Ein neuer Hangallrounder im Mini-Format entsteht

Moin!

Hab im Segelflug-Forum schon mal kurz mit diesem Projekt angefangen, aber irgendwie findet man da keine Beachtung, wenn man nicht ein 6-Meter-Schalentier konstruiert, deswegen probiere ich es hier noch mal. :D

Kennt Ihr das? Ihr seid irgendwo ungterwegs, Urlaub, Geschäftsreise und vor Euren Augen steht der geilste Hang - aber Ihr habt keinen Flieger dabei, weil selbst Euer immerdabei-Flieger irgendwie nicht in den Flieger (den Großen) gepasst hat.

So gings mir jetzt auch ein paar Mal, und deswegen will ich einen Mini-Hangallrounder konstruieren, der zerlegt in einen Mini-Tranportkoffer passt und die meistmöglichen Nutzungsszenarien abdeckt. Dass soll er können:


- Es soll bei geteilter Fläche in die gängigen Koffer passen, Spannweite also max. 1,30 m.
- Es soll auch bei wenig Wind auch an kleinen Hängen fliegen können - also leicht sein.
- Ich möchte es aber auch aufballastieren können. Damit ich ihn auch bei stärkerem Wind fliegen kann.
- Es soll auch zum rumturnen geeignet sein
- er soll trotz der kleinen Größe einen Vierklappenflügel bekommen, damit man ihn auch in Felsigen Gegenden heil runterbekommt
- er soll ein abnehmbares V-Leitwerk haben, weil das geil aussieht und Platz spart

Der Rumpf entsteht in klassischer Holzbauweise, die Fläche in Styro-Balsa.

Ich muss gestehen, dass ich mir wahrscheinlich, wenn es ihn noch gäbe, den Mini-Swirft von Mibo gekauft hätte - aber eine Eigenkonstruktion ist ja irgendwie noch befriedigender. Hier mal zwei Impressionen aus dem Anfangsstadium - ich hoffe, man kan auf dem Plan etwas erkennen:

Anhang anzeigen 970668

Tja, und so sieht es dann leider zwischendurch mal aus ...

Anhang anzeigen 970669


Und ich habe auch gleich mal zwei Fragen:

Kann mir hier irgendjemand verraten, was bei diesen Flächendimensionen (Wurzel 18,5mm, Tip 11mm, Rücksprung NL 19 mm) das Maximalgewicht sein dürfe, also maximal aufballastiert? Profil ist übrigens ein RG 15 und mein Dank geht an Wolfgang Watzke für's Schneiden der Kerne.

Und ich habe gleich noch eine Frage: Ich habe relativ viel Platz im Rumpf. Spricht etwas dagegen, dass ich die Ballastkammer im Rumpf unter dem SP platziere?
 
Ich hab nen 1,5m-Flieger den ich bis 1,8kg aufbleien kann. --> Das ist aber eher zuviel für so nen Flieger.
Ich denke mit maximal 1,2kg bist du mehr als ausreichend bedient für alle möglichen (und unmöglichen) Bedingungen.
 
Ballast

Ballast

Moin,

danke für die Antworten! Ich schieße allerdings gleich die nächste Frage hinterher: Wo bekomme ich Blei- oder ähnlich schwere Platten her? Ich würde gerne mehrere rechteckige Platten anfertigen, die ich dann je nach Windverhältnissen in der Ballastkammer stapeln kann ...

Hat jemand eine Idee?
 
Frag doch mal den nächsten Dachdecker...die haben Walzblei Rollenweise...

Moin,

danke für die Antworten! Ich schieße allerdings gleich die nächste Frage hinterher: Wo bekomme ich Blei- oder ähnlich schwere Platten her? Ich würde gerne mehrere rechteckige Platten anfertigen, die ich dann je nach Windverhältnissen in der Ballastkammer stapeln kann ...

Hat jemand eine Idee?
 
Hallo 440Satelite!

Von mir gekommst Du meine vollste Aufmerksamkeit! Einfach deshalb, weil Du etwas selber konstruierst und etwas Neues schaffst! Find ich persönlich vieeeel spannender als den 1000sensten Scale-Flieger mit 500 km Spannweite.

