Erfahrung mit Ebalta PS 03-1 Laminatpaste

vanquish

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Hallo,

Bei meinem letzten Besuch beim örtlichen Ebalta-Händler wurde mir für den Formenbau unter anderem die Laminatpaste PS 03-1 empfohlen. Damit sollte man angeblich recht einfach, günstig und schnell Negativformen erstellen können. Grundsätzlich hört sich das Ganze recht interessant an (zumindest für kleine Stückzahlen). Mir wurde auch eine kleine Form gezeigt. Meine Frage ist aber, ob schon jemand Erfahrung mit dem Material gemacht hat? Speziell der Schwund würde mich interessieren.
(Zitat aus dem vor mir liegenden Datenblatt: "...bei Raumtemperatur in einer Dicke von 10-25mm ohne nennenswerten Schwund aushärten")

Aber wie wirkt sich das auf eine Flächen- oder Leitwerksform aus? Kann man das wirklich vernachlässigen?

Technische Daten zur Laminatpaste: auf Seite 12

LG, Mario
 
Hallo Mario,

davon würde ich definitiv die Finger lassen. Letzlich ist das nichts anderes als fertig angesetzte Glasfasermumpe und das ist gegenüber einem gescheiten Laminat einfach Schrott. Faservolumengehalt mies, keine kontroliierte Saserorientierung. Schrumpf kann eigentlich nur hoch sein da viel Harz und wenig Faser. U.U. haben sie ein Harz mit eher weniger Schwund genommen aber komplett schwundfreie Epoxydharze gibt es eben nicht. Luftanteile in der Mischung dürften auch schwer zu kontrollieren sein.
M.M. nach kommst du bei einer guten Form um einen guten, symmetrischen und gut verarbeiteten Laminataufbau nicht herum und ich würde an deiner Stelle da keine Experimente machen. Abstriche bei Symmetrie und Anisotropie kannst du machen wenn du eine Poraverform baust.

Gruß Arne
 
Meine Meinung zu diesem Thema ist etwas differenzierter. Arne hat im Prinzip schon alles gesagt, was hier Probleme machen könnte. Ich habe Versuche (in allerdings etwas abgewandelter Form) mit einem ähnlichen Produkt eines Mitbewerbers gemacht und bin mit den Resultaten mehr als zufrieden. Ziel war hier ein möglichst schneller Formenbau für ein Höhenleitwerk. Die Laminatpaste dient bei meiner Anwendung als druckfestes Kernmaterial, die Decklagen sind aus Glas. Für kleine flache Formen ist dieser Aufbau durchaus eine mögliche Alternative, für Rumpf- oder größere Flächenformen allerdings viel zu schwer

R0010303.jpgR0010309.jpg
 
Hallo Stefan,

Auch dir vielen Dank für deinen Beitrag!
So ein ähnliches Probestück wie auf deinen Bildern wurde mir vom Händler auch gezeigt (allerdings kein Leitwerk sondern irgendein anderes, ebenfalls flaches Teil) und das machte eigentlich keinen schlechten Eindruck.
Also festigkeitsmäßig hätte ich nicht so große Bedenken gehabt. Aber eben Verzug/Veränderungen der Form durch den Schwund der Paste macht mir etwas Kopfzerbrechen.

Im Grunde lese ich aus euren Antworten heraus: Wenn ich eine anständige und standfeste Form haben will, komme ich um den klassischen Laminataufbau nicht herum. Für kleinere Formen, die nur wenige Stückzahlen (für den Eigenbedarf) bringen müssen und schnell und ohne viel Aufwand herzustellen sind, kann man die Form auch mit dieser Laminatpaste bauen.

LG, Mario
 
Die Frage ist halt, was es an Zeit wirklich einspart denn das wäre für mich der einzige Grund es bei irgendwelchen Kleinteilen einzusetzen. Dann kann natürlich gelten nur so gut wie nötig. Irgendwie gibt es bei mir inzwischen fast nichts mehr, was ich sorgfältiger baue als Formen denn genau an dem Punkt fängt gute Qualität an. Wie soll das Produkt gut werden wenn das Werkzeug nicht so gut wie möglich ist? Das ist letzlich auch eine Philosophie und nicht immer und in allen Punkten sachlich-technisch zwingend.

Gruß Arne
 
Die Frage ist halt, was es an Zeit wirklich einspart denn das wäre für mich der einzige Grund es bei irgendwelchen Kleinteilen einzusetzen.

Es spart einiges an Zeit, wenn man bedenkt, dass die Zwischenlage aus Laminierpaste in einem Rutsch aufgelegt werden kann. Das ist nicht besser/schlechter als Poraver hier rein zu machen. Das Zeug an sich ist wirklich sehr schwundarm und vor allem super easy im Handling. Die Paste wird mittels Wellholz in gleichmäßiger Dicke ausgewalzt. Das kann entweder vorab oder auch direkt auf der Form passieren. Mit 2 Distanzhölzern rechts und links ist das wirklich ein Kinderspiel. Nach einer gewissen Gelierzeit kommt dann auch gleich die Schlusslage mit drauf

Dann kann natürlich gelten nur so gut wie nötig. Irgendwie gibt es bei mir inzwischen fast nichts mehr, was ich sorgfältiger baue als Formen denn genau an dem Punkt fängt gute Qualität an. Wie soll das Produkt gut werden wenn das Werkzeug nicht so gut wie möglich ist? Das ist letzlich auch eine Philosophie und nicht immer und in allen Punkten sachlich-technisch zwingend.

Da sind wir ganz einer Meinung. Nicht, dass die Vermutung aufkommt, ich will hier Murks als Hochtechnologie verkaufen, aber das ist wirklich so schlecht nicht. Die Formen schließen perfekt und das selbst nach über 5 Monaten in wechselwarmer Umgebung. Da trägt der symmetrische Lagenaufbau sicherlich seinen Teil zu bei
 
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