Bauerfahrungen Weihe 50 von Modellstudio

Hallo liebe Fliegerkameraden,

habe mir einen Komplett-Bausatz (jedenfalls wird er so beworben) der Weihe 50 (345 cm SW) von Modellstudio zugelegt.
Da ich momentan im Verlauf der Fertigstellung mit der Baubeschreibung und dem nicht vorhandenen Material so manchen Frust habe
(u.a. keine Angaben über den Rumpfausbau, nicht realisierbare Störklappenanlenkung) wäre ich sehr daran interessiert,
mich mal mit einem Kollegen auszutauschen, der sich auch mit diesem Oldie beschäftigt, bzw. ihn schon fertig gestellt hat.
Würde mich über einen Kontakt freuen.

Gruß HK
 

bronco

User
Hallo Hartmut,
ich hab auch ein Problem mit meiner Weihe, aber gerade merke ich, daß deine kleiner ist als meine. Ich werde ein neues Thema starten.
 
Hallo,
was ist denn daraus geworden? Auf den Bildern sieht das Flugzeug aus, wie die Weihe 50 von Graupner. Ist das richtig?
Stefan
 
Das Modell ist nicht von Graupner, sondern von Modellstudio.
Die Probleme beim Bau konnte ich noch einigermaßen bewältigen, obgleich an mehreren Stellen die Bauvorgaben einfach nicht einzuhalten waren.
Insbesondere die Festigkeit ließ sehr zu wünschen übrig (u.a.Steckung und Spanten) und ich sah mich gezwungen an mehreren Stellen
Verstärkungen vorzunehmen.
Endergebnis: Ein optisch schöner Segler, (mit Motor und 5S Akku 3,4 kg) aber mit viel zu geringer V-Form.
So fehlt es beim Kreisen erheblich an Eigenstabiliät und in der Kurven droht er mit Abkippen.
Habe beim Erstflug mit Ach-und Krach eine Notlandung fabriziert (Beim Einkurven durchgesackt) wobei der Rumpf einiges abbekommen hat.
Da die Flächen absolut ok sind und nicht beschädigt sind, werde ich dem Oldie mit einem neuen Rumpf und verbesserter V-Form (4 Grad)
eine zweite Chance geben.
Nach meiner Ansicht ist der Bausatz ohne Modifizierung eine Fehlkonstruktion. Es gab einen Test in der FMT 03/20,
da war der Flieger wegen zu üppiger V-Form (12 Grad) nicht fliegbar, weil die Flächenstähle zu stark abgewinkelt waren.
Daraufhin hat man auf Anraten der Tester die Winkel minimiert.
Ich war dann total überrascht, als ich den Bausatz mit geraden GFK Stäben bekam.
Jetzt ist die V-Form natürlich zu gering, was mir aber leider erst nach der Fertigstellung der Steckung aufgefallen ist.
Ich hätte es eigentlich wissen müssen.
 
Hallo Hotlinefan,
meine Frage war ungenau. Die Frage ist, ob es sich um eine Kopie der Graupner Weihe handelt. nach den Fotos vermute ich das.

Ich hatte in den 80er Jahren schon eine Weihe, damals eben die von Graupner. Dass die schlechten Flugeigenschaften nur an zu wenig V- Form liegen, halte ich eher für unwahrscheinlich. 12 Grad waren natürlich zu viel, 0 Grad wäre viel zu wenig. Ich würde vermutlich ca. 2 - 3 Grad pro Seite, insgesamt also 4 - 6 Grad wählen. Hier spielt eine Rolle, dass es sich um einen Hochdecker handelt. Deine ABsicht, die V- Form auf 4 Grad (gemeint ist insgesamt?)zu bringen, passt also nach meiner Auffassung sehr gut.

Die Weihe muss, wie alle Hochdecker mit Seitenruder geflogen werden. Kurvt man nur mit Querruder wird sie schieben. Typisch für Ka 6, DFS Meise (die kleine Schwester der Weihe) oder auf vielen Flugplätzen zu sehen: Piper Cub!

Dass kann einen Abriss im Kurvenflug begünstigen.

3,4 kg sind für das Flugzeug für meinen Geschmack etwas viel. Man müsste aber die Flächenbelastung kennen, um das besser beurteilen zu können. Daraus resultiert dann eine hohe Grundgeschwindigkeit, was zu einem Classic Segler eben nicht so recht passen will. Ich würde versuchen, Gewicht zu sparen. Sind die Verstärkungen wirklich nötig, haben sie bei dem Absturz geholfen? Ist der Antrieb nicht etwas schwer? Kann man am Heck Gewicht sparen, hier machen 10g schon ca. 40g in der Nase aus?

