CHARME OFFENSIVE FÜR DEN MODELLBAU - Speziell Jugendförderung

spitty

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Liebe Kollegen,

das Thema bewegt mich schon sehr lange und man kann endlos und auch kontrovers darüber diskutieren.

Aber bezüglich der drohenden Gefahren durch Überregulierung fände ich es wunderbar, wenn wir, die Verbände

und Modellflugvereine eine Charmoffensive starten.

Bilder von begeisterten Jugendlichen, die voller Stolz ihre Modelle fliegen, wenn möglich selbstgebaut.

Und noch wichtiger : die Geschichten von jüngeren Leuten, die im Berufsleben stehen.

Wir werden feststellen, dass die Arbeitslosenquote von Modellbauern im Vergleich zu anderen Jugendlichen extrem gering ist

( Pech durch Betriebsschließung oder Erkrankung einmal ausgenommen)

Und von der Kausalkette nicht : Haben einen Job und können sich Modellbau leisten, sondern umgekehrt.

Die Gründe dafür sind recht naheliegend. Modellbau bildet sehr viele, später im Berufsleben wichtige Fähigkeiten und Charaktereigenschaften.

Zählt es mal gedanklich auf, was Ihr Euch alles angeeignet habt.

- Verantwortungsbewusstsein
- Teamfähigkeit
- Erhöhung der Frustrationstoleranz :)
- Kreatives Denken, Problemlösungen erarbeiten
- Handwerkliche Fähigkeiten
- Wissen in den MINT Bereichen, aber auch praktisch, nicht nur theoretisch

und und und....

Ich denke, wir könnten Unterstützung durch die Politik bekommen, wenn wir Ihnen klarmachen, dass wir mit diesen

Menschen die Zukunftsfähigkeit unseres Industriestaates sichern

Nur mit Realityshows, Youtuber bewundern und Smartphone wird das nichts werden.

Denke, dieses Foto sagt alles :)

Andy
 

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Menschen die Zukunftsfähigkeit unseres Industriestaates sichern

Welcher Industriestaat? Der gerade abgeschafft wird?

Und was den Ansatz betrifft:
Die Versuche, unser Splittergruppenhobby als gesellschaftlich, wirtschaftlich oder sonstwie wichtig und relevant darzustellen, sind nach aktuellem Stand voll nach hinten losgegangen. Da wäre es wohl Zeit, den Gegenversuch zu starten: raus aus dem öffentlichen Blickpunkt und zurück dahin, wo wir Jahrzehntelang sehr gut existiert haben. Nämlich in der völligen Bedeutungslosigkeit.

Is aber zu spät. Da waren zu viele gerne relevant.
H.
 
...
Zählt es mal gedanklich auf, was Ihr Euch alles angeeignet habt.

- Verantwortungsbewusstsein
- Teamfähigkeit
- Erhöhung der Frustrationstoleranz :)
- Kreatives Denken, Problemlösungen erarbeiten
- Handwerkliche Fähigkeiten
- Wissen in den MINT Bereichen, aber auch praktisch, nicht nur theoretisch

und und und....
...

Eine Fähigkeit, die sich anscheinend einige hier angeeignet haben, hast Du wohl vergessen, Andy:
Alle Themen und wohlmeinenden Initiativen binnen weniger Beiträge so zu zerreden, daß der Modi getrost dichtmachen könnte!
:cry::cry::cry:

Servus
Hans
 
Hans,

klar, habe ja eingangs geschrieben, dass es ein kontroverses Thema wird.

Hauptsache, Rubberduck schaltet sich nicht ein :) :) :)

Würde mich halt freuen , wenn es Leser, gerade jüngere, gäbe, die Ihre junge " Geschichte "

hier niederschreiben....

Welchen Einfluss Modellbau auf ihre Berufswahl hatte und wie es beim Arbeitgeber ankam.

Mein Sohn ist erst 16, da passt es nicht. Aber er hatte ein Praktikum ( KFZ-Mechatroniker)

bei OPEL gemacht, der Ausbilder war begeistert, hatte mich sogar angerufen. Als Paul sagte,

dass er Modellflieger sei , sagte er , " ach klar...daher...."

10-20 Storys dieser Art an geeignete Stelle weitergegeben...finde ich besser als wegducken....

Andy
 
Danke für den Neustart, Andy!

