Benzingemisch- Haltbarkeit

Hallo,

Wie lange kann ein selbst gemischter Benzin gelagert werden?

Grund der Frage: Ein netter Verkäufer im Fachhandel hat mir kürzlich gesagt, das selbst gemischter Benzin (z.B. 1:30) innerhalb von ca. 3 Monate aufgebraucht werden sollte. Beim früher verbleitem Benzin war das Gemisch angeblich unbegrenzt haltbar.
Aspen soll seiner Angabe nach ebenfalls unbegrenzt lagerfähig sein.

Ist das nun richtig oder nicht?

Welchen Einfluß hat das Öl? (mineralisch/synthetisch)


Kann jemand dazu fundierte Aussagen machen. Bitte nur antworten wenn ihr euch wirklich damit auskennt, keine Vermutungen ect.


Gruß Christian
 
capriolo schrieb:
Hallo,
Grund der Frage: Ein netter Verkäufer im Fachhandel hat mir kürzlich gesagt, das selbst gemischter Benzin (z.B. 1:30) innerhalb von ca. 3 Monate aufgebraucht werden sollte.

Das ist Quatsch! Hat der Verkäufer auch den Grund genannt?
Es stimmt zwar, dass Benzin leicht verflüchtigende Bestandteile enthält, aber wenn du den Sprit in einem Benzinkanister aufbewahrst, dann gibt es mit der Lagerung keine Probleme.
Für meinen Motorrad- Oldie muss ich auch immer Gemisch anmixen und da lagert immer eine gewisse Menge über die Wintersaison in der Garage (ca. 6Monate). Damit hatte ich noch nie Probleme...

Methanolkraftstoff ist geringer lagerfähig als Benzin und selbst da wird von mind. 6 Monaten Lagerzeit gesprochen. In ordentlichen Behältnissen ist selbst bei Glühzündersprit mind. 1 Jahr Lagerzeit realistisch. Natürlich ist das Zeug im trockenen Heizungskeller länger lagerbar als in einer nassen Garage...

Grüße
Robert
 
Ich kann gexx nur zustimmen!

Und Methanol ist weniger lange lagerbar als Benzin, weil es die Eigenschaft besitzt, hydroskopisch zu sein. Heißt auf deutsch, Methanol zieht Wasser aus der Luftfeuchtigkeit an, in geringem Maße auch durch einige Kunststoffe hindurch (Diffusion), daher die begrenzte Lagerbarkeit.

Benzin kann über viele Monate oder sogar Jahre hinweg gelagert werden, wenn es in einem Behälter aufbewahrt wird, dessen Material keine Diffusion einzelner Bestandteile des Treibstoffs erlaubt.
 
Also mein Kettensägenmann sagt mir auch immer, Benzin-Öl Gemisch nie länger
als 3 Monate lagern, da sich bei den modernen Spritsorten Öl und Benzin
entmischen und auch durch schütteln etc. nicht mehr vermischen.
Warum konnte er mir auch nicht sagen, er hat halt nur die entsprechende Anweisung von den Geräte-bzw.Motorenherstellern darauf zu achten,
er hat auch eine Messeinrichtung um bei Motorschäden z.B. in der Garantiezeit den Sprit zu überprüfen.
Wie oben schon erwähnt, entmischt sich Aspen-Sprit nicht.


VLG,

Fred
 
Da stimme ich dem Fred zu.
Verschiedene Autobenzine haben allerhand Additive und vor allem auch Methanol als Bestandteil beigefügt, und enthalten aus dem Raffinade-
Prozess eine Fülle von Kohlenwassserstoffen, sind also nicht einfach nur ein eng definiertes Öl-Raffinat. Bei längerer Lagerung und wohl auch geeigneten Umweltbedingungen (Hitze, Trockenheit/Feuchte) kann sich aus diesem Benzin eingemischtes 2T-Öl wieder ausmischen, und lässt sich dann auch durch Schütteln nicht wieder zurückmischen.
So hab ich´s gelesen, und am eigenen Sprit nach über 2 Jahren Lagerung in meiner Garage in USA auch erfahren. Allerdings ist es da lange sehr heiss (bis 40°C) und auch sehr trocken. Der Sprit roch auch irgendwie oll dabei. Der Kanister war eher ein Ballon :D
Hier allerdings hält mein Sprit ohne weiteres ein Jahr im Keller. Ich nehme Super (riecht besser als Normal) und Zepf-Öl oder Castrol Racing. Aspen ist mir zu teuer, und machte im Test Probleme.

