Ein Flieger für eine Modellbau AG an der Schule

Hallo,
ich plane für nächstes Jahr eine Modellbau AG an der Schule wo ich arbeite. Die Schüler sind in der 6. bis 11. Klasse! Ich habe mir gedacht, die AG für 6 Schüler zu ermöglichen. Gebaut werden soll ein kleiner freifliegender Segler, der später mit einfachen Mitteln ferngesteuert werden kann und auch einen Motoraufsatz bekommen kann. Nachdem ich jetzt schon eine ganze Weile nach einem passendem Modellplan gesucht habe, bin ich nun soweit, dass ich lieber versuchen möchte, was eigenes zu konstruieren.
Die Eckdaten: Einfache Konstruktion aus Balsa und Kiefer, 800mm Spannweite, mit Papier bespannt, ganz wichtig in einem Halbjahr mit 1 -2 Stunden pro Woche zu bauen.
Orientiert habe ich mich an einem Plan aus meinem Fundus, das Rumpf-Segelflugmodell von Hans Poppick!

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Allerdings ist jetzt bei meiner ersten Zeichnung doch ein ganz eigener Flieger. Bis jetzt habe ich den Rumpf in einer Seiten u. Draufsicht und die Rumpfspanten gezeichnet, für die Tragfläche ist eine V-Form mit 15° und gerader Unterseite geplant.

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Sobald alle Zeichnungen fertig sind werde ich den Flieger erst mal selbst bauen und schauen, ob er so überhaupt baubar ist und ob er auch fliegen kann. Im nächsten Schritt werden Schablonen für Rippen und Spanten gefertigt, (diese sollen vorgefertigt werden), Wenn dann alle Arbeitschritte durchdacht sind, sollen 2 Testpersonen den Flieger bauen um weitere Fehlplanungen zu finden.

Nun würde ich gerne mal Eure Meinung dazu hören, Kritik und Ratschläge sind erwünscht.

Roland
 

bendh

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Ich habe mit 6 Schülern den RC-Uhu ein Schuljahr lang, in 2 Stunden Einheiten, gebaut und nur einen fertig bekommen.
Du hast 40 Stunden zur Verfügung, da würde ich selbst mit so einem Modell nicht fertig.
Nimm etwas einfacheres.
Kastenrumpf, Rechteckfläche und Brettleitwerk.
Und als erstes einen einfachen Balsagleiter, damit sie den Umgang mit Holz lernen.
 

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Papa14

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Na gut, Meinung folgt ...
In früheren Zeiten hat man das ab der 4. Klasse gebaut, ein 11-Klässler ist 17 Jahre, den kann man mit sowas nicht mehr motivieren. So ein Projekt muss heute cool, hipp oder geil sein.

Insgesamt finde ich die Konstruktion zu altbacken. Wer baut heute noch mit Peddigrohr, Zwirn und Bespannpapier? Die Spanten sind keine Halbspanten, das erfordert eine Helling. Das Modell schreit geradezu nach verzogenen Teilen. Der Plan ist echt Oldschool, wenn man das nicht als megageiles Vintage Modell verkaufen kann, dann fehlt der Kick.

Die Rahmenzeit ist viel zu lange, nach der dritten Woche ohne Erfolgserlebnis geben die ersten auf und doktern nur mehr lustlos an einem sinnlosen Projekt herum.

Wie Bernd schon schrub, ein Balsagleiter als Anfang, dann vielleicht einen Jedelsky Gleiter, dann kann man weiter schauen.
 
Der Balsagleiter ist letztes Jahr schon als Corona-Projekt in Heimarbeit entstanden, alle 25 Schüler und Schülerinnen hatten viel Spaß dabei und es sind alle geflogen!

Insgesamt finde ich die Konstruktion zu altbacken. Wer baut heute noch mit Peddigrohr, Zwirn und Bespannpapier? Die Spanten sind keine Halbspanten, das erfordert eine Helling. Das Modell schreit geradezu nach verzogenen Teilen. Der Plan ist echt Oldschool, wenn man das nicht als megageiles Vintage Modell verkaufen kann, dann fehlt der Kick.

Die Rahmenzeit ist viel zu lange, nach der dritten Woche ohne Erfolgserlebnis geben die ersten auf und doktern nur mehr lustlos an einem sinnlosen Projekt herum.
Na klar gibt es für den Flieger eine Helling! Die Leitwerke sind als Balsaplatte geplant, es ist weder Garn noch Peddigrohr vorgesehen.

