Eigenkonstruktion: RES-Segler

Hallo RES Gemeinde

Lange Zeit habe ich mit wachsendem Interesse eure Beiträge verfolgt. Kein Wunder, dass auch mich der RES Bazillus erwischt hat.Bausätze, die ein Modell entstehen lassen, gibt es ja von ein paar Herstellern. Gefallen hat mir aber so richtig keines. Also hab ich mal kräftig zu Papier und Stift gegriffen und auf " Altdeutsch " MEIN Modell gezeichnet.
Da ich ( noch ) kein Wettbewerbspilot bin, wollte ich was zum zwischendurch fliegen haben, was auch bei wenig Wind und schwacher Thermik oben bleibt. Da ihr die " Regeln " so toll vorgestellt habt, wurden diese natürlich auch in meine Konstruktion eingearbeitet. Einige Tage ( oder Wochen ) später war es dann so weit: Die Fräse wurde angeworfen und einige Balsabrettchen wurden gefräst. CFK Rohre besorgt und das Ganze zu einem Segler zusammengeführt. Hauptsächlich hat Sekundenkleber die Teile zusammengefügt.
Mein RES Modellchen ist zwar kein absolutes Leichtgewicht, jedoch mit 372gr. Rohbaugewicht auch nicht gerade schwer. Was noch ein klein wenig Gehirnschmalz erfordert, ist die Anlenkung für das V- Leitwerk. Mit Federn und Seilzügen kann und will ich mich einfach nicht anfreunden, da die Servos immer leicht Strom ziehen, um das Ruder auf " Null " zu halten. Mal sehen, was mir dazu noch so einfällt. Falls ihr eine brauchbare Idee habt - immer her damit !
Ein paar Bilder von meinem RES Modell möchte ich euch nicht vorenthalten.

Gruß, Franz Haas20160205_113111_resized.jpg20160205_113055_resized.jpg20160205_112952_resized.jpg20160205_112942_resized.jpg
 
Was noch ein klein wenig Gehirnschmalz erfordert, ist die Anlenkung für das V- Leitwerk. Mit Federn und Seilzügen kann und will ich mich einfach nicht anfreunden, da die Servos immer leicht Strom ziehen, um das Ruder auf " Null " zu halten. Mal sehen, was mir dazu noch so einfällt. Falls ihr eine brauchbare Idee habt - immer her damit !
Hallo Franz,

Das mit der Servobelastung ist ein Trugschluß, dem ich auch lange aufgesessen bin. Manches muss man eben ausprobieren. Knurrende Servos hab ich
nur bei schwergängigen Bowdenzügen erlebt, bei Fadenanlenkung sind die Servos still. Und wenn man die Empfangsanlage ausstellt, bleiben die Ruder schön
auf Position, da ziehen die Federn nichts zurück.
Ich habe ewige Zeiten Schubstangen und Bowdenzüge verwendet, halte aber mittlerweise die Feder-Faden-Lösung für die Optimale bei DLG und RES. Absolut spielfrei und
extrem leicht. Und sehr einfach zu bauen.
Kompliment für den Eigenbau, ich bin gespannt auf Deine Flugerfahrungen. Das V-Leitwerk erscheint unterdimensioniert, ich weiss aber aus eigener Erfahrung. das Fotos
bei Nahaufnahme ziemlich verzerren.

Gruß Hans
 
Hallo Franz,
schönes Modell hast du da gebaut, aber auf den ersten Blick erscheinen mir die Holme im Flügelmittelteil viiieeell zu schwach dimensioniert. Sind das 2 x 6 mm pultrudierte Rohre aus dem Drachenladen?

Der Flügel wird beim Hochstart stark durchbiegen und dabei, unglückliche Holmverteilung, vorne wo die Auftriebskräfte stärker angreifen (Druckpunkt) mehr biegen wie hinten. Das gibt eine positive Verwindung des Flügels. Für einen guten Hochstart ist das sehr ungünstig - keine Höhe und starke Abrißtendenzen am Außenflügel.

Weiterhin scheint mir die Ruderfläche im V-Leitwerk zu klein im Verhältnis zur Leitwerksgröße. Ein RES soll auch bei recht langsamer Flugweise noch ausreichend Ruderwirksamkeit haben.

Aber das sind alles nur Unkenrufe nach Ansicht der Bilder.

In Wirklichkeit gilt:

Versuch macht kluch
Also guten Fluch :D

wünscht

der Nichtflügler der auch gerade einen RES baut
 

Papa14

User
Servus Franz,

gratuliere zum Eigenbau - nicht jeder hat soviel Muße zu einer eigenen Konstruktion, wenn es doch schon zahlreiche Modelle gibt.

