• Liebe RC-Network Benutzer: Bitte beachtet, dass im August 2020 alle Passwörter zurückgesetzt wurden. Mehr dazu in den News...

DJI Osmo Action als Onboard-Kamera

DJI OSMO_01.jpg


Und...Action!

Wenn man von modernen Action-Cams spricht, denkt fast jeder automatisch an GoPro. Der Name ist quasi das Synonym für ein ganzes Kamerasegment. Seit kurzem bietet der Drohnenhersteller DJI eine Kamera an, die es mit den GoPros aufnehmen will. Ich habe die DJI Osmo Action auf meinen Easystar geschnallt.

Ich gebe es zu, ich war ein absoluter GoPro-Fan. Schon mit meiner ersten GoPro-Hero habe ich tolle Onboard-Aufnahmen gemacht. GoPro steht für Go Professional. Und genau das macht die Kamera, die es heute in der achten Generation gibt, so perfekt. Es gibt keine Doku im Fernsehen, die ohne die kleinen Kameras auskommt. Der typisch weitwinkelige GoPro-Look hat sich etabliert.

Ernsthafte Konkurrenz
Seit es GoPros gibt, solange gibt es beim billigen Chinesen Nachbauten der beliebten Kameras. Oft mit kleinerer Bildauflösung, schlechten Objektiven und reduziertem Funktionsumfang. Einzig der Preis macht die Nachbauten attraktiv. Ein Verlust ist daher eher zu verschmerzen. Doch an die Qualität der Fotos und Videos einer GoPro kommt kein Nachbau ran.
Doch nun hat sich DJI in den Markt gedrängelt. DJI ist unbestritten Marktführer im Bereich der Kameradrohnen. Multikopter wie der Mavic Pro oder Mavic Mini sind im Funktionsumfang derzeit unschlagbar. Damit ist klar, dass man die erste Action-Kamera von DJI, die Osmo Action, ernst nehmen muss.
Für mich war im letzten Jahr die Neuanschaffung einer Action-Cam fällig. Der Grund waren die ersten Berichte über die neue Bildstabilisierung der Kameras. Die ersten GoPros haben ein komplett unstabilisiertes Bild aufgezeichnet. Jede Erschütterung, jedes Wackeln war im Video zu sehen. Mit dem Aufkommen der Kamerakopter entwickelten die Konstrukteure daher das sogenannte Kamera-Gimbal. Lagesensoren, wie sie auch zur Stabilisierung der Multicopter verwendet werden, sorgen in Verbindung mit drei Stellmotoren dafür, dass Bewegungen des Kopters nicht auf die Kamera übertragen werden. Der Aufwand ist erheblich und die Technik empfindlich. Das Ergebnis: Das Video einer Gimbal stabilisierten Kamera ist fantastisch. Wir alle kennen inzwischen die ruhigen Kameraflüge aus dem Fernsehen.

Neue Bildstabilisierung
Die Kamerahersteller sind aber nicht untätig geblieben. Sie setzen auf eine elektronische Stabilisierung. Dafür wird ein Teil des Bildsensors verwendet. Lagesensoren erkennen die Bewegungen und ein Prozessor verändert blitzschnell den Bildausschnitt, womit die Erschütterung ausgeglichen ist. Bei Fotoapparaten und Camcordern wird die Technik seit langem genutzt. Damit wird eine Videoaufnahme ein wenig ruhiger und Fotografen können bei hohen Brennweiten auf ein Stativ verzichten.
Bei den neuesten Action-Cams hat man die Bildstabilisierung so weit entwickelt, dass diese das empfindliche Gimbal ersetzen kann. Die neue Bildsensorengeneration bietet so viel Fläche, dass ein großer Teil des Sensors für die Stabilisierung verwendet werden kann. Die Lagesensoren liefern sehr präzise Daten, der Prozessor ist schnell bei der Verarbeitung.
Für eine Kamera auf einem Modellflugzeug müssten sich ganz neue Bildeindrücke generieren lassen. Wenn ich über die Tragfläche filme, müsste theoretisch auch bei bockigem Wind der Horizont stabil im Bild liegen, stattdessen würde die mitgefilmte Tragfläche mal mehr, mal weniger im Bild sein. Ganz so, als ob ein Kameramann im Modell säße und die Bewegungen ausgleicht. Um es an dieser Stelle vorwegzunehmen, meine Erwartungen wurden tatsächlich erfüllt.

