de Havilland Aeronautical Technical School T.K. 4: Baubericht

Nach einer langen Woche und etwa 30 weiteren Flügen mit der TK4 gibt es einiges zu berichten.

Eine lange Rollstrecke ist empfehlenswert um erst bei höherer Geschwindigkeit abzuheben. Ein zu frühes Abheben bei geringer Geschwindigkeit führt zu einem ziemlichen auf und ab beim Steigflug. Starts und Landungen sind aber auch bei Seitenwind möglich.

Im Flug verhält sich die TK4 ruhig und stabil. Alle Ruderreaktionen sind direkt aber weich. Rollen kommen langsam und saubere Loopings muss ich noch üben. Die TK4 ist definitiv ein Renner und kein Kunstflugzeug. Ausgenommen Messerflug, den macht sie perfekt. Die Geschwindigkeit reicht von sehr langsam bis ziemlich schnell. Trudeln hab ich noch nicht getestet, aber wenn man sie langsam macht zeigt sie keine Tendenz zum Abkippen. Und der Sound des E-Motors passt sogar ziemlich gut zu einem Rennflugzeug. Gasgeben sollte man nur langsam, da sie sonst die Nase etwas herunternimmt.

Zur Landung kommt die TK4 stabil rein, je nach Wind mit mehr oder weniger Ausschlag der Landeklappen. Auf den letzten Metern vor dem Aufsetzen sind öfters kleine Korrekturen notwendig. Das Steuerverhalten ist hier aber astrein. Da sie beim Aufsetzen keinerlei Tendenz zeigt um auf die Nase zu gehen, habe ich mich entschieden die kurzen Fahrwerksbeine beizubehalten.

Das Experiment eines kleinen und leichten Rennfliegers hat also gut geklappt. Die TK4 sieht auch am Boden aufregend aus. Mit ihren Eigenheiten ist sie nur für erfahrene Piloten geeignet. Aber mit dem großen Rumpf und der ruhigen Fluglage sieht sie in der Luft größer aus als sie ist. Das Flugbild ist aus jedem Winkel anders. Und tiefe, schnelle Überflüge machen einfach Spaß.

Timo
 

Anhänge

hallo Timo,
tolles Modell was du gebaut hast (Hut ab) ich wünsche dir noch viele schöne und bruchfreie Flüge und spaß mit dem Modell.
Gruß
Juliaan
 
Der Pilot fehlt immer noch und das Flugvideo ist auch noch nicht geschnitten. Aber das Wetter ist zu gut zum Fliegen statt in der Werkstatt zu sitzen.

Aber ich hab ein paar Daten zur TK4 gesammelt. Die Geschwindigkeit haben wir mit 157 km/h gemessen. Passt auch optisch gut, nicht zu schnell aber auf jeden Fall auch nicht zu langsam. Mit der APC-E 12x8 ist der maximale Strom bei 32 A, auf jeden Fall auf der sicheren Seite, der Motor verträgt bis 37 A. Die TK4 lässt sich noch mit 4-10 A in der Luft halten, abhängig davon wie ruhig die Luft ist. Das Gewicht liegt jetzt bei 2600 Gramm mit einem 6S3800 Akku. Der reicht für zwei Flüge und einer Reserve von ca. 800 mAh am Ende.

Der Flieger geht klasse und ich gewöhn mich mehr und mehr daran. Nach Jahren mit Fliegern zum Werfen oder Dreibeinfahrwerk muss man sich halt doch erst wieder an einen Spornradflieger gewöhnen :)

Timo
 

Anhänge

Mein Bruder hat ein Video der TK aufgenommen. Kurz, aber immerhin bewegte Bilder (hab ich leider von den wenigsten meiner Flieger). Beim Landen hab ich etwas korrigieren müssen. Bin immer noch dabei mich an den kurzen und unebenen Landeplatz zu gewöhnen.



Grüße, Timo
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hüstel...

Hüstel...

...das nennst du kurz? Wie sieht denn dann ein grosser Platz aus?
Ich nenn das: Laborbedingungen - Glückwunsch zum tollen Fluggelände!

Schönes Modell, fliegt gut und kann bestimmt auch noch langsamer.
H.
 
Die Länge wäre eigentlich klasse, ist aber nicht voll nutzbar. Der Platz hat ziemlich Gefälle, im letzten Viertel ist eine Kuppe und dann kommen noch die Weinberge ;)

Die Landeklappen hab ich momentan auf moderat eingestellt (ca. 30°), soll aber gerade für windstille Tage vergrößert werden. In der Luft kann man sie noch deutlich weiter aushungern. Werd da aber langsam rangehen. Strömungsabriss austesten und vorsichtig ans Trudeln rantasten stehen auch noch aus.

Grüße, Timo
 
Es geht wieder in die Werkstatt um die letzten offenen Punkte abzuschließen.

