Fieseler Storch 285 cm SPW mit E-Antrieb von Pichler als Schleppmaschine

Da ich mich mit dem Gedanken trage, mir eine Schleppmaschine im Maßstab 1:5 für meine Minimoa 340 cm zuzulegen, bin ich auf den Fieseler Storch, jetzt neu, von Pichler, gestoßen. Hat schon jemand Erfahrung mit der Bauqualität, und ist es möglich, mit dem von Pi. empfohlenen Motor Boost 160 AL (2x5 S Lipo) zu schleppen?
 
Erste Erfahrungen mit Fieseler Storch von Pichler

Erste Erfahrungen mit Fieseler Storch von Pichler

Teil 1, vor dem Erstflug:

Habe diese Woche den Storch von Pichler gebaut, hier die Daten:

Spannweite 2,9 m,
Antrieb NeuMotors NM 1515/2Y mit Reisenauer Superchief 6.0, optional AXI 5330/24 (2 KW)
Lipos 10s mit 5 Ah,
Propeller APC 22/10 E, 2,2 KW, bei APC 22/12 max. 2,8 KW
Abfluggewicht 8,8 Kg.

Das Bauteilegewicht lag bei 5,6 Kg. Um den Schwerpunkt gemäß Manual bei 120 mm einzustellen, muss man alles an Gewicht (Antriebsakkus mit 1,3 Kg) nach vorne schieben. Zusätzlich zu den RC-Akkus unter der Motorhaube habe ich noch 0,2 Kg Blei an den Motorträger geklebt. Vielleicht kann man den Storch noch leichter bauen, wenn man die Antriebsakkus unter der Motorhaube platziert. Dann können Motor und Akkus etwas leichter gewählt werden. 1,5 KW reichen auch. Man muss sich allerdings eine Wechselmöglichkeit für die Akkus einfallen lassen und dazu die Motorhaube unten aufsägen. Ansonsten muss man sich ein leichteres HLW bauen. Die angegebenen Ruderausschläge kamen mir alle sehr klein vor. Ich stelle immer auf maximal möglichen Ausschlag ein und mische 30 % Expo dazu. Später werden die Ausschläge, je nach erforderlichem Flugbild zurückgenommen.

Mit einer Flächenbelastung von nur 65 g/qdm und Vorflügeln wird Wiesenschleichen in Briefkastenhöhe auch mit 8,8 Kg möglich sein.

Teil 2, nach dem Erstflug:

Der Start war etwas gewöhnungsbedürftig. Ohne gesetzte Klappen rollte ich erst mal an und schwupp, schon war das Heck in der Höhe. Das war der erste Hinweis auf einen sehr weit vorne liegenden Schwerpunkt. Also HR ziehen, Gas raus, umgedreht und nochmals aufgestellt, Gas rein Schwanz hoch und mit kräftig ziehen ging es nach oben. Ich musste das HR dann voll auf "Ziehen" trimmen, sonst nahm der Storch sofort die Nase nach unten. Mit leicht gesetzten Klappen stieg er etwas besser. Die Schwerpunktangabe (120 mm hinter der Vorderkante der Vorflügel) ist zwar landläufig plausibel, aber vielleicht verändern die Vorflügel den Strömungsverlauf doch erheblich. Mit der aerodynamischen Theorie von Vorflügeln kenne ich mich nicht aus, also probiere ich einfach so lange weiter, bis es passt.

Langsam Fliegen mit dem Storch macht echt Laune, vor
allem Sackflug. Höhenruder voll gezogen und der Storch bleibt praktisch in der Luft stehen, kippt nicht
ab, ist dann aber kaum noch mit dem SR zu steuern. HR und QR reagieren angemessen.

Landeanflüge sind total witzig, einfach Gas raus, egal in welcher Höhe und zum Platz
hinschleichen. Wenn man an der Platzkante noch zu hoch ist, die Klappen entweder voll setzen und etwas
drücken, oder den Anstellwinkel erhöhen und in überzogenem Flugzustand mit dem Flügel bremsen. Das ging selbst mit einem viel zu weit vorne liegendem Schwerpunkt. Dabei
aber immer ein bischen Schleppgas stehen lassen, da dieser fliegende
Drahtverhau, sehr gut bremst. Er steht sonst schneller in der Luft, als
erwartet. Die Rollstrecke nach dem Aufsetzen beträgt wenige Meter.