VG Michael

PS: Der Aspen Sprit hat grundsätzlich eine andere (reinere) Benzin-Basis, so dass die Verhältnisse auch anders sind. Deswegen stinkt er auch kaum.
 
Entmischung

Entmischung

Das Problem sind normalerweise nicht die 2-Takt Öle. Sie enthalten besondere Zusätze die eine Entmischung normalerweise verhindern. Außerdem kann man nach langer Lagerungszeit den Benzinbehälter für unsere Motoren ja mal wieder schütteln.
Das "Problem" für die Mischbarkeit von Öl und Benzin stellt das aufgrund der Zwangsbeimischung der EU Verordnung im Benzin enthaltenen (Bio) Ethanol dar.
Auch Aspen muss (Bio)Ethanol enthalten, sonst dürfte es in der EU nicht verkauft werden. Es hat also das gleiche Problem.

mfg

Jürgen
 
Aspen wird in Schweden hergestellt und ist Alkylatbenzin.

Was ist Alkylatbenzin?
Alkylatbenzin, wird auch als "Grünes Benzin" bezeichnet, entsteht direkt in der Ölraffinerie durch Synthese der überschüssigen Gase aus der Rohöldestillation und der Crackanlage. Alkylat ist somit eines der reinsten Ölprodukte, die hergestellt werden können. Es enthält nur ein Mindestmaß an Benzol, Aromaten, Schwefel und Olefinen. Dies führt einerseits zu einer deutlich geringeren Schadstoff- und Abgasbelastung für den Anwender und verhindert anderseits die Bildung von Ablagerungen in den Arbeitsgeräten, besonders nach längeren Stillstandzeiten.

Inhaltsstoffe:

-Benzol
-Aromate
-Olefine
-Schwefel.

So stehts bei mir im Datenblatt.

Mfg,

Fred
 
Ja, richtig. Nicht Methanol ist die Beimischung, sondern Ethanol, da hat Jürgen recht. Und die 2-T-Öle mischen sich nicht mit Alkoholen.
Durch Schütteln lässt sich aber der ursprüngliche Zustand des Benzins nach langer Lagerung eben nicht wieder herstellen.
 
Entmischungstheorie hin oder her...
Ich habe immer einen 25L BW Metall-Kanister mit fertigem Benzingemisch 1:50.
Ich mische selbst.
Wenn ich im Herbst eine neue Füllung mische, verbrauche ich nicht alles bis zum Winter. Der Rest steht also rum bis Ostern etwa.

Da hat sich bei mir bisher noch nie irgendetwas entmischt!
Das müsste ich ja spätestens merken, wenn die Motoren am Kolbenfresser oder Lagerschaden sterben, sofern eine Entmischung statt gefunden hätte in meinem 25L Kanister über Winter.
Motoren sind aber alle bei bester Gesundheit. ;)

Soviel zum Thema Entmischung mit Super von der Tankstelle... :rolleyes:
 
es entmischt sich garantiert nicht

es entmischt sich garantiert nicht

Benzin und ein gutes Zweitaktmotoröl (z.B. Castrol), das entsprechende Additive enthält, entmischt sich garantiert nicht.
Alle gegenteiligen Behauptungen ließen sich doch einfach beweisen. Macht doch mal ein Foto von euerem Benzin nach der Winterlagerung (bitte kein Fake- mit Methanol reinkippen)!

