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Extra 330 Münster Energy aus dem Hause Pichler

Extra 330 Münster Energy

Bau- und Testbericht

Jürgen Mess



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Anmerkung: Die Bilder können zum Vergrößern angeklickt werden

Jetzt, da die ersten Herbststürme über das Land fegen, ist es mit der Outdoor-Saison in diesem Jahr fast vorbei. Was liegt da näher, als sich einmal nach einem Modell für die Winter- und Hallensaison umzuschauen. In diesem Bericht werde ich von der „Extra 330 Münster Energy“ sowie über die Fernsteueranlage „Master GigaProp 6“ berichten. Beides habe ich von der Pichler Modellbau GmbH bezogen.


Extra 330 Münster Energy SuperCombo

Das Modell wird von Pichler in zwei Farbgebungen angeboten, in rot und blau, sowie als einzelnes Modell oder eben als SuperCombo mit den benötigten RC-Komponenten.
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Der Bausatz wird in einem recht flachen Karton geliefert und enthält die Komponenten für den Rumpf aus 4 mm dickem EPP-Schaum, die erforderlichen Verstärkungen aus Kohlefaser als Flach- und Rundstäbe sowie die benötigten Anlenkungsteile.

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Eine Bauanleitung liegt leider nicht bei. Diese ist aber auf der Internetseite von Pichler zu finden und entpuppt sich als 29seitiges, gut bebildertes Dokument.
Da ich die "SuperCombo"-Ausführung bestellt hatte, enthält das Paket die folgendenden Komponenten:
  • Drei Master Miniservos (4,7 g),
  • Pulsar Brushless-Motor (1700KV),
  • 8 x 4,3 Luftschraube,
  • Pulsar Brushless-Regler (15 A/BEC 5 V, 2 A) und den
  • Lemon RC-Akku 2S 350 mAh mit 35C.
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Master GigaProp 6 RC-Anlage

Die 2,4 GHz RC-Anlage habe ich als Sonderset INDOOR erhalten. Der Lieferumfang umfasst zwei 4-Kanal-Indoor-Empfänger und einen 6-Kanal-Empfänger, der Telemetrie fähig ist. Eine deutsche Anleitung ist ebenfalls enthalten.
Der Handsender hat vier Schalter. Drei Stück als Kippschalter und einen als Dreistellungs-Kippschalter. Außerdem noch zwei Potis. Die Alu-Sticks lassen sich in der Länge verstellen und die Anlage wird mit vier Batterien oder Akkus der Größe AA betrieben.

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Bau der Extra 330 Münster Energy

Die Anleitung ist durchgängig bebildert und wenn man dieser Schritt für Schritt folgt, kommt man auch zügig ans Ziel. Der Schaum wirkt am Anfang etwas sehr weich. Doch durch die vielen Verstrebungen erhält das Modell am Ende eine gute Steifigkeit.
Für den Zusammenbau wird lediglich dünn- und dickflüssiger Sekundenkleber benötigt, etwas Aktivatorspray und ein wenig Bindfaden. Beim Bau ist eine ebene Unterlage wichtig, auf der Sekundenkleber nicht so schnell abbindet, falls mal zu viel aufgetragen wird und etwas verläuft. Ebenso ist darauf zu achten, die unterschiedlichen Kleber an den richtigen Stellen zu verwenden und immer gut dosiert aufzutragen. Am besten gelingt dies mit einer dünnen Dosierspitze.

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Besondere Aufmerksamkeit sollte der Anlenkung des Seitenruders gewidmet werden, besonders dann, wenn die Vektorsteuerung zum Einsatz kommen soll. Dann ist das Ruderhorn des Seitenruders in Flugrichtung auf der LINKEN Seite einzukleben. Dies unterscheidet sich von der Montage an den übrigen Rudern, bei denen die Ruderhörner immer auf der freigefrästen Seite verklebt werden, was in diesem Fall auf der rechten Seite wäre. Aber nur so ist die Kreuzanlenkung des Motors möglich.

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Als weitere Schwierigkeit stellte sich gegen Ende der Bauzeit die Verklebung des Seitenruders heraus. Hier ist es vor dem Auftragen des Klebers wichtig, die Vertiefungen für die Kohlefaserstäbe zu prüfen. Ich musste diese an meinem Modell etwas weiter ausschneiden. Dann wird das Ganze eher freifliegend verklebt und dabei muss darauf geachtet werden, dass die beiden Teile ordentlich fluchten.