Wie schon bei der Montage vermutet, schwächelt die HR-Anlenkung schon und hat kurz vor der Löthülse an der HR-Anlenkung einen Knick. Bin wohl beim Transport durchs Treppenhaus irgendwo angestoßen. Dadurch sind die beiden HR-Hälften zu einander verdreht und es kommt zu unerwünschten, aber ungefährlichen Rollbewegungen, die sich erst mal austrimmen lassen. Die freie Länge des Drahtes ist schon recht groß. Ich tausche den original "Weicheisen"-Draht gegen gescheiten Stahldraht und schiebe ein Kohlerohr drüber. Ansonsten kann ich den ARF-Kit, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die sich gut beheben lassen, sehr empfehlen.

Den SP habe ich inzwischen um 20 mm nach hinten versetzt (180 gr Blei raus,
Antriebsakku um 5 cm nach hinten), den gesamten Flügel in Richtung "mehr
Auftrieb" verwölbt und trotzdem steht die HR-Trimmung noch auf Maximum bei
Geradeausflug mit 40% Gas. Segeln geht nur mit gezogenem HR. Ich werde den
SP noch weiter zurück versetzen. Tendenz zu Unterschneiden zeigt der Storch gar nicht.

Anbei noch ein paar Bilder. Er sieht einfach prächtig aus, auch mit Schlamm an Rädern und Flügel.

@ flightsailor: Deine Minimoa kann man aber auch mit einem Big Lift schleppen. Vom Boost 160 gab es in der letzten Ausgabe einer Modellzeitschrift, weiss nicht mehr welche, einen Test.

Ich halte mich an die Faustregel: Mit 100 W/Kg fliegt's gemütlich (Steighilfe), mit 200 W/Kg fliegt's gut und mit 300 W/Kg fliegt's senkrecht. Meine Faustregel für den Seglerschlepp, elektrisch lautet: Errechneter Standschub in Kg multipliziert mit zwei, ergibt das mögliche Gesamtgewicht des Schleppgespanns (eflight Propellercalculator unter: www.eflight.ch ). Natürlich müssen Schlepper und Segler von der Fluggeschwindigkeit her zusammen passen.

Noch etwas zur Auslegung des Antriebs. Der maximale Schub beträgt 11 Kg und reicht bei TOW von knapp 9 Kg des Storchs für Segler bis 13 Kg. Die höchste Effizienz hat der Antrieb und das ist für einen Elektroschlepper das wichtigste bei I=40A (Halbgas). Die Schlepps mit der MiniMoa und das Spazierenfliegen wirst du also mit der maximalen Effizienz absolvieren können. Die Pitch-Geschwindigkeit am Propellerliegt bei 92 Km/h, ideal für Scale-Segler.

Viel Spass, Gerold.

DSC_3695klein.jpgDSC_3698klein.jpgDSC_3699klein.jpg
 
Fieseler Storch 285 cm

Fieseler Storch 285 cm

@ gerold-n. Danke für Deine Ausführungen und Deine Tipps. Die "Big lift" ist ja eine ganz nette Maschine, aber kommt halt vom Flugbild nicht über den Durchschnitt hinaus. Vor allem sollten meiner Meinung nach auch von der Historie die beiden Maschinen zeitlich zusammenpassen. Bei mir steht auch ein Pilatus Porter, der aber auch für die Minimoa 30 Jahre zu spät ist. Ich glaube, dass ich mich für den Storch entscheiden werde. Nochmals vielen Dank. Mir geht es in erster Linie um die Bauqualität, und die scheint ja nach deiner Meinung in Ordnung zu sein.
 
Weitere Erfahrungen mit dem Storch

Weitere Erfahrungen mit dem Storch

Nun habe ich noch ein paar Akkuladungen raus geflogen und bin noch schlauer geworden. Bei 10s und 5 Ah Kapazität habe ich bei Fliegen mit 2/3 Gas eine Motorlaufzeit von neun Minuten (bei 20% Sicherheitsreserve). Die Akkus werden kaum warm.

Den Schwerpunkt habe ich heute Stück für Stück nach hinten versetzt, bis der Storch beim Abfangen auf dem HR kurz nervös gezuckt hat. Da bleibt er bis auf weiteres. Um den SP von 140 auf 150 cm zu Verschieben, waren 105 Gramm Blei am Spornrad nötig. Im Bereich zwischen 140 und 150 reagiert der Flieger auch auf Schwerpunktveränderungen. Bei weniger als 140 cm ist er einfach nur kopflastig. Nach einer Sturzflugphase fängt er sich sanft ab. Das Höhenruder bleibt also auf Ziehen. Ich werde noch etwas mehr Surz und Seitenzug geben, da der Motor schon sehr viel Dampf hat.