Meine Weihe ist übrigens bei einem Windenstart abgestürzt und flog nach der Reparatur viel besser. Also viel Erfolg!
Stefan
 
Ich finde es immer gut, wenn mir andere Flugkameraden ihre Erfahrungen mitteilen und mir Tipps geben.
Schließlich lernt man bei unserem Hobby nie aus. Danke dir deshalb.
Dass dieser Flieger hauptsächlich mit dem Seitenruder gesteuert werden sollte, hat mir auch ein erfahrener Vereinskollege geraten.
Da scheint also was dran zu sein. Ich hatte bei dem Erstflug 50% Seite zu Quer gemischt, aber vielleicht ist es besser die Kurve mit Seite einzuleiten
und dann Quer je nach Bedarf (50% Expo) mitzunehmen. Das werde ich auf jeden Fall anders machen.
Was die V-Form angeht ist das auch ein wenig Einschätzungssache. Entweder sie passt, oder nicht, denn sie ist halt nicht mehr veränderbar,
im Gegensatz zur EWD. Sie war in diesem Fall durch eine Neigung des Steckungsrohrs in der Fläche vorgegeben.
Diese habe ich auch strikt nach Plan eingesetzt und war zunächst der Auffassung, dass dies reicht.
Als ich den Gfk Stab einführte und die Fläche an den Rumpf schob, ahnte ich schon, dass es zu wenig sei.
Da war aber die Steckung im Rumpf schon eingeharzt und nicht mehr lösbar.
Hinzu kam, dass durch ein etwas weichen Gfk Stab die Fläche nochmals etwas durchschlug, was die V-Form zusätzlich minimierte.
Ich habe dann den GFK Stab durch einen Stahl ersetzt, der die Fläche wenigstens in dem vorgegebenen Winkel stabilisierte.
Ich werde bei dem neuen Rumpf für die Abwinklung des Stahls mir eine 2 Grad Schablone machen und dann den Stahl ohne Rohr
mit Verdrehsicherung zwischen zwei Spanten mit Endfest einharzen, den Knick in der Mitte des Rumpfes.
Natürlich zunächst mal im ungeharzten Zustand die Fläche anpassen und die V-form kontrollieren.
Was das Gewicht angeht, finde ich dies nicht besonders hoch für 3,5m Spannweite und mit hoher Flächentiefe.
Im Übrigen war es so, dass mit einem leichteren Motor und einem 3-oder 4S Akku jede Menge Blei zusätzlich vorne erforderlich gewesen wäre,
wegen der relativ kurzen Rumpfsteils bis zur Flächenwurzel.
Ich hatte das SR über Seilzug angelenkt und für die Höhe ein kleines 10gr. Servo hinten eingesetzt. Das könnte ich ggfs. einsparen,
wenn ich eine andere Anlenkung mache. Aber ich glaube, dass es hinsichtlich des Gesamtgewichtes nicht mehr bringt.
Die Flieger ist halt vorne kurz und braucht Gewicht in der Schnauze zur Einhaltung des Schwerpunktes.
Die Herstellerfirma gibt das Fluggewicht für den Segler mit 2200 an. Da darf man für Elektro sicher gerne 1 kg mehr rechnen.
Nach meiner Berechnung liegt die Flächenbelastung bei rd. 45gr/dm. Das scheint mir eigentlich nicht zu viel, oder ?
 
Hallo,
das Gewicht ist in Ordnung. Mit oder ohne Antrieb, die Herstellerangabe zum Gewicht ist völlig unrealistisch schon wegen des großen GFK Rumppfes. Aber die Flächenbelastung passt recht gut zu dem Flugzeug.

Ein 10g Servo auf Höhe bei so einem Flieger mit einer relativ großen (und schweren) Höhenruderklappe wäre mir zu klein, es sei denn, es ist etwas sehr Gutes aus der DLG High End Klasse.

50% Expo würde ich nicht empfehlen. Da passiert bei einem Ruderbefehl erst einmal ganz lange kaum etwas und dann plötzlich sehr viel. Ich würde bei so einem Segler auf QR mit 10 - 15% anfangen, Seite u.U. bis 20%, Höhe auch erstmal 10 % und lieber den Gesamtausschlag reduzieren.

Ein Tipp für Hochdecker und Programmierprofis: Querruder auf 10% Tiefenruder mischen, natürlich asymmetrisch beidseitig. Durch die Hebelverhältnisse kann es bei Querruderausschlag zu einem Aufnicken kommen. Der Mischer wirkt dem im Ansatz entgegen.

Zum Schluss noch eimmal zur V- Form. Meine DFS "Olympia" Meise, die "kleine
P1010034.JPG
Schwester" der Weihe mit 3,75 m Spannweite hat 5,6 Grad V- Form, also 2,8 Grad pro Seite und fliegt damit sehr gut.

Viel Spaß mit der Weihe,
Stefan
 
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