Nochmal zu Aspen :

Aus meiner Sicht ist die Bezeichung grünes Benzin irreführend und wissentlich falsch.
Die bei der Herstellung durch die H2SO4 oder HF Alkylierung entstehenden Nebenprodukte sind jedenfalls nicht gerade Bio.... Außerdem bieten beide Herstellungsmethoden ein nicht zu verachtendes Gefahrenpotential und gehören mit zu den gefährlichsten Prozessen in einer Raffinerie. Sie sind daher meistens weiträumig abgesperrt und werden mit Videokameras überwacht. Natürlich führt die Alkylierung wie auch andere GTL (Gas to Liquid) Prozesse zu Benzinderivaten mit engem Siedespektrum und wohldefinierten Komponenten. Da Aspen aber auch (Bio) Ethanol enthalten muss, hat es hinsichtlich der Mischbarkeit mit 2-Taktöl keinerlei Vorteile.

mfg

Jürgen
 
Also erst mal Danke für eure Beiträge.

Powerflieger: ...das Methanol hygroskopisch ist, und das die Lagerung egal welchen Treibstoffes, in dichten Behältnissen erfolgen muss ist mir auch bekannt.

Mit fertigem Gemisch(1:40) von der Tankstelle das ich für meinen Rasentrimmer verwende habe ich bisher auch noch kein Problem bei Lagerung über den Winter bis zur nächsten Gartensaison bemerkt.

Deshalb auch meine Frage, ob an der Aussage des Verkäufers etwas dran ist oder er mir nur den sauteuren Aspensprit schmackhaft machen will. Übrigens hat er mir auch einen Biosprit der angeblich die gleichen Eigenschaften wie Aspen aufweisen soll angepriesen. Aber...ich traue schon lange keinem Verkäufer mehr:D

Da ich aber meinen hochgeschätzen DL-Motor lange am Leben erhalten möchte, mische bisher nur 5Liter(Superbezin) die dann ja innerhalb kurzer Zeit verflogen werden können.

Falls jemand noch weitere fundierte Erkenntnisse hat bitte melden.

Ansonsten genügt mir das bisher gelesene, also kein Problem wenn die Restmenge über den Winter gelagert wird.

Danke.
LG Christian
 
capriolo schrieb:
Also erst mal Danke für eure Beiträge.

Powerflieger: ...das Methanol hygroskopisch ist, und das die Lagerung egal welchen Treibstoffes, in dichten Behältnissen erfolgen muss ist mir auch bekannt.

Mit fertigem Gemisch(1:40) von der Tankstelle das ich für meinen Rasentrimmer verwende habe ich bisher auch noch kein Problem bei Lagerung über den Winter bis zur nächsten Gartensaison bemerkt.

Deshalb auch meine Frage, ob an der Aussage des Verkäufers etwas dran ist oder er mir nur den sauteuren Aspensprit schmackhaft machen will. Übrigens hat er mir auch einen Biosprit der angeblich die gleichen Eigenschaften wie Aspen aufweisen soll angepriesen. Aber...ich traue schon lange keinem Verkäufer mehr:D

Da ich aber meinen hochgeschätzen DL-Motor lange am Leben erhalten möchte, mische bisher nur 5Liter(Superbezin) die dann ja innerhalb kurzer Zeit verflogen werden können.

Falls jemand noch weitere fundierte Erkenntnisse hat bitte melden.

Ansonsten genügt mir das bisher gelesene, also kein Problem wenn die Restmenge über den Winter gelagert wird.

Danke.
LG Christian
Hallo Chrstian,

wenn du mit dem Lagern und dem Transport von normalen Benzin aus rein geruchstechnischen Gründen kein Problem hast, dann würde ich den eindeutig bevorzugen. Aspen wirkt sich weder positiv noch negativ auf die Lebenserwartung deines Motors aus, da spielen andere Faktoren wie Öl und Betriebsbedingungen eine viel größere Rolle. Der Apen oder Stihl Motomix führt nur zu größeren Scherzen im Geldbeutel.
Zudem kann Aspen bei einigen wenigen Motoren zu Problemen mit den Laufeigenschaften führen. Bei mir war es konkret der ZG 80 der damit nicht richtig wollte (TC hatte mich aber auch gewarnt), alle anderen Motoren liefen damit problemlos.

