Elkos an BL Stellern

Rein aus Interesse an der Sache:
wozu dienen die dicken El. Kondensatoren an den BL Reglern(Steller)?
Und warum haben gewisse Typen diese nicht?
Sind das zweierlei "Schaltungswelten" oder hat das einfach finanzielle Gründe?
Besten Dank zum voraus!
Gruss Jürgen
 

Cuba58

User
die elkos sind notwendig damit die eingangspannung geglättet wird.
obwohl akkus ja gleichspannung liefern, tritt durch die erzeugung der drei phasen und durch die hohen ströme eine puslsierende gleichspannung am eingang auf. die elkos glätten diese zu einem gewissen anteil. die erwärmung der elkos kommt durch die I-kennlinien verschiebung, d.h. je höher der abgabestrom umso wärmer.
-hoffe das stimmt so etwa...
 

Marcus M

User
Bei den "alten" MGM Stellern musstest du nur die Elkos nachrüsten, wenn du nahe der höchst möglichen Last des Stellers geflogen bist.
Liegt also wohl an der Dimensionierung der anderen Bauteilen.
Aber ich glaube inzwischen haben alle BL STeller Elko´s, ausser Kontronik.

Gruß

Marcus
 
Hi !

Habe so dunkel in Erinnerung, dass in der Brushless Fibel steht, dass der von Cuba58 beschriebene Effekt von der Leitungslänge zwischen Akku und Steller abhängt. Werden die Kabel zu lang, soll man zusätzliche Kondensatoren zwischen die Kabel einlöten.

Ich seh' heute Abend mal in der Fibel nach.

Grüße TurboSchroegi
 

plinse

User
Moin,

der Effekt beruht darauf, dass Kabel Induktivitäten sind. Wenn man einen Strom in einer Induktivität unterbricht, versucht die den Strom weiter zu treiben und erhöht die Spannung.

U=-L+dI/dT

Theoretisch kann bei einer unendlich steilen Schaltflanke, dI/dT sehr groß weil dT sehr klein, die Spannung unendlich groß werden. Längere Kabel, also größeres L, erhöhen den Effekt auch.

Wenn da jetzt ein Kondensator vor dem Steller ist, nimmt der den Strom zwischenzeitlich auf, die Spannung erhöht sich nur gering und baut sich dann wieder ab, wenn der Steller wieder Strom zieht. Besonders wichtig ist dabei der Teillastbereich, weil da die stromlosen "Lücken" länger werden.

Warum einige Steller ohne auskommen - naja, manchmal steht auch bei, dass man bei Teillastanwendungen Elkos nachrüsten muss, sie kommen also nicht ohne aus oder nur bei Vollgasanwendungen mit kurzen Zuleitungskabeln. Bei anderen Stellern weiß ich es nicht, die sind evt. eingangsseitig spannungsfester, haben vielleicht eine ?Freilaufdiode?, aber da spielt sicher auch eine Rolle, dass eine eingangsseitige maximale Kabellänge gegeben ist.

Ansonsten wäre das doch mal eine Frage an Motor-Mike, warum einige Kontroniksteller ohne eingangsseitige Elkos auskommen ;) .
 
Äh - kleine Korrektur, Plinse meint sicher

U = - L * dI / dt

(gesprochen: "minus L MAL d i nach dt, letzteres auch oft als "i-Punkt" bezeichnet).
Nur der Richtigkeit halber... ;)

Gruss,
...der Peter :)
 

milu

User
Hallo,
manche Regler kommen ohne Elko aus...Nicht ganz!
so z.B. Actronik-Regler hat viele keramische Kondensatoren ( auf die Platine) parallel geschaltet, (gezählt: 11 Stück!). MGM TMM18-3
hat auf die Platine 3 keramische und ein Spez.
Tantal Elko (EPCOS 22µF/20V). Für volle Leistung
muß noch ein Elko (220µF) angebracht werden, bei
neuere Version ist schon montiert.

Grüße
Milan
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Moin moin,
und die BEAT's von Kontronik? Ich konnte da auch keine Elkos entdecken! :eek:
Liegt es daran, dass Kontronik es verstnden hat den "aktiven Freilauf" r-i-c-h-t-i-g zu integrieren?

... Mike, melde Dich mal, ein :D würde genügen! ;)
 
Original erstellt von plinse:
der Effekt beruht darauf, dass Kabel Induktivitäten sind.
Hmm. Und ausserdem Widerstände. Während der Steller Strom zieht tritt an den Leitungen ein Spannungsabfall auf, wenn er grade weniger zieht eben weniger - so bekommt man eine einigermaßen wellige Eingangsspannung. Der Elko vor dem Regler puffert diese Spannungseinbrüche.

