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Benziner aus Laubbläser springt nur kurz an

An den Modi - falls das nicht hier hingehört, bitte verschieben.

Hallo zusammen,

mit Glühzündern kenne ich mich ganz gut aus, nicht aber mit Benzinern - daher meine Frage hier an die Fachleute:

Folgendes Problem: Mein China-Laubbläser mit einem 22er Benziner (natürlich Magnetzündung) lief sicher 5-6 Jahre lang problemlos und sprang immer super an.
Startprozedur ist wie bei meiner Stihl-Kettensäge: Choke betätigen, 3-4 mal ziehen bis er ein paar Zündungen macht, Choke raus nehmen und dann anwerfen.
Nun läuft er nur noch ganz kurz an, 3-4 Sekunden, und stirbt dann ab, nimmt kein Gas an. Alle folgenden Startversuche sind dann erfolglos. Am nächsten Tag kann man das wiederholen.

Sprit bekommt er, die Kerze ist ziemlich nass, würde ich sagen, der Zündfunke erscheint mir kräftig.
Welche Punkte sollte ich kontrollieren? Freue mich auf Eure Tips.

Dominik
 
Hallo Jungs,

der Sprit ist max. 2 Jahre alt, die Motorsäge und der Freischneider laufen damit wie eh und je.

Den Vergaser hatte ich schon mal ab und dabei entdeckt, dass der Spritschlauch zum Vergaser am Nippel eingerissen war. Ich habe den Schlauch dann etwa 2cm gekürzt und wieder aufgesteckt, und war sicher, das Problem gefunden zu haben - aber daran lag es wohl nicht.

Noch ein Detail: Den Rückschlauch, durch den der überschüssige Sprit beim Primen wieder in den Tank läuft, hatte ich letztes Jahr wegen Porosität komplett durch einen anderen, transparenten Schlauch ersetzt. Der ist jetzt ziemlich hart geworden. Muss der Tank luftdicht geschlossen sein?

Das Primen klappt problemlos, man sieht nach dem 3. oder 4. Betätigen des Primers ordentlich Sprit bei jedem Drücken der kleinen Blase wieder in den Tank zurückfließen.
 

graefi

User
Also ich würds trotzdem mal mit frischem Sprit versuchen. ;) Hilft bei meinem Rasenmäher auch immer.
Der Tank darf nicht luftdicht verschlossen sein, der müsste ja ne entlüftung haben sonst läuft da nix mehr nach. Vielleicht ist hier schon das Problem warum dein Motor nur kurz läuft, weil er einfach keinen Spritmehr kriegt.
Wenn der Schlauch hart geworden ist hast das falsche material verbaut, wird vermutlich ein normaler PVC Schlauch aus dem Baumarkt gewesen sein. In meinem RC-CAR mit Benziner hab ich da spezielle Schläuche verbaut, die das Gemisch vertragen. ;)
 
Hatte auch öfter Probleme mit mehreren Rasenmähern, bis ich, wie schon oben tw. beschrieben, 2 Dinge änderte:
- jedes Jahr neuer Sprit (die hochentzündlichen Anteile verdunsten eher als der "Rest")
- nach der Benutzung immer den Tank randvoll machen, so kann sich weniger Wasser aus Kondensat absetzen. Das sammelt sich unten im Tank und je nach Tankkonstruktion hat man zum Starten dann einen zu hohen Wasseranteil dabei.
 

Ramius

User
Stimme Volker voll zu und ergänze....
ich benutze für Rasenmäher, Kettensäge, Laubsauger, Stromgenerator, 4Takt Roller und auch für meine Flugmotoren ausschließlich Aral Ultimate 102. Dieser Kraftstoff ist frei von Bioethanol. Zusätzlich mische ich dem Kraftstoff ein Benzinadditiv zu (Hersteller ist wahrscheinlich egal, versprechen eh alle das Selbe). Sollte es, wie auch immer dazu kommen, dass doch Wasser ins System kommt, wird das dann gebunden. Mit den "Gelegenheitsmaschinen" hatte ich noch nie Probleme. Keine Vergaserablagerungen, keine Korrosion im Kraftstoffsystem...alles gut.
Im Laubbläserfall würde ich auch auf die Membran tippen. Ich hatte ein ähnliches Verhalten bei einem gebrauchten ZG26. Sprang super an, aber war nicht zu mehr zu bewegen. Mit neuer Membran lief der top. Viel Glück!
 