Um Dir helfen zu können, würde ich gerne wenigstens ungefähr wissen, wie es um Dein Fachwissen steht? Sagen Dir Begriffe wie Reynolds-Zahl, kritische Reynoldszahl, Flügelstreckung, induzierter Widerstand, Turbulator, Gleitzahl und Steigzahl etwas?

Kann mir hier irgendjemand verraten, was bei diesen Flächendimensionen (Wurzel 18,5mm, Tip 11mm, Rücksprung NL 19 mm) das Maximalgewicht sein dürfe, also maximal aufballastiert?

Ja. Es gibt keins! :p. Aber wenn Du gute brauchbare Flugleistungen willst, empfehle ich Dir, mit der Flächenbelastung irgendwo zwischen 18 bis 25 g/dm² zu landen. Hintergrund und weitere Infos:

Du stehst bei Deinem Projekt vor einem Dilemma: Dein Flieger soll klein sein. Kleiner Flieger heißt sehr kleine Re-Zahlen. Sehr kleine Re-Zahlen heißt: sehr schlechte Flugleistungen. Da kannst Du nix für und auch der Mr. Reynolds nicht. So ist halt Mutter Natur. Mit schlechten Flugleistungen meine ich, niedrige Gleitzahl, niedrige Steigzahl. Gute Flugleistungen bringt man einem Segelflugmodell durch große Reynoldszahlen (=große Gleit- und Steigzahl), große Flügelstreckung (=niedriger induzierter Widerstand und damit ebenfalls tendenziell größere Gleit- und Steigzahl) bei. Ferner sollte die Flächenbelastung niedrig sein, weil dadurch die Geschwindigkeit des geringsten Sinkens minimiert wird (Flieger bleibt länger oben). Mit allem was gute Flugleistungen verspricht, stehst Du aber mit Deiner Modellgröße auf Kriegsfuss. Leider. Warum?:

Für große Re-Zahlen brauchst Du große Flügeltiefen. Bei gegebenen Flügeltiefen (groß) und gegebener Modell-Spannweite (Dein Flieger: kleine Spannweite) ergibt sich eine kleine Flügelstreckung - ergo schlechte Leistung. Du könntest die Re-Zahlen durch höhere Fluggeschwindigkeit vergrößern. Das geht aber nur mit größerer Flächenbelastung. Prima, dann hast Du größere Re-Zahlen aber ne scheiß Sinkgeschwindigkeit, wegen der großen Flächenbelastung. Du stehst also vor einem Dreier-Ziel-Konflikt:

Re-Zahl vs. Flügelstreckung vs. Flächenbelastung.

Da kommst Du mit nem kleinen Modell einfach nicht raus.

Soviel zur Ernüchterung. Hoffe, ich raube Dir damit aber nicht die Begeisterung. Ich werde Dir so gut ich kann Tipps geben, um Dir zu helfen:

Deine Re-Zahlen schätze ich am Außenflügel auf etwa 50.000. Bei nem RG15 (und auch jedem anderen guten Profil) geht da garnix in Sachen Flugstabilität, Steuerbarkeit und Flugleistungen, wenn Du nicht Turbulatoren einsetzt!

1. Tip: Zackenband (Turbulator) auf etwa 40 % der Flügeltiefe. Über die gesamte Spannweite. Auf Flügelober und -unterseite kleben!

Mit großen Re-Zahlen und großer Flügelstreckung kannst Du bei der Modellgröße leider NICHT punkten. Für brauchbare Flugleistungen bleibt Dir nur der Weg über eine niedrige Flächenbelastung. Ich würde versuchen so um die 20 g/dm² hinzubekommen. Bei Deiner Flügelgeometrie kommst Du nach Adam Riese mit einem Fluggewicht von 384 g auf eine Flächenbelastung von 20 g/dm². Etwas mehr oder weniger paßt auch, dann landest Du halt bei 17 oder 18 g/dm² oder eben bei mehr - also vielleicht bei 25 g/dm². Über die 25 würde ich nicht drüber gehen - also 480 g als Obergrenze angehen. Wenn Du dann beim Fliegen merkst, dass die Kiste nicht zu schnell sinkt (absäuft), dann kannst Du die Flächenbelastung (Fluggewicht) durch Ballast ruhig weiter erhöhen. Das ist kein Problem. Nur ist die Sinkgeschwindigkeit dann höher. Du säufst halt schneller ab. Ich hoffe Du hast bei Deiner Flügelbeschreibung cm und nicht mm (wie geschrieben) gemeint :D:D:D:D! Sonst wirds ja eher ein Balsagleiter. Nein Spaß beiseite, sieht man ja auf Deinen Fotos, dass das cm sein müssen.

