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Baubericht Pitts S12 2m elektrifiziert

hi Alex,

ja, der Rumpf war zu stabil und schwer :cry: - eigentlich perfekt für einen schweren Verbrenner ! (falls jetzt wer Gusto bekommt, der abgebildete Rumpf hat ca. 900g und ist billig zu haben !).

Die letzten paar Tage habe ich einiges überarbeitet und werde demnächst nochmals fräsen - Bilder folgen.
Dann sollte er um MINDESTENS 1/3 leichter werden.

lg, Werner
 
korrekt - das Problem ist CAD: es verleitet einen, viel zu dick und stabil zu konstruieren.
Trotzdem: im Original wär der Rumpf sicher nochmal 300-400g schwerer gewesen.
Jetzt gilts halt anhand des ersten gebauten Rumpfes überflüssigen Speck wegzuschneiden und alles viieeel dünner zu bauen. Der Einfachheit halber gehe ich generell auf 3mm Pappelsperrholz und lasse die letzten Optimierungen vorerst weg.

Mein Zielgewicht für das Rumpfgerüst wie abgebildet (ohne Beplankung) wäre rund 400g.
Die Beplankung besteht konstruktiv aus 3mm Balsa und trägt ja auch noch mit.

bis bald
Werner
 

H.F

User
hi werner

3mm balsa als beplankung find ich bisschen heftig, würd da max 2mm nehmen.
dein rumpfaufbau mit dem kasten in der mitte ist auch so kräftig, da bin ich zimmlich sicher.

mfg

hugo
 
Ergebnis der letzten Wochen Konstruktionsarbeit: Minus 510 Gramm beim Rumpfgerüst !!! :D:D:D die Mühe hat sich schon mal gelohnt. Die Bilder 2-5 zeigen den Vergleich konstruktiv und gewichtsmäßig.

Maßnahmen:
- alles nur mehr in 3mm Pappelsperrholz
- wesentlich größere Ausnehmungen / dünnere Stegbreiten
- extrem dünnes Heckgerüst (ganz weglassen verkompliziert den Bau m.E. erheblich)

Der Bereich Motorspant - Fahrwerk - Aufhängepunkte Baldachin - Auflage unter Fläche bis zur Endleiste wurde mit 3mm Pappel auf insgesamt 6mm aufgefüttert und damit die wesentlich Krafteinleitungen verstärkt.
Der Kasten hat jetzt schon eine gute Verwindungssteifigkeit, den Rest machen die Leisten und die Beplankung.
Den Rumpf habe ich verlängert, um Außenläufermotoren mit Längen bis 100mm unterbringen zu können. Ganz vorne fehlt noch der Motorspant, der gleichzeitig die vordere Führung für die Motorhaube bildet.

Bald geht's weiter mit Leisten setzen, beplanken (1,5 bis 2mm Balsa je nach Härte) ...

Grüße
Werner
 

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Der Rumpf ist fast rohbaufertig:
- Beplankung 1,5mm mittelhart (sehr gute Qualität von Aigner Balsa)
- 6mm Balsaleisten und Kiefer-Mittelleiste
- Randverstärkungen 3mm Balsa in Kabinenhaubenausschnitt und Flächenanformung

... Gewicht bisher genau 800 Gramm :cool: !!!

Das letzte Foto vom Heck aus erinnert eher an Schiffsbau als an eine Pitts :D

In den nächsten Tagen wird mit den Flächen begonnen.
Die Steckungen sind eingetroffen: saubere Maßanfertigung von HM-Modellbau bestehend aus 18mm Alurohr und GFK-Steckungsrohr mit ca. 1mm Wandstärke ergibt gesamt 20mm Außendurchmesser und passt somit genau zwischen die beiden Kieferholme.

weihnachtliche Grüße
Werner
 

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najan

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Hallo in die Runde,

ich will diesen Thread aus der tiefsten Versenkung holen, weil ich nun auch dabei bin, genau diese 2m-Pitts zu bauen. Fertig Modelle oder Bausätze kamen nicht in Frage, aber ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem man sich unterstützt und noch gestaltet– das bevorzugte ich. Auch ich wollte nicht einsehen, dass eine 2m-Pitts über 10kg wiegen muss. Bereits vor ca. 15 Jahren entstand eine SE5a mit 2m Spannweite und 3kg! Abfluggewicht nach Skizzen von K. Seidel. Ok, das mutierte zum Slowflyer. Sehr schön anzusehen, dynamisches Fliegen geht aber anders. Glücklicherweise fand ich hier Gleichgesinnte und so hat mich Werner sehr unterstützt mit dem zur Verfügung stellen von Fräsdaten für seinen abgespeckten Bauplan der Pitts Python. Vielen Dank noch mal dafür, ich konnte mich inzwischen mit GFK Teilen für seine immer noch im Rohbau befindlichen Pitts revanchieren. Umgemünzt für einen CNC Laser kam wenig später ein ansehnlicher Haufen gebranntes 3mm Pappelsperrholz zusammen.


Ich möchte hier nun in kurzer Abfolge den Baufortschritt und einige Einzellösungen vorstellen, wenngleich das Projekt für mich bereits mit dem erfolgreichen Erstflug fast abgeschlossen ist.
Die ambitionierten 7kg Abfluggewicht standen sehr in Abhängigkeit des Antriebskonzeptes. Entweder edel, leicht und teuer (Motor/Getriebe-Kombo + neues Lipo-Setup) oder Standard, schwer und preiswert (Rotomax od. Co und bestehendes 9S od. 12S Setup). Aber dazu später mehr im Detail – nur soviel vorweg – die kg-Zielmarke wurde im Verlaufe des Projektes weit, sehr weit überschritten.
 