Kompatibles Zubehör
Meine letzte Anschaffung im Bereich der Action-Kameras war die GoPro Session. Die Session ist eine leichte, kompakte und würfelförmige Ausgabe der GoPro 5. Diese Kamera ist leider ein wenig „verschnupft“ bei der Auswahl der Speicherkarten. Abgebrochene Aufzeichnungen waren die Folge...ich habe es leider erst am Schnittcomputer bemerkt.
Aus diesem Grund, aber auch wegen meiner durchweg positiven Erfahrungen mit Mavic und Co, war ich offen, anstelle einer neuen GoPro diesmal dem Mitbewerber DJI eine Chance zu geben. Nach intensiver Recherche und dem Sichten unzähliger YouTube-Videos habe ich mich für die Osmo-Action entschieden.

DJI OSMO_03.jpg

Zur Befestigung der Kamera muss der mitgelieferte Rahmen verwendet werden

DJI OSMO_04.jpg

Das Zubehör ähnelt dem der GoPro und ist bei der Kamerabefestigung sogar kompatibel

Die Entscheidung fiel mir auch deswegen leicht, weil die DJI Kamera Dank der typischen GoPro-Form mit dem meisten Action-Cam-Zubehör kompatibel ist. Ein vorhandener Selfie-Stick, die Saughalterung fürs Auto und diverses Befestigungszubehör von Drittherstellern passen problemlos an die Osmo Action.

Neu ist, dass die Osmo mit den Abmessung 65 × 42 × 35 mm (B/H/T) zwei Displays hat. Auf der Rückseite ist ein Touch-Screen. Dieser hat eine Diagonale von zirka 5,7 cm. Ein weiterer Bildschirm ist vorne, neben dem Objektiv zu finden. Dieser hat eine Diagonale von etwa 3,5 cm. Damit lehnt sich die Kamera vor allem an die Selfie-Linsen der Smartphones an.

DJI OSMO_05.jpg

Das hintere Display ist ein Touchscreen, die Bedienung ist intuitiv. Zusätzlich sieht man das Vorschaubild

DJI OSMO_06.jpg

Zwischen vorderem und hinterem Display kann umgeschaltet werden, das vordere Display ist aber kein Touchscreen


Wenn man von oben auf die Kamera schaut, befindet sich links eine Ein/Aus-Taste, rechts der Aufnahme-Button. Links finden wir eine QS-Taste. QS steht für Quick-Select. Unter dieser sehr praktischen Taste ist eine Klappe, die einen Micro-SD-Speicherkartenslot und eine USB-C-Buchse staub- und wasserdicht verdeckt.

DJI OSMO_07.jpg

Die Einstellung der Kamera ist sehr einfach

Auf der Unterseite ist der Schacht für den Akku, der gut gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert ist. Einen Stativ-Anschluss oder andere Befestigungsmöglichkeiten bietet die Kamera mit den Abmessung 65 × 42 × 35 mm (B/H/T) nicht. Dafür wird immer der beigelegte Käfig benötigt. Dieser erlaubt, die Kamera GoPro-typisch mit einen Schraubgelenk zu befestigen. Der Käfig bietet Zugang zu allen Tasten und schützt die Kamera vor Beschädigungen. Im Set sind zwei Klebepads enthalten, mit denen die Kamera montiert werden kann. Mit 124 g ist die Osmo nicht zu schwer für ein Modellflugzeug.
Weitere Highlights sind die auswechselbare Schutzlinse und die Dichtigkeit bis 11 m Wassertiefe.