Bei der Anlenkung würde ich mir auch keinen Kopf zerbrechen, ich war früher auch nicht sehr angetan von einer Federvorspannung. Jetzt habe ich das spaßeshalber im Pures eingebaut und das klappt problemlos - kein Servo brummt. Aber ein 0,6er Stahldraht ist auch nicht schlechter. Weiße Bowdenzugröhrchen oben vor dem Leitwerk durchführen - und gut ist's. Innen im Rumpf ist die Anlenkung hübscher, aber aufwändiger.

Die Ruderfläche im V-Leitwerk ist sicher groß genug ... wer schon Freiflieger gebaut hat, weiß das. :D

LG Peter
 
RES Segler Eigenbau

RES Segler Eigenbau

Hallo

Danke für euere Unterstützung. Meine RC Zeit ist scheinbar schon verdammt lang her!
Mein letztes V-Leitwerk waren die beiden JET Modelle von Eismann. Da wurde damals schon fleißig experimentiert.
Bei dem Öffnungswinkel hat sich ca 110° als die ( damals! ) beste herausgestellt. Die eigentlichen Ruderflächen waren augenscheinlich auch klein. Hat man die Biester vergrößert, hatte man bei Vollausschlag eine verdammt gut wirkende Bremse. Und jetzt hat mich halt die Segelfliegerei voll erwischt. Hintergrund ist ganz einfach: wenn mal mit dem Paraglider nix geht, da zu schwacher Wind ist, wollen wir trotzdem auf unserer Wiese etwas Spaß haben.
Wer ist denn hier alles aus der Kölner Gegend, oder dem Erftkreis? Ein wenig Unterstützung wäre ja nicht schlecht.
Und unsere Wiese nebst sehr großzügigem Gelände läd förmlich zu ausgedehnten Thermikflügen ein.

Holm und Rippenbruch
Franz Haas
 
Hallo,

zu kleine Ruderblätter können tückisch sein. Nicht wenn man großflächig kreisen will. Wenn man aber mal eine starke Ruderwirkung benötigt (Ausweichen, Modell in Blase "zwingen", etc.) dann brauchts bei sehr kleinen Ruderflächen einen relativ großen Ausschlag. Ab ner bestimmten Gradzahl ist aber Schluss mit Ausschlag, weil dann durch den großen Ausschlag (hohe Gradzahl) am Ruder die Strömung abreißt. Der Segler bäumt sich dann kurz vorn auf - in etwa so als ob man das Höhenleitwerk mal kurz abgebaut hätte (und so ein Flügel vorne ohne Leitwerk hinten erzeugt in der Relation recht viel Auftrieb). Also lieber nicht allzu schmale Ruderblätter und dafür Ausschläge mit einer Gradzahl, die im Rahmen ist.

Ansonsten hast du nen hübschen Flieger gebaut, welches Profil hast du verwendet und welche Dimension hat der Hauptholm (wurde ja schon angesprochen; wenn er tatsächlich etwas unterdimensioniert ist, würde ich normale Oracover (transparent?)-Folie nehmen und nicht die light - das macht auch schon was aus) - schreib doch mal, wie das Modell fliegt, wenn es fertig ist.


Viele Grüße

Uli
 
RES Segler Eigenbau

RES Segler Eigenbau

Hallo Uli

Die CFK Holme sind tatsächlich 6x2 Rohre. Ich habe aber die Möglichkeit hier noch einen 3mm Vollstab einzuführen.
Als Profil habe ich das hier: AG 35 - AG 36 Strak.Wurzel 205mm und Endrippe 130mm.
Die gesamte Bremsklappe ist aus 2x 1,5mm Sperrholz gefertigt, wo der Hauptrahmen komplett mit den Rippen verklebt ist. Das gibt eine enorme Festigkeit. Ein durchbiegen des Flügels ist kaum möglich. Das Teil ist echt steif wie ein Brett.
Wie groß soll ich denn die Ruderfläche vom V-Leitwerk machen? Noch ist es ja früh genug für Änderungen.
Hier mal die Daten für das Leitwerk: Höhe 240mm, Leitwerk unten: 100mm, oben:68mm, das Ruder selbst: unten 35mm und oben 25mm. 110°.
Übrigens: das angegebene Gewicht ist incl. 3 Servos.

Bin übrigens aus Bergheim Erft. :D

Gruß, Franz Haas
 

Wattsi

User
Um die Größe Leitwerks beurteilen zu können, sind nicht nur seine Maße wichtig, sondern auch die Länge des Hebelarms und Informationen über die Tragfläche.
Auch der am häufigsten geflogen Geschwindigkeitsbereich spielt eine Rolle, oder man orientiert sich an ähnlichen Modellen oder schaut bei Mark Drelas Seiten nach.

