Eure Crasches

Hallo Jungs,

habe mich einige Zeit lang durch einige Foren durchgelesen. Stelle dabei leider fest, dass sogar Profis immer wieder ihre tollsten Flächenflieger durch Absturz verlieren.

Wie sieht das bei euch in der Helifraktion aus? Ist das auch so schlimm? Ich weiß, es ist ein heikles Thema.
 
Oh je da hast du gerade meinen wunden Punkt getroffen :(

Fr habe ich meinen LMH geerdet (aus mind. 20m Höhe), Fluglage nicht mehr richtig erkannt (untergehende Sonne) und weg war er...

Chassis total zerbröselt und vom Hacker hats die Motorwelle abgebrochen.

Vor ca. 6 Wochen ist mein Acrobat 10 ohne jeden Befehl entgegenzunehmen mit Vollgas in den Boden...

Ich hör jetzt besser auf, bevor ich noch Komplexe bekomm ;)
 
Hi..

@Tobi: mein aufrichtiges beileid.

@Martin: Ganz gefeit davor ist wohl niemand.
Ich hatte bisher wohl einigermassen Glück *aufholzklopf*, denn in über 10 Jahren Helifliegerei mit geschätzten 400 Flugstunden hatte ich bisher nur einen heftigen Crash (aufgrund eines Kreiselausfalls, bei dem plötzlich das HeRo-Servo im Anschlag stand).

Ansonsten zähle ich so etwa 8 "harte Landungen" und ungewünschte Autorotationen (Reglerbrand, Heckrotor-Getriebeausfall, Störungen zwischen den Ohren) bei denen auch Beschädigungen auftraten (Stuben-Hubschrauber mal ausgenommen, sowas werf ich im Wochenabstand um, aber meist ohne Schaden)

Warum habe ich, wie ich meine, "unterdurchschnittliche" Crash-Statistiken?

Nun, zum Einen sehe ich zu dass meine Helis in Schuss sind... das schliesst Akku, Sender etc. natürlich ein. Zum anderen fliege ich weder 3D noch Kunstflug, sondern fliege Hubschrauber eben "wie Hubschrauber".
Da ich gelegentlich auch mit der manntragenden Helifliegerei zu tun habe, versuche ich, die von dort bekannten Do´s und Don´ts aufs Modell anzupassen. So bewege ich den Modellheli nur selten ausserhalb der sicheren Autorotationsenveloppe, d.h. nur in den Höhen/Geschwindigkeitskombinationen, aus denen ich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch heil autorotieren kann.

Ich denke, die Kombination aus gründlicher Wartung und Vorflugkontrolle (auch wenns manchmal übertrieben wirkt) und "freiwilliger fliegerischer Selbstbeschränkung" bringt ein Bestmaß an Sicherheit. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn man (wie ich) nicht am eckigen Rumgezappel der 3d-Fliegerei interessiert ist.

mfg
andi
 
Servus miteinander,

fliege seit Jahrzehnten Fläche und bin letztes Jahr im Oktober auf Hubschrauber umgestiegen.
Leider hatte ich ziemlich am Anfang gleich einen Totalschaden:
Ein ganz normaler Überschlag wurde zu meinem Entsetzen mit viel Heckrotor (unfreiwillige Fingerverbiegung) durchflogen, wobei sich der Hubi dermaßen in die seltsamsten, unerwartetsten Richtungen drehte, an die ich nie zu denken wagte. Da wars dann!

