicht, die Löcher nach dem Folieren zu finden. Deshalb sollte man diese gleich während dem Bügeln der Folie markieren, damit man sie später auch wieder hat.

Sieht doch schon richtig nett aus.

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sgamp

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So, nun ist das gute Teil fertig. Inkl. Akku bringt es 1530g auf die Waage.

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Servowege sind eingestellt. Es fehlt somit nur noch die Kalibrierung des Stabilizers.
 

sgamp

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Stabilizer

Stabilizer

Ein paar Worte zu dem verwendeten Stabilizer

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Das gute Teil ist von Lemon RC. Preislich gibt es vergleichbare beim freundlichen Chinesen, aber lt. Meinungen im Netz soll dieser wohl besser sein.
Da ich keinen Vergleich habe, kann ich dies auch nach dem Fliegen nicht beantworten.

Grundsätzlich wird er angeschlossen und gebunden, wie jeder andere Empfänger auch.
Type: Stabilizer with DSMX Compatible 7-Channel Full Range Diversity Antenna Receiver
Number of Channel: 7
Modulation: DSMX Compatible (Also DSM2 backward Compatible)
Band: 2.4 GHz
Dimension: 38(L) x 28(W) x 9(H) mm
Weight: 8.65g
Voltage Range: 3.45 - 7.2V

Das Gewicht ist somit zu einem Standardempfänger zu vernachlässigen.
Diser Stabilizer muß lt. Anleitung auch nicht unbedingt schwerpunktsnah eingebaut werden.

Mit den DIP Schaltern läßt sich einstellen, in welcher Richtung die Korrektur erfolgen soll. Dies ist notwendig da der Stabilizer auch um 180 gedreht eingebaut werden kann. Nur 90° zur Flugachse mag er nicht.
Im Flug kann er duch die Betätigung des Gear Schalter aktiviert und deaktiviert werden.

Allerdings müssen Pin 4 oder / und Pin 5 aktiviert sein. Der Stabilizer kann mit V-Tail als auch mit Delta Flüglern umgehen. Bei Verwendung des Kreuzleiterwerks, wie bei der Fokker, sind beide DIP Schalter zu aktivieren.
Die Sensibilität läßt sich für jeded Achse über ein Poti einstellen.
Mehr dazu, wenn ich im Flug mal Erfahrung sammeln konnte. Das kann bei dem Wetter allerdings noch ein Weilchen dauern.
 
Hi Stefan, das schaut doch gar nicht mal schlecht aus :D Keine Ahnung wie schwer dein Setup ist, aber mein Modell wiegt flugfertig ganze 300g. mehr als das deine:eek: Also da kannst du dem Erstflug vollkommen relaxt entgegensehen ;) Klar, mein Motor wiegt vermutlich schon mehr als deiner und da mein Modell mit Gewebefolie bespannt ist, wird da sicherlich auch einiges zu Buche schlagen. Als Akku verwende ich einen 4S-3000mAh, der wiegt 325g. Naja, wenigstens habe ich keine Probleme den SP einzustellen :rolleyes:
Ich bin ja auch irgendwann zum Bespannen gekommen und da ich vor 11 Jahren schon einmal eine DVII in Holz gebaut habe (allerdings etwas kleiner) und diese dann in zweiwöchiger Arbeit unter Mithilfe meiner Frau von Hand mit einem Lozengemuster bemalt habe, dachte ich mir dieses Mal: Einmal aus dem Vollen schöpfen und fertig bedruckte Folie kaufen! Frag' aber bloß nicht was das gekostet hat :eek::eek:
Hier die kleine DVII von 2005 und danach die aktuelle beim Bespannen.

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Der Rumpf wurde dann Blau mit einem auflackierten weißen Blitz. Leider wollte die Farbe (die blaue), nicht ganz so wie ich...miese Qualität:cry: Das Höhenleitwerk bekam noch ein paar "Rib Tapes" und simulierte Spanndrähte.

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Dann kamen die Flächenoberseiten dran.... mit hellblauen "Zackenbändern", wie am Original. Sämtliche Hoheitsabzeichen habe ich mit der Airbrush auflackiert. Das hält am besten auf solch einer Folie.

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Die dem Bausatz beiliegenden Räder hatte ich versuchsweise auch bespannt um zu sehen ob ich sie gebrauchen könnte, aber sie gefielen mir nicht, darum habe ich kurzerhand aus Balsa, Sperrholz und Moosgummischnur neue gemacht. Ich plane ja für diesen Winter die Fahrwerksbeine etwas zu verlängern damit die Proportionen besser rüberkommen. Beim Bau damals habe ich einfach Silikonschlauch über die FW-Drähte geschoben, damit sie nicht ganz so dürr daherkommen.

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