Crash JAF 2005 - Petrausch AT6

nikolaus

User
Hallo,

nach einem wunderbaren Flug mit meiner gelben AT-6 von Andi Scholl

AT-6.jpg

gab's auf der Schlussrunde ein unschönes Erlebnis. Ein Platzüberflug endete in Kleinholz und GfK Schnipseln, nachdem offenbar (?) keine Signale meiner mc24 mehr ankamen. Die Steuerung war übrigens im Herbst im Graupnerservice, viele Flüge danach einwandfrei, der Empänger - ein SMC 20 DS - hat bei dem Vorfall nicht etwa ganz dicht gemacht, sondern offenbar "irgendwas" mal ankommen, mal nicht ankommen lassen.

In Schräglage sah die Maschine aus, als wollte ich sie reinslippen, habe aber nur noch versucht sie gerade zu legen. Irgendwie gelang dies auch sehr träge, die Maschine liess aber eigentlich keine weitere Kontrolle mehr zu.
Ich habe dann auch die Finger von den Knüppeln genommen - bei so etwas kann man eh nicht mehr viel bewusst machen.

Dann ging's nach kurzer Bauch-Bodenberührung nochmal 3m hoch, das Schiff legte sich blitzartig auf den Rücken (unglaublich, so schnell kriege ich die AT6 sonst überhaupt nicht in die Rolle und dabei hatte sie eigentlich kaum noch Speed, Strömungsabriss an der einen Fläche?) und schlug mit der Schnautze ein. Bis hinter das Brandschott ist alles weg, der Pilot nahm den Ausstieg frontal durch die Haube - war ja damals noch kein Airbag eingebaut ;-)

Ein guter Mensch hat die Szene z.T. auf Video aufgenommen und mir beim Zusammenkratzen der Reste kurz vorgespielt. Da die Absturzursache völlig unklar ist, wäre ich sehr dankbar, wenn ich meine Hände an dieses Video (per File, CD oder ähnliches) kriegen könnte. Nichts ist unbefridiegender als ungeklärte Abstürze.

Kann der Kollege wohl bitte Kojntakt mit mir aufnehmen? Was haben die Anderen gesehen? Sonst noch eine Vermutung?

Was wäre eigentlich bei Kanaldoppelbelegung passiert? Ich stand übrigens im Moment des Vorfalls klar am Nächsten zum Modell. Quarz war mit Klebeband im Empfänger gesichert.

Thanx for any help!

Gruß
Nikolaus
 
Hallo Nikolaus,

kann dir da echt nachfühlen wie sich machtlosigkeit am Sender breit anfühlt. Habe meine schöne Bearcat auch auf ähnliche Weise verloren. So wie ich sie aus der Hand der Lüfte übergeben habe, ist sie weggestiegen und im langen Bogen in einer Rechtskurve nach ca. 10 Sekunden unsteuerbar eingeschlagen. Verblüfft war ich nur, das die Elektroniktrümmer am Boden noch funktionierten. Das heisst, der Empfängerakku war noch dranne und alle!! Servos hatten Kontakt und bewegten sich brav auf meine Steuersignale.
Wenn ich daran denke, das die Jetpiloten Modelle mit dem zwanzigfachen Wert von meiner Bearcat fliegen, hätte ich da echt keine Freude daran. Es wird wirklich Zeit, das auf dem Sektor der Fernsteuertechnik drastische Verbesserungen einzug halten.
 
nikolaus schrieb:
In Schräglage sah die Maschine aus, als wollte ich sie reinslippen, habe aber nur noch versucht sie gerade zu legen. Irgendwie gelang dies auch sehr träge, die Maschine liess aber eigentlich keine weitere Kontrolle mehr zu.
Ich habe dann auch die Finger von den Knüppeln genommen - bei so etwas kann man eh nicht mehr viel bewusst machen.

Hallo Nikolaus

Hört sich nach leerem bzw defektem Akku an

mfg Ludwig
 
Hi Nikolaus,
mein ehrliches und herzliches Beileid!
Mir schmerzt das auch ein bissl weil nun sind wir sogenannte "Fliegerbrüder" obwohl wir uns nicht kennen. Warum?

Ich habe den Erstflug dieser Maschine gemacht und Du den letzten. Heul!

