Brillant V

Hallo,
wie es der Zufall wollte ergab sich die Möglichkeit zwei Generationen von Manfred Derschugs Brillanten direkt zu vergleichen:

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Der Brillant links ist Baujahr 2020, rohbaufertig erstellt vom Meister höchstpersönlich.
Der gelbe (rechts) könnte aus den 1980er Jahren stammen, genaues ist nicht bekannt da vom Modellflugkollegen gebraucht erstanden.

Die Rümpfe sind definitiv aus unterschiedlichen Formen. Auch die konischen Heckrohre unterscheiden sich wesentlich.
Die alte Version hat ein Heckrohr Durchmesser 19mm auf 17mm hinten.
Der aktuelle Brillant hat 25 auf 22mm, also eine Ecke dicker.

Aber wesentlich gravierender sind die Unterschiede bei den Tragflächen:
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Spannweite neu 2550mm, alte Variante 2670mm.
Flächentiefe an der Wurzel ist bei beiden Varianten ähnlich, nämlich um die 230mm.
Beim neuen Flügel ist die Tiefe aussen 115mm, alt 140mm.
Profile innen / aussen sehen sehr ähnlich aus.
Nach Aussage von Manfred geht der neue Flügel bei Wind etwas besser. Ist anscheinend der etwas höheren Flächenbelastung durch den kleineren Tragflügel geschuldet.

Noch einige Impressionen:
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Auch eine wesentliche Änderung sind die vorderen Stähle.
Neu vorne 5mm, beim alten Brillant 4mm. Hinten bei beiden Versionen 4mm.

Vielleicht hat jemand Infos zu der alten Version des Brillant?

Gruß
Mike
 
Nachtrag:
Unterschiedlich ist die Pfeilung der beiden Tragfächengenerationen.
Der neue Flügel hat eine deutliche Rückpfeilung.

Beim neuen Rumpf ist das Maß ab Tragflügelvorderkante zur vorderen Rumpfspitze ca. 20mm länger; beide Versionen haben aber eine identische Gesamtlänge von 1250mm, gemessen von Rumpfnase bis Ende Bürzel.

Abfluggewicht neu 1385 Gramm mit ca. 180 Gramm Blei in der Rumpfspitze und Akku Eneloop AA 4Ss.
Gewicht alte Version 1520 Gramm, Trimmblei Masse unbekannt da eingeklebt.

Gruß
Mike
 
Hallo Mike, sehr schöner Beitrag, und es freut mich, dass mein gelber "BRILLI" da mit reingefunden hat. Interessant wäre es zu wissen, wie viele alte Edelsteine im Vergleich zu den Neueren Versionen im Umlauf sind. Auch der Umfang und die Art der offensichtlich eingeflossenen Änderungen könnten durch weitere Beiträge erfahren werden. Der liebe alte Manfred hat das alles nicht mehr so im Gedächtnis, wie er selbst berichtet.
Ich für meinen Teil finde es jedenfalls schön, sich neben all den modernen high-tech Modellen mit einem betagten Edelstein ein wenig in die Zeit vor 30-40 Jahren zurückfallen zu lassen. Reminiszenzen an die Jugendzeit , sehr entspannend.......
Da schlummert noch ein BRILLANT-T rohbaufertig in der Werkstatt. Da werde ich mich drüber hermachen, denn der soll ja sehr rar geworden sein. Hat jemand Info`s dazu???
Die "E" Variante hat bei der Retro Nord 2020 einen neuen Besitzer gefunden.
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Gruß, Leif
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Abbakus

User
Hallo,
wie es der Zufall wollte ergab sich die Möglichkeit zwei Generationen von Manfred Derschugs Brillanten direkt zu vergleichen:

Auch eine wesentliche Änderung sind die vorderen Stähle.
Neu vorne 5mm, beim alten Brillant 4mm. Hinten bei beiden Versionen 4mm.

Vielleicht hat jemand Infos zu der alten Version des Brillant?
Danke für den Vergleich, den ich hätte ebenfalls machen hätte können, sofern es mir nur eingefallen wäre.

Eine Kleinigkeit kann ich zum Format des vorderen Flächenstabes beitragen
In meinem Keller schlummert noch ein originalverpackter Flächenbausatz, schon seit den frühen 80ern.
Dieser hat(te), wie damals üblich je zwei Flächenstäbe mit jeweils 4mm Durchmersser.

Anfang der 90er konnte Manfred keine Angelruten bekommen, und so hat er eine Form erstellt um den kompletten Rumpf von vorne bis hinten zu laminieren. Solch ein seltenes Teil liegt bei dem Flächenbausatz, und da ist vorne bereits eine Messinghülse für 5mm Flächenstäbe eingeharzt.

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Anbei noch eine kleine Anekdode am Rande:
In den 80ern / 90ern sind wir mit einer kleineren Gruppe auf zahlreiche RC-IV / F3B-E Wettbewerbe gegangen.
Natürlich flog der Großteil von uns Brillanten, überwiegend als T-Version.

