Drehstörklappe vs. Wölbklappe

Hi, ich baue noch einmal eine DH Vampire von DB Sports and Scale, England. 160cm Spannweite. S. Foto.
Als Start- u. Landehilfe sind Wölbklappen vorgesehen. Im Netz habe ich eine Variante mit Drehstörklappen gesehen. Diese Klappenart ist auch als De Havilland Klappe bekannt, könnte also zur Vampire passen.
Frage: wäre es ein Vorteil solche Klappe zu nutzen? Ist die Bremswirkung besser als bei einer Wölbklappe bei gleichzetig besserem Auftrieb mit dem Ziel einer möglichst geringen Lande- bzw. Startgeschwindigkeit?
DSCI0007.jpg
 

Griffon

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Da stimmt wohl etwas nicht. Wölbklappen an einem Jet hab ich noch nie gesehen. Landklappen in verschiedenen Versionen durchaus.

Hast die ein Bild von der Sache?

Schöne Grüsse
René
 

ruvy

User
Hi auch ;)

Wölbklappen und Landeklappen sehen zwar meist ähnlich aus, sind technisch gesehen aber etwas anderes !

Achtung: Beispiele sind Symbolisch und hängen auf jeden Fall vom jeweiligen Flugmodell ab:

Wölbklappen sind normalerweise dazu da, das Profil in einem definierten Weg zu verändern und so die Flugeigenschaften zu beeinflussen. z.B. Wölbklappen ein paar Milimeter nach unten -> Profil ist mehr verwölbt -> Modell wird langsamer, spricht besser auf Thermik an usw ...
Wölbklappen können auch als Landeklappen verwendet werden, sie werden dann mit großen Ausschlägen nach unten oder oben gesteuert.

Landeklappen: werden beim Start z.B. um 15 Grad nach unten gestellt damit der Flügel ebenfalls mehr Auftrieb bekommt, zum Landen auf 80 Grad abgesenkt und "bremsen" so das Modell durch deutlich mehr Luftwiderstand

Das war die Kurz-Erklärung, die Lang-Erklärung kommt gleich von den Profil-Spezialisten hier :D

lg
Rudi
 
Drehstörklappe bei EDF Jet

Drehstörklappe bei EDF Jet

Hi All!
Dank für die prompten Rückmeldungen
Als Drehstörklappe ist das Prinzip, wie es "Hänschen" zeigt, gemeint, aber nicht so komplex. d.h Brems- und Wölbklappe in einem Stück. Drehpunkt der Klappe z.B. 25% der Klappentiefe. Rudis Kurz-Erklärung beschreibt den Unterschied der Wölbklappenanwendung: je nach Tiefstellung mehr zur Auftriebs- oder zur Widerstandserhöhung. Bei meinem Foto, schlecht zu erkennen, sind die Landeklappen innen neben den Querrudern. Startstellung ca. 25° nach unten, Landestellung bis 45°. Frage ist jetzt, ob eine Drehstörklappe bei entsprechender Stellung mehr oder weniger Auftrieb als eine Landeklappe erzeugt?
 
...Drehpunkt der Klappe z.B. 25% der Klappentiefe...

...bringt bei grösserem Ausschlag eine Störung des Auftriebs, weil der vordere Teil über die Profiloberseite vorsteht. Man kann sich das aufzeichnen, ausschneiden und probieren, dann sieht man schnell, wie die Auswirkung ist.
 
Die Endleisten-Drehbremsklappen System DeHavilland haben den Ruf, nicht besonders gut zu bremsen. Jedenfalls bei Segelflugzeugen (dort hatte sie z.B. der Salto.) Ihr Vorteil: Sie sind robust, da sich die Luftkräfte weitgehend kompensieren, man muss also nur die Klappe und nicht den Antrieb gegen die ganze Luftkraft dimensionieren. Auch die Lagerung wird in eine "einfache" Richtung (radial) belastet. Damit wohl bis zu höheren Geschwindigeiten sicher einsetzbar als z.B. System Schempp-Hirth. Dürfte der Grund sein, warum man sie beim (kunstflugfähigen) Salto verwendet hat.

Die Original-Vampire hat aber einfache Spreiz-Landeklappen:

http://m7.i.pbase.com/o9/52/985552/1/155798917.cY74UjGU.DSC_5008copy.jpg

[Edit] Dafuq! Sie hat offensichtlich beides:

http://cdn-www.airliners.net/aviation-photos/photos/6/3/1/1316136.jpg

Hier noch eine Risszeichnung, die die Aufteilung besser zeigt:

http://i16.photobucket.com/albums/b...illand-dh100-vampire_zpsfc4b4a3d.png~original

PS: Eine "Landeklappe", die die ganze Endleiste absenkt, kann man durchaus als "Wölbklappe" bezeichnen. Vor allem dann, wenn man sie gegen andere Wirkprinzipien von Landeklappen absetzen will.
 