2. Tip: 384 g Abflugmasse.


Jetzt noch ein paar allgemeine Tipps, für die es bestimmt schon zu spät ist, weil Du schon am Bauen bist. Aber vielleicht baust Du mal eine zweite Version - einen Nachfolger:

Flügelprofil so dünn wie möglich: 6 bis 7 % wären prima. Zur Not gehen auch 8 bis 11 %. Dünner ist aber besser.

Wie wäre es mit einem drei oder vier-geteilten Flügel (Paßt dann auch in den Koffer, kommst aber auf Spannweiten von 2 m oder mehr. Rumpf kann man auch einmal geteilt bauen.)

Niedrige Flächenbelastung kommst Du wohl nur hin, wenn Du Leichtbauweise anwendest. Sandwichbauweise beim Flügel (Styro beplankt) ist da eher ein großer Frefel. Holmrippenbauweise wäre leichter und damit besser. Profiltreue ist bei so kleinen Re-Zahlen sowieso wurscht.

Alternative Flügel-Profile für so kleinen Flieger: Eins vorab: das RG15 ist ein super Flügelprofil! Aber bei so nem kleinen Flieger würde ich zu Profilen greifen, die auch für so kleine Re-Zahlen sind. Denk mal über Jedelski-Bauweise nach.

Am Leitwerk hoffe ich, dass Du als Profil eine ebene Platte nimmst. Alles andere wäre bei so kleinen Re-Zahlen absoluter Murks! Brettchen so dünn wie irgendwie möglich. Profilnase spitz (NICHT rund!) schleifen. Enden auch spitz schleifen.

Hoffe, gehelftert zu haben.

Viel Erfolg und auch Glück! Das wird schon. Aber von den Flugleistungen keine Wunder erwarten bei der Modellgröße, sonst bist Du nachher enttäuscht.

Ganz liebe Grüße
 
WOW!

WOW!

Danke für Eure intensive Unterstützung!

Ja, also, die Flächenkerne sind tatsächlich schon geschnitten, das ist leider nichts mehr zu machen. Aber den Rest werde ich beherzigen! Ich versuche, so leicht wie möglich zu bauen, die 384 müsste ich eigentlich hinbekommen. Das V-Leitwern wird eine unprofilierte Stäbchenkonstruktion werden, dadurch hoffe ich, den Schwerpunkt allein durch die Positionierung des RC-Materials hinzubekommen und zusätzliches Blei vermeiden zu können. Ich hatte Anfangs auch Rippenbausweise erwogen, davon hatten mir dann aber in meinem anderen Fred wiederum Leute abgeraten, naja, nun ist es so. Zur not baue ich eine weitere Fläche :-)

Was wäre denn (von Jedelski mal abgesehen) eine gute Alternative in Sachen Profil geworden?

Vielen Dank Euch, auch für den Tipp mit dem Dachdecker!
 
Gerne. ;)

Dein Problem in Sachen Profil sind die unglaublich kleinen Re-Zahlen. Ich mach mal ein paar Profil-Vorschläge:


Ohne Turbulator könnten folgende Profile funktionieren:

- gewölbte Platte (Göttingen)
- Clark Y (in Holm-Rippenbauweise ohne D-Box, dann wirkt die Nasenleiste, die einfallende Bespannung und der Holm und am besten eine Papierbespannung (rau) als Turbulator. Aber Du brauchst eben keinen zusätzlichen Turbulator in Form von Zackenband oder Ähnliches)
- HQ-Winglet
- Profil vom kleinen Uhu (kenne den Profilnamen leider nicht, läßt sich aber bestimmt recherchieren)


Mit Turbulator könnten folgende Profile gut funktionieren:

- HQ 1,5 - 9
- HQ 2 - 9
- HQ/W 1,5 - 9
- HQ/W 2 - 9
- RG15
- RG15A
- Clark Y
- Gö (??? 795 ???)