Piloten in 1/4 sind entweder zu teuer oder sehen nicht passend aus für einen 30er-Jahre-Flieger. Bleibt mir also nichts anderes übrig als zum ersten Mal einen Piloten selbst zu schnitzen. Nach einer Stunde sieht er schon ganz passabel aus. Ein bißchen muss ich ihn noch verfeinern damit er Mr. Waight ähnlicher sieht, der die TK4 1937 geflogen hat. Dann kommt Grundierung und Farbe drauf.

Zum andern muss ich den Kühlluftkanal fertig machen damit der Motor etwas Frischluft bekommt und dann noch die Fahrwerksschächte überarbeiten.

Timo
 

Anhänge

Ich hab am Kühlluftkanal weitergearbeitet. Mal schauen wie gut es funktioniert. Ist eine Schwachstelle bei der Konstruktion der TK4. Meine letzten E-Modelle sind alle ohne Kühlung ausgekommen, waren allerdings auch kleiner. Zu heiß ist er bisher nicht geworden, aber etwas kühler wäre nicht schlecht wenn man mal länger mit Vollgas fliegen sollte.

Der Fahrwerksschacht ist jetzt in Cockpit Green angemalt und der Spinner silbern lackiert (letzteres war beim Original auch so, ersteres ist mangels Farbfotos geraten).

Der Pilot ist etwas überarbeitet damit er dem echten etwas ähnlicher ist. Ich hab zwei Lagen verdünnten Balsa Füller aufgepinselt um die Poren des Styrodur zu schließen. Danach kommen als Grundierung zwei Schichten dicke weiße Farbe drauf. Bei einem Teststück hat's gut funktioniert.
 

Anhänge

Auf die zwei Schichten Balsaspachtel kamen zwei Schichten weiße Abtönfarbe (dickflüssig und wasserlöslich). Dauerte leider immer einen ganzen Tag bis eine der Schichten richtig trocken war.

Das Flight Global Archiv war wieder äußerst nützlich. Ich hatte schon vor einiger Zeit Bilder von Robert Waight gesammelt, aber erst jetzt die Details registriert. Auf allen Bildern ist er mit Anzug und Krawatte abgebildet (sogar die Studenten beim Lackieren der TK4 mit einer Spritzpistole tragen Hemden und Krawatte). Beim Kings Cup trägt er eine gestreifte Krawatte. Kurze Suche im Internet ergab eingescannte, farbige Werbeanzeigen von Krawatten des Jahres 1937. Damit hatte ich Farbvorschläge. Dazu trägt er ein weißes Armband mit einem unleserlichen Schriftzug. Auf einem Videoclip vom Rennen sieht man bei einem anderen Piloten, dass da Competitor oder Competition draufsteht.
Alles unwichtige Kleinigkeiten, macht aber Spaß und ist interessant was man so alles herausfindet und wieviele Informationen trotz der kurzen Lebensdauer des Fliegers noch vorhanden sind.

Solange die Farbe noch nass ist, trage ich in den Vertiefungen etwas dunkle Farbe auf und vermische mit dem Pinsel beide. Der Effekt sieht gut aus und verstärkt den optischen Eindruck der Strukturen.

Es hat doch einige Zeit gedauert bis der Pilot fertig geworden ist, mit dem Ergebnis bin ich aber absolut zufrieden!

Timo

PS: Hier noch der Link für das Zeitungsbild, es ist die Ausgabe 2571 vom 16. September 1937:
https://www.flightglobal.com/pdfarchive/view/1937/1937 - 2571.html
 

Anhänge

Ich hab weiter am Fahrwerk und Cockpit gearbeitet. Auf die Räder habe ich mit normalem Silikon Seprrholzscheiben geklebt (ein weicher Kleber sollte auch bei harten Landungen halten). Das Einziehfahrwerk ist ebenfalls mit einem Streifen dünnem Sperrholz abgedeckt. Und das Instrumentenbrett wird langsam etwas detaillierter. Hab herausgefunden dass das einzelne Instrument auf dem Cockpit wohl für den Motordruck war.

Timo
 

Anhänge

Hab gemerkt dass der Bericht hier noch gar nicht ganz fertig ist. Viele Details hab ich über den Winter fertig gestellt, ein paar weitere bleiben gelassen. Man kann sich da ganz schön in Kleinigkeiten vergraben. Nur am Bauplan arbeite ich immer noch...
Die ersten Flüge im neuen Jahr hat sie auch schon wieder hinter sich und das klappt jetzt immer besser. So langsam weiß man was man zu tun hat. Starts sind jetzt wie an der Schnur gezogen und die Landegeschwindigkeit geht dank der Klappen auch immer weiter runter. Ein zweiter Landeanflug war seit den ersten Flügen nicht mehr notwendig.