Gruß -Stephan-
 
Haltbarkeit

Haltbarkeit

Hallo,
ich bin zwar kein Experte, aber nen tipp habe ich für dich Karl:

Nach der Saison den Kannister in die Bastelbude, Keller oder sonst wo du Ihn überwintern lässt stellen ( dann hast wenigstens was wenn es mal 15° im Dezember wird ), zu Saisonbeginn, wenn du einen Benziner Fährst, einfach in den Tank kippen, kann sich ja warscheinlich sowieso nicht um mehr als 5-10 liter handeln.....

Wenn du einen Diesel fährst, Tank einfach deinen Rasenmäher voll damit wenn du den Aussagen von Experten nicht vertaust.....


Ich lagere immer über den Winter und verfliege den "alten Sprit" einfach, hab da noch nie Probleme mit gehabt.

Achja, und abtanken tu ich meine Modelle nie, sorge sogar dafür das der Tank mehr als zu 1/4 betankt ist, verringert das troknen der Membrane im Vergaser!


Gruß Arnd
 
Hi!

Ich verstehe auch die Probleme einiger nicht. Mein ZG 22 schlug ein, den Restsprit (1:50, Bellray) habe ich dann 8 Jahre später im ZG20 verflogen. Oh Wunder, als ich neuen Sprit genommen habe lief er genau so wie mit dem Alten.

Warum hier manche ein Problem in einem Jahr oder noch schlimmer in ein paar Monaten sehen ist unbegreiflich.

Übrigens, wer so hekel ist, dass er an derart schnelle Alterung des Kraftstoffs glaubt, der sollte auch kein 2T Gemisch in ein Auto schütten...;)
 
Tachauch.
....am eigenen Sprit nach über 2 Jahren Lagerung in meiner Garage in USA auch erfahren. Allerdings ist es da lange sehr heiss (bis 40°C) und auch sehr trocken. Der Sprit roch auch irgendwie oll dabei. Der Kanister war eher ein Ballon :D.
..

Ich habe Benzin für unser Notstromaggregat in meiner Firma seid mehr als 3 Jahren im Kanister, bzw. Generatortank. Das Ding ist neulich ohne murren angesprungen und munter gelaufen. Das einzige was ich berichten kann, ist, das der Sprit im Tank fast völlig verdunstet war. (Ja, der Tankdeckel war drauf!) Es roch etwas merkwürdig, dies kann ich bestätigen. War der Kanister aus Plaste und Elaste? Da könnte ich mir gut vorstellen das selbst Benzinfeste Kanister langsam ihre „Weichmacher“ ins Benzin abgeben.

Was immer dem Sprit noch bei bzw. reingemischt ist, auch höher dosiert (ich hatte einfach nur nachgeschmissen) macht es offensichtlich nichts. Ich denke also, das man auch Gemisch für länger stehen lassen könnte ohne dass es „verfault“. ;)
 
Hi,

in Metallkanistern habe ich Methanol schon 7 Jahre gelagert (Hobbypause) und anschließend verbraucht und zwar ohne jegliche Schwierigkeiten. Wichtig ist aber, dass vernünftige Behälter zur Lagerung verwendet werden - für Methanol gilt: nicht rostende Metallkanister und Metalldeckel mit guter Dichtung verwenden. In Kunststoffkanistern "saugt" das Methanol Wasser aus dem Kunstoff heraus und dieser "besorgt" sich das Wasser wieder aus der Außenluft. Dieser Vorgang geht aber selbst bei Kunststoffkanistern recht langsam von statten (wir sprechen hier über Jahre!).

Bei Benzingemischen kann es nach längerer Lagerzeit vorkommen, dass sich das beigemischte 2T-Öl absetzt und verklumpt. Dies konnte ich bei einem Kanister beobachten, der mind. schon 15 Jahre stand (hatte der Großvater noch abgefüllt). Ansonsten konnte ich bei Motorsägensprit (Super Benzin + Stihl 2T-Öl) nach 2 bis 3 Jahren Lagerung im Kunststoffkanister noch keine Probleme feststellen. Mittlerweile verwenden wir für Motorsägen allerdings nur noch Aspen 2T (weniger Gestank beim Sägen) und da wir fast nur noch mit Holz heizen, wird der Fichten-Mopped-Sprit nicht mehr älter als 12 Monate...

Viele Grüße
Gerhard
 
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