Die Lackiertechnik von heute

Moin allerseits,

Als ich vor knapp 30 Jahre zuletzt Modelle gebaut und geflogen habe, habe ich überwiegend mit Spannseide und Spannlack gearbeitet. Ich kenne 2 Komponenten und sonstige Lacke aus meiner Berufszeit, habe diese jedoch nie im Modellbau benutzt weil ich nie die richtige Ausstattung zuhase hatte. All die früheren Lacke sind sowas von giftig... Heutzutage werden Flugzeuge mittlerweile mit Lacke auf Wasserbasis benutzt und trotzdem wird in spezial ausgerüstete Lackierhallen gearbeitet. Auf der anderen Seite meines Modellbauhobbys lackiere ich meine Plasticmodelle mit Acryllacke von Vallejo, da ist eine supergute Farbvielfalt aber diese Lacke eignen sich überhaupt nicht für den RC Modellbau, ist klar.

Also: was sind die heutigen Standards und Alternative für Lacke im Flugzeugmodellbau? Ich mache auch gerade die ersten Versuche mit Bügeltextile - es muss einfach Textil sein! (Bin eher Fan von WWI und "Golden Age" Flugzeuge) - also was lässt sich gut auf Oratex und co. gut draufsprühen? Muß es überhaupt 2K Lack sein - ich habe einen Amerikanischen Freund, der schwört auf die Lacke von Nelson Hobby

Ich gehe schon eher davon aus, dass ich meine Flugzeuge für die Basislackierung zur (Auto?)Lackiererei bringen werde - so ein 1:4 Modell wird mit einen airbrush nicht so schnell fertig sein.

Abziehbilder werde ich versuchen selber zu machen - das funktioniert schon sehr gut bei den plastikmodellen - ich würde sagen diese kann man auch auf Flugmodelle anbringen, wenn man sie dann mit Klarlack versiegelt.

Ach ja - der Wiki ist nicht so aussagekräftig, deshalb nerve ich hier :)
 
Hi Markus... Verbrenner, natürlich. Ich könnte mir 1:4 Maßstab historische Flieger nie (aber wirklich NIE) mit so'ne säuselnde Hummel an der Nase vorstellen... iiiii :D ;) :rolleyes: Ist ja schon schlimm genug, dass ich Nitroverbrenner und 2 Takt Benziner habe, aber die Sterne sind mir noch zu teuer :(

OK, OK, bevor mir alle den Rachen runterspringen - ich habe ein paar e-Segler.

Ist ja eigentlich Schade, dass man immer noch keine bessere Lösung zu 2K gefunden hat, aber wie ich schon sagte, dann muß ich die großen halt weiterhin zweimal zur Lackiererei bringen - das zweite mal nach dem Airbrushen und auftragen von abzeichen usw. denn ich gehe davon aus, dass die Versiegelung auch 2K sein sollte. Oder ich mache ein Importgeschäft auf und benutze die Lacke von Nelson - sie scheinen im englischsprachigen Foren sehr positiv bewertet zu sein.
 
dann muß ich die großen halt weiterhin zweimal zur Lackiererei bringen - das zweite mal nach dem Airbrushen und auftragen von abzeichen usw. denn ich gehe davon aus, dass die Versiegelung auch 2K sein sollte.
Wenn Du so oder so versiegelst, darf der Farblack auch 1K sein. Geht ja nur darum, dass die Lackierung spritfest ist; wie man das erreicht ist egal.

Zur Soundkulisse: D ist mir 2T-Säge oder Elektrogesäusel echt einerlei. Ist beides etwa gleich weit weg vom Original...
 
Also, wenn ich so was wie diese Beispiele auf ein Modell mit Airbrush auftrage, brauche ich diese einfach nur mit 1K Lack airbrushen und mit Glanz-, Seide- oder Matt- 2K Klarlack Versiegeln? Mir wär es schade um die Arbeit, wenn die Klarschich versagt.


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Hallo Chris

am besten und sichersten geht sowas wenn man im Lacksysthem bleibt.

Also alles von einen Hersteller und aufeinnander abgestimmt z.B. Autolacke - egal ob Wasserbasis oder Konventionel

allerdings sind die meisten Airbrushfarben so gebaut das sie, nach ausreichender Durchtrocknung, problemlos mit 2-K Autolacken überarbeitet werden können.