Weil Du einen Klappenflügel verwenden willst, eignen sich die HQ-Profile ganz besonders gut!

Wenn Du die Flugleistungen verbessern willst, dann solltest Du unbedingt Deine Flügelstreckung vergrößern! Bei einem langsam fliegenden Segelflugmodell hat der induzierte Widerstand den größten Anteil am gesamten Luftwiderstand des Modells. Eine Verdoppelung der Flügelstreckung führt zu einer Halbierung des induzierten Widerstands. Denk mal über meine Vorschläge über Drei- oder sogar Vier-geteilten Flügel nach. Ist dann immernoch transportfreundlich. Kannst aber die Flügelstreckung um 50 oder sogar 100 % vergrößern. (Einfach gleiche Flügeltiefe wie jetzt auch aber 50 bis 100 % mehr Spannweite). In Sachen Flugleistungen wird das ein wahrer Boooster! im Vergleich zu Deinem jetzigen Modell. Wenn Du den Rumpf nicht teilen willst, dann mach ihn so lang wie es eben geht und dann bau ein etwas ungewöhnlich großes Leitwerk mit viel Streckung am Leitwerk. Das fliegt dann auch!
 
Hm, das Problem ist - dann habe ich am Ende ein ganz anders Flugzeug als das, was ich eigentlich bauen wollte. Bitte haltet mich nicht für Beratungsresistent, aber versteht Ihr, was ich meine?

Ich hatte mich son büschen an dem Sparrow Mk 1 orientiert, nur eben mit 4-Klappenflügel und V-Leitwerk und einem etwas moderneren Profil ...

Ich baue jetzt erstmal die RG 15er Fläche, glaube ich (Kerne sind eh schon da) - wenn es nicht funzt, bau ich einfach nochmal neu. Oder fällt das Flugzeug so, wie ich es jetzt konzipiert habe, wie ein Stein vom Himmel?

Hab nochmal ne Frage zu Elastikflaps: Wenn ich zwischen Balsa und Styro eine 50er Lage Glas lege und das Balsa anritze - funktioniert das als Scharnier oder soll ich lieber Silikon nehmen?
 
Nein, ich halte Dich NICHT für beratungsresistent. Und ja, ich kann Dich sehr gut verstehen. Mir gehts bei sowas immer ähnlich. Es sind ja nur Tips und Vorschläge. Was Du daraus machst ist doch vollkommen Dir überlassen. Nimm die Vorschläge an, die Dir gefallen und der Rest bleibt wo er ist. Ist doch vollkommen okay.

Sofern es Dir gelingt, die Flächenbelastung bei ungefähr 20 g/dm² zu halten und Du Zackenband als Turbulatoren auf der Flügelunterseite und Oberseite drauf klebst bei ungefähr 40 % der Tiefe und der Schwerpunkt da hinkommt, wo er hingehört und Du eine gewisse EWD verbaust, dann glaube ich, dass Dein Modell fliegen wird. Und meiner Einschätzung nach sollte es bei einem gut tragenden Hang bei guten Wind- und Thermikverhältnissen auch ein bisschen oben bleiben können. Aber bei schwachen Bedingungen wirst Du meiner Einschätzung nach absaufen.

Das mit den Turbulatoren ist meiner Meinung nach das Wichtigste. Wenn Du das nicht machst, wirds meiner Meinung nach entweder garnicht oder extrem schlecht (bockig und leistungsschwach) fliegen. Mit Turbulatoren sollte es brauchbar gehen.

Berichte bitte weiter. Ich und bestimmt auch andere sind gespannt.
 
Bau einfach erstmal weiter mit den schon geschnittenen Kernen!

Theorie ist schön und sehr nett beschrieben worden, ich bin da aber auch immer eher ein Praktiker.
Versuch macht eben klug und obwohl man natürlich immer den Anspruch hat, dass der erste "Wurf"
gleich perfekt wird, so hat man da immer viel zu lernen und weiß dann anschließend was man beim
nächsten Mal besser machen kann.