:) Paul

[ 01. November 2003, 15:58: Beitrag editiert von: Paul Hopfgartner ]
 
Hi Folks !

Hab nachgesehen. In der Fibel steht (sinngemäß)der Regler erzeugt in den Leitungen zwischen Akku un Regler einen Wechselstromanteil der nur "sehr unwillig" ( :confused: ) durch den Akku geht. Deshalb a) nie die Länge überschreiten, die der Hersteller angibt und b) für je zusätzliche 10 cm einen "Stützkondensator" ( :confused: ) 220müF / 50V einbauen.

Grüße TurboSchroegi

P.S. Ich werde das nicht tun, weil ich überhaupt nicht weiß, wovon da geredet wird und wenn ich was nicht verstehe, mache ich es nicht :D :D
 

Arne

User
Tach zusammen!

da ich vor einiger Zeit mal Probleme mit überhitzten Elkos an einem Hacker Master hatte, der bei fast ausschließlich Teillast in meinem Funflyer einen harten Job hatte, hab ich mich ein bißchen mit dem Thema beschäftigt bzw. aufklären lassen.
Die eingangsseitigen Elkos sind wohl in erster Linie dazu da, den Wechselspannungsanteil des Akkus zu glätten. Dieser ensteht durch die unterschiedliche Belastung des Akkus durch den Regler, was bei Teillast eben dann noch deutlich verstärkt wird. Ich habe dann meine Elkos durch hochwertige mit größerer Kapazität ersetzt, was etwas geholfen hat. Soweit ich weiß ist es richtig, dass einige Regler wie wohl auch die Kontronik Beat mit auf der Platine befindlichen keramischen Kondensatoren arbeiten, wie "Milan" das schon gesagt hat.
Wie mir ein Kollege, der beruflich in der Elektronikentwicklng arbeitet, sagten, können Elektrolytkondensatoren die Wechselspannung nicht besonders gut ab. Keramische sollen das besser vetragen.Dazu kommt, dass sie Wärme aufgrund ihres Aufbaus nicht besonders gut loswerden, so dass auch ein gute Kühlung nur bedingt hilft. Wenn sie außen warm/heiß werden, kochen sie innen quasi schon. Warum bei unseren Reglern oft oder meistens trotzdem Elkos zum Einsatz kommen weiß ich nicht. Vielleicht ist da jemand schlauer??

Wen es interessiert,
Hier ist der Thread, der sich mit dem Thema beschäftigt.

Gruß Arne
 

Eckehard

User
Hallo zusammen,

Arne hat es sehr schön und Verständlich beschrieben! Ergänzend ist zu sagen, daß es hohe Glättungskapazitäten (diese müF Angaben auf den Kondensatoren) bedarf, um die u.U. hohen Wechselanteile "wegzuglätten". Nun ist aber das Speichervermögen von Kondensatoren mit Elektrolyt als Dielektrikum (Elkos)(meist hohe Kapazitäts werte) größer als bei keramischen Kondesatoren. Dafür sind die Keramischen aber schneller, aslo für hochfrequente Störungen geeigneter....

Was tun?

-viele "kleine" "schnelle" keramische Kondensatoren parallelschalten.
- möglichst an der Stelle im Layout plazieren, die davon profitieren, nah am Leistungsteil

Ich hoffe es richtig beschrieben zu haben.....

Eckehard
 

plinse

User
Original erstellt von Paul Hopfgartner:
Original erstellt von plinse:
der Effekt beruht darauf, dass Kabel Induktivitäten sind.
Hmm. Und ausserdem Widerstände. Während der Steller Strom zieht tritt an den Leitungen ein Spannungsabfall auf, wenn er grade weniger zieht eben weniger - so bekommt man eine einigermaßen wellige Eingangsspannung. Der Elko vor dem Regler puffert diese Spannungseinbrüche.

:) Paul
Moin,

sicher stellen die Kabel auch Widerstände dar, aber der Widerstandsbelag zerschiesst dir keine Elektronik (erzeugt keine Überspannungen). Außerdem sind die daraus resultierenden Spannungsschwankungen unabhängig von dynamischen Prozessen sondern nur von der Stromstärke.

Und wie Eckehard schon geschrieben hat, die keramischen Kondensatoren sind schneller und können hochfrequente Wechselanteile besser verkraften, aber stapel mal 220µF in keramischen Kondensatoren neben einem kleinen entsprechenden Elko...
Sicher, man braucht bei einem Elko einen höher belastbaren, der im Endeffekt mehr Kapazität haben muss, um den gleichen Wechselstromanteil wegstecken zu können, im Endeffekt ist es aber auf jeden Fall billiger Elkos zu nehmen.
 
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