Ein kleines Jubiläum gibts im Juli, da sind es 70 Jahre zum Erstflug vom Original. Und wenn alles klappt geht's während dem Urlaub auf einen Abstecher ins de Havilland Museum in Hatfield.

Viele Grüße,
Timo
 

Anhänge

Hallo,

gratuliere zur tollen T.K. 4!

Sieht gut aus!


Ein kleines Jubiläum gibts im Juli, da sind es 70 Jahre zum Erstflug vom Original. Und wenn alles klappt geht's während dem Urlaub auf einen Abstecher ins de Havilland Museum in Hatfield.
Den Besuch kann ich nur empfehlen. Hab damals als ich meine Mosquito gebaut habe, auch den Prototyp in Hatfield besucht. Dank Privatführung, wir waren am falschen Tag da, einiges wissenswerte erfahren. Ein unvergessliches Erlebnis.

Grüße, Bernd
 
Hallo Timo,

Ich habe deinen tollen Racer in der FMT abgebildet gesehen. Gibt es Neuigkeiten bezüglich einem Bauplan und/oder einem Teilesatz?

Vielen Dank und Grüsse, Aldo
 
Hab hier schon lange nichts mehr geschrieben. Am Plan gehts immer wieder mal ein bißchen weiter. Bis zum Herbst will ich ihn fertig haben.

Dann war ich war beim Eigenbautreffen in Huttwil in der Schweiz (da stammen die neuen Flugbilder her). Zu dem Treffen muss ich mal einen eigenen Beitrag schreiben, das war ein tolles Wochenende.

Und seit einer Woche sind wir vom Urlaub in England zurück. Der Besuch des de Havilland Museums war ein unvergesslicher Tag. Besonders deshalb weil wir uns mit zwei ehemaligen Mitarbeitern von de Havilland und Handley Page getroffen haben, zusammen zum Museum sind und anschließend noch einen netten Tag verbracht haben. Aber dazu auch mehr zu einem anderen Zeitpunkt.
Im Museum habe ich auch eine Abhandlung zu den Flugzeugen der Technical School gekauft, es ist erstaunlich dass man immer wieder neue Informationen zu dem Thema findet :)
Beim Museum war eine Werkzeugkiste ausgestellt, die für die Auszubildenden das erste Holzprojekt war. Das wäre mal was, wenn mein Plastikkoffer das Zeitliche segnet :)

Grüße, Timo




Flugbilder von Uwe Puchtinger, FMT
 

Anhänge

Bis das Video fertig ist, dauert's noch ein bißchen. Momentan bin ich mit Schreiben und Zeichnen ausgelastet. Aber hier vorab ein paar Flugbilder, aufgenommen mit einem Kamera-Quadrokopter.

Für den Winter gibts auch noch eine kleine Baustelle. Ich hab Fahrwerksklappen aus Glasfaser abgeformt, müssen "nur noch" montiert und lackiert werden.
 

Anhänge

Wenn jemand Interesse und im Moment auch Zeit zum Bauen hat, kann sich gerne bei mir per PM melden. Ich brauch zwar noch ein bißchen bis der ganze Plan sortiert und beschriftet ist, aber die Teile sind jetzt zu 99% fertig und man könnte bereits mit dem Bauen anfangen. Bei der 1/12er Meteor war Werner aus der Schweiz eine große Hilfe um die kleinen Fehler zu finden und zu erklären was für ihn unverständlich ist. Vielleicht klappt das nochmal, wäre super!

Die TK4 ist anspruchsvoll was Bauen und Fliegen angeht. Bis zum Erstflug hab ich aber nur 7 Monate Bauzeit gebraucht. Den Härtetest hat sie auch überstanden, beim Eigenbautreffen in Huttwil hat mich direkt vor dem Aufsetzen eine üble Böe erwischt. Außer zwei kaputten Servogetrieben und einer abgerissen Flächenschraube ist aber nichts passiert. Wie geplant konnte der Flügel abscheren, ohne weitere Schäden. Fliegen tu ich sie jetzt seit etwas über einem Jahr, auf einigen verschiedenen Plätzen und bei unterschiedlichem Wind und Wetter. Es geht also schon!

Viele Grüße,
Timo
 
Ein kleiner Zwischenstand: Im Moment sind Plan und Artikel in Vorbereitung für die FMT und der erste Nachbau in Bayern im Bau. Macht alles viel Arbeit und ich bin froh wenn das Projekt abgeschlossen ist. Aber der Flieger ist es definitiv wert und die guten Kontakte die sich dadurch nach England ergeben haben auch!
 

Anhänge

Zum Dreikönigsfliegen in Apfelbach war die TK4 dieses Jahr auch schon wieder zweimal in der Luft. Hat trotz durchweichtem Boden problemlos geklappt :-)

Hab außerdem noch ein tolles Bild vom letzten Herbst, zusammen mit einer Beta Major eines Vereinskollegen.
 

Anhänge

Oben Unten