Also, was der FlugFisch da sagt, ist einerseits richtig:
Man kann natürlich Fehlerquellen durch ordentliche Checks minimieren. Auch wenn keiner von uns nach dem Flugtag in den Kreisel schaut,
ein kleiner Sichtcheck und der Schraubentest sollte allemahl stattfinden.
Abstürze durch Nicht-Fliegen von Figuren zu dezimieren, halte ich jedoch für den falschen Weg.
Zum Ersten wird man den Hubschrauber niemals aus einer ungewöhnlichen Rückenlage retten, wenn man den Rückenflug nicht beherrscht.
Fliegt man viele Figuren und vielleicht auch ein wenig 3D, so lernt man, den Hubschrauber in jeder Position zu beherrschen.
Zum Zweiten sehe ich die heutigen Trainer als so leistungsfähig, daß sie mühelos sämtliche Figuren des F3C, zum Teil sogar 3D-Figuren wegstecken. Wenn nicht, hat man entweder eine alte, eine unbrauchbare Mechanik oder einen
Scale-Heli vor sich.

Ich für meinen Teil verfolge folgende Methode:
Ich versuche, jeden Tag mindestens einen Flug zu absolvieren. Jeder Flug, so ich nur die Zeit für einen habe, folgt einem Chema. Ich starte und fliege an gedachten Linien entlang Pirouetten.
Und zwar links- und rechrum. Das trainiert, den Hubschrauber in jeder Flugrichtung, unabhängig von seiner Bewegungsrichtung, zu steuern.
Der Erfolg ist grandios. Auf diese einfache Weise habe ich nach ein paar Monaten das Rückwärtsfliegen gelernt.
Danach seige ich und fliege auf mich zu einen halben Looping. Dabei versuche ich, den Hubschrauber zum stehen zu bringen. Bleibt er stehen, so habe ich Gelegenheit, das Rückenschweben zu trainieren und arbeite mich auf diese Weise von der großen Höhe wieder etwas hinab.
Fliegt der Hubi auf dem Rücken von mir weg, so fliege ich einen Abschwung.
Als nächstes versuche ich, so viele Loopings wie möglich an ein und der selben Stelle zu fliegen.
Einer ist langweilig. Wenn ihr einen schafft, schafft ihr auch zwei. Dabei muss man dann schon etwas korrigieren. Habt ihr zwei saubere geschafft, macht drei. Irgendwann ist die Anzahl egal. Ihr korrigiert die Loops, ohne es zu merken, vollkommen automatisch, ohne Angst, ohne Panik.
Danach die Rollen: hier gilt das Gleiche wie bei den Loops. Eine ist langweilig, zwei sind zu schaffen. Bei drei sollte man schon ein Wenig korrigieren. Vier wollen gekonnt sein, sind jedoch kein Hexenwerk. Wenn ihr dann noch schafft, mittels Nick mit 4 Rollen einen Halbkreis zu fliegen, dann habt ihr viel geschafft...
Man könnte hier ein Buch schreiben über die Möglichkeiten und die Notwendigkeit eines
gescheiten Trainingsprogrammes.
Ich denke, jeder kann es schaffen, innerhalb eines halben Jahres das Fluggerät soweit in den Griff zu bekommen, daß ausserordentlich Fluglagen nicht zum Absturz führen müssen.
Mir macht es sogar Spaß zu beobachten, wie groß der Lernfortschritt bei einem selber sein kann.
Wie gesagt, ein halbes Jahr, und ich fliege Rückwärts fast wie Vorwärts. Und obwohl ich sämtliche Figuren geflogen habe, habe ich erst einen Absturz hinter mir. Diesen wegen Dummheit, und mit Sicherheit auf lange Sicht der letzte.
 
Moin.

Zum Ersten wird man den Hubschrauber niemals aus einer ungewöhnlichen Rückenlage retten, wenn man den Rückenflug nicht beherrscht.
Je nu, ich hab´s in über 10 jahren helifliegerei noch nie unfreiwillig in die Rückenlage geschafft, insofern finde ich, dass das kein sinnvolles Argument ist.
Nur weil ein heli 3d-tauglich ist heisst das noch lange nicht, das zum sicheren Flugbetrieb auch das Beherrschen dieser Figuren erforderlich ist.