Ich habe vor einigen Wochen ein Modell mit ähnlichen Anforderungen aus Styro, Depron + EPP gebaut.
Die Styro-Flächen habe ich mit Folie laminiert und dann noch mit Tape bespannt. Bin eigentlich recht
zufrieden mit dem Ergebnis. Die Spannweite würde ich aber beim nächten erhöhen... Aber evtl könntest
du so auch günstig Versuche für die Fläche mache machen.

Anhang anzeigen 970938

https://picasaweb.google.com/Jensbo...&authkey=Gv1sRgCOzoh-OG--7lUQ&feat=directlink
 
So dramatisch ist das RG15 bei den Rezahlen noch garnet. Gab sogar SAL's die mit RG15 geflogen sind, auch wenn das Profil da sicher nicht optimal ist. Mach dir da keine sorgen...

Sich könnt man besser Profilieren, aber das fliegt so schon.

Gruß Ruben
 
Flächensteckung und Ruderscharnier

Flächensteckung und Ruderscharnier

Moin,

So, gestern sind die Flächenkerne angekommen. Während ich noch auf meine Lieferung von Balsawood warte, grübele ich schon über Flächensteckung und Anscharnierung der QR und WK.

Bei der Steckung hatte ich an einen einfachen 8 mm Kohlestab im Alurohr gedacht, 20 cm breit. Das Verdrehen der Flächenhälften verhindern ja die Plastikschrauben, mit denen die Flächen am Rumpf befestigt sind. Passt das? Oder ist das über - oder unterdimensioniert?

Bei den Scharnieren (die Ruder sollen unten angeschlagen und mit Einlauflippe versehen werden) habe ich überlegt, vor dem Beplanken der Kerne das Balsa auf der Scharnierseite über die Länge der Ruder mit einem 1mm Schlitz zu versehen und dort auf der Innenseite zwischen Styro und Balsa dann eine Lage 50er Matte einzulaminieren als Scharnier. Macht das Sinn? Ist das Flexibel genug für ein Scharnier? was wären sonst gute Alternativen?

LG,

Michail
 
Interessantes Projekt! :)

Im Übrigen stimme in überwiegend Quaxx' Ausführungen zu.
Besonders das mit der Mehrfachteilung macht Sinn. Es erfordert zwar etwas mehr Aufwand,
aber die Vorteile gegenüber einem 1,5m-Segler sind einfach bestechend.
Ich würde den Rumpf mit klassischem Kohlerohr aufbauen und dieses abnehmbar gestalten.
Auf ein Seitenruder könnte man verzichten und ein Nanoservo ans vordere Ende des Rohrs
montieren. Entweder so, wie es die Helis machen (Schelle) oder einfach aufvrecht stehend in
das Rohr einlassen. Das Anschlusskabel wird dann einfach über eine Verlängerungsbuchse
mit dem Rx verbunden und die Anlenkung zum HR kann ausserhalb des Rohres verlaufen.

Die Fläche würde ich 3-Teilig auslegen und die Aussenteile mit V-Form und als Trapez ausführen,
während das Mittelteil einfach ein simples "Brett" ist. Die Landeklappen kannst du dann bequem
von der Mitte aus ansteuern. Bei je 70cm pro Teil bist du beim selben Packmaß wie jetzt und
kannst auch den Rumpf ausreichend lang gestalten, um eine gute Längsstabilisierung zu erzielen.

Bezüglich der restlichen Auslegung stimme ich ebenfalls zu: Dünnes Profil und leicht, aber stabil
bauen, so dass eine Aufballastierung noch möglich ist. Als bautechnik würde ich ein Composit aus
Retro und CFK bevorzugen: Also Rippe mit CFK-Holmen. Leichter und stabiler geht es kaum.

Turbulatoren würde ich ebenfalls über die komplette Spannweite aufbringen, ebenfalls oben und unten.
Aber es sei erwähnt, dass die T. auf der Unterseite direkt vor die Klappen positioniert werden sollten.
Auf der Unterseite neigt die Strömung ja nicht zur Ablösung - erst wenn eine Ruderklappe nach oben
ausschlägt, kann der Turbulator dafür sorgen, dass das Ruder weiterhin umströmt und damit wirkungsvoll
bleibt.