Viele Grüße
Ralph
 
nikolaus schrieb:
...
Ein guter Mensch hat die Szene z.T. auf Video aufgenommen und mir beim Zusammenkratzen der Reste kurz vorgespielt. Da die Absturzursache völlig unklar ist, wäre ich sehr dankbar, wenn ich meine Hände an dieses Video (per File, CD oder ähnliches) kriegen könnte. Nichts ist unbefridiegender als ungeklärte Abstürze.

Kann der Kollege wohl bitte Kojntakt mit mir aufnehmen? Was haben die Anderen gesehen? Sonst noch eine Vermutung?

Gruß
Nikolaus

Hallo Nikolaus,

Ich habe eine kurze Version ins Internet gestellt:

http://www.rcgroups.com/forums/showthread.php?t=461941#post4848989

Adressangabe genügt (email oder PN) und du bekommst die letzten Flugminuten deiner AT-6 auf DVD in bestmöglicher Qualität zugeschickt.

:) Jürgen
 
vor ca.1woche hatte ein vereinskollege ein ähnliches problem.
3-4 minuten geflogen,dann ein abschwung und nichts geht mehr.
der e-motor war/ging zum glück aus und die kiste trudelte aus 50m
in den acker.
-nichts ging mehr.-
die querruderservos zuckten der schulze zeigte dauerrot.
nach ausgiebiger fehlersuche kam zum vorschein.

1)der empfängeraccu 800nimh war restlos leer.
-
a)bei dieser kälte benötigen die servos mehr strom
b)der akku war so kallt (er lag im luftzug) daß er auch in die knie ging.
c)zu allem elend noch seperate stecker und dünne lange leitungen.
(die 4 servos ziehen bei blockierstrom je 0,85amp)

gruß andreas
 
Noch ist nicht aller Tage Abend!

Noch ist nicht aller Tage Abend!

Hallo liebe Gemeinde,

werde versuchen, mich in den nächsten Monaten irgendwie abkömmlich zu machen und die AT6 wieder auferstehen lassen, danke für den Zuspruch!

Nach erster Diagnose ist der Schaden behebbar, ich habe glaube ich alle Krümmel aufgesammelt und meine kunsthistorisch vorgebildete Frau wird mir sicherlich mindestend moralischen Beistand leisten, das antike Puzzle wieder zusammenzusetzen.

Die Technik ist im Wesentlichen O.K., das bischen Rumpf und Motorhaube kriege ich bestimmt wieder glattgezogen ;-). Neue Cokpithaube muss ich investieren, den Rest mal sehen...

Melde mich mit mehr...

Good night,
Nikolaus
 
Mein ganz herzliches Beileid. Ich weiß, wie sehr du dich über den Flieger gefreut hast. Ich hoffe, Du kriegst ihn wieder hin!

Viele Grüße

Andreas
 
@ Andreas: Danke für Dein Mitfühlen... ich hatte schon SO viele herrliche und problemlose Flüge mit ihr im Logbuch - sie war mein Augenstern :cry:
Dabei weiss ich immer noch nicht einmal ansatzweise wie es zu dem Steuerungsausfall kommen konnte.
Aber wird schon wieder, im Sommer fliegt sie wieder der Sonne entgegen.

Ich darf tröstender Weise erwähnen, daß dem Piloten - von einer alten Hautkrankheit abgesehen - "nichts Schlimmes passiert ist" (sagte meine Tochter Tessa, 5 Jahre, als erstes nach dem Crash.

Kinder haben halt doch immer die richtige Perspektive.

Schönen Gruß
Nikolaus
 
Ursachenfindung ...

Ursachenfindung ...

Hallo Nikolaus!

Zuerst einmal auch mein Beileid, jeder von uns kennt das Gefühl nur allzu gut ...

Lass sie erstmal einige Tage im Keller gut abliegen, danach sieht die Sache nur mehr halb so wild aus ...

Habe mir das Video angeguckt, böse Sache, auf der anderen Seite dann aber doch nicht so heftig als das alles komplett hin wär, ich würde der Ursache gründlich auf den Zahn fühlen, wir hatten mal einen ähnlichen Absturz, ging, ging nicht, ging, ging nicht ... Schuld war der schachtelneue E-Quarz, in den Trümmern mit Fingerklopfen reproduzierbar ...