mannikla

User
Hallo,
ich geh mal davon aus, das deine Aussage von 3-4 sek auch wirklich 3-4 sek sind.
wenn er jedesmal anläuft und dann aber nur 3-4 sek. läuft kann es eigentlich nicht am Alter vom Sprit und auch nicht an der Membrane bzw. dem Flatterventil liegen.
Du hast du mit grosser Warscheinlichkeit Schmutz im Vergaser, speziell vor dem vergaserinternen Ansaugsieb.
Ablauf ist dann immer der Gleiche. Motor läuft an, Schmutz setzt sich durch den dann entstehenden Sog vor das Sieb, Motor bekommt nicht mehr genug Sprit und stirbt ab. Ist der Motor aus, ist der Sog weg, Schmutz fällt wieder vom Sieb ab und das Ganze beim nächsten Startversuch wieder von Vorne.
Das Sieb sitzt unter der der Pumpenmembrane und ist so fein, das man es beinahe nicht als Sieb erkennt. Sitzt bei den meisetn Vergasern in einer runden Bohrung, ca. 5-8mm Durchmesser, ca. 4-5mm vertieft. Einfach ausspülen (z.B. mit einer Injektionsspritze )reicht meistens. Durch die Flussrichtung des Kraftstoffs befindet sich der Schmutz vor dem Sieb.
Das Siebgewebe ist nur in die Bohrung eingedrückt. Mit etwas Glück und Gefühl kann man es herausbekommen. Die Gefahr das es dabei beschädigt wird ist NICHT unerheblich. Ausspülen reicht vollkommen.

Achtung beim Abnehmen der Menmbrane. Bei machen Vergasern ist die Membrane an der Nadelmechanik eingehängt. Dann bisschen zur Seite schieben.

Gruss Klaus
 
Danke für die Tips.

Neuen Sprit werde ich testen, auch wenn ich nicht daran als Ursache glaube. Aber Versuch macht ja kluch...
Der Motor läuft immer nur das erste Mal für ein paar Sekunden an, wenn ich mal wieder rangehe und rumprobiere. Danach kann ich am Seilzug ziehen, bis ich einen Tennisarm bekomme - er gibt dann keinen Mucks mehr von sich.

Wo findet man gute Informationen über diese Vergaser (alles "Walbro"-Type?) im Netz? Bevor ich den zerlege, würde ich mir das anschauen.

Schöne Grüße
Dominik
 

mannikla

User
Hallo,
ich noch mal - sorry - muss mich korrigieren.
Hab grad noch mal nachgeschaut - das Sieb sitzt nicht unter der Membrane sondern auf der anderen Seite unter den Flatterventilen.
Gruss Klaus
 

Wilf

User
... Noch ein Detail: Den Rückschlauch, durch den der überschüssige Sprit beim Primen wieder in den Tank läuft, hatte ich letztes Jahr wegen Porosität komplett durch einen anderen, transparenten Schlauch ersetzt. Der ist jetzt ziemlich hart geworden. Muss der Tank luftdicht geschlossen sein?
Zumindest dieses Detail lässt sich definitiv abklären: Nein, der Tank muss über einen funktionierenden Druckausgleich verfügen. Sonst verhungert der Motor.

Testweise den Tankdeckel lockern, so dass er über das Gewinde Luft ziehen kann. Wenn er dann durchläuft, war eine verstopfte Tankentlüftung die Ursache.
 