Hallo Markus,
da kommen wir der Sache schon näher. Offensichtlich hatte die Vampire AUCH Drehbremsklappen. Ich habe auch Bilder im Netz gefunden: http://images.google.de/imgres?imgu...0ahUKEwiWncrtuKfKAhVFnQ4KHSHsB3M4ZBCtAwiXATAx.
Da es mir aber nicht nur um die scalemäßigkeit ging, sondern um die Start- u. Landeeigenschaften der Vampire, habe ich mich weiter schlau gemacht: tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_maschinenwesen/ilr/nwk/dateien/V_02(2013).pdf
Demnach wäre eine Spreizklappe gegenüber einer Wölbklappe von Vorteil, da die Spreizklappe beim Absenken Ablösungen an der Flächenoberseite vermeidet, den Auftrieb erhöht und den Widerstand erhöht. Damit wäre mein "Problem" gelöst, ich werde Spreizklappen einbauen.

Gruß an Alle!
Klaus
 

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beni

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Wie MarkusN richtig schreibt, hat der Vampire (und auch der Venom) sowohl Landeklappen, wie auch Bremsklappen.
Die Landeklappen sind Spreizklappen und können stufenlos ausgefahren werden.
Die Bremsklappen sind "Drehklappen" und können nur entweder aus- oder eingefahren werden. Sie erzeugen keinen Auftrieb. Die Bremsklappen bremsen (beim Original) nur im hohen Geschwindigkeitsbereich wirklich gut. Um deren Wirkung zu verbessern, haben die Bremsklappen beim Venom zusätzlich 2 Löcher, damit die Luft mehr verwirbelt wird und es somit mehr Widerstand gibt.
 
Fährt eine "Spreizklappe" nicht gleichzeitig, wie der Name sagt, nach unten und oben aus? Die Endleiste wird gespreizt? Im Bild Nr 114 und 75 sind wohl gemeint, aber diese fahren nur nach oben aus?

Hier ist ein Kollege der sich auch schon damit beschäftigt hat:
eine spreizklappe ist eine gute bremse aber eine schlechtere auftriebshilfe, eine "herkömmliche" landeklappe ist stark ausgeschlagen auch eine gute bremse, leicht ausgeschlagen aber auch eine gute auftriebshilfe.

ich verwende an einem "vampire" impellermodell die spreizklappe als sturzflugbremse wie auch landehilfe, arbeitet schon in kleinem format effizient und das flugzeug bleibt ruhig. als starthilfe ist sie aber weniger gut geeignet, da bremst sie halt auch sobald sie geöffnet wird.
 

beni

User
Die Spreizklappen bei Vampire, Venom und z.B. auch Hunter fahren nur nach unten aus. Bei anderen Flugzeugen mag das anders sein.
Sind sie nur wenig ausgefahren (z.B. beim Start) so erzeugen sie vor allem Auftrieb. Sind sie viel ausgefahren, so erzeugen sie auch viel Widerstand.
 
Fährt eine "Spreizklappe" nicht gleichzeitig, wie der Name sagt, nach unten und oben aus?
Nein, der Begriff steht normalerweise für eine nach unten ausfahrende "split flap", also genau wie hier bei der Vampire ausgeführt. Der Name kommt nicht vom beidseitigen Spreizen, sondern vom Abspreizen.

Das andere gibt es auch, z.B. die Spreiz-Spoiler an der Grumman A-6 Intruder, die Widerstandsklappen an der B-2 und das spreizbare Seitenruder des Space Shuttle. Einen festen Begriff dafür habe ich nicht gefunden, die Teile werden normalerweise nach ihrer Funktion, nicht nach der Gestalt benannt. Grumman nennt die entsprechende Klappe am Intruder-Flügel "deceleron", wörtlich "Verzögerungs-Querruder".
 
Das andere gibt es auch, z.B. die Spreiz-Spoiler an der Grumman A-6 Intruder, die Widerstandsklappen an der B-2 und das spreizbare Seitenruder des Space Shuttle. Einen festen Begriff dafür habe ich nicht gefunden, die Teile werden normalerweise nach ihrer Funktion, nicht nach der Gestalt benannt. Grumman nennt die entsprechende Klappe am Intruder-Flügel "deceleron", wörtlich "Brems-Querruder".

...spreizbares Querruder an der Fairchild A-10

Gruß
Hans-Jürgen
 
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