Als Charme-Offensive würde ich meine Strory nicht bezeichnen, aber:
Meine Tochter ist während ihrer Schulzeit einige Jahre Elektrosegler geflogen und hat mich auch zu Wettbewerben begleitet.
Nache einigen Umwegen hat sie nun zu einem Studium der Mechatronik gefunden. Das ehemalige Hobby war daran wohl nicht ganz unschuldig. Dort sollen die Studenten jetzt einen Roboter bauen. Nach einem Vorfall in einem anderen Bereich https://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/tu-muenchen-feuer-im-roboterlabor-100.html haben sie Lithium-Verbot bekommen. So habe ich in meinem Fundus gegraben und einen alten 10-Zeller gefunden sowie einen alten Reflexlader. Beides funktioniert noch und kommt jetzt zu "wissenschaftlichen" Ehren. ;)

Servus
Hans
 
...so zu zerreden...

Da fühle ich mich nicht angesprochen.

Ich mache seit mehr als 40 Jahren Modellflug, und schwierig ist das erst seit ein paar Jahren, seit ein paar Idioten mit Schwirrzeugs und Kameras Sachen gemacht haben, die da schon illegal waren. Und statt sich sofort davon zu distanzieren, haben die offiziellen Vertreter unseres Hobbys das alles zu einem Brei vermischt, der dann auch noch medienwirksam hochgebauscht wurde.
Damit hatte die Modellfliegerei ihre Unschuld verloren und sich in der öffentlichen Wahrnehmung von einem interessanten, wenn auch leicht spinnerten Hobby zu einer latenten Bedrohung für alle braven Bürger gewandelt. Damit geht man jetzt besser nicht mehr hausieren.

Und zu den MINT Berufen:
Als ich vor knapp 30 Jahren meine Diplomarbeit geschrieben habe, wäre niemand auf die Idee gekommen, dass meine Generation im deutschen Maschinenbau das Licht ausmacht.
Und heute?
Wir bauen in unserem Unternehmen Industriegetriebe bis 300 Tonnen Stückgewicht. Das grösste Problem am Hochtechnologie- und Industriestandort Deutschland ist, einen Versandweg zu finden, auf dem die Strassen und Brücken noch nicht völlig im Eimer sind, damit die Ware auch beim Kunden ankommt.

Produzieren, also Fertigung von Hardware wird durch Umwelt- Sicherheits- und Verwaltungsauflagen demnächst so gut wie unmöglich sein.


Also geh mir weg mit handwerklichen Fähigkeiten oder technischem Verständnis. Wer heute sein Arbeitsleben auf die nächsten 40 Jahre halbwegs vorhersehbar gestalten will, der sollte (überspitzt formuliert) in die Verwaltung des Industrieabbaus einsteigen. Bänker, Juristen, Marketingheinis und IT-“Dienstleister“ werden bis zum bitteren Ende dabeisein, wenn die Ingenieure längst auf Bäcker umgeschult haben.

Hätte ich auch besser gemacht. Ist sogar richtig lecker.

Gruss,
H.

PS: Und das Mädel mit den glühenden Fingern auf dem Bild passt ganz hervorragend da rein. Ist auch von Marketingmenschen gemacht.
 
Hans,

siehst Du, der Holger ist ganz auf unserer Wellenlänge:)

Und Holger, ich mache mir auch genau diese Gedanken.....hab 'nen 16 jährigen Sohn.

Überalterte, verschuldete und bald im großen Stil pflegebedürftige Gesellschaft..

Aber genug des Pessimismus.

Schaut Euch an, was ein guter Elektriker oder Installateur in den USA verdient.

Die von dir aufgezählten Bänker, IT-ler, Juristen und Marketingleute müssen da tief in die Tasche greifen:)

Aber zurück zum Thema....wir müssen den Entscheidungsträgern klar machen, dass Sie langfristig gerade

auf die Modellbaujugend angewiesen sind ( wieder ein arges Problem, wer denkt da langfristig)

Ich kenne kein Hobby, dass so viele Kernkompetenzen abbildet. Wenn hier Lufthansa Jungs mitlesen:

Prüft bitte meine Vermutung, dass 50% der Luftfahrzeugtechniker Modellbauer sind oder waren....