Trotzdem noch einige Fragen:

- wie war FailSave eingestellt (Motor?/Ruder auf hold oder in Neutralstellung?)
- Dioden-Empfängerweiche vorhanden?
- Akkus noch (halb)voll ... falls Unterspannung geht der smc auch auf FailSave ...


Danke und Kopf hoch!

Grüße Spunki
 
nikolaus schrieb:
Hallo,

... das Schiff legte sich blitzartig auf den Rücken (unglaublich, so schnell kriege ich die AT6 sonst überhaupt nicht in die Rolle und dabei hatte sie eigentlich kaum noch Speed, Strömungsabriss an der einen Fläche?) und schlug mit der Schnautze ein.
...

Hallo Nikolaus,

In Zeitlupe ist auf dem Video der Grund für die blitzschnelle Rolle zu erkennen. Nach der "Bauchlandung" ist die linke Landeklappe "zwangseingefahren" und das linke Querruder steht auch mittig. Beim Abheben steht das rechte Querruder voll nach oben und die rechte Landeklappe ist noch unten. Du hattest also "einseitig voll Butterfly" und auch das Seitenruder stand nach rechts.

Als die Maschine dann auf dem Rücken liegt, ist deutlich ein Höhenruderauschlag zu erkennen.

:) Jürgen

P.S.: DVD geht morgen raus.
 
@Spunki:
- FailSave war: Motor auf Leerlauf, Ruder auf neutral
- Dioden-Empfängerweiche vorhanden (Simprop, jaja ich weiss. Lief aber doch ewig sehr gut so)
- Akkus waren vollgeladen (3 Stunden vorher) .

@ Jürgen:
Das macht Sinn. Bei der Bauchlandung hat es das linke Querruderservo voll erwischt (die Anlenkung schaut unten 2 cm aus der Fläche). Bei über 15kg hat da auch das extrem robuste JR4421 die Zähne im Gras gelassen.
Dieses QR flattert auf neutral im Luftstrom. Warum das andere QR auf Vollausschlag geht überrascht etwas. Ich kann mich nicht entsinnen, in dieser Phase noch in den Sticks gerührt zu haben - aber was weiss man später noch von dem was man früher tat...
Die Landeklappen waren für einen langsamen Platzüberflug gesetzt.

Na, ich bin gespannt auf Deinen hochauflösenden Mitschnitt - würdest Du ihn mir ins Frankfurter Büro schicken, bitte? Muss mir dann noch was einfallen lassen, um Deine Mühen und Kosten zu justieren )

Gruß
Nikolaus
 
nikolaus schrieb:
...
Na, ich bin gespannt auf Deinen hochauflösenden Mitschnitt - würdest Du ihn mir ins Frankfurter Büro schicken, bitte? Muss mir dann noch was einfallen lassen, um Deine Mühen und Kosten zu justieren.
Gruß
Nikolaus

Hallo Nikolaus,

Gut dass ich die DVD noch nicht eingeworfen hatte - sonst wäre sie nach Düsseldorf gegangen. ;)

Kosten und Mühen sind nicht der Rede wert. Ich arbeite ehrenamtlich für den DMFV. Solche Kleinigkeiten sind für mich selbstverständlich.

:) Jürgen
 
Ursachenforschung ...

Ursachenforschung ...

Hallo Nikolaus!

Hmmm, hoffentlich findest Du anhand des Videos und mit Hilfe der noch funktionierenden restlichen RC-Komponenten zumindest einen Hinweis was die Ursache gewesen sein könnte ...

Das alles klingt ein wenig seltsam, Deine FailSave-Einstellungen waren korrekt und falls kurzfristig FailSave auftrat müsstest Du das zumindest an der Motordrehzahl gehört haben ... was mich nämlich wundert sind die "unmotivierten" Ruderausschläge (falls es die wirklich gegeben hat) ... die kann ich mir nur durch einen fehlerhaft arbeitenden Empfänger erklären, vielleicht bedingt durch die Diodenweiche in Verbindung mit starken (Digi-)Servos? ... aber auch wenn Dir einer wirklich brachial "drüberfährt", am selben Kanal und ebenfalls mit SPCM ...

