"Breitbandstörung"

Hi Leute,

wir waren heute mit 2 Highlights fliegen. Der eine flog auf 35 MHZ und Kanal 63, der andere auf 40 MHZ und Kanal 52. Als der Highlight mit Kanal 63 relativ weit weg war, hatte er plötzlich ziemlich heftige Störungen auf Höhe und Quer. Während ich noch den Sachkundigen gespielt und gemeint habe, er solle nicht mit der Antenne auf den Flieger zeigen sondern sie mal quer zum Flieger halten, hatte ich auf einmal bei meinem Highlight das Gleiche - schwere Störung auf Höhe und Quer und der Flieger trudelte abwärts. Ich habe schon überlegt, ob wir wohl wenigstens die Elektronik im Gebüsch wiederfinden werden, da hat der Flieger wieder reagiert. Beide sind unbeschadet gelandet.

Habt ihr auch schon mal auf mehreren Kanälen und auch noch bei verschiedenen Frequenzbändern gleichzeitig so schwere Störungen beobachtet?? Ist das technisch überhaupt denkbar?

Zu den Örtlichkeiten ist noch zu sagen, dass wir am Michaelsberg oberhalb von Untergrombach, also in der Nähe eines Ortes, geflogen sind und dass sich in einer Entfernung von etwa 5 - 10 km Luftlinie eine Bundeswehrkaserne befindet.

Beide Flieger sind schon recht lange mit der gleichen Ausrüstung problemlos im Einsatz.

Gruß
------------------
steht nun bei den Fernsteuerungen
HWE :rcn:

Thomas

[ 07. November 2004, 22:23: Beitrag editiert von: Heinz-Werner Eickhoff ]
 
Hallo Thomas,

wahrscheinlich haben wir uns unwissendlich schon mal am Michaelsberg getroffen. Z.Zt. fliege ich einen Mega, davor einen Starling. Ab und an mal einen KiSAL oder nen EPP-Nuri (letzteres nur noch sehr selten).

Zu den Störungen:
Als ich noch 40MHz flog hatte ich am Michaelsberg keine einzige Störung mitbekommen, wärend 35MHz Flieger ab und an mal beim fliegen in S-SW Richtung (also ganz weit "links") kleinere Störungen hatten.

Gestern (Samstag) bin ich mit meinem neuen 35MHz Equipment zum vielleicht 5ten mal am Michaelsberg geflogen und hatte das erste mal auch kleinere Störungen auf S-SW etwas weiter draussen.

Sender EVO9 Synthie, Empfänger SCAN7. Kanal war am Samstag 71 und 73. Am Samstag zuvor ging fast nix, aber auch keine Störungen, geflogen bin ich da auf Kanal 71.
 

Micha O.

User gesperrt
Hallo zusammen,
dieses Problem kenn ich! Das ist bei uns ähnlich.
Eine Frage: Wie war das Wetter an dem Tag? war der Untergrund feucht? (da solls manchmal Probleme geben) Bei uns auf dem Platz gibt es auch 2 Stellen...wenn man die mit PPM überfliegt kann man drauf warten! Die Stellen sind im Acker sehr schön mit diversen Modellresten gekennzeichnet. :D
Viele Vereinskollegen haben, bis sie es selber erlebt haben, immer nur von Fingerfehlern anderer gesprochen ;) Oder die Ursache liegt zwischen den Ohren usw... ;)
Wir lassen bei uns regelmäsig einen Scanner mitlaufen. Auch bei eindeutig aufgetreten Störungen war hier kein Impuls im 35Mhz zu verzeichen. Andere Frequenzen können das 35Mhz-Band ebenso stören! Hier liegt das Problem.
Thema Budeswehr:
Unser erster Platz lag an Rande eines Übungsplatzes...Flugplatz und Übungsplatz waren druch eine kleine Hügelkette von ca 150m Höhe getrennt. Wenn die grünen Jungs auf der anderen Seiten das Radar für die Boden-Luftraketen aufgebaut und in Betrieb genommen hatte durfte man die Höhe der Hügel nicht überfliegen. Sobald das geschah war Sendepause :eek: Der Flieger ist dann meist wieder bis in den "Radarschatten" der Hügelkette durchgefallen... dann konnte man wieder steuern. Wenns noch was gab :D

Gruß

Micha
 
Bei mir war es an beiden Tagen feucht. An dem Tag als ich die kleinen Probleme hatte würde ich es eher nass nennen. :) Ich habe aber schon "Gemecker" anderer Piloten im Hochsommer mitbekommen.
 