Zahlreiche Foto- und Videofunktionen
Die DJI Osmo Action hat einen großen Funktionsumfang. Die Kamera macht 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, 2,7K Videos und HD-Aufnahmen sogar mit 240 Bildern pro Sekunde. Dazu kommen Zeitlupen- und Zeitraffervideos. Im Fotomodus stehen Serienaufnahmen, Auslöse-Timer und Serienbildfunktion zur Verfügung. Eine HDR-Funktion (High-Dynamic-Range) verspricht tolle Aufnahmen, auch wenn im Bild viele sehr helle und sehr dunkle Bereiche zu finden sind.
Die vielen Funktionen können komfortabel über den hinteren Touchbildschirm eingestellt werden. Das klappt auch ohne die Anleitung ganz gut. Für den Einsatz auf dem Modellflugzeug ist die QS-Taste wichtig. Hier können bis zu fünf Foto- oder Videomodi hinterlegt werden, die dann einfach durch Durchtasten ausgewählt werden. Ich habe nur zwei Modi hinterlegt. Zum einen die stabilisierte 4K-Videoaufnahme, zum anderen die Reihenbildaufnahme mit einer Bildauslösung alle 0,2 Sekunden.

DJI OSMO_09.jpg

Bis zu fünf verschiedene, individuelle Aufnahme-Modi können mit einer seitlichen Taste schnell gewechselt werden

Wenn die Kamera auf dem Modell montiert ist, kann ich so mit nur einem Tastendruck den Aufnahme-Modus wechseln. Es gibt noch eine weitere tolle Funktion, die uns Modellflug-Filmern hilft. Die Kamera kann im Standby-Modus einfach mit der Aufnahmetaste gestartet werden. Innerhalb einer Sekunde ist die Kamera betriebsbereit und die Aufnahme im zuletzt eingestellten Modus startet. Eine aufsteigende Tonfolge signalisiert, das nun aufgezeichnet wird. Nach der Landung stoppt ein weiterer Druck auf den Knopf die Aufnahme, ein absteigender Ton erklingt. Nach zirka einer Minute geht die Kamera wieder in den Strom sparenden Standby-Modus.

Das Smartphone als Bildschirm
Auch wenn die Bedienung über den Touchscreen intuitiv funktioniert, das Ausrichten und die Beurteilung des Bildausschnittes bei der auf dem Flugzeug montierten Kamera ist nicht so einfach. Dabei hilft das Smartphone. Über eine WLAN-Verbindung mit dem Handy und der kostenlosen DJI-App “Mimo” kann man die Osmo Action perfekt bedienen. Neben dem Live-Bild der Kamera sind alle Aufnahme- und Kameraparameter auf dem Display dargestellt. Dazu kommt ein großer Aufnahme-Button. Damit ist die Kamerasteuerung auf dem Modellflugzeug wirklich sehr einfach.
Das Live-Bild ist minimal zeitverzögert. Ein FPV-Flug mit einem VR-Brillenadapter, welcher das Smartphone zur FPV-Brille macht, ist daher nicht zu empfehlen.
Die Aufnahmen der ersten Testflüge haben mich total begeistert. Ich zeichne im 4K-Modus mit 25 Bildern pro Sekunde in 16:9 auf. Nach der Landung kann man das Video sowohl auf dem hinteren Kamerabildschirm als auch auf dem Smartphone betrachten. Zur weiteren Bearbeitung wird die Micro-SD-Karte in den Rechner geschoben und die Videofiles runtergeladen.
Die Kamerabilder sind gestochen scharf und geben die Farben naturgetreu wieder. Der typische GoPro-Look mit den weitwinkeligen Bildern ist auch bei der Osmo zu finden. Die Bildstabilisierung, bei DJI SteadyRock genannt, macht einen sensationellen Job. Obwohl ich an der Nordsee bei böigem Wind geflogen bin, ist der Horizont beim seitlichen Filmen absolut stabil und gerade im Bild. Stattdessen sieht man die Tragfläche meines alten, schon lange zum Kameraträger umfunktionierten EasyStar, rauf und runter tanzen. Ganz so, als wäre auf dem Multiplex-Modell ein hochkompliziertes Gimbal montiert. Das ist genau das, was ich mir von dem Kamerawechsel erhofft habe.