Bei Landeklappen auf Stufe 1, stellt der Storch sich leicht auf, was ich mit etwas Tiefe zumischen noch neutralisieren werde. Bei Klappen auf Stufe 2 (80 Grad) wird die Fuhre schon sehr langsam. Das Verschieben des SPs nach hinten hat den Sackflug noch verbessert. Der Storch bleibt bei voll gezogenem HR praktisch stehen und lässt sich bei gleichzeitigem Einsatz von QR und SR sogar noch steuern. Wenn man nichts macht schwebt er wie ein Laubblatt langsam zu Boden, pardon bis auf Sicherheitshöhe. An Sackfluglandungen a la Speed Canard muss ich mich erst ran tasten.
 
Fieseler Storch

Fieseler Storch

@ Gerold. Nun steht er also, ausgepackt aus mehreren riesigen "Särgen", im Hobbyraum. Macht einen ganz guten Eindruck.
Ich hoffe, Du hast den SP nicht wirklich 140 - 150 cm verschoben, sondern hast dich an die mm-Skala gehalten (sorry, war nicht böse gemeint).
Bei der Erstinspektion musste ich leider feststellen, dass die Qualität des Schrauben- und Kleinmaterials leider nur asiatischer Massenqualität entspricht, die ich wahrscheinlich mit qualitativ höherwertigem Material ersetzen werde. Leider finde ich nichts über den Einbau eines E-Antriebs, dafür wird seitenweise der Gasmotoreinbau beschrieben. Wie hast Du es mit deinem Motorträger gelöst. Ich habe vor, die Firewall mit 6-er Gewindestangen, eingehülst in 8-er Alurohre, evtl. mit einer Holzkonstruktion gegen Verdrehen gesichert, zu verlängern. Die Länge richtet sich nach der Einpassung in die Mot.-haube. Nochmals Dank für deine Tipps, sparen mir wohl eine Menge "Probierzeit".
 

sd

User
Hat keiner weiter den Flieger? ;)

Liegt der erflogene Schwerpunkt jetzt also bei 140-150mm von dem Vorflügel aus gemessen?
Wo passen die Akkus am besten hin wenn der Motor von der schweren sorte i(so knapp über nem Kilo)?

Grüße
Stefan
 

PeHa

User
Fieseler Storch von Pichler

Fieseler Storch von Pichler

Hallo Kollegen,

kann mir jemand der Storchenväter sagen, wie groß der Abstand vom Motorspant bis zur Bohrung für die Propellerwelle der Motorhaube ist?

Ich überlege, mir den Storch für einen vorhandenen Saito FG 36 Benziner zuzulegen und würde gerne wissen, ob der Motor unter die Haube passt.

( Für die Haube meiner 1:4 Piper J3 von Hangar 9 ist er zu lang...:( )

Kann eventuell mal jemand ein Bild vom Motorspant hier einstellen?


Danke!


Gruß Peter
 

PeHa

User
Danke!

Danke!

Hallo Stefan,

vielen Dank für Deine Infos.

Der FG 36 dürfte wohl fast perfekt unter die Haube passen.

Ich werde mich wohl doch vom Baukasten meiner Piper trennen müssen...;)



Gruß Peter
 

sd

User
Hallo,

unbedingt den Höhenruderausschlag vergrößern und am besten den Draht versteifen oder austauschen. Schwerpunkt nicht weiter vorn als 150mm. Ich hätte den Flieger fast beim Erstflug verloren mit Schwerpunkt bei 140mm. Jetzt fliegt er so wie er soll und macht Spaß.
Grüße
Stefan
 
Hallo,

gestern Abend bei besten Wetterbedingungen hatte ich unter Anleitung von Stefan meinen Erstflug. Nach ein paar Übungsrunden mit unserem kleinen F-Schlepper (ca. 4,2 KG Gewicht bei 2 Meter Spannweite) stand der Storch startbereit auf der Piste

DSC06553k.jpg

Gas rein und nach ein paar Metern hatte der Storch genügend Luft unter den Flügeln. Es hat einfach nur Spass gemacht bei untergehender Sonne sich mit den Flugeigenschaften dieses für mich bisher größten Modells vertraut zu machen. Jetzt gilt es bei weiteren Flügen Routine zu erlangen, um dann später mit dem F-Schlepp beginnen zu können.