Denkbar wäre auch ein Servodefekt bei dem das Servo tut was es will, oder aber auch ein Defekt im Sender, alles schon erlebt ...

Falls Du die Maschine reparierst (wovon ich ausgehe) fliegst Du sie nachher wesentlich entspannter wenn Du die Ursache kennst ...

Also viel Glück und berichte uns wieder

Grüße Spunki

PS:
- Quarz defekt => Failsave
- Qarz raus => Failsave
- Unterspannung => Failsave
- Kanal-Doppelbelegung => (meist) Failsave
 
Dank an Jürgen Heiliger...

Dank an Jürgen Heiliger...

Lieber Jürgen,

allerbesten Dank für Deine tatkräftige Unterstützung bei der Fehlersuche. Bin zwar noch nicht ganz am Ende aber Dein Video (1000Dank dafür!!) hilft zumindest, den Ablauf fehlerfreier zu rekonstruieren.

Ich lass' es Euch wissen, was wir noch herausfinden. Die "Leiche" habe ich noch nicht wieder angerührt, habe auf dem Video von Jürgen deutlich sehen können, dass der gesamte Hauptholm mit den Flächenaussenteilen durch's Balsaholz bei Aufprall 20cm nach vorne geschoben wurde. Ist nur ein kleiner Riss im Mittelstück, darunter aber vermutlich jetzt alles Sägespäne.

Wollte sowieso nochmal an das ganze Innenleben ran ;) .

Gruß und sonniges Wochenede,

Nikolaus
 
Seitenruder Vollausschlag vor dem Crash, Rest in Ordnung...

Seitenruder Vollausschlag vor dem Crash, Rest in Ordnung...

Hallo,

Herbert hat mir ein wichtiges Bild in hoher Auflösung zukommen lassen - es entstand vermutlich unmittelbar vor dem Crash.

IMG_0620_2 (Large).jpg

Man sieht das Seitenruder auf Vollausschlag - dadurch ist die Maschine so ungewollt geslippt. Mit leichter Höhe und Quer habe ich noch versucht geradezulegen, was aber durch die brachiale Seitenruderwirkung bei diesem Modell offenbar nur schwer gelingt.
In die Horizontale habe ich sie ja noch bekommen (Bauchlandung), danach war aber dem Zerströungstrieb durch Abriss der Querruderanlenkungen Tür und Tor geöffnet...

Jetzt muss ich mal prüfen, ob das Servo defekt ist, das würde dann (fast) alles erklären.

Melde mich wieder.
 
Vollausschlag ...

Vollausschlag ...

Hallo Nikolaus!

Ja prüfe die Funktion des Seitenruderservos, es gibt Fälle wo ein (Digi-)Servo plötzlich auf Endanschlag fährt und dort mit aller Kraft (die ihm der Empfängerakku ermöglicht) verharrt. Wir haben so ein Kangaroo verloren. War in den Trümmern reproduzierbar ...

Aber auch hier im Forum gibts negative Erfahrungen bezüglich plötzlichem unmotiviertem Endausschlag, speziell bei einer Servomarke ...

FailSave mit Vollauschlag-Seitenruder kanns auch nicht gewesen sein, dann hätte Quer auch nicht mehr reagiert ...

Event. wär noch ein mechanisches Steckenbleiben bei Vollausschlag denkbar weil sich irgendetwas an der Anlenkung "verkantet" hat ...

mysteriös ...

Viel Gück

Grüße Spunki
 
Hallo nochmal,

nikolaus schrieb:
Herbert hat mir ein wichtiges Bild in hoher Auflösung zukommen lassen - es entstand vermutlich unmittelbar vor dem Crash.

Ja, das ist direkt vorher, ca. zwei oder drei Meter über Grund. Danach habe ich aufgehört zu knipsen weil ich gemerkt hab daß was nicht stimmt. Ich kann's irgendwie nicht über's Herz bringen Crashs zu fotografieren, geht genauso wenig wie Bilder von eigenen Modellen, die ihren Erstflug noch vor sich haben... sind bisher dann immer dabei abgestürzt, also jetzt nicht mehr. ;)

cu
Herbert
 
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