Entstören eines Spannungsreglers

Hallo zusammen!

Ich habe in meinem neuen Bird CFK, da sechs Servos verbaut sind, keine Eneloops mehr verwendet, sondern stattdessen auf A123 LiFePo4 gesetzt.
Auch mit dem Hintergedanken, dass jetzt der Winter vor der Tür steht und NiMHs bei niedrigen Temperaturen gerne versagen.
Und ja, das Platzmanagement war ziemlich "tricky" in dem kleinen Rumpf ;)
Natürlich brauchte ich einen Spannungsregler, denn die 2s will ich meinen Servos auf Dauer nicht zumuten.

Irgendwie hatten wir (ein Freund und ich) Lust auf Selberbauen, in etwa nach diesem Vorbild: http://www.xxl-modellbau.de/5A-5V-U-Bec-28S-Lipo-oder-524-NiMh

Das ganze haben wir nicht in SMD gebaut sondern auf einer Platine, die nach dem Isolationsverfahren abgefräst wurde.

Im Nachhinein wären wir sicherlich besser beraten gewesen, einen fertigen Regler zu kaufen, da wir mittlerweile mit dem Eigenbau schon etwas teurer kommen als mit einem Fertigprodukt...
Dafür haben wir den Lernfaktor :D

Das Problem ist nun, dass unser Regler zwar funktioniert aber die Empfangsanlage (MX-16s, 35MHz, R16scan) so erheblich stört, dass man beim Reichweitentest mit eingeschobener Antenne nicht mehr als 5 Meter weggehen kann, ohne dass die Servos zittern. Wir haben natürlich andere Faktoren ausgeschlossen; mit 4 Zellen NiMH haben wir keinerlei Probleme und gute Reichweite.

Der Schaltplan sieht so aus:
Anhang anzeigen bec.pdf


Man sollte vielleicht noch wissen, dass wir die Schaltung ursprünglich für 10A ausgelegt haben und deswegen zwei Spulen statt einer verbaut sind.
Vielleicht hat das einen gewissen Einfluss auf die Störungen.



Vielleicht hat jemand von euch eine Idee, wie man das Ganze wirkungsvoll entstören kann. Ein 4-fach gewickelter Ferritring hat keinen Erfolg gebracht.



Vielen Dank :)
Dominik
 

FamZim

User
Hi

Wenn die Stürung nicht übers Kabel kommt dann strahlt das Bauteil auf die Antenne ?
Isoliere mal das BEC und wickel Alufolie aussen drum, und lege sie auf Minus !
Vieleicht hilft es .

Gruß Aloys.
 
Hallo Aloys,

danke für deine schnelle Antwort!
Das mit der Alufolie habe ich schon probiert, hat minimal geholfen. Ich hatte dann vielleicht 6m statt 5m Reichweite :rolleyes:

Meine Vermutung ist, dass es wahrscheinlich an den Spulen liegt, woher könnte es sonst kommen?
Vielleicht arbeiten die Spulen nicht im Bereich, für den sie ausgelegt sind. Es könnte doch auch sein, dass sie nicht für die Taktfrequenz des Schaltreglers geeignet sind, oder?
Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass die Konstellation von zwei Spulen nebeneinander eher suboptimal ist. Könnten sie sich auch gegenseitig beeinflussen?

Wir werden jetzt eine neue Spule bestellen die von den Daten passen sollte (Speicherdrossel mit 15μH und mind. 3A) und dann nochmal das Layout anpassen.

Zum Glück weht bei uns gerade kein Wind :D

Viele Grüße,
Dominik
 

Knexi

User
Du wirst wahrscheinlich einen getakteten Spannungsregler verwendet haben.
35MHz Empfänger sind sehr empfindlich auf Versorgungen mit einem hochfrequenten PWM.
Eventuell helfen Stützkondensatoren oder sonst auf einen linearen Spannungsregler anstelle eines getakteten umsteigen mit dem Nachteil dass der lineare Spannungsregler die Leistung verheizen muss

MfG Daniel
 

Obi

User
So ich klink mich hier mal ein, da ich der Entwickler der Schaltung bin. :)

Jep, das ist ein getakteter Schaltregler und Stützkondensatoren (Elko) sind bereits verbaut. Lediglich die Keramikkondensatoren hab ich noch nicht eingebaut. Das werden wir aber bald nachholen...