Wolfgang
 
Hallo Franz,

ein solches Projekt zu wagen, davor habe ich alle Achtung. Das optische Ergebnis sieht für mich sehr ansprechend aus. Beim Gewicht auch gleich mit anderen bereits gereiften Modellen mithalten zu wollen, wäre sicher zu viel verlangt.

Zu den Einzelheiten:
Zur Ruderanlenkung sehe ich es ebenso, wie meine Vorredner. Fadenanlenkung geht für diese Modelle gut. Ich habe fünf RES-Modelle damit in Gebrauch. Kein erhöhter Stromverbrauch. Gewichtsmäßig optimal. Tolle Neutralstellung im Rahmen der Genauigkeit der Servos.

Die Leitwerksgröße sehe ich erst mal unproblematisch. Fliegen wird Dein Modell (Hat es eigentlich noch keinen Namen?) sicherlich. Ein zusätzliches Leitwerk zu bauen, falls es nicht so optimal passt, wäre ja auch nicht das Ding, sondern eher gleich die Möglichkeit, etwas am Gewicht zu tun, denn da geht immer etwas.

Mir fiel noch die Nase auf. Viele andere Modelle haben eine längere Nase, um mit möglichst wenig Blei auszukommen. Ist ja aber auch erst einmal nicht entscheidend.

Das aus meiner Sicht wichtigste aber zuletzt. Wie meine Vorredner auch, so fürchte ich, dass der Haupthom im Mittelteil einfach zu dünn ist. Nicht Festigkeit ist hier das Kriterium, sondern Steifigkeit. Das betrifft nicht nur, wie schon beschrieben, das Fliegen sondern auch die Funktion des Spoilers. Was wird allein das Servo für den Spoiler machen, wenn es im Schnellflug den mit dem Flügel verformten Spoiler aufdrücken soll? Ob das gut geht?
Ob ein zusätzlich eingeschobener Stab als Verstärkung ausreichend ist, kann ich nicht beurteilen. Ein Versuch wird es zeigen.
Zum Vergleich: Ich baue gerade den Slite. Da hat der Holm im Mittelteil 12 mm Durchmesser bei 0,5 mm Wandstärke.
Pragmatisch würde ich es mal so sehen: Es ist noch Bauzeit und Du hast, wie man am sonst wirklich ansprechenden Ergebnis sieht, die Möglichkeiten und Fähigkeiten. Beste Voraussetzungen noch schnell ein neues stabileres Mittelteil zu bauen. Das erste Mittelteil kannst Du dann bei Leichtwind und ohne Spoiler immer noch zusätzlich fliegen. Ich weiß, das klingt nicht so verlockend, ist aber vielleicht eine Überlegung wert.

Viele Grüße
Norbert

P.S.
Das erste Haus das man baut sollte für einen Feind sein. Das Zweite für einen Freund und das Dritte für sich selbst. (alte Weisheit)
 
Hallo Franz !

Nach genauerem Betrachten der Bilder traue ich deinen Angaben zu den Leitwerksmaßen nicht ganz.

Die Proportionen/Streckung deutet eher auf innen 100 mm plus 35 mm Ruder und außen 68 plus 25 mm. Sinnvoll ist eine Ruderklappengröße von ca. 35 %. Mit Höhe 240 mm meinst du die Länge der Leitwerkshälfte???

Egal, ich baue seit 20 Jahren nix anderes wie V-Leitwerke und 110 Grad war früher ein gängiger Wert. Ist aber nur sinnvoll, wenn die Seitenruderwirkung die Querruder nur unterstützen soll. Bei RES-Seglern (und auch bei anderen) findest du heutzutage Winkel von 96 -100 Grad, um ausreichend Seitenruderwirkung zu haben.

Noch ein Hinweis: deine Ruderklappen werden sich bei "voll hoch" in der Mitte berühren, probier es einfach mal aus.

mfg

der Nichtflügler
 
hallo Franz

Schön ist er geworden, so eine Fräse und das Verständnis sie zu programmieren würde mir auch sehr weiterhelfen, mal sehen was kommt.

Mir fehlen die Querstreifen auf der Oberkante der Rippen der AG x. Profile, da wo sie jeweils flach werden, bei Nasenbeplankung an deren Ende und eine im letzten Drittel, bei dir sieht diese eher wie ein Hilfsholm aus, ist zu weit hinten und fehlt im Mittelteil, da hast du einen Rohrholm.
Wie entscheidend das für die Leistung des Profiles ist bin ich aber mittlerweile verunsichert, da unser "Guru" es als nicht notwendig erachtet, aber warum würde Mark Drela das sonst so planen/rechnen. Wer da jetzt recht hat,??? nach meinem Verständnis sind sie Notwendig um die Eindellung der Bespannung zu minimieren.