Achja nochwas: Das ClarkY ist immer noch ein feines Profil! Ein kleines bisschen besser noch ist das
Selig S3020/3021, das gerne auf mittelgroßen Seglern mit extrem schlanken Aussenflächen eingesetzt wird.
Ich habe dieses Profil auf dem Ventus und der DG600: beide haben kaum 4cm Aussentiefe. Doch mit
Turbulatoren sollen beide Flieger dann problemlos funktionieren. Speziell der Ventus soll sehr langsam
gehen, was ebenfalls seinem eher geringen Gewicht zuzuschreiben ist. Die DG600 ist vergleichsweise
etwas schwerer und daher auch etwas kritischer. Mit Turbulatoren geht es jedoch.

PS: Ich gehe auch schon seit geraumer Zeit mit so einem ähnlichen Projekt schwanger: Klein, leicht,
moderne Materialien, dünne Profile, bestes Gleiten, geringstes Sinken. Was Quaxx da alles zum Thema
sagte, deckt sich weitgehend mit dem, was ich über die Monate für mich überlegt hatte. Schön zu
wissen, dass ich damit nicht alleine stehe. :)
 
Hallo zusammen!

Ich möchte gerne zu dem Beitrag von Sniping-Jack (Guido) etwas schreiben: Erstmal Danke für die Zustimmung, Guido. :). Die Tips von Guido finde ich gut. Es ist interessant, dass jeder so seine Vorstellungen hat und seine Kreativität einbringt. Schön, dass es noch einige Modellbauer von diesem Schlag gibt! Guido schreibt, dass er die Turbulatoren auf der Unterseite erst weit hinten am Profil anbringen würde. Davon würde ich jedoch abraten. Aus folgendem Grund: Zunächst einmal hat Guido recht, dass die Unterseite nicht von Ablösungen betroffen ist und der Turbulator deshalb eher nach hinten sollte. Das ist soweit richtig. Aber ich denke, dass hierbei ein wichtiger Aspekt vergessen wird. Michael (Satelite) möchte mit seinem Flieger auch ein bisschen rumturnen, wenn ich das richtig verstanden habe. Rumturnen (Kunstflug) beinhaltet eben auch Rückenflug! Und beim Rückenflug wird die Unterseite dann zu Oberseite und dann verhält sich die Strömung eben auch so, wie sonst auch auf Flügeloberseiten. Es gibt eine Ablöseblase! Und bei sehr kleinen Re-Zahlen und zu spätem Umschlag von laminarer zu turbulenter Strömung, wird diese Ablöseblase dann platzen. Vielleicht kommt es auch zu laminarer Ablösung. In beiden Fällen haben wir dann den Salat, den keiner will. Daher würde ich die Turbulatoren auch unten unbedingt ebenso wie die oberen auf ungefähr 40-50 % der Profiltiefe kleben. Die verkürzte laminare Laufstrecke auf der Unterseite kostet dann zwar geringfügig Leistung im Normalflug, ist aber unerlässlich für den Rückflug.

Guidos Tip zum Clark Y kann ich nur unterstreichen. Das Clark Y ist nach wie vor ein gutes Profil. Besonders für kleine Re-Zahlen. Ich würde in den meisten Fällen aber lieber zum HQ-Profil greifen.

CFK-Rundstab: 8 mm CFK-Rundstab sollte für Deinen Flieger eine sehr gute Wahl sein. Damit dürfte Deine Kiste sicher +- 20 g aushalten (bezogen auf den CFK-Stab) und damit voll kunstflug-fest sein (bezogen auf den CFK-Stab); andere Kriterien sind natürlich ein Thema für sich und können kleinere Grenzen setzen! 8 mm ist also genau richtig!

Liebe Grüße
 
Hallo Quaxx,
der Einwand mit dem Rückenflug ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. ABER ;) :
Dann ist das Clark-Y auch gestrichen. Auf dessen Unterseite einen T. _wirksam_ plazieren
zu wollen, würde bedeuten, ihn auf dem letzten Stückchen Wölbung plazieren zu müssen.
Denn auf der geraden Unterseite (jetzt Oberseite) macht er keinen Sinn mehr. Ein T. muss,
wie du weißt, immer VOR die Ablösung gesetzt werden. So weit vorne ist sein negativer
Einfluss jedoch überwiegend. ich hab das mit der Alpina bereits erlebt und da war es noch
nichtmal so krass. Der Spielraum, einen T. zu plazieren ist nichzt allzugroß. Zu weit hinten
hat er keine Wirkung mehr und je weiter nach vorne, desto schädlicher sein Einfluss durch
die drastisch verkürzte laminare Laufstrecke, bzw. je weiter vorne, desto empfindlicher reagiert
das Profil auf Störungen.