Bei den Piloten heutzutage vielleicht 25%, bei den alten Haudegen hingegen bestimmt auch um die 50%

Die Smartphonesüchtigen studieren BWL und beschäftigen sich dann mit der systematischen Zerstörung

überlebenswichtiger Strukturen, bis der Laden insolvent ist ( sorry, pflege ja auch meine kleinen Vorurteile)

Ich werde jetzt jedenfalls jüngere Vereinskollegen fragen, ob sie bereit wären, ihre " Geschichte" zu erzählen.

Andy
 
Hans,

klar, habe ja eingangs geschrieben, dass es ein kontroverses Thema wird.

Hauptsache, Rubberduck schaltet sich nicht ein :) :) :)

...finde ich besser als wegducken....

Andy

Hi Andy,
das ist kein Thema für mich alten Sack :D
Das sollen die jungen beurteilen.

Ich beschäftige mich nur noch mit alten Themen, die keinem jungen Menschen mehr helfen würden,
z.B. CAD-Konstruktion, 3D-Druck, Arduino Projekte und sonstigem Unsinn ohne Zukunftschancen.
http://www.rc-network.de/forum/forumdisplay.php/280-3D-Druck
Deswegen rate ich jedem jungen Modellbauer, sich erst einmal ausgiebig mit Holz zu beschäftigen.

Mein IT-Job hat mir ja auch nichts gebracht. Von solchen Sachen kann man daher nur abraten ;)


jürgen
 
Guten Morgen Hans,
vorhin beim Frühstück hab ich erwähnt was in der TU passiert ist, und der Kommentar meiner Tochter (13) war nur trocken:
Dann müssen sie halt Nickel Akkus verwenden. 🔋🔋😀
Thomas
 
(......) Wenn hier Lufthansa Jungs mitlesen: Prüft bitte meine Vermutung, dass 50% der Luftfahrzeugtechniker Modellbauer sind oder waren.... Bei den Piloten heutzutage vielleicht 25%, bei den alten Haudegen hingegen bestimmt auch um die 50% (.....)
Moin Andy,
fast mein gesamtes Berufsleben habe ich in der Luftfahrttechnik gearbeitet, zunächst im Hydraulikshop des Marinefliegergeschwaders 1 in Jagel, später im (MRCA-) Versuchsbau bei Messerschmitt (damals MBB) in Augsburg und abschließend einunddreißig Jahre lang bei der Lufthansa in Hamburg in der Flugzeugüberholung, aber auch im Betriebsrat.
Nein, es sind zwar nicht wenige, aber bei weitem keine 25 oder gar 50%, ich würde schätzen, deutlich unter 10%, was aber im Vergleich immer noch viel ist. Auch wird in den betrieblichen Sportfluggruppen real geflogen. Lufthansa Sportverein Hamburg e.V., Sparte Modellbau Hanseatischer Flieger Club Hamburg e.V.
Nicht zu vergessen sind Sonderprojekte wie der Aufbau der Focke Wulf Fw200 Condor, bei denen allerdings weit überwiegen Rentner arbeiten.
Bei den Modellbauhobbys sind es neben Flug- und Schiffsmodellbau auch das Modelleisenbahn, welches ausgeübt wird bzw. ausgeübt wurde.

Wie auch immer, es hat sich während meiner Zeit bewährt, in den Lebenslauf (für die Bewerbung) das Modellflughobby zu erwähnen. Mein vierzehnjähriger Sohn* macht dies bei der Bewerbung um Schülerpraktikumsplätze ebenfalls...

Es würden nach meinen Beobachtungen im Freundeskreis meines Sohnes übrigens mehr Jugendliche modellfliegen, wenn es mehr wohnortnahe Möglichkeiten zum Wildfliegen mit kleinem Fluggerät gäbe. Die Modellflugplätze sind aus den bekannten Gründen meist zu weit draußen, um mal eben nach der Schule mit dem Fahrrad angefahren zu werden. Auch wird die Vereins-Eintrittschwelle, auch finanziell, als zu hoch empfunden. Meiner Beobachtung nach binden sich jüngere Leute heutzutage nicht gern langfristig an Institutionen... Eine Art Gastflug-"Gebühr" oder eine Schnuppermitgliedschaft könnte vielleicht helfen, derlei Schwellenängste zu überwinden.

