Vorbereitung und Vorfreude für 2026
von Andreas Hanisch.
von Andreas Hanisch.
Ihr wart bei meiner Zeitreise dabei, als ich meine RC-Wurzeln gefunden habe. Da aber „früher“ nicht alles besser, sondern nur anders war, kann man schwerlich alte Zeiten wieder aufleben lassen.
Wir schreiben das Jahr 2023. Von der Firma TAMICO wurde der Tamico Offroad Cup ins Leben gerufen. Ich war Feuer und Flamme, nur um danach gleich wieder zu erlöschen. Jedes der geplanten Rennen war mindestens drei Stunden Fahrt von mir zu Hause entfernt. Das ist mir, ehrlich gesagt, zu viel gewesen.
Aber das Ganze hatte auch etwas Gutes: Das erste offizielle Rennen dieser neuen Rennserie fand auf einer Rennstrecke statt, von der ich noch nie etwas gehört hatte: Beim EDC Kinzigtal im Schwarzwald. Eine natürliche Lehmstrecke in einer fantastischen Naturumgebung. Ich war beeindruckt.
In meinem Verein hatten wir früher auch eine Lehmstrecke und der Pflegeaufwand war enorm. Rasen mähen, Ränder ausbessern, grobe Steine entfernen, Gras und Unkraut entfernen und die Oberfläche schließen. Das war krank.
Hier gibt es nun einen Verein, der sich das in der heutigen Zeit antut. Normal wäre es, die gesamte Rennstrecke mit Kunstrasen auszulegen, damit der Pflegeaufwand minimal gehalten werden kann. Der hätte aber eben auch nicht das „richtige Feeling“.
2025: ich war dabei. Mit internationaler Beteiligung aus Japan:
Als ich in dem Alter war, in dem ich gern mit diesen ferngesteuerten Autos gespielt hätte, waren natürlich die „heißen Kisten“ für mich unerreichbar. Woher sollte ich das Geld nehmen? Daher war RC-Car-Fahren beschränkt auf die Spielzeugmodelle aus den normalen Katalogen der 90er Jahre.
Als ich die Berichterstattung vom Eröffnungsrennen gelesen hatte, war ich natürlich traurig, dass ich nicht dabei war. Ich habe mir geschworen, im Folgejahr teilzunehmen. Das war der Beginn meines persönlichen Retro-Revivals.
Da ich euch gern auf diese Reise mitnehmen möchte, starte ich etwas später: Mit den Vorbereitungen zum Rennen am 1.5.2026.
Begonnen hat alles, als im Oktober 2025 noch kein Termin feststand. Wir haben für unsere ganze Familie Übernachtungsmöglichkeiten gesucht. Unser Anreiseweg beträgt etwa 450 km und dauert inkl. Pausen rund fünf Stunden. Unsere beiden Kiddis sind ja erst vier und sechs Jahre alt. Urlaub auf einem Bauernhof sollte es schon sein. Wir wollen nicht in den günstigsten FeWos übernachten, sondern möchten schon etwas Besseres haben. Es kommt eben auch auf das Feeling an und meistens ist auf Bauernhöfen ja auch das Drumherum für Kids besser geeignet.
Daher hat meine Frau schon bei mehreren angefragt, da über die bekannten Buchungsportale schon alle Bauernhöfe in der Nähe der Rennstrecke ausgebucht waren. Keine Chance.
Da wir auch noch keinen genauen Termin hatten, konnten wir nur bitten, uns zwei Wochenenden zu reservieren und versprachen, sofort Bescheid zu geben, sobald wir mehr wissen.
Monate vergingen. Dann stand endlich der genaue Termin fest. Wow. Das Rennen findet vom 1. bis 3. Mai statt. Also konnten wir unsere Buchung mit 100% Anzahlung schon leisten.
Natürlich ist es üblich, sich für das Rennen anzumelden, um sich einen der begehrten Startplätze zu sichern. Vom Rennen in 2025 wusste ich, dass sich die Teilnehmerliste sehr, sehr schnell füllen würde. Sie hatten 276 Nennungen auf vier Tage und haben gesagt, dass der Aufwand viel zu groß wäre und sie nicht wieder so ein großes Rennen machen wollen. Wunschdenken. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass es sehr schnell sehr voll sein wird.
Irgendwann wurde angekündigt, dass das Nennportal für 2026 bald geöffnet würde, der Termin aber noch abgestimmt wird. Als dieser endlich auf den 16.2.2026 um 20 Uhr festgelegt war, wurde dieser Termin in allen Kalendern fett eingetragen und Erinnerungen aktiviert, damit er ja nicht verpasst wird. Es ist ja auch schon Geld für die Übernachtungen und Modelle geflossen…
Ausschreibung.pdf zum Download!
Als der besagte 16.2.2026 anstand, hatte ich bereits in meinem Benutzeraccount die Fahrzeugprofile angelegt und die für die Zeitmessung eindeutigen Transponder-IDs hinterlegt. Damit war ich bestens gerüstet, um mich schnell anmelden zu können.
