FanWing FENDT-ilator

Hallo Experimentierer,

ich habe mal etwas Seltsames gebastelt:
einen FanWing.
Eine Idee, die Patrick Peebles hatte. Siehe seine Seite "FanWing".com

Er hatte im Oktober letzten Jahres eine Skizze ins Netz gestellt, die mir als Vorlage galt.

Das Ergebnis meiner Bastelei hat mich selber überrascht; das Ding flog.
Aber seht selber.

Gruß
Klaus.
(P.S.: ich muss erst die Bilder komprimieren, sorry dauert noch ein wenig...)
 
Zuletzt bearbeitet:
Da in der Nähe die Firma FENDT seine landwirtschaftlichen Maschinen baut, konnte ich nicht anders, als den Mähdrescher "FENDT-ilator" zu nennen. :D
 

Anhänge

  • 3B1A9417.jpg
    3B1A9417.jpg
    973,7 KB · Aufrufe: 179
  • 3B1A9422.jpg
    3B1A9422.jpg
    642 KB · Aufrufe: 182
  • 3B1A9423.jpg
    3B1A9423.jpg
    585,6 KB · Aufrufe: 179
  • 3B1A9431.jpg
    3B1A9431.jpg
    340 KB · Aufrufe: 176
Idee:Patrick Peebles, Anfang der 1990er; siehe FanWing.com
Bauprinzipien und Details:Klaus Jakob
Spannweite:200 cm
Steuerung:Höhe, Seite, Querruder, Motor
Rotordrehzahl:2000 rpm
Lamellen:16 je Rotor, Balsa CFK verstärkt, profiliert
Motor:Himax C3516-1130 kV
Zahnriemen:Untersetzung 6:1
Akku:3 Zellen 2600 mAh
Stromaufnahme:Start: 25 A Cruise: 15 A
Masse:3 kg

Bauweise:

Balsa, Styropor, Kohlefaser, Depron

Angedachter Einsatzzweck: (manntragend)
Agrarbereich, Verkehrsüberwachung, Shuttle für Kurzstrecken, Transport
Charakteristik:Kurze Startstrecke, überziehsicher, leiser und sparsamer als ein Helikopter, Mehrverbrauch gegenüber Flächenflugzeug
 
Beim Start ist es sehr beeindruckend. Es gibt ein röhrendes Geräusch, das Ding schiebt sich langsam vorwärts und hebt bald darauf ab.
Dann krabbelt es gemächlich und stabil durch die Luft, mit sehr wenig Fahrt.
Es ist wendig und überziehfest.

Auf Youtube oder sonstwo stelle ich noch keine Videos ein. Ich will keinen eigenen Kanal eröffnen.

Grüße,
Klaus.
 
Ich habe die Leitwerkspartie nach dem InterEx umgebaut.
Dabei hat mich Patrick Peebles, der Erfinder, immer wieder mit guten Tipps beraten.

Nun wirkt das Seitenruder besser, und das Höhenruder ist vom Abwind des Rotors weniger betroffen.
Die Querruder (außen an den Enden der Rotoren) nehmen das Seitenruder mit.

Was mich erfreut: die Motorleistung ist sehr gering. Zum Starten genügen 25 Ampere aus 3 Zellen, und das für eine Masse von 3 kg.
 

Anhänge

  • Screenshot 2025-09-29 120115.png
    Screenshot 2025-09-29 120115.png
    167,3 KB · Aufrufe: 85
  • 3B1A9551.jpg
    3B1A9551.jpg
    946,2 KB · Aufrufe: 82
Zuletzt bearbeitet:
Eine weitere sehr sinnvolle Einsatzmöglichkeit Mann tragenden FanWings wäre die Feuerbekämpfung. Die hohe Nutzlast, die kurze Startstrecke, sowie die langsame Geschwindigkeit wären von Vorteil.

Klaus.
 
Hier nun Einblicke in die Entstehungsgeschichte des "Mähdreschers":
-mit Pappschablonen aus Pizzadeckeln, Klebeband, Pappelsperrholz etc. versuchte ich, die Grundgeometrie zu finden...