Jugendarbeit in Modellflugvereinen betrachte ich vor allem auch als lebenswichtige existenzerhaltende Maßnahme. Wichtig ist, daß sie in der Bevölkerung und in der Kommunalpolitik auch bemerkt wird, sie muß von den Jugendlichen selbst und vom Verein offensiv vermarktet werden. Es kann nicht schaden, mit Mitgliedern der anderen Vereine, mit Lehrern der ortsansässige Schulen, aber auch mit Mitgliedern der örtlichen Parteien Kontakt zu halten und zu pflegen.

Als Betriebsrat, dies ist ein Wahlamt, arbeitete ich nach dem Motto "Tue Gutes und rede darüber...." Das fiel mir anfangs ziemlich schwer, bewährte sich aber über die Jahre...

Es nützt ja nichts, wenn man sich abstrampelt und keiner merkt etwas davon.

Gruß aus Münster,
HeinzH.

*Die Fertigmodelle halfen meinem Sohn, schnell fliegerische Erfolgserlebnisse zu haben und Flugerfahrung zu sammeln. Parallel baut und plant er aber auch selbst Modelle, teils mit mir zusammen, teils allein. Und ja, wir haben unsere Haftpflichtversicherung für ihn und für mich auf "Modellflug bis 2,5kg" erweitert.
 
Zitat von spitty
...
Zählt es mal gedanklich auf, was Ihr Euch alles angeeignet habt.

- Verantwortungsbewusstsein
- Teamfähigkeit
- Erhöhung der Frustrationstoleranz
- Kreatives Denken, Problemlösungen erarbeiten
- Handwerkliche Fähigkeiten
- Wissen in den MINT Bereichen, aber auch praktisch, nicht nur theoretisch

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Zitat von HeinzH

Wie auch immer, es hat sich während meiner Zeit bewährt, in den Lebenslauf (für die Bewerbung) das Modellflughobby zu erwähnen.

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Das hat sich in den letzten Jahren etwas geändert:



Im Lebenslauf sollte als Hobby eher etwas elitäres wie Tennis stehen, statt Modellbau oder Modellflug, auch kein Fussball ... https://de.wikipedia.org/wiki/Elitarismus


Teamfähigkeit hört sich zwar gut an, ist aber eher was für Waldarbeiter.


Was gefragt ist, ist Konsequenz, Entscheidungsfähigkeit, gute Ausbildung, Auftreten und jede Menge "Augenwischerei".

Heisst: "Immer von oben lernen, nie von unten oder von der Masse" und sich immer nach oben orientieren.



.. das hört sich sicher provokativ an, ist aber leider die Wahrheit ...

Man muss schon als Jugendlicher zeigen das man Ziele erreichen will und kein Interesse daran hat mit der Masse mitzuschwimmen.

jürgen
 
Jürgen,

es gibt viele Wahrheiten und ich finde es schade, wenn hier wieder im Negativmodus von vornerein alles zerredet wird.

Hatte eben ein sehr nettes Gespräch mit dem Vater eines 14 jährigen, der eine Ka-8 Junior ( wie passend ) bei uns bestellt hat.

Er baut sie im Rahmen eines Projektes dieser Schule :

http://www.htl-eisenstadt.at/de-de/ABTEILUNGEN/FLUGTECHNIK

( lohnt sich wirklich, diese Seite zu durchstöbern )

Genialer geht es wohl nicht und er hat mir, er ist selbst Modellflieger, bestätigt, das sein Sohn diese Schule aufgrund seines

Hobbys Modellflug gewählt hat!!!!!

Schade, dass es solch eine Ausbildung nicht hier in Deutschland gibt, dass wäre 100 % die Schule, mit der mein Sohn glücklich wäre.

Andy
 
Hallo,

mein Sohn hat sich während der Schulzeit im Rahmen der Berufsfindung
bei einem hiesigen Flugzeugbauer beworben, leider waren die schon voll.
Als der Meister erfuhr dass er Modellflieger ist,
hat er ihn doch noch zusätzlich aufgenommen und er durfte dort in allen Abteilungen Arbeiten.
Es wurden ihm darauf sogar eine Lehrstelle angeboten.
Er hat dann danach mit 14 eine Segelflieger Ausbildung und den UL Schein gemacht.

Gruß Günther
 
Günther,

heute ist ein toller Tag :)

Danke, genau solche Berichte brauchen wir - Super

Und auch Dein Sohn wird seinen Weg gehen !

Andy
 
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