F5J in Vipava - Bericht eines "Ersttäters" ...

Hallo,
mein letzter Wettbewerb liegt gut 20 Jahre zurück (von Clubmeisterschaften mal abgesehen ...). Nun packte mich wieder die Lust auf Segelfliegen im Wettbewerb. Da Segelfliegen für mich hauptsächlich Thermikfliegen bedeutet kommt mir die relativ neue Klasse F5J gerade recht.

Am Anfahrt aus München am Freitag über die Tauernautobahn ging schnell und reibungslos. Nach guten 4h Fahrt standen wir (meine Freundin und ich) auf dem Modellflugplatz von Vipava ... bei strömenden Regen. Ein Österreichisches Wohnmobil stand am Platz, sonst war niemand da. Karl Hinsch, Alex Wunschheim und Josef Mögen sind aufgrund des Wetters erst einmal ins Hotel gefahren, kamen aber noch zum fliegen auf den Platz.
Ich hatte mich mit einen Slowenischen Piloten verabredet, da ich hier bei RC-Network einen Pike Perfect von ihm gekauft hatte. Diesen wollte ich noch probefliegen und dann entscheiden ob ich gleich mit dem Pike oder meinem "alten" F5Jler fliege.
Der Regen hörte auf und die ersten F5Jler waren in der Luft. Nach kurzer Zeit konnte ich auch den neu erworbenen Pike erproben und nach wenigen Sekunden war mir klar: Damit fliege ich den Contest!

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Die Wetterprognose für das Wochenende war gut und die locals beteuerten auch, dass es ein spitzen-Wochenende werden wird. Nachdem der Regen gegen 19:30 Uhr wieder einsetzte fuhren wir ins Hotel.
Am Samstag regnete es nicht mehr, aber es hatte Wind. Der Aufbau des Teamzeltes wurde auch zur Teamanstrengung.

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Kaum stand das Zelt kam noch ein kurzer Regenschauer vorbei um das Zelt auch auf Dichtigkeit zu prüfen. Ergebnis: Zelt dicht ... die Fenster müssen dazu aber auch zu sein ... ;-).

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Bei einem kurzen Briefing wurde besprochen, dass der Sicherheitsbereich auch in unter 3m Höhe durchflogen werden darf und Modalitäten für das Fly Off. Der beste Satz war: "we have no flight constraints in Vipava ... you can fly wherever you want ..."! Davon kann man hierzulande nur träumen!

Es wurden am Samstag bis ca. 17:30 Uhr 7 Vorrunden geflogen. Es ging "Schlag auf Schlag". Teilweise war man in einer Runde in der letzten Gruppe und in der nächsten Runde schon wieder in der ersten Gruppe. Die Organisation und die Stimmung war toll und die Profis zeigten gleich was es bedeutet 10 Minuten aus möglichst niedriger Höhe zu erfliegen.
Da das Wetter den ganzen Tag noch bedeckt war (und es mein erster Wettbewerb seit 20 Jahren war) habe ich mich immer für grössere Höhen entschieden und konnte bis auf Runde 7 niemals die Zeit voll fliegen, aber ich hatte in jeder Runde Thermik erwischt. Leider bin ich manchmal zu zaghaft gewesen mich in den Rückraum driften zu lassen oder bin aus eigenem unvermögen heraus geflogen. Zweimal habe ich mich einfach "verschätzt". Man hat noch 3-4 Minuten zu fliegen, ist in grosser Höhe und glaubt die 10 Minuten "sicher" zu haben. Denkste ... wenn es dann säuft ist essig mit der Flugzeit.
Um der Starthektik etwas zu entgehen bin ich immer einige Sekunden später erst gestartet. Ich wollte ja meinen neuen Pike nicht in eine Startrempelei verwickeln. Meine Sorge war aber eher unbegründet und künftig werde ich auch beim Startsignal meinen Segler starten (ich will ja auch mal 10 Minuten fliegen ;-) ).

Um 17:30 Uhr hat der MD Ventus ein tolles Abendessen vorbereitet. Es gab Cevapcici, Rasnici mit lecker Ajvar und leckeren Wein. Leider gabs auch noch ein kurzes aber sehr heftiges Gewitter, das die Teilnehmer entweder in die Hotels oder unter das aufgestellte Barzelt verjagte. In dem vollen Barzelt wurde teilweise noch bis spät in den Abend gefachsimpelt und Wein gekostet ;-) .