DJI OSMO_11.jpg

Kamerablick zur Seite, der Blick auf den Strand ist wackelfrei, nur die Tragfläche geht im Bild rauf und runter

DJI OSMO_12.jpg

Auch beim Filmen nach vorne ist das Bild absolut stabil


Kurze Landung, mit einem Druck auf die QS-Taste wechsle ich in den Fotomodus. Ich habe meine Kamera so eingestellt, dass sie nun fünf Bilder pro Sekunde schießt. Die Fotos in einer Auflösung von 4.000 x 3.000 Pixeln landen auf der Speicherkarte. Getreu dem Motto, “nicht jeder Schuss ein Treffer”, können die Fotos auf dem Smartphone begutachtet und bei Nichtgefallen gleich gelöscht werden. Auch hier kann man an der Qualität der Bilder nichts aussetzen.
Die von DJI angegebene Akkulaufzeit von 90 Minuten bei Aufzeichnung eines stabilisierten 4K-Videos habe ich nicht geprüft, bei meinen vielen Flügen habe ich aber kein Akkuproblem gehabt, zumal die Kamera mittels USB-C Stecker überall geladen werden kann.

Kameramann und Pilot
Die DJI Osmo Action bietet Modellfliegern ein weiteres Highlight. Mit einem Kopfgurt, wie es ihn beispielsweise von Hama für knapp 14 € gibt, kann man sein Modell perfekt selber filmen. Das Smartphone hilft auch hier bei der Einrichtung der Kamera. Ich setze den Kopfgurt samt montierter Kamera auf und schaue geradeaus auf den Horizont. Mein Smartphone mit dem Live-Bild schiebe ich dann in mein Blickfeld. Nun kann ich die Kamera so ausrichten, dass der Horizont das Bild teilt. Jetzt filmt die Kamera genau in die Richtung, in die ich schaue. Beim Fliegen muss ich nur darauf achten, den Kopf beim Beobachten des Modells immer schön mitzudrehen.

Im Video sieht man die perfekte Stabilisierung, aber auch Ausschnitte mit auf der "Stirn" montierter Kamera

Mit ein wenig Geschick ist das Modell nun fast immer in der Bildmitte. Start, Landung und tiefe Vorbeiflüge werden perfekt aufgezeichnet. Dank des Weitwinkelobjektivs verlässt mein EasyStar das Bild nicht. Ruckartige Kopfbewegungen werden von der Bildstabilisierung perfekt glattgebügelt.
Einziger Nachteil: Das Modell wird, wenn es weiter weg fliegt, relativ schnell klein. Aber auch dafür habe ich eine Lösung. Wie oben erwähnt, filme ich in 4K Auflösung. Damit ist das Bild fast viermal so groß wie ein HD-Bild. Die 4K-Auflösung benötige ich eigentlich nicht. Alle meine YouTube-Videos sind in HD-Auflösung gedreht und geschnitten, auch der große Fernseher in der Stube liefert nur ein HD-Bild. Die allermeisten Zuschauer können den Unterschied zwischen 4K und HD, auch mangels entsprechender Geräte, nicht erkennen.

DJI OSMO_10.jpg

Der alte Easystar hat schon manche Kamera getragen, die aktuelle Befestigung gehört eigentlich zur GoPro

Ich mache mir das zunutze, indem ich mit meinem Videoschnittprogramm in das 4K Video digital rein zoome. Damit ziehe ich mein gefilmtes Modell künstlich heran. Das geht bei HD-Videos bis zu 200 % ohne Qualitätsverlust. Natürlich mache ich das nur bei Bedarf, wenn das Modell weiter weg fliegt. Auch hier hilft der Stabilisator, ohne wäre das Bild beim rein zoomen sehr unruhig.

Auflösung2.PNG

Die verschiedenen Videoauflösungen: Ich filme in 4K und schneide in FHD (Full HD)

Fazit
Man muss auch mal über den Tellerrand schauen. Ich habe meine Entscheidung, statt einer aktuellen GoPro, das Produkt des Mitbewerbers zu kaufen, nicht bereut. Im Gegenteil! Die Bilder der Osmo Action begeistern mich immer wieder aufs Neue. Die Features wie die Smartphone Anbindung, die schnelle Auswahl der Aufnahmemodi mit einem Tastendruck, der Bildstabilisator und das robuste Gehäuse machen die DJI-Kamera zu einem prima Begleiter für Modellflieger. Ich nutze die Kamera natürlich nicht nur auf dem Fluggelände...