Zu den Störungen:
Ich verwende die gleiche Schaltung mit meinem 2.4GHz System (M-Link) und ich hab keinerlei Störungen.

Gruß
Obi
 

Bijei

User
35MHz Empfänger sind sehr empfindlich auf Versorgungen mit einem hochfrequenten PWM.
Daraus resultierende Störungen würde aber nicht erst auftreten, wenn der Sender weiter weg ist!

@Dominik: klar beeinflussen zwei - ich nehme an parallel geschaltete - Spulen einander.
Du hast doch die resultierende Induktivität errechnet?
Versuche doch einmal, den Spannungswandler wie von Aloys beschrieben, abzuschirmen und
möglichst weit weg vom Empfänger anzubringen!


lG, Bertl
 

Knexi

User
Zu den Störungen:
Ich verwende die gleiche Schaltung mit meinem 2.4GHz System (M-Link) und ich hab keinerlei Störungen.
Mit M-Link waren die Probleme bei mir auch verschwunden egal welcher Spannungsregler verwendet wurde


Daraus resultierende Störungen würde aber nicht erst auftreten, wenn der Sender weiter weg ist!
Ich kann nur von meinen Praxiserfahrungen sprechen

35Mhz mit verschiedenen Empfängern und Sendern mit getaktetem BEC -> enorme Störungen - zuckt beim Reichweitentest schon bei 3m Entfernung -> zuckt auch bei noch weiter Weg wegen Thema weg vom Sender
35MHz mit linearem BEC oder NiMh Akku -> störungsfrei
2,4GHz (M-Link) mit getaktetem BEC -> störungsfrei
2,4GHz (M-Link) mit linearem BEC -> störungsfrei




MfG Daniel
 
Mal eine Frage:
Warum nimmst du nicht die Diodenlösung,die hier schon mehrfach beschrieben wurde?
Gruß raymund
Hallo nochmal,

die Lösung mit der Schottky-Diode habe ich mir auch schon angeschaut.
Vielleicht kannst jemand nochmal den Link dazu posten.

Aber wird nicht durch die Diode die Spannung einfach um einen festgelegten Wert abgesenkt?
Wenn ich mit einem voll geladenen LiFe starte, habe ich doch über 8V, oder?
Da müsste ich die Spannung um mehr als 2V reduzieren und was ist dann, wenn die LiFes nur noch 6,6V haben?
Ich glaube, ich verstehe da was Grundlegendes falsch...

Viele Grüße,
Dominik
 
Hallo Dominik,

ohne SMD-Aufbau und Wissen/Erfahrung in Schalt-Stromversorgungen und ohne Spektrum-Analyzer hast du kaum eine Chance, das Teil EMV-gerecht aufzubauen.
Ist leider so, da haben selbst erfahrene Elektroniker zu kämpfen. Jeder Zentimeter Leitung stellt da eine nicht zu vernachlässigende Induktivität dar, verschlechtert den Wirkungsgrad und strahlt HF ab.

Du kannst es vielleicht hinkriegen, indem du es in ein (ist wörtlich zu nehmen !) wasserdichtes Blechgehäuse einbaust. Dazu gehören dann noch Durchführungsfilter (Durchführungskondensator + Induktivität) für die beiden Plus-Leitungen, ein gemeinsamer Masseanschluß der Masse-Zuleitungen, und an dieser Stelle müssen innen alle Masseanschlüsse sternförmig zusammengeführt werden. Das verringert dann nur die Störstrahlung; die Nachteile in der Wirkungsweise der Schaltung bleiben.

Eigentlich müsste ich dir raten, von einem Selbstbau-SBEC die Finger zu lassen; sowas ist kein "Bastelprojekt" mehr.