Hallo, Thomas,

wenn Du in der Nähe eines Ortes geflogen bist, halt doch mal Ausschau nach "größeren" Antennenanlagen von Hobbyfunkern. Es muß nicht so sein, aber ein Modellbaukollege hat es vor Jahren schon einmal erlebt, daß ein solcher Funkfreund mit einem (wohl nicht genehmigten) Breitbandsender und "Vogelinluftbratleistung" ganze Frequenzbänder plattgedrückt hat.

Die Bundeswehr bemüht sich im allgemeinen, nicht breitbandig zu funken ... nicht daß das im UKW-Band als Rundfunkt mitgehört werden kann ;)

Ansonsten könnte man sich noch Interferenzen zwischen Euren beiden Sendern dergestalt vorstellen, daß es zu einer teilweisen Auslöschung des Sendersignals kommt.

Wenn Du wieder mal da fliegst, nimm am besten nen Scanner mit und laß den mitlaufen.

Gruß Hajo
 

Micha O.

User gesperrt
...nun das sich die Bundeswehr bemüht ist was neues :D
Noch 2 Fälle:
schöner ruhiger Tag in der Ebene...der Segler war auf gerade mal 150m.... Da kommt ein Tornado(bin mir nicht sicher) im Tieflug über die Wiesen gehämmert... ganz allein .... :eek: Die Höhe lag schätzungsweise bei ca 100-150m! :o Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte nen Strich auf der Mütze gehabt und die Haare wären angesenkt gewesen ;)
Nachdem das gedonner verzogen war ist der besagte Segler meines Kollegen steuerlos zu Boden getrudelt...Am Flieger selber was kein großer Schaden. Aber der Empfänger war komplett mit Quarz hinüber! :mad: Was ist da passiert??? das kann doch kein Zufall sein???
Ähnliches ist uns auch schon mit einem Hubschrauber passiert der ganz in der Nähe vorbei geflogen ist.

Gruß

Micha
 

Jan

Moderator
Original erstellt von Micha O.:
...nun das sich die Bundeswehr bemüht ist was neues :D
Noch 2 Fälle:
schöner ruhiger Tag in der Ebene...der Segler war auf gerade mal 150m.... Da kommt ein Tornado(bin mir nicht sicher) im Tieflug über die Wiesen gehämmert... ganz allein .... :eek: Die Höhe lag schätzungsweise bei ca 100-150m! :o Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte nen Strich auf der Mütze gehabt und die Haare wären angesenkt gewesen ;)
Nachdem das gedonner verzogen war ist der besagte Segler meines Kollegen steuerlos zu Boden getrudelt...Am Flieger selber was kein großer Schaden. Aber der Empfänger war komplett mit Quarz hinüber! :mad: Was ist da passiert??? das kann doch kein Zufall sein???
Ähnliches ist uns auch schon mit einem Hubschrauber passiert der ganz in der Nähe vorbei geflogen ist.

Gruß

Micha
Frage an die Experten: Kann Radar einen Empfänger "überladen"? Und zwar so, dass er nicht nur in der Funktion vorübergehend gestört wird, sondern bleibenden Schaden nimmt?
 

Gast_2222

User gesperrt
Logisch ...
Original erstellt von Jan:
Frage an die Experten: Kann Radar einen Empfänger "überladen"? Und zwar so, dass er nicht nur in der Funktion vorübergehend gestört wird, sondern bleibenden Schaden nimmt?
Wenn Du "laut" genug funkst, kriegst Du mit jeder Frequenz jeden Schwingkreis kaputt.

Gruss, Wolfgang
 

Micha O.

User gesperrt
...hab ichs mir doch gedacht... :mad:

Im Frühjahr wird auf unserem Platz ne Flak installiert!!! ;)

ich frag mich manchmal sowieso was die in unserer Nähe machen...zumal es hinter unserem Flugsektor(rückseitig) noch ein Flugplatz für Sportflieger gibt der nur ca 2 km entfernt ist... Gut der riesen Übungsplatz ist nut ca 10km entfernt ..... Ich kann mir auch nicht vorstellen das solche Tiefflüge über bewohntes Gebiet genehmigt sind!?

Aber jetzt haben wir schonmal ne Richtung!