Ein Riementrieb mit Untersetzung 1:6 sollte es sein. Unter der Riemenscheibe sitzen 2 Kugellager. Dazwischen ein Freilauf, so dass der Rotor frei drehen kann, falls der Motor klemmt oder der Riemen reißt.

Die Verbindung der beiden Rotoren geschieht durch 2 Kohlefaserplatten von 1,5 mm Dicke. Hochkant eingesetzt, da die Abwindrampe dick genug ist dafür.
 

Anhänge

  • 20250602_164308.jpg
    20250602_164308.jpg
    266 KB · Aufrufe: 72
  • 20250324_180049.jpg
    20250324_180049.jpg
    481,6 KB · Aufrufe: 74
  • 20250318_110113.jpg
    20250318_110113.jpg
    362,7 KB · Aufrufe: 73
  • 20250212_125124.jpg
    20250212_125124.jpg
    303,7 KB · Aufrufe: 79
Hier nun die Verbindertaschen und die "Flügel" mit ihrer Wanne. Die Wanne liegt exzentrisch unter dem Rotor. Die Wanne habe ich aus 2 Lagen CFK-Gelege und CFK-Gewebe laminiert, über einem 160er KG-Rohr.
 

Anhänge

  • 20250324_180109.jpg
    20250324_180109.jpg
    425,5 KB · Aufrufe: 45
  • 20250524_074735_003.jpg
    20250524_074735_003.jpg
    297,1 KB · Aufrufe: 47
  • 20250602_165124.jpg
    20250602_165124.jpg
    329,9 KB · Aufrufe: 51
Zuletzt bearbeitet:
Es entstehen die Rotoren.
Es sind Scheiben aus Balsa. Jede Scheibe besteht aus 3 Lagen 1,5 mm Balsa, jeweils 120° versetzt. Je Rotor sind es 3 Scheiben, die die CFK-Welle und die 16 Lamellen aufnehmen. Die Lamellen sind schräg gestellt, um Geräusche durch Interferenzen zu verringern. (Ähnlich wie ein schrägverzahntes Zahnrad).
 

Anhänge

  • 20250623_154108.jpg
    20250623_154108.jpg
    342,8 KB · Aufrufe: 51
  • 20250625_194614.jpg
    20250625_194614.jpg
    240,8 KB · Aufrufe: 59
  • 20250624_163111.jpg
    20250624_163111.jpg
    319,2 KB · Aufrufe: 58
  • 20250624_163047.jpg
    20250624_163047.jpg
    339,3 KB · Aufrufe: 54
Eine grö´ßere Aktion war die Verbindung beider Rotoren. Es sollte eine Kupplung werden, die in alle Richtungen elastisch sein sollte, sicher, und leicht zu montieren. Also elastisch in der Drehrichtung, axialem Versatz und Wikelversatz. Sicher dadurch, dass bei einem Riss aller 8 Gummis immer noch ein Eingriff bestehen bleibt, indem die klauenartige Geometrie der einen Kupplungsseite, die in die andere Kupplungsseite eingreift.

Ich bastelte an 5 Varianten und bin mit der letzten sehr zufrieden. 8 Gummiringe dienen der Verbindung. Teile aus GFK und Propellermitnehmern wurden ausgesägt, zusammengeklebt, gefeilt und verrundet.
 

Anhänge

  • 20250820_131937.jpg
    20250820_131937.jpg
    170,6 KB · Aufrufe: 40
  • 20250820_131955.jpg
    20250820_131955.jpg
    187,8 KB · Aufrufe: 49
  • 20250820_132011.jpg
    20250820_132011.jpg
    166,7 KB · Aufrufe: 51
Die Lagerung der Rotoren: jeweils ein Rillenkugellager mit berührungsloser Blechabdichtung. Nichts dramatisches...
Rumpfseitig sitzt das Lager in der stabilen GFK-Platte, die auch den Flügelverbinder aufnimmt.
Die Außenseite der Rotoren wird durch eine Sperrholz/Balsawand gegen Falschluft abgedichtet Diese Platte nimmt das äußere Lager auf. Oben an der Platte wird ein Flügelstummel und das Querruder befestigt.
 