Gruß,
Helmut
 

Knexi

User
Aber wird nicht durch die Diode die Spannung einfach um einen festgelegten Wert abgesenkt?
Wenn ich mit einem voll geladenen LiFe starte, habe ich doch über 8V, oder?
Da müsste ich die Spannung um mehr als 2V reduzieren und was ist dann, wenn die LiFes nur noch 6,6V haben?
Ich glaube, ich verstehe da was Grundlegendes falsch...
Ja es wird leider eine fixe Spannung verheizt.
D.h. wenn dein Akku an Spannung verliert sinkt auch die Ausgangsspannung
Aber die Methode ist auf jeden Fall störfrei

MfG Daniel
 
Also zunächst mal solltest du keine Schottky Diode sondern eine Si-Diode nehmen.
Wenn du deine Li-Fe Akkus auf über 8V lädts hast du nicht lange was davon.
Bei mir haben die Life nach Ladeende 7,2 bis 7,4 Volt und fallen nach wenigen Minuten auf
6,6V ab.Da bleiben sie bis kurz vor leer.Du brauchst also nur 0,6V Spannungsabfall.
Mit der Suchfunktion findest du jede Menge Threads dazu z.b.:http://www.rc-network.de/forum/show...ls-Stromversorgung?highlight=Life+empf%E4nger

Raymund
 

FamZim

User
Hi

Gegen magnetische Beeinflußung hilft ab besten ein Eisenblechgehäuse welches auch von Helmut sicher gemeint ist.
Zu den Emfängerfrequenzen weiß ich, das da mit einer Zwischenfrequenz gearbeitet wird. (Sender und, oder Empfänger).
Darum haben Sender und Empfänger verschiedene Quarze !
Möglich ist, das die BEC Frequenz sehr nahe an dieser liegt, und das ändern der BEC Frequenz eine Lösung wäre.
Eine gleichmässiger Ausgangsspannung als mit Diode bekommt man mit Transistor und Zehnerdiode!

Gruß Aloys.
 
ingo_s schrieb:
probier mal 100nF CerKo's parallel zu den Elkos aus.
Hab ich probiert, leider keine Besserung.
Danke trotzdem für den Tipp!

Eigentlich müsste ich dir raten, von einem Selbstbau-SBEC die Finger zu lassen; sowas ist kein "Bastelprojekt" mehr.
Nach dem, was hier geschrieben wurde glaube ich das gerne. Aber rein theoretisch müssten dann solche Störungen auch bei gekauften Reglern auftreten (z.B. von XXL-Modellbau oder hier von Berlinski).
Oder macht da die SMD-Technik so viel Unterschied?

FamZim schrieb:
Gegen magnetische Beeinflußung hilft ab besten ein Eisenblechgehäuse welches auch von Helmut sicher gemeint ist.
Ja, der Vorschlag ist gut. Aber in der Praxis fehlt mir dazu dass Material, Erfahrung und vor allem der Platz im Flieger.
Vom Arbeitsaufwand ganz zu schweigen, und das, obwohl dann nicht 100%ig garantiert ist, dass alles funktioniert.

spacy schrieb:
fürn Spaß würd ich es mal mit 2-3 von denen hier parallel geschaltet versuchen
http://www.reichelt.de/ICs-LM-LS-/LM...30661c0056b244

Eingangsspannung ist min 6,5, max 20 V.
dann hast du ein Linear BEC
Ein Linearregler kommt mir irgendwie so unwirtschaftlich vor. Da könnte ich gleich so viele Widerstände reinbauen, bis alles verheizt ist ;)



Mittlerweile tendiere ich eher zu einer fertigen Lösung. Nicht umsonst haben sich da Andere schon Gedanken gemacht...

Wenn ich jetzt ein Fertigprodukt kaufe, ratet ihr zu einer 3A oder 5A Auslegung? Und kann ich mich dann sicher darauf verlassen, dass der Regler meine HF-Anlage nicht stört?


Viele Grüße,
Dominik
 
Oben Unten