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Am Sonntag begann der Wettbewerb mit der letzten Vorrunde und anschliessendem Fly Off bei sich ankündigenden strahlenden Sonnenschein. "Ankündigend" deshalb, weil bei Runde 8 noch kaum Thermik vorhanden war. Eine letzte hohe Wolke schattete das Gebiet weiträumig ab. In grösserer Höhe konnte man sich wohl gut halten. Meine 150m Starthöhe reichten dazu aber nicht aus. Egal ... Platz 11 von 25 Teilnehmern beim ersten Wettbewerb war für mich ein grosser Erfolg und nun konnte ich entspannt dem Fly Off zuschauen. Außer mir kamen alle MCMler und Stefan Eder ins Fly Off.

Ergebnis vor dem Fly Off:


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Im Fly Off wird schon mal extrem mit der Höhe gepokert. Sebastjan Hajnsek pokerte hoch und schaltete den Motor bereits bei knapp über 40m aus ... kratzte an der Thermik ... hatte noch ein kleines Bläschen in Baumwipfelhöhe und musste dann doch landen. Die anderen Fly Off Piloten entschieden sicher für mehr Höhe. Stefan Eder bewies mit seinem neuen Satori Evo Nerven und flog sehr weit vom Platz weg. Ich hätte schon lange umgedreht bzw. hätte die Fluglage nicht mehr einschätzen können. Sein Mut und Können zahlte sich aus und Stefan belegte den zweiten Platz in Vipava. Josef Mögn war in allen drei Fly Off Runden sehr sicher und flog die 15 Minuten voll. Karl Hinsch musste einmal früher landen und landete insgesammt damit auf Platz 3.

Hier ein Link von Sebastjan Hajnsek's Loggerauswertung in Fly Off Runde 2:
https://www.facebook.com/photo.php?...o.332833164809&type=1&relevant_count=1&ref=nf

Die Kurve kann nur sehr bedingt wiedergeben, wie spannend der Flug live war ...

Das Endergebnis:

1. Josef Mögn
2. Stefan Eder
3. Karl Hinsch
4. Gergic Bojan
5. Alexander Wunschheim
6. Sebastjan Hajnsek

https://www.facebook.com/photo.php?...8582.1073741828.174867072554018&type=1&ref=nf


Am frühen Nachmittag gab es die Siegerehrung. Josef Mögn auf Platz eins gewann noch einen Mini Vision von Mibo.


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Vor der Heimfahrt sind wir noch kurz ans Meer um einen Cappuccino zu trinken und nach ca. 5h Fahrzeit sind wir staufrei daheim angekommen.

Mein Fazit:
F5J ist eine tolle und sehr spannende Wettbewerbsklasse. Die Atmosphäre war sehr freundschaftlich. Wir haben viele nette Menschen kennengelernt und freuen uns schon auf das Wiedersehen bei einem der nächsten F5J Wettbewerbe ...
Es könnte durchaus sein, das ich noch F3J oder F3K teste. F3B finde ich spannend aber insgesammt sehr aufwändig. F5J lässt sich für mich relativ einfach trainieren. Ich kann nach der Arbeit noch schnell ein paar Flüge machen. Der Zeit- und Platzaufwand ist sehr gering.

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Warum ich das geschrieben habe:
Vielleicht liest es der eine oder andere, der auch gerne an einem Wettbewerb teilnehmen möchte und noch unentschlossen ist. Probiert es aus! Man trifft nette und hilfsbereite Menschen und es macht riesig Spass!

Es gibt heuer mehrere Workshops in Deutschland. Wettbewerbe in Österreich, Tschechien, Niederlande und die German Open in Weilheim.

Termine F5J:
http://www.contest-modellsport.de/html/dates-2013.html

Viele Grüsse
Martin

(Bilder: Barbara Halmburger)
 
"Bericht...."

"Bericht...."

Hallo "Ersttäter";)

Ich finde deinen Bericht sehr gelungen und kurzweilig! Er beschreibt die Sache sehr treffend!
Herzlichen Dank dafür und Glückwunsch zum 11ten Platz!

Gruß
Laddl
 
Artikel F5J

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Hallo Martin,
ich finde deinen Artikel so Klasse, das ich Ihn gerne auf meiner Seite F5J-Fliegen unter deinem Namen einsetzen möchte.
Würdest du mir dafür die Erlaubniss geben ?

MfG
Christian Seibel
 
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