Erfahrung mit Kohlerovings

wotuch

User
Hallo ich möchte einen Kabinenausschnitt mit Kohlerovings verstärcken.
Frage: Die Rovings einzeln einlegen oder bekommt der Rumpf noch mehr Stabilität wenn ich drei zu einem Zopf verflechte? Rovingtyp NF-12 von Carbon-Vertrieb.
Schon vorab Danke für eine Info.
MfG Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

festigkeitsmäßig macht das keinen nennenswerten Unterschied. Wenn du die Rovings aber einzeln nacheinander einlegst, kannst du den Roving besser in die Haubenkante reindrücken und damit einigermaßen blasenfrei ausfüllen.

Gruß, Karl Hinsch
 
Ein Zopf nimmt nur mehr Harz auf, das bringt also gar nichts. Ausserdem besteht grundsätzlich die Forderung be i Faserverstärkungen, die Fasern möglichst wenig umzulenken ( sieht man z.B. auch bei den Webarten, Leinen ist das schlechteste, vor allem bei dickem und dichtem Gewebe wird die Faser zum S-Gelege und trägt nicht in Längsrichtung. Daher auch Unidirektionale Gelege zur maximalen Festigkeit.
In Deinem Fall: Harz mit Thixotropiermittel etwas andicken und als Haftvermittler in die gereinigte, angeschliffene Runde streichen. UAf einer Folie die Kohlerovings erst mit Harz betropfen und dann von der Rovingmitte her längs verstreichen. Der Roving sollte schön glänzen, er wird ganz weich. Evtl. auch ein wenig tupfen bzw. durchkämmen ( kurzborstiger Pinsel). In der Mitte mit dem Pinsel aufnehmen und so von der Folie ziehen ( sie sollte mit Krepp auf die Unterlage geklebt werden) und das U dann von der Mitte her in die richtige Lage bringen. Evtl. zwischendurch ein paar Balsastäbchen hinlegen, um ein Festpappen an der nicht bearbeiteten Seite zu vermeiden. Die Rovingenden spreize ich immer ein wenig fächerartig auf, erstens tragen sie dann nicht auf bzw. geben sie dann keinen Speer ab, zum anderen hat man dann eine weiche Krafteinleitung.
 

Tofo

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Genauso wie Uli schreibt, nur die Folie auf Länge der Rovings mit Harz einpinseln und erst dann die Rovings nebeneinander drauf legen. So werden sie auch von unten getränkt und das Ganze geht viel schneller und einfacher, weil sie sofort an der Folie haften.

Grüße,
Thorsten
 
Hallo,

ein Zopf würde genau das Gegenteil von dem erreichen, was man von Kohlefasern erwartet: eine hohe Steifigkeit. So ein Zopf würde wegen den gebogenen Fasern weniger steif sein, das wurde schon oben beschrieben.
Aber: bei einem Haubenausschnitt erwartet man hohe Festigkeit, nicht Steifigkeit.
Wurde die Rumpfschale aus Glasfaser aufgebaut, (weniger steif), dann mutet man der Kohlefaser die ganze Belastung zu. Sie würde reißen, bevor die Glasfaser an die Grenze kommt. Somit muss der Kohlefaseranteil so hoch sein, dass er allein die ganze Belastung verträgt.
Aus meiner Sicht die bessere Alternative: Glasfaserrovings einsetzen. Passt zum Rumpfboot. (Vielleicht dann sogar der geflochtene Kohlefaserzopf?) :D

Klaus.
 
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