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Mit der Anleitung hatte ich beim Bau zwar keine Probleme, dennoch sind mir während der Arbeit vier kleine Fehler aufgefallen, die ich hier einmal kurz erläutere:

  • In Bild (8) wird die Nasenleiste beschrieben. Diese ist entgegen der Angabe in Bild (8) 670 mm lang und nicht, wie dort beschrieben, 585 mm! Also bloß nichts versehentlich abschneiden.
  • In Bild (119) soll die Verstrebung 1 mit 135 mm Länge angebracht werden. Das passt so leider nicht, die Stangen sind an der Stelle auf 115 mm bis 120 mm zu kürzen.
  • Die Bilder 161 bis 166 passen nicht zum Modell. Diese Arbeitsschritte entfallen.
  • In Bild (240) wird beschrieben, dass bei der Vektorsteuerung die Metallhülse mit der Kugelkopfanlenkung verklebt werden soll. Hier ist natürlich der Kohlestab gemeint, der zuvor etwas angeschliffen werden sollte. Andernfalls kann man diesen Teil nicht zum Feinjustieren des Motorseitenzugs verwenden.
Ein kleines optisches Manko ergibt sich durch die mitgelieferten Kohlestangen in 3 x 0,5mm bzw. 0,2 mm. Diese lassen sich nicht immer vollständig im Schaum versenken. An dieser Stelle fände ich Kohlestangen mit 2,5 mm x 0,5 mm bzw. 0,2 mm optisch schöner. Der Stabilität des Modells sollte das nicht schaden.

Zum Abschluss der Bauphase zeige ich in den folgenden Bildern die Anlenkung des Motors mittels Schubstange. Da die Komponenten für die Vektorsteuerung Bestandteil des Bausatzes waren, habe ich diese auch genutzt. Durch das Anstellen des Motors werden im Flug sehr enge Kreise um die Hochachse möglich. Abschalten kann man diese Funktion nicht, da die Anlenkung mit dem Servo für das Seitenruder gekoppelt ist. Hier kann man lediglich über die Begrenzung der Ausschläge für das Seitenruder arbeiten.

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Komponenten der SuperCombo

Wie bereits beschrieben, sind in der SuperCombo alle RC-Komponenten enthalten, die für den Aufbau benötigt werden. Ich habe die Komponenten gewogen, zur Orientierung bezüglich der Bauteilgröße. Die Metallfläche der Waage beträgt 6 x 7 cm.
Der Pulsar-Regler ist sehr klein und ist für einen Dauerstrom von 15 A ausgelegt, kurzzeitig sogar bis 25 A. Das BEC leistet 2 A bei 5 V. Der Regler mit Anschlusskabeln wiegt gerade einmal 8,4 g.
Auch die Mini-Servos S706MG sind mit 20x23x8 mm äußerst klein. Angegeben werden sie mit 4,7 g, womit nur das Servo gemeint ist. Mit Kabel bringen sie 5,6 g auf die Waage. Die Servos reagieren sehr schnell auf Knüppeleingaben und laufen wieder sauber in die Neutrallage. Sie sind mit 0,7 kg Stellkraft angegeben.
Der Pulsar Shocky-Motor weist ein Befestigungsmaß von 22 x 22 mm auf und wiegt knappe 21 g. Ausgelegt ist er bis zu einer Belastungsgrenze von 10 A (10 s). Mit der gelieferten Luftschraube 8 x 4,3 sind laut Datenblatt maximal 7,9 A und knapp 390 g Schub zu erwarten.
Der Lemon RC-Akku ist auch sehr klein, 25 x 48 x 11 mm, und wird mit 35C angegeben. Er bringt knapp 25 g auf die Waage. Einen direkt vergleichbaren Akku habe ich bei einer kurzen Internet-Recherche nicht gefunden. Andere Hersteller haben 20C- bis 30C-Akkus im Sortiment oder welche mit 450 mAh, die dann aber auch ein höheres Gewicht haben.

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RC-Anlage

Die Anlage wird mit vier Batterien der Größe AA bestückt.
Ich empfehle allen, die wie ich gerne im „Try and Error“-Verfahren arbeiten, zumindest das Kapitel „Generelle Bedienung“ der Anleitung anzuschauen; nämlich Seite 13. Dort wird beschrieben, dass die Einstellungen in den aufgerufenen Menüs gespeichert werden, wenn die CANCEL-Taste lang gedrückt wird.
Ansonsten findet der Modellbauer schnell seine benötigten Menüs und Einstellungen. Das Binden des Empfängers und die Programmierung ist schnell erledigt. Lässt man die Anlage mal ein paar Minuten ungenutzt eingeschaltet, dann macht sie sich akustisch bemerkbar. Ein Vergessen des Ausschaltens ist somit fast unmöglich.

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Der Schalter SWA ist direkt mit zwei Flugphasen vorbelegt. Man kann im Menü „Dual rate/exp.“ hier unterschiedliche Ruderausschläge für das Modell hinterlegen.

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Ich hatte meine Anlage einmal geöffnet, da mir der Gas-Knüppel zu leichtgängig war. Er ließ sich problemlos mit etwas mehr Widerstand versehen. Leider ist mir dabei ein etwa 2 cm langer Draht entgegengekommen, der lose im Sender lag. Das ist der einzige negative Punkt, der mir bei dieser RC-Anlage aufgefallen ist.