Es gibt sechs Klassen. In drei davon möchte ich starten. Da ich mit vielen Nennungen in kurzer Zeit rechnete, habe ich mir eine Prioritätenliste überlegt, in welcher Klasse ich zuerst meine Nennung abgeben möchte. Das war die 4WD Buggy-Klasse, gefolgt von der 2WD-Fighter- und der BBX-Buggy-Klasse.
Ich saß schon 10 Minuten früher am Rechner damit dieser durchgestartet war, meldete mich im Account an und wartete ganz ungeduldig.
Um 20 Uhr ging der Tanz los. Ich wählte die Klasse aus, klickte auf den Button für die Nennung – und dann erschien eine Fehlermeldung. Ich war erschrocken und fragte mich: Was ist los? Ein Formularfehler? Ok, keine Panik. Erstmal runterscrollen, ob mit irgendeinem Feld ein Problem vorliegt. Und tatsächlich, das Feld „Camping“ war ein Pflichtfeld. Ich konnte es jedoch nur mit „Ja“ beantworten, die Option „Nein“ gab es nicht. Also habe ich es erst einmal angehakt, da ich die Nennung durchbringen wollte. Und schwupps hatte ich die erste Nennung abgeschickt. Weiter, nächste Klasse wählen, passendes Fahrzeugprofil wählen, „Camping“ anklicken und absenden. Die zweite Nennung war erledigt. Schnell weiter mit der dritten Klasse. BBX ausgewählt, Fahrzeugprofil ausgewählt – und schon der nächste Fehler. Ich hatte noch keine Transponder-ID angegeben. Ich dachte, es geht ohne, aber nein, sie muss rein. Ich habe schnell einen Transponder gesucht, eingefügt und „Camping” angeklickt. Wow, alle Nennungen waren in einer Minute raus. Da waren es in Summe schon 85 Nennungen!
Insgesamt standen nur 204 Startplätze zur Verfügung. Und was soll ich sagen: Nach nicht einmal 15 Minuten war das Event nicht nur ausgebucht, sondern überbucht. Das Ganze ging immer weiter. Nach etwa 50 Minuten hatten wir bereits über 310 Nennungen, das sind 50 % mehr als Startplätze verfügbar waren. Krass. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals bei einem derartigen Andrang dabei gewesen zu sein. Immerhin hat das Nenntool gehalten und ist trotz der massiven Zugriffe nicht abgestürzt.
Damit hatte ich den nächsten Meilenstein erreicht und die Nennungen waren technisch durch. Ich habe gleich per PayPal bezahlt, damit die Nennungen ihre Gültigkeit erhalten. Easy.
Es dauerte natürlich nicht lange, bis das Ausmaß sichtbar wurde: Es gab zu viele Nennungen, einige Klassen hatten Wartelisten, die teils länger waren, als Fahrzeuge überhaupt zugelassen wurden. Von unserem eigenen Verein waren Fahrer so weit hinten auf den Nachrückerlisten, dass sie zwar bei der Veranstaltung vor Ort helfen durften, aber nicht fahren konnten. Das war hart.
Nicht lange danach kam schon die erste Info: Nach dem Dank wurde darum gebeten, das Chaos wegen des Camping-Pflichtfeldes zu entschuldigen. Außerdem wurde darum gebeten, die Nennungsanzahl pro Person auf Freiwilligkeit zu beschränken. Wer nicht kann, soll bitte schnell Bescheid geben, um die Plätze frei zu machen.
Kurz darauf wurden weitere 17 Startplätze ermöglicht, sodass die Gesamtzahl von 204 auf 221 erhöht wurde. Die Lösung war simpel: Auf dem Fahrerstand darf jetzt jeweils ein Fahrer mehr mitfahren. Bei 17 Gruppen ergibt das nochmal 17 Plätze. Der Zeitplan für drei Tage blieb bestehen.
Nach einem weiteren Tag wurden weitere fünf Gruppen ermöglicht, sodass nochmals 65 Nennungen möglich waren. Aber das reichte natürlich noch nicht. Die Warteliste umfasste nach wie vor jede Klasse und insgesamt 50 Fahrzeuge. Mehr geht einfach nicht. Was für ein wahnsinniger Ansturm!
Volker und mein Gewissen kickten natürlich. Es ist schade, wenn unsere beliebten Konkurrenten in den jeweiligen Wettbewerbsklassen nicht dabei sind. Wir haben überlegt, jeweils einen Nennplatz abzugeben. Aber das hätte kaum etwas ausgemacht. Hätte ich einen abgegeben, wären die anderen bei drei Nennungen gewesen statt mir, also hätte es keinen Nutzen für einen weiteren Fahrer gegeben. Und dann wäre da noch das Gemeinschaftsprojekt von Volker und mir: „Zwei Mann, eine Funke, ein Auto“. Dazu komme ich in einem weiteren Teil, mehr wird hier noch nicht verraten, sorry. Als Vorgeschmack gibt es aber selektierte Videos, auch mit Zeitlupenaufnahmen. Kaffee einschenken und genießen!
Die BÜCHSE der Pandora - Teil 1
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