Gruß

Micha
 
Hi Leute, danke für die Antworten. Wie der Prof. Dr. richtig schreibt, war an dem Tag der Boden feucht, wenn auch nicht klatschnass und in der Rheinebene hat es z. T. heftig geregnet. Euren Antworten entnehme ich jedenfalls, dass eine solche Störung über verscheiedene Kanäle euch auch schon untergekommen ist. Schön ein doofes Hobby, bei dem einem die Flieger schlagartig vom Himmel fallen können, oder? Scanner mitnehmen wäre ja mal eine gute Idee, aber haben vor Lachen.

Gruß

Thomas
 
hi,

ad 1: Flugzeugabwehrraketen.
Falls es die Hawk in D noch gibt: deren eines Radar, "Highpower" alias Mickey Mouse, strahlt echt was ab. Es heisst ja nicht umsonst "Beleuchtungsradar". Damit kann man RC-Anlagen wohl in einigen 100m Entfernung dauerhaft beschädigen, weiter weg aber wohl nicht (lediglich zur Fehlfunktion bringen)

ad 2: bestimmte Stellen.
Das Wort Richtfunkstrecken (der Telekom) ist noch nicht gefallen.
a) die gibt es öfter als man denkt
b) die Feldstärke ist höher als man denkt.
Beispiel Thannhausen (liest keiner von dort mit - ihr müsstet doch was dazu sagen können), wo wir jedes Jahr unsere Luftschlacht abhalten: Kaum einer, der dort nicht auf einer wie mit dem Lineal zu zeichnenden Strecke in einer bestimmten Höhe ein Modell verloren hat. Lösung: siehe unten.

ad 3: was tun?
Das Piccolario (Thommy: Danke!) ist da sagenhaft: Kaum wird der Empfang gestört, erschallt das freundliche "Achtung!" im Hörer. Und nachdem gelegentlich auch Verbrenner mit leerem RC-Akku kratern: Nie mehr ohne Telemetrie was Feldstärke und Akkuspannung betrifft! Dann solltet ihr relativ schnell merken, wo die Empfangsprobleme auftreten. Bei Richtfunkstrecken meist in einer bestimmten Höhe (in Thannhausen beim Abflug nach West genau in der anschliessenden Linkskurve).

Bertram
 

Chris

Vereinsmitglied
Hi TZ,

hmm, da sollte doch der Mensch der da auf Kanal 63 fliegt mal seine 4000er mitnehmen denn da is ein Scanner eingebaut :D

Und denk dran auf Michaelsberg sind immer wieder die Jungs mit ihren Autos auf denen Antennen drauf sind die bis in die Stratosphäre reichen sprich CB-Funker und auch immer wieder mal ne Fuchsjagd abhalten.
 

axman

User
Hallo Leutz,

zur Erinnerung, es gibt immer noch die Fälle mit der Überhorizontausbreitung durch Brechung und Spiegelung von Funksignalen an der Ionosphäre. Normalerweise ist das für Signale bei 35 und 40 MHz kein Thema, aber ca. ein Dutzend Tage im Jahr schon ! Und wie der Zufall es will waren in den letzten Tagen solche Bedingungen. Ich habe auf dem 10m Amateurfunkband (28-29,7MHz)mit unwahrscheinlicher Lautstärke Stationen aus aller Welt gehört. Z.B. russischen Taxifunk bei 28MHz(schwarz) mit vermutlich geringer Sendeleistung. Solche Ausbreitungen sind durch stark wechselnde Eigenschaften der Ionosphäre durch Sonneneinflüsse manchmal sehr starken Signalschwankungen unterworfen. Das geht im Sekundenbereich aber auch 10-20min Phasen sind zu beobachten.

Störungen kann es durch weltweit andere Nutzer auf den Fernsteuerfrequenzen geben oder durch Mischung von starken Signalen an der Eingangsstufe der Fernsteuerempfänger, deren Ergebnis ein Signal im Fernsteuerbereich ist.

Erkennung : entweder Empfänger mit Audio-Output zur Erkennungn von Sprach- oder Videoähnlicher Modulation oder vor dem Fliegen den Empfänger zur Beobachtung schon mal 20min eingeschaltet lassen, z.B. beim Aufbauen.

Ist nur eine mögliche Erklärung, aber wenn man sich die Feldstärken bei solchen Ereignissen anschaut, hat man das Gefühl man sitzt weltweit in einer reflektierenden Metallkugel...Im Extremfall haben mir solche Signale im UKW-Bereich auch schon den 50km entfernten UKW-Sender im Autoradio "weggedrückt".

Grüsse

Axel

[ 10. November 2004, 22:31: Beitrag editiert von: axman ]
 
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