Anhänge

  • 20250810_195309.jpg
    20250810_195309.jpg
    686,8 KB · Aufrufe: 62
  • 20250822_140946.jpg
    20250822_140946.jpg
    185,9 KB · Aufrufe: 64
  • 20250822_115055.jpg
    20250822_115055.jpg
    153,8 KB · Aufrufe: 52
  • 20250822_114938.jpg
    20250822_114938.jpg
    228,6 KB · Aufrufe: 61
Die Mähdrescherform bot sich geradezu an. FENDT ist in unserer Nähe, also wird alles grün/rot lackiert.
Ach ja, die Heckpartie: Vierkantstäbe aus Kohlefaser, der Halter für den Heckausleger, und die Aufnahme für das lenkbare Heckrad. Das Seitenruderservo bedient zugleich das Heckfahrwerk.
Der Heckausleger ist abnehmbar und wird nur durch Gummiringe gesichert. Es sind die gleichen Gummiringe, die auch die Flügel am Rumpf halten, und die elastische Kupplung verbinden. Sie kosten nichts, da sie bei dem Packen von Rettungsschirmen übrig bleiben.
Ihr seht weiße Streifen vor dem Rotor. Das ist Depron. Für den Fall, dass sich eine Lamelle löst, wird das weiche Depron angeknabbert, ohne weiteren Bruch der Lamelle. Das "Knabbern" hört man sehr deutlich, das ist schon einmal passiert, ohne Folgeschäden.
 

Anhänge

  • 20250822_141233.jpg
    20250822_141233.jpg
    215,6 KB · Aufrufe: 59
  • 20250822_141304.jpg
    20250822_141304.jpg
    190,8 KB · Aufrufe: 54
  • 20250822_103255.jpg
    20250822_103255.jpg
    207,4 KB · Aufrufe: 54
Zuletzt bearbeitet:
Das Fahrwerk habe ich aus mehreren Lagen Kohlegelege und-gewebe laminiert, über eine schnell zurechtgeschnittene Styroporform. Das Laminat hat Kevlareinlagen für den Fall, dass das Fahrwerk bricht. Dann bleibt es an den Kevlarfasern hängen und geht nicht verloren. (Wie bei der Formel 1 :)).
Die gebogene Form: alles was so geschwungen ist, hat geringe Spannungsspitzen und bricht nicht so schnell. Und sieht schräg aus...
 

Anhänge

  • 20250602_155742.jpg
    20250602_155742.jpg
    389,6 KB · Aufrufe: 32
Ich war auf der InterEx dabei und kann nur sagen: Chapeau, Klaus!
Das Modell fliegt super! Ich war tief beeindruckt.
Gratuliere zum Hauptpreis der InterEx, der seinen Namen Querdenker-Pokal Jahrzehnte vor dem Auftauchen irgendwelch Verstrahlter bekam.

Gruß
Stephan
 
Danke für die Blumen, Stephan.

Den Hauptanteil hat aber Patrick Peebles mit seiner Kurzbeschreibung des Prinzips. Siehe "FanWing.com". Ohne diese Anregung wäre ich selber auch nicht auf so eine schräge Idee gekommen.

siehe www.fanwing.com und FanWing design notes als .pdf

Das Umsetzen war "nur" eine größere Tüftelei mit viel Bastelarbeit.

Grüße
Klaus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein paar Gedanken zur Wirtschaftlichkeit des Antriebs:

-es ist wie bei jedem Elektrosegler: ein langsam drehender, großer Propeller (also mit Getriebe z.B.), der viel Luft durchsetzt, ist effektiver als ein hochdrehender Impeller, der wenig Luft rasant nach hinten schiebt.

Im Falle des Mähdreschers ist es die sehr große Gesamtfläche der Lamellen, die die Luft langsam nach hinten/unten schiebt.

Das erzeugt einen Schub- und Auftriebsvektor nach schräg oben/vorne. Darum kann das Ding viel Last tragen, fliegt langsam, und effektiver als ein Hubschrauber.
Klar, die Aerodynamik ist nicht so geschmeidig -und auch nicht so wirtschaftlich- wie bei einem Prop, und einen echten Flügel mit sauberer Aerodynamik gibt es auch nicht, aber in der Gesamtsumme ergibt sich das oben genannte Verhalten.

Gruß
Klaus.
 
Ansicht hell / dunkel umschalten
Oben Unten