Dreiblatt-Äquivalent zur 32-18?

Hallo zusammen,

mein Motor dreht die 32-18 Menz sehr gut,
nun soll der Motor erstmals in ein Modell und die erste Standprobe heute hat ergeben:
Bodenfreiheit reicht nicht. (F3f Grumman).

Also muss eine Dreiblatt drauf, hatte das Original auch.

Reisert schreibt als Alternative für die 32-18 wäre eine 28-16 oder 30-16 Dreiblatt einsetzbar.

Gibts dazu Erfahrungen?

Eingesetzt wird die Latte auf einem 220 ccm 7-Zylinder, leistungsgleich mit dem 250er Moki.

Kann mir da Jemand helfen? Da diese Dreiblätter nicht grad billig sind...soll sie doch passen.

Werner
 

Malmedy

User
Hallo Werner,

wenn du es ganz genau wissen willst, müsstest du den Motor genau bezeichnen. Persönlich würde ich bezweifeln, dass ein 7-Zyl 220 cc eine deckungsgleiche Leistungskurve mit einem 5-Zyl 250 cc hat. Drehmoment und Drehzahl müssen aber zusammenpassen.
Eine Faustregel sagt, Durchmesser minus 10% bei gleicher Steigung, aber das hilft dir wenig, wenn der Motor im Mittelbereich nicht das Drehmoment hat, um die 3-Blatt auf die gleiche Drehzahl wie mit der 2-Blatt mitzunehmen. Dann bleibt der Motor unterwegs "stecken".
In dieser Größenordnung ist es vielleicht günstiger, einen Ramoser Prop zu verwenden, also Nabe und Blätter getrennt. Die Anfangsinvestition ist erstmal größer, aber anschließend wird es wesentlich preiswerter. Man kann mit der Steigung kostenfrei experimentieren, zur Not sind 3 neue Blätter billiger als ein 3-Blatt Prop am Stück und bei Bodenberührung (soll bei Spornradflugzeugen ja vorkommen) ist in der Regel nur ein Blatt zu ersetzen.

Gruß
Michael
 
Servus Michael,
der Motor ist ein Eigenbau, wir haben zwei davon gebaut, beide drehen die 32/18 Menz mal locker bis 4500 im Stand, sind
aber beide noch nicht richtig eingelaufen, 2 ltr. Sprit sind durch, mehr nicht.
Es mag sein dass er eine Dreiblatt in der "Mitte" nicht packt. Das Modell wiegt 17 kg, also die volle Leistung brauche ich eh nicht.

Liebäugele nun mit der 28-16 von Menz, was ich so gelesen habe....als Dreiblatt, versteht sich. Die 30-16 Dreiblatt ist noch zu groß im
Durchmesser, wegen der Bodenfreiheit.

Die Idee mit dem Ramoser lasse ich mir durch den Kopf gehen... guter Tip!
Danke.
Werner
 
Hallo Werner,
die 10% Reduktion in Steigung oder Durchmesser kommen schon ziemlich gut hin.
Mit der 28-16 verringerst du den Widerstand 2x in Steigung und Durchmesser. Der Motor wird damit deutlich höher drehen. Muss er auch, wenn du die Geschwindigkeit mit der geringeren Steigung halten willst.

@ Michael
Wie meinst du das mit dem Steckenbleiben? Der 3-Blattprop hat doch nicht spezifisch mehr Last oder Widerstand bei 10% kleineren Werten gegenüber dem 2-Blatt. Die Last von 2- und 3-Blattprops steigt doch gleichermaßen kontinuierlich mit steigender Drehzahl an.

Beste Grüße
Andreas
 
Hallo Werner,

ein Dreiblatt nimmt bei gleicher Drehzahl 3/2 mehr Leistung P als ein Zweiblatt auf. Bei gleichem Verhältnis Steigung/Durchmesser ändert sich
die Aufnahmeleistung mit Durchmesser hoch 5. Der Leistungsbeiwert Cp ändert sich linear mit dem Ratio Steigung/Durchmesser.
D. h. eine 14x10 benötigt mehr Leistung als eine 14x8. Setzt man das in die folgenden Propellergleichungen ein,

1620969899279.png


Ct... Schubbeiwert, Cp... Leistungsbeiwert, Cq... Drehmomentbeiwert

dann kann man das wie folgt für den Durchmesser eines äquivalenten 3-Blatt Propeller berechnen.

1620970025432.png

Ein äquivalenter Dreiblatt wäre daher ein 28.8 x 18. Allerdings gilt das natürlich nur für einen 3-Blatt Propeller mit dem gleichen Profil und Blattform.

Gruss
Micha
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas und Micha,

Da hab ich nun viel gelernt, habt ihr euch so viel Mühe gegeben. Danke.
Und zwei Mal das gleiche Ergebnis, 28-16 wäre zu klein.

30 hätte immer noch zu wenig Bodenfreiheit, die geringe Steigung wollte ich, weil ich eher Kraft ,aber wenig Tempo brauche bei einem Doppeldecker. Bleibt also nur die Option einer höheren Steigung, oder Servowegbegrenzung beim Gasservo.

Muss ich noch mal in mich gehen...
Gruß Werner
 
Hallo Werner,
da kann man mal sehen, wie Faustregeln ganz genau passen.
Letztlich musst du aber den optimalen Propeller erfliegen. Ich hatte schon Fälle, wo meine Vorüberlegung auf Anhieb gepasst hat, aber auch solche, wo erst der 15. Versuch erfolgreich war. Schließlich wurde es dann ein Prop, den ich von vornherein ausgeschlossen hatte. Vielleicht hilft dir vorübergehend ein höheres Fahrwerk, um die optimale Steigung mit verschiedenen 2-Blatt-Props zu finden, und dann erst auf den richtigen 3-bl umrüsten.

Am letzten WE habe ich zusammen mit Klaus M. unsere Topp Aerobat Doppeldecker im Flug verglichen.


Die eigentlich gleichen Modelle sind nur vom Prop und Gewicht völlig verschieden. Im Flug zeigen sie aber sehr ähnliche Eigenschaften:

RetMi21KlausAB2.jpg

der blaurote - 4,5kg, OS FS91 4T-Surpass, SuperProfiProp 12x10,5
der weißrote - 3,5kg, OS FS 90 4T-uralt, GraupnerSuper 14x7


Gruß Andreas
 
Servus Andreas,

ja das mit dem Fahrwerk höherlegen ist leicht gesagt, es ist ein Einziehfahrwerk und da haste keine Optionen, ich schau mal ob ich ein Foto habe. Die Räder werden nach oben eingezogen und sitzen in ihrem Schacht, aus die Maus.

Den "passenden" Prop zum Motor hab ich schon gefunden, Zweiblatt Menz 32/18. Damit dreht er momentan 4500 1/min, was im Stand eigentlich zuviel ist, aber den packt er gut und wird nicht warm.
Ob der im Verbund mit dem Flugzeug passt, und das meinst Du sicher, ist natürlich eine ganz andere Frage, womöglich dreht er damit in Abwärtspassagen zu hoch.

Um da flexibel zu sein habe ich bei Ramoser einen verstellbaren bestellt. Eben als Dreiblatt. Für zig Versuche die richtige Steigung zu finden sind die Dreiblattlatten als Fertiglatten einfach zu teuer (geht bei 120 Euro los). Und einmal über die Piste hinaus, ist so ein Teil hinüber und lieferbar sind
Dreiblätter in der Größe in der Regel nicht, habe mich schlau gemacht.

Also die Ramoser-Lösung, da bin ich flexibel und Ersatzblätter sind auf dem Platz schnell getauscht.
 

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