Technische Daten
Abmessungen65×42×35 mm
Gewicht124 g
Front-Bildschirm1.4", 300ppi, 750 cd/m²
Hauptbildschirm2.25", 325ppi, 750 cd/m²
Kamerasensor1/2.3” CMOS, Effektive Auflösung: 12 MP
LensFOV:145° f/2.8
ISO-WerteFoto: 100-3200
Video: 100-3200
Verschlusszeit1/8000 s bis 120 s
Bildgröße4000×3000
Fotografie1. Einzelfoto
2. Aufnahme-Timer: off/1 s/3 s/10 s
3. Intervallaufnahmen: 0.5/ 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 8/ 10/15/ 20/ 35/ 45/ 65/ 125 s
4. Serienbilder: 3/5/7 pro Sekunde
5. AEB: 1/3EV×3p/ 2/3EV×3p/ 1EV×3p/ 1/3EV×5p/ 2/3EV×5p/ 1EV×5p
6. Zeitraffer: 4K/2.7K/1080P
0.5/1/2/3/4/5/8/9/10/13/15/20/30 s
Video4K (16:9): 60, 50, 48, 30, 25, 24 fps
4K (4:3): 30, 25, 24 fps
2.7K (4:3): 30, 25, 24 fps
2.7K (16:9): 60, 50, 48, 30, 25, 24 fps
1080P: 240, 200, 120, 100, 60, 50, 48, 30, 25, 24 fps
720P: 240, 200 fps
HDR Video4K, 30, 25, 24 fps
2.7K: 30, 25, 24 fps
1080P: 30, 25, 24 fps
Quelle: DJI
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Kommentare

Moin, mir fehlen die Angaben wie z.B.:
- der Preis?
- welches Zubehör ist im Lieferumfang?
- welche Mindestanforderungen an die SD-Karte bei z.B. 4k/60fps?
- welches Videoformat wird bevorzugt?
- wie groß ist das Datenvolumen bei z.B. einer Minute?
 
Prima Gerd. Du bringst es auf den Punkt. Ohne diese Infos überlege ich erst gar nicht ob ein ich kaufen soll. Wobei 124 Gramm ist schon viel Gewicht .
 
Danke Stephan für diesen ausführlichen Bericht.

Vor einiger Zeit habe ich in meiner facebook Gruppe "RCParaglidingwithfun"gerade dieses Thema/Diskussion erstellt - ich suche eine Alternative zur schon etwas, aber immer noch funktionsfähigen Hero 3 - da kommt mir Dein Bericht genau richtig und macht mich neugierig.

Eine aufwindreiche Woche und bleibt alles gesund, Roland

www.rc-paraglidingwithfun.de
 
Scharf von vorne bis hinten. Ist Physik, genauer gesagt Optik:
Je kleiner die Blende, desto größer der Bereich, der scharf ist.
Je kleiner der Sensor, desto größer der Bereich, der Scharf ist.
Je kleiner die Brennweite, desto größer der scharfe Bereich.


Umgekehrt, mit großem Sensor und weit offener Blende hat man einen sehr geringen Schärfebereich, eine kleine Schärfentiefe. Und der wird noch kleiner, wenn die Brennweite größer wird. (Teleobjektiv) Der Grund, weshalb es so schwierig ist, mit einer Spiegelreflex Modellflugzeuge zu filmen. Dort muss ständig die Schärfe, deren Bereich bei 400mm kaum einen Meter hat, nachgefühlt werden.
Besser geht es mit einer Videokamera. Die hat (bei HD) einen relativ kleinen Sensor. Ich stelle meine Cam auf „unendlich“, das passt in den meisten Fällen und verhindert das Pumpen des Autofokus. Unscharf wird es mit dieser Einstellung in Entfernungen unter 5 Metern bei HD.

Die Aktioncam hat einen noch kleineren Sensor, eine sehr kleine Blendenöffnung und filmt extrem weitwinkelig. Damit liegt der Schärfebereich von ein paar Zentimetern bis unendlich. Wenn Deine Cam in der Ferne unscharf ist, ist sie vermutlich kaputt.