Tatsache ist, dass man die Situationen/Figuren, die man fliegen WILL, auch von Grund auf trainieren SOLL, und zwar etappenweise, bis sie auch sitzen.
Für meinen Flugstil ist es daher angemessener, den Ausfall verschiedener Komponenten zu üben; z.b. beherrsche ich meine Helis auch weitgehend ohne Kreisel, übe regelmässig Landungen mit jeglicher Nasenausrichtung und in etwas größeren Entfernungen usw...
je mehr man wagt, und umso schneller man es wagt, desto höher ist natürlich das Chrashrisiko. Hier muss jeder selbst entscheiden, wie weit er geht, und wie schnell er das tut. Für mich steht die Sicherheit mit Abstand ganz oben (Berufskrankheit). Es ist klar, dass man so nicht zum 3D-Weltmeister wird. Aber das war ja auch nicht die Eingangsfrage.

Wer wild rumtoben will, muss natürlich die vorbereitenden Situationen trainieren.

Die "üblichen" 3d-manöver beherrsche ich am Sim; im realen Leben hab ich nicht den Drang danach, das auszuprobieren.

grüssle

andi
 
Stimmt!

Jeder hat sein Thema. Und wenn einer mit ner
Hughes Rolle und Looping fliegt, gehört er meiner
Meinung nach geschlagen!
Meine Richtung ist ein sauberer Kunstflug.
Bis ich da bin, dauert es bestimmt noch ewig!
Aber ich hatte Situationen, in die ich niemals hinein wollte. Und trotzdem stand ich schon ab und zu vor diesem Problem.
Ich war immer der Meinung, daß ich zum Beispiel die Autorotation irgendwann schon lerne.
Es ist natürlich dumm, wenn man sich zwar sagt,
in die Verlegenheit werde ich nie kommen, aber dann der Motor in 50 Metern Höhe im langgestreckten Looping abstirbt!
Genau da war ich dann. Nie Autorotiert, Motor aus, auf dem Rücken! Ich hätte doch niemals diese zugegeben extreme Situation provoziert.
Es ging alles gut, und diese Landung damals war eine meiner sanftesten!

Und nun gibt es diese Situationen doch ab und zu:
Heckrotor setzt aus, Kreisel setzt aus, Motor stirbt, Soße ist alle, Sonne sticht Netzhaut, Fläche durchkreutz Flugbahn, Mücke am Ohr,
Hornisse auf Brille, Windböe, Springbusch, Handy klingelt, Tochter ruft...
Man kann nicht alles trainieren. Aber je mehr man kann, desto besser kann man Situationen retten.

Gruß, Stefan
 
Hi..

Full Ack.
Den Fall mit der Hornisse bzw. Wespe auf der INNENseite der Brille hatte ich tatsächlich schon, nicht wirklich lustig.
Bleibt die Frage, wie weit das Treiningsprogramm gehen soll, um wirklich positiv auf die Crash-Statistik einzuwirken... das Trainieren zu extremer Situationen wie Autorotation aus 1m Höhe in Rückenlage ;) führt ggf. zu mehr Trümmern als es nützt.
Viele Leute (ohne Wettbewerbsambitionen) tendieren dazu, die unangenehmeren Teile des Trainingsprogramms nicht zu üben. Dass ist dann das andere Extrem: Ich kenne durchaus Leute, die seit 15 Jahren Heli fliegen (einschl. Loops, Rollen usw.), aber nicht sauber Nasenschweben können. Und ich merke auch, wie bei mir die Lernkurve massiv abflacht, und das ist bestimmt nicht deshalb so, weil ich schon genug könnte.

grüssle

andi
 
Servus,

wenn man immer wieder neue, komplexere Figuren fliegen will, wird man unter zwei bis drei Crashs wohl nicht wegkommen.

In meinem Fall war meist nachlassende Konzentration die Ursache - die schwierigen und neuen Figuren versuche ich immer am Anfang zu fliegen - wenn ichs beim 5. oder 6. Akku versuche wirds meistens murks.


Schlangafanga
 
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