Da mich die ca. 150g Blei in der Rumpfspitze störten und die originale Kabinenhaube eine längere Rumpfspitze ermöglichte, haben wir ein kleine Form etwa aus der Mitte des Haubenausschnittes hergestellt. Der Rumpf wurde in der Mitte des Kabinenausschnittes aufgesägt, und ein ca. 7cm langes Rumpfstück zusätzlich einlaminiert. Diese Modifikation führte dazu, das Startgewicht von vormals 1440g auf 1270g zu senken.

Edit: Der Bleiklotz in der Rumpfspitze betrug nicht 150g, sondern sogar 242g.

Vergleich_Brillant-V_alt-neu_04.jpeg

Das ist der Hauptgrund, wieso mein aktueller Brillantrumpf einen Boost-25 in der Rumpfspitze sitzen hat, der zusammen mit einem 3s 2200 mAh Lipo den Bleifrei-Betrieb ermöglicht.

Und wir müssen noch heute schmunzeln, wie Manfred auf dem Winterwettbewerb in Bexbach mehrfach und stillschweigend um meinen veränderten Brillant-T herumschlich. Ohne etwas dazu zu sagen... Dieses Jahr hat er mir nur erzählt, dass der verlängerte Rumpf zu einem verschlechterten Kreisflugverhalten geführt hätte, was allerdings keiner unserer Gruppe jemals bemerkt hatte.

@holzwurm59
Falls Du ein originales Höhenleitwerk und die Wippe dazu gebrauchen kannst: das ist von meinem T-Brillant übrig geblieben.
 
Zuletzt bearbeitet:

Beat.J

User
Im Herbst dieses Jahres machte ich ein paar Fotos meines Brillanten-Asyls...
Von rechts:
Brillant V, Version 1972. Ein Vertreter der ersten Bauform der V-Brillanten. Profil E-385, Fläche leicht vorgepfeilt (Nasenleisten rechtwinklig zur Rumpflängsachse), Flächenstäbe 4mm, Rumpf mit kurzer, stumpfer Nase, Angelrutenrohr als Leitwerksträger.
Brillant Vz, Version 1975. Fläche mit neuem "schnellerem" Profil (Unterseite bis zum Holm flach) und Drehbremsklappen. Geometrie, Flächenstähle und Rumpf wie Version 1972.
Brillant V, Version ca. 1985. Fläche gerade (Holm rechtwinklig zur Rumpflängsachse, Nasenleiste leicht rückgepfeilt). Flächenstähle 2 x 5mm und 2 x 4 mm. Profil und Flächentiefen wie Version Vz. Rumpfnase länger, etwas spitzer, eleganter. Einteiliger GFK-Rumpf, kein eingeharztes Rohr, wie auf dem Bild von Abbakus.
Brillant V, Version 2019. Rohbau durch Manfred Derschug, weitere Beschreibung siehe oben im Originalpost.

Der Vergleich zeigt, Manfred Derschug war ein Meister der rollenden Planung!
Den Vz hatte ich im übrigen 1977 als Schüler gebaut. Er ist flugbereit und wird auch gelegentlich eingesetzt, diesen Sommer auch einige Male auf der Wasserkuppe.

Gruss aus der Schweiz
Beat
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Anfang der 90er konnte Manfred keine Angelruten bekommen, und so hat er eine Form erstellt um den kompletten Rumpf von vorne bis hinten zu laminieren. Solch ein seltenes Teil liegt bei dem Flächenbausatz, und da ist vorne bereits eine Messinghülse für 5mm Flächenstäbe eingeharzt.
AOL.

Edit: Der Bleiklotz in der Rumpfspitze betrug nicht 150g, sondern sogar 242g.
Ich leg' da nochmal 40g drauf ...

Ich hatte hier schon mehrfach über meinen sackschweren Brilli gemault, in Wehrheim auch mal Manfred drauf angesprochen. "Sackschwer" waren irgendwo um 1900g ohne und gegen 2200g mit dem kleinen Schambeckaufsatz. Also konnte er nicht langsam schweben qua Flächenbelastung und schnell konnter au ned, weil die Auslegung nach besten Wissen der allerfrühesten 70ern entstanden ist. (Einen angeblichen Brilli von angeblich 1970 hat Andreas "oldhawk" mal Manfred unter die Nase gehalten, weil er dieses Jahr kaum glauben mochte. Manfred meinte "Doch!") "Konnte", weil ich ihm diesen Sommer endlich mal den feuerschutztürfesten Leitwerksträger deutlich empfindlicher geschliffen habe, auch den Rest vom Rumpf. Dabei sind etliche Grämmer verschwunden, was ihm im normalen Flugbetrieb kein Problem werden wird. Vor allem aber habe ich die Leitwerke rausgekickt, die schienen aus Ahorn gesägt zu sein. Statt der 280er Blei-Stahl-Gemisch in der Schnauze kommt ein ca. 120g schwerer Typhon-AL rein, dem ich hoffentlich meine Geist-Latte stilecht antun darf ;-)

Die Flügel kommen auch neu, aber nicht mehr heute.

servus,
Patrick
 

Abbakus

User
Einen angeblichen Brilli von angeblich 1970 hat Andreas "oldhawk" mal Manfred unter die Nase gehalten, weil er dieses Jahr kaum glauben mochte. Manfred meinte "Doch!"
Als ich vor ein paar Wochen bei Manfred war hat er uns erzählt, dass die Brillant-Fertigung im Frühjahr 2021 in sein 50. [fünfzigtes] Produktionsjahr gehen wird.