Ich hab mir so gedacht, in der ersten Stunde wird die Helling vorbereitet, in der 2. dann die Spanten gestellt und die ersten Rumpfgurte angeklebt.
Nach meiner Planung sollte nach 4 bis 5 Wochen der Rumpf von der Helling genommen werden können.

Und ja, ich habe vor, den Flieger als "obergeilen Vintage-Flieger zu verkaufen!
 
Das finde ich wirklich ein ambitioniertes Projekt. Ich baue auch seit ein paar Jahren mit AG Schülern Modelle. Vom Baukasten (Airfish) bis zu einem Projekt, ganz ähnlich Deinem, E-Segler, 1,6m SPW Balsabauweise und auch, um Urheberdiskussionen zu umgehen, selber konstruiert. Fliegt sehr gut. Und Kids, die selber noch nie eine Dekupiersäge bedient hatten und oft noch nicht mal ein scharfes Messer in der Hand hatten, waren zu begeistern.

Allein dein Zeitrahmen scheint mir für so etwas etwas knapp. Ich käme da nicht hin. Die Kids sind zwar begeistert dabei, arbeiten aber oft nicht konzentriert genug. Wollen bisweilen in der AG auch ihre Kontakte Pflegen.
Dann gibt es immer wieder unvorhersehbare Unterbrechungen wie zur Zeit und wohl in dennächsten Jahren bestimmt öfter/länger. Und Schullandheim, Klassenfahrten, Unterrichtsveranstaltungen usw. Von einem Halbjahr ist da gerne nur die Hälfte zur Verfügung.

Zuletzt haben wir uns, damit es vorwärts geht vom Holz verabschiedet und Depron (Plastikmüll, Ich weiß) verwendet. Pibros.de hat für Kids ansprechende Teile, meine Kids sind vom Namenlos begeistert, da werden wir, sobald wir wieder dürfen bis zu den Sommerferien mit viel Glück und wenn es nicht wieder zu Lockdowns oder noch Steigerungen kommt, was fliegendes hinbekommen.
LG Henner
 

Erik_

User
Hallo zusammen,

habe vor Kurzem mit meinem Sohn (10 Jahre) den Falken von Thiele Modellbau gebaut- super Teil. Da kann die Jugend schleifen, heraustrennen, leimen unsw. Man sieht Ergebnisse.

Ist auch vom Zeitaufwand überschaubar, da alles gefräst ist. Tolles Teil für 61,- EUR +Versand. Gibts auch im 10-Pack...:)

VG Erik.
 
Also ich würde vorschlagen mit diesen ganz einfachen wurfteilen von hier (link folgt gleich)
das mache ich in der 5. klasse an der Realschule und am Gymnasium.. und kostet nicht viel (ein balsabrettchen bring vier Flieger in ein bis zwei doppelstunden und vor allem Motivation!!)
Anschließend würde ich ggf einen Bausatz von aeronaut empfehlen.. da gibts einige die sind ziemlich brauchbar - der hier bspw:
 
Und hier ist der versprochene link:

die Anleitung ist nicht von mir aber ich habe sie schon mehrfach benutzt..
Falls ihr eine bandsäge habt, und du sie bedienen darfst (bei uns brauchst n Maschinenschein oder n einsamen Samstag Nachmittag), ist die Vorbereitung für 20 Flieger in 20 min erledigt..;)

zwecks deiner gruppengröse von 6 Schülern : also das ist super wenn du das genehmigt bekommst.. bei uns an der Schule ist 8 die Mindestgrösse um überhaupt debutatsstunden zu bekommen.. und erst ab 12? Gibt die volle Anzahl.. wenn die orga guter Laune ist..;)
 
BTW manche basteln ihre Wasserflugzeuge aus so nem Styropor ähnlichen Zeugs, das fester,ca 5mm dünn und biegbar ist..
vielleicht wäre das noch ne Idee.. obgleich ich es immer toll finde den Kids mal holt in die Hand zu drücken... muss mdl. die Techniklehrer fragen ob da wer Erfahrungen hat..
 

madmao

User
Ich denke du meinst Depron. Gibt's in verschiedenen Stärken.
 

thomasr

User
Es kommt sicher auf die Gruppe an, die mögliche Unterstützung und das Budget, aber der Falke hat am Ende einfach den fliegerischen und den sportlichen Aspekt. Mit Wurfgleitern kann nicht jeden locken.....
 