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Den 6-Kanal-Empfänger habe ich nicht getestet. Daher kann ich zu dessen Telemetriefunktion nichts berichten, zumal ich auch keine entsprechenden Sensoren habe.
Diese kleine, flache und sehr handliche Anlage empfinde ich als eine sehr gute Ergänzung, speziell für den Hallenflug. Sie enthält die benötigten Einstellmöglichkeiten für Flächen- und Helikoptermodelle. Das Helikoptermenü bringt von Fixed Pitch bis 140° Taumelscheibenanlenkung alle nötigen Einstellmöglichkeiten mit.
Von den technischen Daten der beiden 4-Kanal-Empfängern „Micro i4“ war ich sehr angetan. Diese Empfänger können im Spannungsbereich von 3,3 V bis 10 V betrieben werden, demnach also problemlos direkt mit 1S oder 2S LiPo-Akkus. Zudem weisen sie eine Reichweite von über 400 m auf. Sie sind sehr klein und mit knapp 2,5 g wirkliche Leichtgewichte.

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Das Fliegen

Nun ist es an der Zeit, das Modell auch mal in die Halle zu bringen. Die Herbstferien sind zu Ende und das Flugrevier steht zur Verfügung.
Vorab, wie es sich gehört, wird ein Rudercheck durchgeführt.
Ich habe die Ruderwege für den Erstflug auf 45% begrenzt und noch 50% Expo zugemischt. Mit einem beherzten Gasschubs habe ich das Modell abheben lassen. Ein Nachtrimmen war nicht erforderlich. Alle Ruder waren vor dem Flug fluchtend mit der übrigen Struktur des Modells und die Schubstange für die Vektorsteuerung nach Anleitung auf Länge gebracht. So konnte ich ohne viel Stress die ersten Runden drehen und ein Gefühl für das neue Modell entwickeln.
Die Ausschläge für Seite habe ich noch etwas vergrößert, die Querruderausschläge wurden noch minimal verkleinert, um sie meinen Fluggewohnheiten anzupassen.
Nach dem zweiten Akku bin ich etwas mutiger geworden und habe mich an die ersten Figuren des klassischen Kunstflugs getraut.

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Resümee

Meinem Empfinden nach ist das ein rundum gelungener Bausatz in sehr guter Qualität. Die RC-Komponenten der SuperCombo machen einen einwandfreien Eindruck, der Motor ist äußerst leise und sehr agil. Die Servos reagieren schnell und präzise. Wer zukünftig seine meist größere und schwerere Computeranlage zuhause lassen möchte, ist mit der RC-Anlage GigaProp6 für den Hallenbetrieb bestens gerüstet. Der Aufbau des Modells ist in der bebilderten Anleitung gut beschrieben und sollte zu keinen Problemen führen. Die Materialien sind sauber zugeschnitten und die Schaumkomponenten passen sehr gut zueinander. Ein kleines Special ist natürlich die Vektorsteuerung des Motors. Auch das Fliegen des Modells erwies sich als einfach. Ich habe weder bei den ersten noch bei späteren Flügen Probleme feststellen können. Der in der Anleitung empfohlene Schwerpunkt funktionierte auf Anhieb sehr gut. Das angegebene Fluggewicht von rund 150 g konnte ich fast einhalten. Mein Modell wiegt flugfertig 155 g.
Nach einigen Wochenenden in der Sporthalle habe ich das Modell sehr lieb gewonnen. Die "Münster Energy" ist leicht, sehr wendig und reagiert präzise auf Steuerbefehle. Wer also für die kommende Hallensaison einen Neukauf in Betracht zieht, dem kann ich guten Gewissens raten, dieses Modell in die engere Auswahl zu nehmen.
 

Kommentare

Also....damit wir was in der aktuellen Situation zum Fliegen haben, wurde der Flieger gekauft.
Beim Zusammenbau Schritt für Schritt vorgehen und die beherzigten Tipps hier und in der FMT zu berücksichtigen ist kein Fehler....der Bau hat Spaß gemacht,aber es erfordert schon Geduld, man will ja fliegen und nicht Mikadostäbchen verkleben....Sie fliegt MEGA....bisher nur draußen, bei leichtem Wind absolut
sauberes Fliegen möglich, und das in Zeitlupe bis extrem schnell( dann verrutscht auch mal der Prop)
Man fragt sich wirklich, ob Flugzeugprofile nicht total überbewertet werden, kaum sichtbare pitch zum sauberen Kunstflug langt. Bitte 2 O-Ringe auf den Propmitnehmer. Bei uns ist der Prop heftig beim ersten Gasstoß weggeflogen, okay, dabei den Flieger festgehalten, somit konnte der Drehmomentstoß nicht gedämpft werden ( unser Erklärung) dass hätte wirklich ins Auge gehen können, für mich als Sicherheitsfanatiker peinlich...
also für mich peinlich, da man das im Zimmer und in Augenhöhe tunlichst lassen sollte.Kurz: sind schwer begeistert
 

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