Zu den Brillant Startgewichten
Der aktuelle Brilli wird inclusive Boost-25 und RC Ausstattung praktisch bleifrei bleiben und unter der 1500g Grenze landen.

Mein damaliger T-Brillant hatte wie weiter oben beschrieben nach der Rumpfverlängerung ein "Kampfgewicht" von "nur noch" 1270g, und das typischerweise mit Microprop Standard-RC Komponenten.

Übrigens wurde dieser Brillant noch nicht bei Manfred direkt erworben, sondern über Rolf Werner in Trebur geholt.
Rolf hat mir später noch den ein oder anderen Segler wie z.B. Zonda, Samun und Viper verkauft.
Zonda und Viper sind weiterhin im Bestand.
 
Guten Abend!
Bekommt man denn den Brilliant denn noch zu kaufen?
Gruss Lutz
 

Abbakus

User
Hallo Lutz,
den V-Brillant gibt es aktuell noch zu kaufen, und Manfred stellt etwa einen Rohbau pro Woche her.

Nach telefonischer Kontaktaufnahme (er ruft mangels Netzverfügbarkeit zurück) möchte er eine Postkarte mit der verbindlichen Bestellung geschickt haben. Die Lieferzeit betrug im Oktober 2020 knappe 3 Monate.

Die Kontaktdaten gibt es via PN
 
@alle, boaah, ich bin überwältigt ob der zahlreichen Beiträge zu dem Thema BRILLANT. Da ich vor nicht allzu langer Zeit eher zufällig (Kellerräumung) an die einzigartigen Modelle gekommen bin, ist der Wissensdurst geweckt worden. Nicht zuletzt aufgrund eines Hinweises durch einen guten Freund, welcher selbst noch ein altes Exemplar sein Eigen nennt. Daher an dieser Stelle einmal ein Dank an alle, die ihre Beiträge hier eingestellt haben. Besonders interessant finde ich die Modifikation am "T" Rumpf, um das Kampfgewicht zu reduzieren. Mal schau`n, wie sich der Bau gestaltet. Im Moment bin ich dabei, die Flächen mit den Drehbremsklappen (noch im Rohbau befindlich) nach geschätzten 30 Jahren aufzubauen (verschleifen, Macken beseitigen usw.). Wenn es gewünscht ist, berichte ich gern, auch mit Fotos vom Fortschritt der Fertigstellung.
Ansonsten: HOCH lebe der Juwelier aus dem Hunsrück. Oder heisst es Jubilar......?
Gruss, Leif
 
@ Peter, vielen Dank für die Offerte. Ich hatte das Glück, den BRILLANT "T" als fast vollständigen Rohbausatz zu bekommen. Lediglich die Kabinenhaube wäre nachzufertigen. Im Übrigen finde ich ja, dass die altehrwürdigen Flugmodelle so gelassen und geflogen werden sollten wie`s damals gedacht war. Das ist jedoch selbstverständlich jedem gern freigestellt. Das Leistungspotenzial eines solchen Modells durch fliegerisches Können auszureizen ist halt in meinen verträumten Augen das Salz in der Suppe.
In diesem Sinne......
Gruß, Leif
 

KaiT

User
Moin,
in der Modell vom November 1971 ist der Brilliant III , T-Leitwerk Variante, beschrieben.
In der Modell vom Mai 1972 wird die V- Leitwerk Variante vorgestellt. Der Autor dieses Berichts scheint Herr D. selbst gewesen zu sein.IMG_7615.JPG
 

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hastf1b

User
Da musst du schon auf Stereo umschalten Mono funktioniert nicht. ;)

Heinz
 
Da musst du schon auf Stereo umschalten Mono funktioniert nicht. ;)

Heinz
Ich wollte die Fotos schon längst posten aber ich bin im Umzugsstress.

Voila, einfach auf den Link klicken da gibt es noch mehr Fotos.
 

PeHa

User
Moin,
in der Modell vom November 1971 ist der Brilliant III , T-Leitwerk Variante, beschrieben.
In der Modell vom Mai 1972 wird die V- Leitwerk Variante vorgestellt. Der Autor dieses Berichts scheint Herr D. selbst gewesen zu sein.
Hallo Kai,

sind in dieser Ausgabe der Modell vom November 1971 auch Fotos des Brilliant dabei?

Gruß Peter
 
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