Hallo und schönen Abend :-)

ich will mal hier kurz meine Baukastenerfahrungen meiner Jugendgruppen wiedergegeben.
Gebaut habe ich (leider immer alleine) mit jeweils einer Jugendgruppe von 8 Teilnehmern (zwischen 10 und 14 Jahren) mehrere Modelle.
Als Zeit für den reinen Bau standen immer 40 Unterrichtsstunden zur Verfügung. Das Einfliegen fand dann separat im Rahmen eines kleinen Festes statt.

Folgende Modell wurden gebaut:

Segler Return bezogen von Höllein. Gebaut wurde als Segler oder mit E-Antrieb. Der Baukasten war gut ausgestattet und die Jugendlichen kommen gut damit zurecht. Leider überforderte die filigrane Rippenkonstruktion manche Jugendliche etwas, was auch dazu führte, dass einige nicht fertig wurden. Die fertiggestellten Modell flogen alle den Erwartungen entsprechend.
Fazit: Als Jugendgruppe für 40 Stunden ohne Hilfe nicht geeignet.

Segler Riser (nicht Riser100) von SIG. Ebenfalls als Segler oder mit E-Antrieb. Im großen und ganzen wurden mit dem Riser die selben Erfahrungen gemacht, wie mit dem Return. Allerdings waren beim Riser die Kosten höher als beim Return.

Segler Filius von Multiplex. Dieser zig tausend mal gebaute Segler erfüllte die Erwartungen in vollem Umfang. Einfacher Aufbau, geringe Folgekosten, leicht zu fliegen und zu reparieren. Entgegen dem Bauplan läßt sich der Filius auch sehr einfach mit E-Motor in der Nase bauen. Es wurden alle Jugendlichen mit dem Modell fertig und die gesamte Gruppe konnte gemeinsam einfliegen. Aufgrund des Jedelski-Profiles haben wir der Einfachheit halber alle Modell komplett gestrichen. Ein entscheidender Zeitvorteil!

Segler Bobby von Conrad. Aufgrund des nicht mehr lieferbaren Filius wurde der ähnliche Bobby von Conrad genutzt. Dieser Segler entspricht im Umfang wiederum dem Filius. Lediglich die Spannweite ist geringer.

Fazit: Ich würde auf jeden Fall bereits im Vorfeld zu einem RC-Modell greifen. Mit Freiflug lassen sich 10-14Jährige nur schwer begeistern.
Dann würde ich aus Zeit- und Kostengründen zu einem Modell mit Jedelski-Tragfläche greifen. Das spart die Kosten für die Folie und erspart das zeitintensive Bügeln. Zudem .... mit einem Pinsel können immer noch die meisten Jugendlichen umgehen.

Leider ist keiner dieser Baukästen mehr als Gruppenbaukasten am Markt erhältlich. Den Baukasten des Bobby findet man immer wieder mal für kleines Geld im Internet. Entweder es wird auf ähnliche Modell ausgewichen, oder man macht sich die Mühe die 8-10 Bausätze selbst zusammen zu stellen. Der einfache Aufbau ermöglicht es, alles an einem Nachmittag zu schneiden (etwa 10€ pro Satz). Das Internet ist voll von Plänen die dem Filius oder Bobby entsprechen, aber lizenzfrei sind.

Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht wäre das Design ja auch was 😃
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Aus "Der Neue Schnitt" von Oktober 1953. Die Jungs scheinen ja Spaß zu haben;) Auch wenn es im Hintergrund eher so aussieht als würde sie Bomben mit ihren Fliegerchen abwerfen? Hab mir schonmal überlegt das aus Spaß nachzubauen, wird aber schwierig mit dem Schwerpunkt...
 

Bosko

User
Ich unterstreiche die Empfehlung von Stefan france bzgl des Lilienthal/aeronaut, LT40.

Der Aufbau ist relativ einfach. Die Teile müssen nicht allzulange auf der Helling bleiben. Das Modell verzeiht unsauberheiten beim Bau. Ich find's super!
Damit solltet ihr auf jeden Fall in der Zeit durchkommen. Dh ihr habt noch Puffer (Gestaltung, startgummifallschirmchen basteln...)
 