Hallo, habe Laubläser von meinem Vater repariert und habe erst auch am Vergaser gefummelt.
Im Endeffekt war es aber die Zündung, Kerze war kaputt und hat auch immer nur 3-4 Zündungen gemacht und dann aus.
Neue Kerze und oben das Kabel was an der Kerze saß, metallisch blank gemacht und danach rannte der Motor wieder.
Als die Kerze draußen war mit Spritze etwas Sprit direkt in den Brennraum geträufelt, um erst einmal mehr Sprit zum zünden zu bekommen...
 

mannikla

User
Hatte einen Vergaser gerade zum Nachschauen offen und Bilder gemacht - wenn schon - denn schon.
In meinem Fall ein Walbro vom ZG 62 - der prinzipielle Aufbau ist bei den allermeisten Vergasern ziemlich ähnlich.
Ansicht von der Seite mit der Vollgas und Leerlauf Nadeln unten, darüber die Standgasschraube.
Walbro Nadeln.jpg


Der Deckel gegenüber der Vollgas und Leerlaufnadel ist der Deckel mit den Flatterventilen ( im Bild der obere Deckel)
Walbro Deckel.jpg

(der muss nicht immer eine zentrale Befestigungsschraube haben)
Die Position vom Deckel merken oder markieren (Handyfoto hilft meistens, vor allem hinterher). Schraube (n) lösen, Deckel abnehmen.
Die Platte mit den Flatterventilen bleibt entweder am Vergaser oder am Deckel hängen.
Da ist sie am Vergaser - die beiden halbrunden Teile sind die Flatterventile. Vor dem Abnehmen Position merken.
Walbro Flatterventile.jpg

(Achtung - bei manchen Vergasern kann man die Platte auch spiegelverkehrt einbauen)

Flatterventilplatte abgenommen.
Die grosse runde Bohrung oben ist das Sieb
Walbro Sieb.jpg


Ausspülen und wieder alles zusammenschrauben.
Gruss Klaus
 

Bernd Langner

Moderator, Fesselflug, Antikmodelle, Retro-Flugmod
Teammitglied
Hallo Dominik

Wo findet man gute Informationen über diese Vergaser (alles "Walbro"-Type?) im Netz? Bevor ich den zerlege, würde ich mir das anschauen.
Ich habe da etwas


oder
www.youtube.com/watch?v=RfzzTilqwo0&feature=emb_logo

Gruß Bernd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Männer,

Erfolg! Der Motor läuft wieder.

Der Vergaser ist wohl die Sparausgabe einer Walbro-Kopie, das Flatterventil ist eine Membrane aus dünnem schwarzem, filmartigen Kunststoff. Leerlaufnadel gibt es keine, und die Vollgasnadel (wenn es denn eine ist) kann man nur mit einem Spezialschlüssel verstellen. Hab ich alles so gelassen.
Ich habe nur zerlegt, das Siebchen gegen das Licht gehalten und vom Sprit trockengepustet, aber da war lt. meiner Augen absolut nichts verschmutzt.
Dann wieder zusammengebaut.
Was ich noch gemacht habe: Die Zündkerze war schwarz-fettig-ölig, die habe ich freigebrannt und dann mit einer Messingdrahtbürste blank gemacht.
Nach dem Anwerfen hat er ein paar Sekunden blau geraucht (Sprit ist 1:40...), dann war das weg.

Das Dingens läuft - super, danke an alle hier!

Ich stell nachher noch ein paar Fotos des Vergasers ein.

Dominik
 
Hier noch die Fotos, erstmal der Vergaser, dann der Rest:
Vergaser.jpg


Unterteil mit der Primerpumpe abgenommen, man sieht das Sieb oben rechts:
Flatterventil und Sieb1.jpg


Das sogenannte Flatterventil an der Ecke angehoben:
Flatterventil angehoben.jpg


Sieb mit minimalen Verschmutzungen (die Pinzette ist ca. 4mm breit):
Sieb.jpg


Und das, was ich für die Hauptnadel halte - man benötigt einen ringförmigen Schlüssel mit einer kleinen Nase innen zum Verstellen:
High-Nadel.jpg
 
Sach'ich ja Kerze tauschen... 😆😊
Unserer hatte nen völlig schwarzen Kontakt oben auf der Zündkerze wo eine Mutter saß für den Pluspol, der auch erstmal geputzt werden mußte.
Diese Laubläser sind doch alle gleich aufgebaut...
 
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