Interessant ist deine Bauweise der Leitwerke, hast du die Gewichte?
Welchen Leitwerksträger hast du verbaut, Durchmesser ?


LG Andreas
 
Holm und adere Dinge...

Holm und adere Dinge...

Hallo Franz,
auch von mir etwas "Senf" zu deinem Flieger und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt:
1. Hauptholm:
bei dem gewählten Profil läßt sich von der Dicke her ohne weiteres ein einzelner Holm von mind. 10x8mm Durchmesser unterbringen. Ein Verstärken des Holms durch Einschieben eines Vollstabes bringt von der gültigen Mechanik des Biegeträgers recht wenig, weil der Stab in der neutralen Faser liegt, ist nur Gewicht.
Auch den Flügel durch Einbau eines stabilen Klappenkastens zu versteifen bringt m. M. nach nichts, die Flügelstruktur sollte von sich aus möglichst biege- und auch torsionssteif sein - so weit das bei der Rohrholmbauweise möglich ist. Ist der Flügel steif genug, kann auch die Klappenkonstruktion deutlich leichter werden, Balsa genügt da in der Regel damit die Klappe ihre Funktion erfüllen kann.

Leitwerk:
Von den Abmessungen Tiefen, Ruderflächen) passt das im Grunde, ich würde aber auf jeden Fall den Öffnungswinkel kleiner, so zwischen 95 und 100 Grad wählen, das verbessert die Seitenruderwirksamkeit und du ersparst die das mühsame Herumlaborieren mit Differenzierung des Seitenruders (die m. M. nach nichts bringt). Bei kleinerem Winkel würde ich dann auf jeden Fall die "Spannweite" des Leitwerks um ca. 25mm vergrößern, damit die Projektion wieder paßt.
Rumpf: Würde ich auch moderat verlängern, damit am Ende möglichst kein unnützes Blei das Gesamtgewicht versaut;)

Gruß
Rainer
 
Hallo Franz,

sehe das auch so, wie meine Vorredner: Ich würde das Modell erst mal so fertig bauen und damit fliegen und Erfahrungen sammeln.

Den Flügel nicht so sehr belasten, z.B. beim Hochstart und auch nicht so schnell damit fliegen (Torsion).

Allerdings würde ich den Leitwerks-Öffnungswinkel so wie es "Nichtflügler" vorgeschlagen hat unbedingt auf 100° oder etwas weniger ändern. Macht wenig Arbeit und bringt von der Ruderwirksamkeit sehr viel.

Ansonsten sehr schönes Modell von der Geometrie und vom Design.

Viele Grüße
Dietmar

ups, Rainer war schneller..... Stimmt was Rainer sagt, dem Leitwerk etwas mehr Spannweite geben, wenn man den Öffnungswinkel verkleinert!
 
RES Segler Eigenbau

RES Segler Eigenbau

Hallo RES Gemeinde

Erst einmal besten Dank für eure Unterstützung.
Das V-Leitwerk habe ich jetzt auf 100° geändert und auch 20mm verlängert. Ruderflächen auch angepasst
und promt stoßen diese bei Vollausschlag zusammen.
Heute geht es dem Rumpf an den Kragen und wird verlängert. Mal sehen, was dabei raus kommt.
Das Gewicht von dem V-Leitwerk beträgt jetzt 21gr. Grundbrett 2mm Balsa, Streifen 1,5mm beidseits und das ganze verschliffen.
Einen Namen für mein Modell hab ich immer noch nicht :cry:

Holm und Rippenbruch
Franz Haas
 

Gusto

User
...Einen Namen für mein Modell hab ich immer noch nicht :cry:
Franz Haas
Hallo,
warum nicht FresH bzw. FRESH ?
Das bedeutet:
F für Franz
res für RES (rudder elevation spoiler)
H für Haas

Dann hast Du den Anfangsbuchstaben Deines Vornamens (F) vor dem Wort res
und den Anfangsbuchstaben Deines Nachnamens (H) nach dem Wort res.
So wird das Wort res von Deinem "Namen" (bzw. den Anfangsbuchstaben Deines Namens) eingerahmt.

Grüße, Gusto
 
RES Segler Eigenbau

RES Segler Eigenbau

Hallo Gusto, hallo Eckart

Dieser Name hat was!
Und genau so wird der RES Segler getauft.
Recht herzlichen Dank. Ich bin REStlos begeistert.

Holm und Rippenbruch
Franz Haas
 
... genau, ganz so fresh ist der Namen nicht - Olli hatte auch schon diese nette Idee - dann vielleicht: nearly fresh :-)

Viele Grüße

Uli
 

hastf1b

User
Oder HaRes, oder gibt es das auch schon? HARES

Dann eben HaaRes. HAARES

Heinz
 
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