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najan

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Beginnen wir mit dem Rumpfrohbau. Die 3mm Pappelsperrholzspanten sehen zart und leicht aus. Irgendwie habe ich die Vorzüge von Weissleim wieder entdeckt. Klebt kräftig, spaltfüllend, ausreichend schnell, nicht riechend, leichtes reinigen, preiswert. Sicher schwerer als Sekunde, aber das ignoriere ich hier, auch wenn am Ende eine 500ml Ponal-Tube verbraucht wird!! Die hellbraunen Laserkanten wurden nicht weiter beschliffen und ergaben dennoch eine sehr gute Stabilität.
 

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najan

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Als nächstes HLW/SLW. Da eine Abspannung vorgesehen ist, habe ich mir eine leichte Steckung gegönnt – die Transportmöglichkeit vereinfacht sich gehörig. 4mm Aluröhrchen mit Fett und Haushaltsfolie stramm umwickelt, dann einige Lagen 50gr GFK ergibt eine saugende leichte Passung. Das Ganze dann oben/unten mit Balsa aufgefüttert. Am Ende habe ich mich aber doch sehr erschrocken HLW: 96gr, SLW 66gr. Lege ich erst mal beiseite, wird in Abhängigkeit von Schwerpunkt und Antriebskonzept ggf. noch mal neu gemacht, dann in klassischer Stäbchenbauweise.

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najan

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Tragflächen: Aus Faulheit habe ich die Steckung von Petrasch geordert, aber auch, weil die bereits vorgesehene 20mm Bohrung in den Rippen bei Verwendung von Standardrohrmaßen eine dicke Steckungshülse erforderte. Die Nasenleiste aus 3x8mm Kiefer erforderte genaues Ausschleifen derselben, da wäre der Einsatz von Kohlerohr oder zumindest 45° gedrehte 5x5 Kiefernleiste einfacher gewesen.

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Für die doppelte Flächen-Abspannung wurden längliche Alu-Plättchen gefertigt, die zwischen den beiden Kiefernholmen verschraubt werden. Diese braucht man erst kurz vor dem Bespannens einsetzen, das erleichtert während der Bauphase das schleifen/finishen der Flächen. Die Verspannung selbst besteht aus 0,6mm Fesselfluglitze. Verquetschte Aderendhülsen (ohne Plastik) , verlötet in Gewindehülsen lassen sich in Verbindung mit Gabelköpfen gut zum Verspannen nutzen. Die Idee mittels Blindnieten die Bohrung etwas dicker und die Kante runder zu gestalten, habe ich bei G. Aumüller geklaut. Sicher nicht zwingend, aber optisch lecker und schnell realisiert (siehe Alu-Streifen im HLW Bild ein Thread vorher).

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najan

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Die Befestigung der Flächenstreben quer durch die Tragflächen erschien mir anfangs sehr „plump“. Erst nach einigem Überlegen erkannte ich den Vorzug der richtigen Krafteinleitung und der einfachen Montagemöglichkeit. Dem gegenüber erscheinen die notwenigen kleinen Löcher in den Flächen gut vertretbar. Im richtigen Winkel vorgebohrte Balsaklötze führen die Strebenschrauben im richtigen Winkel.
Damit die Schrauben nach Demontage in den Tragflächen vor Ort bleiben, habe ich die Bohrungen über den Schraubenköpfen mit hartem Balsa wieder verschlossen und nur eine kleine Bohrung für das Durchführen eines Imbusschlüssels gebohrt.
Eine Fixierung der Flächen zum Rumpf ist nicht vorgesehen, ich will am Ende prüfen, ob die Verspannung ausreichend Zug ermöglicht, so dass die Flächen auch bei wilden Flugmanövern nicht aus der Verdrehsicherung springen.

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najan

User
Die Gestaltung des Domes ist beim Doppeldecker immer eine spannende Frage. Probeweise habe ich in tropfenform geschliffene Kiefernleisten geordert. Aber im Original sind die Streben sehr dünn geformt, das erschien mir in Kiefer zu instabil. CFK oder Alu? Habe mich für Alu entschieden, weil vorhanden und leichter adaptierbar. Natürlich muß man vorsichtig biegen, Alu bricht schnell.

Die gewählte Demontagemöglichkeit des oberen Doms mittels Senkkopfschrauben ist sehr angenehm, weil man beim Handling von Rohbaurumpf und Fläche lange mehr Freiraum hat. So konnte alles das erste mal montiert und eingemessen werden, bevor die Domstrebenbefestigung fest im Rumpf verklebt wurde. In der Verkleidung der hinteren Streben sind Trinkröhrchen für Servokabel versteckt, weil diese auf Grund der Verspannungsbefestigung nicht mehr durch die Alu-Rohre gezogen werden konnten.

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najan

User
Auch die Domstreben wurden entsprechend des Vorbildes mit Seilen verspannt. Dazu wurden Wirbel aus dem Anglerbereich in Messinghülsen verlötet, in die von der anderen Seite ein Gewinde geschnitten wurde. Nun muß noch eine kurze, gebogene Gewindestange oben in die Domstreben eingeschraubt/verklebt werden und dann kann man durch Aufschrauben der Messinghülse die Drähte spannen. Fixiert wird mit Sekundenkleber oder Schraubenfest. Muß später mal demontiert werden, müßte man die Hülse erhitzen.

Da wo sich die Drähte kreuzen, sind abgeschnittene Quetschhülsen aufgequetscht, um später mit normalem Weichlot an dieser Stelle einen Lötpunkt zu setzen. Edelstahllitze lässt sich sonst schwer weich löten, Hartlöten ist bei diesen dünnen Drähten auch eine Kunst.

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