Aller guten Dinge sind drei.
von Verfasser Knut Zink.
von Verfasser Knut Zink.
Wie jeder normale Modellbauer habe ich jahrzehntelang zuerst nach einem neuen Modell zum Bauen gesucht und es dann in monate-, manchmal auch jahrelanger Bauzeit fertiggestellt.
So liegt eine Musger Mg 19a mit 6 m Spannweite seit Februar 2023 zu etwa 80 % fertig im Keller.
Das Bunte Huhn XXL mit 4,80 m Spannweite wartet seit Oktober 2025 auf den Erstflug.
Dann passierte mir etwas noch nie Dagewesenes: Ich habe drei Modelle gleichzeitig gebaut, und das kam so.
Das Flugvideo eines Modellbauers vom November 2025 machte mich auf den ungewöhnlichen Segler Fillon’s Champion mit 2,84 m Spannweite aufmerksam. Die Firma Belair-Kits aus England bot einen Shortkit-Bausatz an, den ich kaufte. (Baubeschreibung HIER.)
„Fillon’s Champion“ bezieht sich wahrscheinlich auf den „Champion ’46“, ein Flugmodell, das vom französischen Modellbauer Emmanuel Fillon entworfen wurde und 1946 die französische Meisterschaft gewann. Dieser berühmte Freiflug-Gleiter ist auch für sein Design und seine Konstruktion bekannt, und seine Popularität hat dazu geführt, dass er bis heute nachgebaut und modifiziert wird, sogar für den ferngesteuerten E-Flug.
Emmanuel Fillon: Ein renommierter Modellbauer aus Marseille, Frankreich, der 1917 geboren wurde.
Flugmodell „Champion“: Ein Freiflug-Gleiter, der 1946 die französische Meisterschaft gewann.
Bedeutung: Der „Champion“ ist für seine herausragende Aerodynamik bekannt und ein beliebtes Modell unter Modellflug-Enthusiasten.
Moderne Weiterentwicklung: Der ursprüngliche Entwurf wurde weiterentwickelt und modifiziert, um ihn an moderne Techniken wie den ferngesteuerten E-Flug anzupassen.
Kaum hatte ich mit dem Bau begonnen, brachte die Firma Pichler im Dezember 2025 einen Segler mit 2,75 m Spannweite heraus, den LIPPISCH G108 mit Knickflügel. Den musste ich natürlich unbedingt auch haben, und ich fing auch gleich mit dem Bau an. (Baubeschreibung HIER.) Der Fillon konnte einstweilen warten.
Warum das Modell „Lippisch“ genannt wurde, bleibt wohl das Geheimnis des Herstellers. Alexander Lippisch ist eher bekannt als Wegbereiter der schwanzlosen Flugzeuge und der Deltaflugzeuge.
Ich mache mir aber über den Namen wenig bis gar keine Gedanken. Vielleicht wollte der Hersteller einfach nur Aufmerksamkeit erregen. Und bei mir hat das funktioniert. Mir gefällt einfach das Design: großvolumiger Rumpf in Spantenbauweise, Pendelhöhenruder und ein Flügel mit leichtem Möwenknick. Der Knick ist zwar nicht so ausgeprägt wie zum Beispiel bei HABICHT, FAFNIR oder MINIMOA. Er ist aber doch vorhanden und gibt dem Modell ein unverwechselbares Aussehen. Und vor allem: reine Holzbauweise.
Und weil das heute üblich ist und es auch sehr gute Komponenten dafür gibt, wird das Modell mit einem FES-Antrieb ausgestattet. Damit ist man unabhängig von einem F-Schlepper im Verein und braucht auch keinen Hang/Berg zum Fliegen. (Einen „Hang zum Fliegen“ sollte man aber schon haben!)
Dann legte Pichler im Februar 2026 noch einen nach und lancierte den Segler mit 1,80 m Spannweite Slingsby T45 „Swallow“. Auch ein Oldtimer aus den 1950er Jahren mit ungewöhnlicher Geschichte und außergewöhnlichem Design. (Baubeschreibung HIER.)
Und auch dieses Modell landete kurzfristig auf meinem Baubrett. Die beiden anderen Modelle hatten erst einmal Ruhetag.
Die Slingsby T45 „Swallow“ wurde als günstiges Club-Segelflugzeug entwickelt.
Der Erstflug fand am 11. Oktober 1957 statt. Das Modell wurde bis 1968 in rund 120 Exemplaren gebaut. 1968 zerstörte ein Feuer die Fabrik, und damit endete die Ära der „Swallow“.
Der Segler wurde in der RAF in ihrem Air Training Corps, in der Abteilung Soaring Association und der Royal Navy geflogen.
Weitere Exemplare gingen nach Spanien, Pakistan und Burma. Außerdem wurde das Modell in Ländern des Commonwealth und in den USA geflogen.
Nun sollte man nicht den Fehler begehen und denken, so „kleine“ Segler um die 3 m baut man mal kurz zwischendurch. Ich habe inzwischen gelernt, dass kleinere Modelle mindestens ebenso viel Arbeit machen wie die großen Modelle mit 6 m Spannweite. Es ist ja auch alles genauso vorhanden: zum Beispiel Querruder, Schleppkupplung, Pendel-HLW oder FES-Antrieb. Nur eben alles kleiner und fummeliger, wie ich zu sagen pflege.
So kam es, dass ich drei Segler parallel gebaut habe; die große „Musger“ konnte ja auch noch ein halbes Jahr länger warten.
Die drei „Kleinen“ waren alle Ende Februar bis Ende März 2026 fertig zum Erstflug.