Dazu noch ein kleiner Hinweis: das Gesagte gilt auch für Handy-Kameras. Bei ganz modernen Handys wird im "Portrait- oder Selfiemodus" eine künstliche geringe Schärfentiefe produziert. Das sieht nett aus, hat aber mit Optik nichts zu tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
im Anhang mal ein unbearbeitetes Bild aus der OSMO. Sowohl Flächenspitze des Milan als auch Kirchturm haben m.M. die gleiche Schärfe.

Unabhäng davon möchte ich hier niemandem eine Kamera verkaufen, ich habe mir das Ding gekauft, finde es gut und teile meine praktischen Erfahrungen. Vor Wer die Kamera nur deshalb uninteressant findet, weil ein Autor bei RCN den Preis und die Güte des Speicherkarte verschweigt, der braucht doch eignetlich gar nicht weiter zu lesen, oder? (Die Osmo Action unterstützt microSD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 256 GB mit einer Schreibgeschwindigkeit von mindestens 30 MB/s)

Für die anderen: Die Flugaufnahmen dieses Videos :
und dieses Videos:
sind mit der OSMO gemacht.
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
2 Fragen:

Macht die aktuelle Actioncamgeneration (DJI Osmo bzw. GoPro 9) ein Gimbal mittleweile (im Grossen und Ganzen - ich weis Physik lässt sich nicht per Software überlisten) überflüssig?
Wie performt die Stabilisierung der Osmo im Vergleich zu GoPro 9 ?
 
2 Fragen:

Macht die aktuelle Actioncamgeneration (DJI Osmo bzw. GoPro 9) ein Gimbal mittleweile (im Grossen und Ganzen - ich weis Physik lässt sich nicht per Software überlisten) überflüssig?
Wie performt die Stabilisierung der Osmo im Vergleich zu GoPro 9 ?
...das kommt auf die Ansprüche an. Wenn du ein "angenageltes" Bild haben möchtest, ist ein Gimbal die beste Wahl. Die elektr. Stabilisierung blendet Bewegungen nicht komplett aus, sie dämpft die Wacklei extrem. Bei kleinen Bewegungen ist der Bildausschnitt vollkommen stabil, bei größen sieht man weiche Bewegungen. Mitunter der schönere Eindruck...
Den Vergleich zur GoPro9 kann ich nicht machen, da ich nur eine OSMO und eine GoPro5 hab. Nach Berichten im Netz sind die Unterschiede gering.
 
2 Fragen:

Macht die aktuelle Actioncamgeneration (DJI Osmo bzw. GoPro 9) ein Gimbal mittleweile (im Grossen und Ganzen - ich weis Physik lässt sich nicht per Software überlisten) überflüssig?
Wie performt die Stabilisierung der Osmo im Vergleich zu GoPro 9 ?
Hallo fchansa,

du fliegst, wie ich, FPV mit Wings / Flächenfliegern. Da ist die Dämpfung durch den Flieger schon einiges besser wie bei einem Kopter. Ich habe auf meinem Easystar eine Runkam 2 ohne Stabilisierung, das nervt, die Aufnahme sind super nur das Gewackel stört. Mein Kumpel hat einen Gimbal nur für die Rollachse gebaut, der holt 80% aller störenden Bewegungungen aus dem Videos raus. Wenn ich mir die Videos von Stephan ansehe ist das Lichtjahre besser wie die Runcam 2 und viel realistischer wie die Aufnahmen mit dem Einachs Gimbal.

Gruß Thomas
 
... FPV mit Wings / Flächenfliegern .... ist das Lichtjahre besser ...
Das wollte ich hören @RC-Racer Thomas :-)
Fliege zwar auch ab und an noch Kopter ... da finde ich die Dynamik der "starren" Kamera aber fast besser wenn man mal wilde Sau spielt :-). Hatte nur keine Lust auf 'ne Fläche noch ein Gimbal zu montieren ... aber wo ich das so lese gibt's evtl. zu Weihnachten Osmo bzw. GoPro :-)
 

News

Neueste Beiträge

Oben Unten