Vielen lieben Dank für Euer Feedback, die Tipps und Ratschläge!

Mit dem Lilienthal habe ich ganz lange geliebäugelt, uns so ganz ist er auch noch nicht aus dem Rennen. Inzwischen möchte ich aber wissen, ob der Flieger, den ich da zeichne, bau und fliegbar ist, die Konstruktionsarbeit macht mir so viel Spaß das auf alle Fälle ein paar von den Dingern entstehen werden. Aktuell bin ich an den Leitwerksteilen am zeichnen und die Tragfläche entsteht in meinem Kopf. Bei der schwanke ich noch, ob V-Form oder gerade mit hochstehenden Ohren. Beides hat Vor - und Nachteile.
Von der Papierbespannung bin ich inzwischen abgekommen, ich werde einfach 3 Farben transparente Folie anbieten, so haben die Schüler eine schöne Auswahl und kein Flieger sieht aus wie der andere.
Alle Balsateile werde ich im Vorfeld zuschneiden (habe leider keine Fräse) Die Helling, die ich mir jetzt ausgedacht habe, macht einen Falschaufbau so gut wie unmöglich.
Der Flieger wird als Freiflieger von der Schule finanziert, er wird für die nächste AG schon für den RC-Ausbau vorbereitet, der RC-Ausbau mit Motoraufsatz muss dann von den Eltern finanziert werden.
Da ich ja schon im letzten Sommer als Heimarbeit mit 22 Schülern einen Balsagleiter gebaut habe, (also die Schüler haben ganz ohne Unterstützung die Gleiter zu Hause gebaut), bleibe ich optimistisch was deren Fähigkeiten betrifft.

Roland
 
Hi,

obgleich ich nicht unser Jugendleiter im Verein bin, suche ich ebenfalls ein schickes Modell für unsere Jugendgruppe, für das ich Bausätze fräsen kann.
Aktuell hat die Truppe Lilienthals gebaut (Toller Bausatz, habe auch einen...) aber mein Fokus liegt auf einem Folgemodell mit ein wenig mehr Leistung und fliegerischem Anspruch.
Aufbauzeit und Fehlerpotential sind allerdings der kritische Faktoren: Dauert es zu lange oder geht etwas schief, frustriert man die Jugendlichen einfach zu schnell.

Begonnen habe ich mit dem Minifex von Johannes Kessler. Nach dem ich das Modell neu konstruiert habe ist daraus ein prima Bausatz entstanden. 5 Stück wurden bislang gebaut... doch das Teil ist deutlich zu filigran für einen Bauunerfahrenen und es sind ein paar schritte dabei, bei denen man echt aufpassen muss (Biegen der Nasenleiste unter Wasserdampf usw.). Flugtechnisch ist das Teil aber supergut und seit 2 Jahren mein ständiger Begleiter.

Aktuell baue ich einen Thermikhobel von von Sven Römmele, den ich ebenfalls remastered habe. Das könnte hinsichtlich Jugendbau etwas werden... meiner ist allerdings nocht nicht ganz fertig und ich möchte die Flugeigenschaften noch testen.

Meine Lessons Learned soweit sind (für den begleiteten Aufbau):
- Der Rumpf muss ein Kastenrumpf sein oder im Schichtaufbau (ala Aeronaut Lilienthal) entstehen. Ein paar 4mm Balsabretter und 4 Dreikantleisten sind in meinen Augen ein guter Ansatz.
- Leitwerke sollten aus Vollmaterial sein, Fachwerk-aufbau geht aber auch.
- Ein klassischer Holmaufbau mit Beplankung ist zu komplex, ohne Beplankung sehr labberig und wird verzieht sich leicht beim Folieren.
- Jedelsky Flächen lassen sich super bauen. Wenn es ein flottes Modell werden soll, finde ich sie ungeeignet.
- Ein Kompromiss kann ein Kohle-Rohrholm sein. Das klappt aber nur, wenn die Flügel von der Begleitperson vorbereitet sind. Wenn ein 12 Jähriger versucht, die Rippen mit Sekundenkleber zu fixieren, geht das sicher ordentlich schief. Ich habe für den Thermikhobel eine Helling gebaut und kann in 20 Minuten ein Flächenpaar mit Holm und Klappensteg vorbereiten. Das könnte also ein gangbarer Weg sein.

Bis dahin,
Fabian
 
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