Aber ich würde es ohnehin so sehen: Wenn es am Hang gut trägt, fliegen auch Wohnungstüren
und Fensterläden. Das ist einfach so. Dann kann man auch mit einem Clark-Y in Rückenlage
noch eine gute Figur machen. Wenn aber der Fall eintritt, dass es gerade noch so trägt, wird
der Pilot sich tunlichst weniger tollkühn ins laue Lüftchen stürzen und dann kann das Clark-Y
auch all seine Vorteile ausspielen.

Aber auch der Seitenblick auf die Schmeißgeierfraktion ist doch interessant: Wieso nicht beides
mitnehmen? Es geht doch darum, einen kompakten Flieger für den Urlaub/Geschäftsreise dabei
zu haben, der in möglichst vielen Situationen Spaß bereitet. Die kompakten und bereits sehr
optimierten Schmeißgeier aus der F3B(?)-Fraktion wäre da meine erste Wahl, bzw. mich nach
deren aktuellen Specs richten. Damit lässt sich dann auch ohne Hang fliegen - ja nichtmal die
Sonne muss scheinen, wenn sie es nur am Tag davor tat.

Fazit: Das wäre für mich die erste Wahl. Wieso das Rad neu erfinden? Ehmt. :)
 
Hallo Guido,

gute Anmerkungen. Ich befürchte, wir beide könnten gerade aneinander vorbei reden.:) Ich versuchs nochmal. ;) In Deinem Posting Nr. # 15 ging es meiner Meinung nach darum, dem Satelite bei seinem jetzigen Entwurf etwas zu den Turbulatoren zu empfehlen. Jetzt hat der Satelite das RG15 aufm Flügel. Wo soll er jetzt die Turbulatoren anbringen? - Da hatte ich empfohlen, dringend auf der Ober- und Unterseite Turbulatoren drauf zu machen und zwar bei 40 - 50 % der jeweiligen Flügeltiefe. Und das eben AUCH UNTEN auf 40 - 50 %. Dann kam Dein Vorschlag auf, die Turbulatoren unten erst weit hinten vor den Klappen anzubringen:

Guido schrieb:
Turbulatoren würde ich ebenfalls über die komplette Spannweite aufbringen, ebenfalls oben und unten.
Aber es sei erwähnt, dass die T. auf der Unterseite direkt vor die Klappen positioniert werden sollten.
Auf der Unterseite neigt die Strömung ja nicht zur Ablösung - erst wenn eine Ruderklappe nach oben
ausschlägt, kann der Turbulator dafür sorgen, dass das Ruder weiterhin umströmt und damit wirkungsvoll
bleibt.

Darauf hin kam mein Einwand, dass das für den Rückenflug in die Hose gehen wird. Und ich daher auch unten für 40 - 50 % plädiere, um das Platzen der Ablöseblase sowie laminare Ablösungen zu vermeiden.

Das Clark Y ist ein anderes Thema. Zu diesem Profil hatte ich nur dann geraten, wenn: Holmrippenbause ohne D-Box und Papierbespannung. Das reicht vermutlich für Turbulenzen - auch im Rückenflug. Clark Y würde ich in dieser Bauweise ohne Turbulatoren einsetzen. Das Clark Y ist meiner Meinung nach aber für Klappen, Querruder und Co. kein so gutes Profil. Die große Dicke und Wölbung läßt die Wirkung der Klappen recht gering ausfallen. Für Klappen und Querruder-Geschichten ist ein RG15 oder HQ - meiner Meinung nach - viel besser geeignet.

So, ich hoffe wir haben die Verwirrung jetzt entwirrt.;)

Ganz liebe Grüße
 
@Quaxx: Örrgs, du hast recht! Da hab ich nicht aufgepasst und tatsächlich vorbeigeredet. So wie du es sagst, ist es gut. :)

@Satelite: Wie war die Frage noch gleich...? :D
 
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