Gruß Klaus
 
Schaniere von unserem Storch

Schaniere von unserem Storch

Hallo Storchenfans,
ich hab heute endlich bei schönem Wetter den Motor (DLE30) an meinem Storch im Garten laufen lassen und einstellen können.
Danach stellte ich fest, das ein Ruderschanier von einer Landeklappe bündig am Ruder abgebrochen war. Das könnte natürlich ggf. durch Vibrationen entstanden sein oder ich bin schon mal wo angestoßen und habe es nicht bemerkt.
Bei genauerem hinschauen stellte ich fest, das die Schaniere aus mehrschichtigem Holz zusammengeklebt sind und sich bei 5 Schanieren die Schichten teilweise voneinander gelöst haben. Das trägt natürlich erheblich zu einer Schwächung der Anlenkung bei. Ich überlege nun alle Schaniere herauszutrennen und durch GFK zu ersetzen.
Hatte jemand von euch auch schon das Problem?

Frage an sd: Liegt der Schwerpunkt an Deinem Storch bei 150mm oder noch weiter nach hinten?

Viele Grüße Crossy
 
FI 156 Staufenbiel

FI 156 Staufenbiel

Hallo Ihr Storchenväter!

Nachdem ich mich mit dem Gedanken trage mir dieses Model zu kaufen ein paar Fragen an die bisherigen Erbauer:

Sehe ich das falsch, oder ist das Fahrwerk ungefedert?? Halten das die Befestigungspunkte aus? Sieht recht schwindelig aus für ein 8 kg Modell,,,,,
Gem Bauanleitung pdf werden die Flächen mit Senkkopfblechschrauben an den Steckungsrohren fixiert. Wahr oder falsch?
Habr ihr eueren Schwerpunkt mit oder ohne Sprit gemessen?
Wie geht der Flieger mit dem DLE 30? Ich hätte noch einen Saito FA 30.

Danke für die Hinweise.

Werner
 
Hallo alfadoktor

Hallo alfadoktor

Hallo,
das Fahrwerk ist gefedert, ca. 3-4cm. Die Befestigungspunkte sehen mir auch etwas schwach aus (mein Erstflug steht noch aus, siehe Bericht).
Die Senkkopfschrauben habe ich weggelassen. Ich habe in die Wurzelrippen jeweils eine Einschlagmutter eingeklebt, von innen kann ich die Flächen nun mit einer Schraube sichern.
Ich denke der Schwerpunkt wird immer ohne Sprit gemessen.
Heute war der erste Probelauf mit einem DLE 30 und einer 20x8 CFK - Latte. Standschub mit selbstgebautem Schalldämpfer 7KG , das sollte reichen.
Unbedingt wie beschrieben die Höhenanlenkungsdrähte auswechseln, an der Lötstelle (M3 - Hülse) ist der Draht sehr weich.
Mit dem DLE 30 komme ich trocken auf 8,2 KG.


Gruß Crossy
 
Tipps zum Storch

Tipps zum Storch

Hallo Crossy,

danke Dir für die Tipps. Das mit dem Fahrwerk beruhigt mich dann wieder.
Höhenruderanlenkung wurde ja anderweitig auch schon kritisiert- machbar.
Die Flächensicherung hätte ich auch so gemacht. Ich nehm bei meiner Motte 2,20mtr von Flair M6 Nylonschrauben. Hält und kann abscheren.
Die 7 kg Schub sind sicher genug... Holm und Rippenbruch!

LG Werner
 

sd

User
Hallo,

das Fahrwerk hat schon eine Außenlandung mit 10 Kg Fluggewicht überstanden das hält sicher erstmal. Wir haben rund 5,5 kW Eingangsleistung zum Schleppen installiert. Der Motor zusammen mit den 12s 8000 wiegt halt ein wenig was. Der Storch ist damit trotzdem recht langsam und einfach zu fliegen. Am Wochenende haben wir eine 8 kg Lunak (4m) geschleppt das gab überhaupt keine Probleme. Die Lunak war nicht zu merken im Flug.
Die Verklebungen der Laschen in den Abstrebungen waren bei uns sehr trocken und mussten nachgeklebt werden. Die Aufhängung der Ruder ist (bislang) fest und nicht zu beanstanden. Die Flächensicherung werden wir auch über Schrauben an der Wurzel machen.
Den genauen Schwerpunkt hab ich jetzt nicht parat aber glaub mir leg den auf 150mm und verschiebe dann wie du brauchst nach hinten.

Grüße
Stefan
 

sQr

User
Hallo zusammen

Hab eben mein neues Modell mal ausgpackt! Sieht toll aus!

... Am Wochenende haben wir eine 8 kg Lunak (4m) geschleppt das gab überhaupt keine Probleme. Die Lunak war nicht zu merken im Flug...
Wie und wo hast du die Schleppkupplung eingebaut? Hast du zusätzliche Verstärkungen eingklebt?
Gibt es vielleicht sogar Bilder von der eingebauten Schleppkupplung?:)

Viele Grüße Bastian
 
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