VG
Steffen
 
auch hier hallo Steffen,

Da ich bis jetzt 'nur' Plastik Modelle mit Vallejo Acrylfarben gebrusht habe, werde ich das an Flugmodellen lassen - die Vallejo Farben vertragen kein Nitro.

Toni Clark hat neulich empfohlen, ich solle mal Glasurit Lacke anschauen - sie sind zwar teuer, aber für den Verbrennerflug wohl unter den besten sein. Ich denke, damit kann ich schon airbrushen, wenn sie richtig verdünnt werden.
 
Hallo Chris

achte bei den Farben auf das vom Hersteller angegebene Mischungsverhältniss der Basisfarbe mit Verdünner.

ich benutze seit Jahren PPG Autolacke sowol beruflich als auch im Modellbau.
der Grund für dem Umstieg von Glasurit auf PPG war das Mischungsverhältniss.

damals Glasurit 2:1- PPG 1:1

machte sich beim brushen sehr stark bemerkbar PPG konnte bei gleicher Deckkraft viel mehr verdünnt werden.

ob die Mischungsverhältnisse bei Glasurit heute noch so sind weiß ich nicht frag mal nach.

die Klarlacke sind meiner Meinung nach von allen Anbietern vergleichbar.

Für ein mattes Finish benutze ich einen Glasurit Klarlack 923-55 extra mat mit ca. 20% Verdünnungsüberschuß
der wird so matt das es keine Glanzunterschiede gibt.
Vorher gibts nen dünnen Gang PPG D800 mit extra kurzem Härter D863 und 30% Verdünnerüberschuß um den Basislack abzudecken.
nach dem Durchtrocknen ordentlich mit grauem Schleifpad mattieren.

Wenn Du ein glänzendes Finish willst reicht der D800- dann aber mit weniger Verdünner ca.5-10% Gesammtanteil

Reaktionen auf Benzin oder Methanol Spritt konnte ich bis jetzt nicht beobachten

VG
Steffen
 
Danke Steffen!

Wenn ich daran denke, dass die Lacke meiner Zeit ohne großen Schutz aufgetragen werden konnten, dann kamen Polyurethan Lacke - mit Vollkorperkondom und externe Luftzufuhr - und heutzutage die Lake auf Wasserbasis... es ist wirklich viel geschehen. Im Modellflugbau habe ich eigentlich immer Spannlack benutzt und bei Plastikmodelle entweder die Emaillacke von Revell und Humbrol benutzt habe. In den letzten Jahren war ich von den Vallejo Farben für den Plastikmodellbau begeistert...

Deshalb sind mir die neue Farben schon sehr interessant, aber total fremd - und deshalb auch meine Fragen.

Ich habe sogar erst dieses Jahr meine ersten Versuche mit Oratex gemacht. Da muß ich schon von Begeisterung reden, und wenn sich das gerade wie versprochen lackieren lässt, dann umso besser
 
die besagten alten Lacke gibt es immer noch.:)

bescheuerter Weise sind sie nach VOC Verordnung nicht mehr für Reparaturlackierungen zugelassen sondern nur noch für Erstbeschichtungen.
das heist ne reparierte Delle nur mit Wasser nen neuen Kotflügel kann man aber mit konventioneller Farbe Lackieren -deswegen haben die meisten Lackierereien komlett auf Wasser umgestellt weil der Aufwand beides bereit zu halten zu groß ist.
Die Lacklieferanten bieten aber immernoch beides an- man muß nur unterschreiben das man mit konventioneller Basisfarbe keine Reparaturen an Autos ausführt. Es sei denn mal füllt das Ganze in eine Spraydose ab und lackiert damit -dann ist es wieder erlaubt. :confused::D
dafür reicht ne normale Maske mit Kohle filter aus

Lackieren von Oratex geht - Kunststoffhaftvermittler benutzen und Schichtdicke beachten- irgendwann ist auch ein elastischer Autolack an seinen Grenzen und reißt und blättert ab
vom Zusatz etwaiger Elastifizierer rate ich ab da sich die Trocknungszeit oft vervielfacht

VG
Steffen
 
Hi nochmal...

Puuuh! Das ist ja ein Abenteuer - das mit der Lackauswahl... Ich habe auch infos von Toni Clark bekommen und er empfiehlt Glasurit...

PPG und Glasurit scheinen gleich teuer zu sein.

Also - standardlacke für die Farbschemen und eine Glanzschicht drüber.

Ansonsten bliebe ja nur Hammerit und dicker Pinsel... :D
 
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