Faserschlauch

Hallo zusammen,

ich baue gerade für einen DFS-Habicht die Holme
als fertigen Biegeträger best. aus:
-Ober- / Untergurt aus CFK-Rovingen
- Steg aus Balsa, stehend

Die Umhüllung mit Faserschlauch erfolgt abgestuft
in 1 (außen) bis 3 Lagen (innen)

Hat jemand hier einen Tipp, wie man den zweiten u.
dritten Schlauch schön überschieben u. strecken kann,
ohne dass dieser am unteren festklebt?

Hier noch ein Foto, Zustand vor dem Arbeitsschritt
mit dem Faserschlauch
DSC_2724klein.jpg

Vorab danke,
Gruß Hansjörg
 
Moin

Ich denke es ist Statisch wichtiger, die Holme innen, drei mal dicker zu machen, und nur einen Schlauch zu nehmen!
Der Schlauch hält haubtsächlich Scherkräfte, und die Holme, die Zug- und Druckkräfte in der Fläche.

Gruß Aloys.
 
Tipp...

Tipp...

Hallo Hansjörg,

Hat jemand hier einen Tipp, wie man den zweiten u.
dritten Schlauch schön überschieben u. strecken kann,
ohne dass dieser am unteren festklebt?

Ich habe es selber noch nicht gemacht, würde es aber so machen:

Einfach einen Folienschlauch nach dem ersten Geflechtschlauch drüberziehen und anschliessend den 2.ten Geflechtschlauch aufziehen. Danach den Folienschlauch wieder rausziehen. Das sollte die Lagen soweit 'schmieren' das kein festkleben/-haften aneinander vorkommt.

Viel Erfolg!
 
Hallo Hansjörg,
bei geraden Stegen geht das ja gut mit einem passenden Abflussrohr. Aber hier würde ich den Schlauch einfach Stück für Stück stauchen und dabei vorschieben. Sieht aus wie die Fortbewegung eines Regenwurms ;) Die eine Hand hält den Schlauch vorne, die andere Schiebt den Schlauch von hinten nach. Dabei vergrössert er seinen Durchmesser und kann dann, wenn die vordere Hand loslässt, wieder ein paar Zentimeter "wandern". Das hat bei mir immer gut geklappt. Man muss allerdings mit Gefühl an die Sache rangehen um den trockenen Schlauch beim Aufschieben nicht mit dem bereits getränkten zu "verbinden". Dann schiebt es sich gleich deutlich schwerer.

Gruß Christian
 
....man kann auch alle zuerst trocken aufschieben und im Nachhinein tränken. Geht bis 4-Schläuche übereinander eigentlich ganz gut;)


Ich würde aber ganz gerne noch erfahren, was die Vorteile sind, wenn mann den gesamten Holm nochmals in Gewebe-Schlauch packt.

Ausser zusätzliches Gewicht:confused:

Gruss
Marco
 
Hallo,

danke für eure Tipps!

Den Gedanken mit dem Folienschlauch hatte ich auch im Hinterkopf.
Dieser dürfte halt vermutlich nicht zu weit sein.
Da der Holm ja insgesamt 2,5 m lang ist, ist das mit dem Nachschieben
wahrscheinlich schwierig.
Auch die Variante von Studi hab ich mir überlegt. Das wäre wohl am
unkompliziertesten und ich denke, ich werde es wohl so machen.
Ich will ja auch nicht den kompletten Holm
mit mehreren Schläuchen einpacken.
Einen auf ganzer Länge, einen über den äußeren Knick hinweg
und einen im Bereich der Holmbrücke und dem Knick an der Wurzel.

Gruß Hansjörg
 
Der geknickte Habicht-Holm ist mechanisch mal interessanter als die konventionellen.

Bei einem konventionellen, gestreckten, knickfreien Holm werden die Gurte auf Zug/Druck belastet. Balsa senkrecht zwischen den Gurten deshalb, weil das die Druckkräfte aufnimmt, die bei der Durchbiegung des Holmes entstehen. Die Schubkräfte nimmt der Kohleschlauch in 45° Faserrichtung auf. Ob der außenrum um die Gurte oder um den Balsasteg zwischen den Gurten liegt ist egal. Bautechnisch ist oft die Variante zwischen den Gurten einfacher umzusetzen. Was wichtig ist, ist eine gute Verklebung zwischen dem Kohleschlauch und den Gurten.

Hier ist aber aufgrund des geknickten Holmes zusätzlich etwas:

An der Stelle des äußeren Knicks entstehen bei positiven Lastvielfachen Kräfte, die die Gurte voneinander weg bewegen wollen (Stellt euch ein geknicktes Seil vor, das gespannt wird. Welche Bewegung macht das Seil an der Knickstelle). Dem Steg machen diese Zugkräfte nichts aus, jedoch wird die Gurt-Steg-Verklebung auf ungünstige Weise beansprucht (Zug/Schälen). Hier macht das Überziehen eines Schlauches (im Idealfall sogar stehende Faserausrichtung, ähnlich dem Umwickeln mit Rovings) Sinn, um die Schälkräfte auf die Verklebung abzufangen. Die Kräfte, um zu verhindern, dass die Gurte vom Balsasteg abgesprengt werden, muss dann nicht die (dazu schlecht geeignete) Verklebung aufbringen, sondern die Fasern im Schlauch.

Da der Habicht dem Original entsprechend sicher auch Kunstflug (negative Lastvielfache) machen soll, gilt selbiges für die innere Knickstelle.

Wer ganz sicher gehen will, wickelt also an den Knickstellen Rovings um den Holm (außenrum, sodass die Gurte mit eingewickelt sind).
 
Hallo Philipp,

vielen Dank für deine Anmerkungen.
Ja, die Knicke haben tatsächlich ihre Tücken
- so wie du das beschrieben hast.
Außerdem gibt es eine Kerbwirkung mit
zusätzlicher Druckbelastung auf den Steg.
(Bei positver Belastung am inneren Knick
und negativer Belastung am äußeren Knick)
Am inneren Knick habe ich deshalb den Steg
anstatt aus Balsa aus Pappel-Sperrholz gemacht.

Das Zugproblem quer zum Holmgurt
tritt auch am Holmstummel ganz außen auf,
dort wo der Bolzen gelagert ist.
An dieser Stelle habe ich das Ganze schon mit
Kevlar-Rovings umwickelt.

Gruß Hansjörg
 
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