Filosovie, Antwort auf Fragen

.Zunächst ein Wort an alle Neueinsteiger, Hobbyflieger, Sonntagsflieger und Unbedarfte die sich für diese Flieger interessieren. Lasst euch von diesem Beitrag nicht irritieren,der ist für die, die mehr wollen und dafür auch mehr bezahlen müssen, an Zeit und Geld. Für euch gibt es viel einfachere Nuris zu bauen oder kaufen die hervorragend fliegen.
Lesen solltet ihr schon damit ihr seht was alles machbar ist.

Zu den Unersättlichen:
Zu meinen letzten Entwicklungen gehört eigendlich noch ein Vorläufer. „NEXT 30“ war mein erster 30° Nuri mit HS520 der bei einer wilden Thermikkurbelei plötzlich senkrecht auf Erdölsuche ging. Zunächst vermutete ich einen aerodynamischen Fehler wegen der Pfeilung. Weit gefehlt. Schon 1992!!!! gab es „femme fatale“ von Günter Korfmann mit 33°. (Manche Leute sind ihrer Zeit soweit vorraus und müssen lange warten bis die anderen nachkommen.) Ist nicht mein Zitat sondern eines anderen NF Protagonisten.
Der Fehler war der Regler, der bei 10 Zellen das BEC abschaltete. Das Modell fliegt jetzt wieder tadellos. Aber bis ich den Fehler entdeckt hatte verging einige Zeit und ich hatte schon den nächsten Pfeil

„inspiered“
aufgelegt. Ein wenig verunsichert hatte dieser wieder 25° Pfeilung aber eine hohe Streckung (17,4 o.W.) und einen zu schwachen Holm mit den schon geschriebenen Problemen.Trotz voll Carbon Bauweise. Durch die hohe Streckung war der Elektrorumpf hinten recht lang. Als Segler gibt es keine Probleme. Profil war hier erstmals das MH32 eingesetzt. An der Wurzel das Original und aussen leicht entwölbt. Das Original verträgt keine so hohe Anstellwinkel entwölbt aber schon. So das Konzept. Die Klappen waren 50/50 aufgeteilt. Heute tendiere ich eher zur Drittelteilung. Bei dieser Aufteilung hat die WK mehr Moment die ich als HR nutze. Der Nachreil ist beim Landen wenn ich die WK als LK brauche. Dann muss ich viel Tiefe zumischen. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Fluges. Das Handling usw, keine Probleme. Der Nachfolger dieses Modells ist:

„experienc“
Pfeilung 30°, MH32, Streckung 14. Bauweise knochenhart, voll Carbon. Durch die Bauweise keine Probleme mit dem langen Rumpf. Leistung, klasse aber dabei etwas schwammig. Wohl eine Sache des Profilmoments. Der Speed nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte. Wirkt etwas stumpf. Da will ich noch experimentieren. Ansonster prima Flieger.

„Ciller“
das neue Modell. 25° Pfeilung, TL54 mod., Voll Carbon. Streckung 14. Wie schon in „Filosovie“ gesagt die Tiefenverteilung ein wenig Horten. Um die Tiefenverteilung und Auftriebsverteilung zu erreichen die ich mir vorgestellt hatte habe ich den Flügel in 18 Segmenten geschnitten. Und da sind keine Messfehler. Exakt bauen muss man da schon können. Zum Aufwand: es ist wie immer im Leben, wer mehr will muss mehr tun und der Mehraufwand von 2 Stunden hat sich gelohnt. Bingo. Der Flieger ist so wie ich ihn mir vorgestellt habe, klasse Leistung und guter Speed. Ein Tick Tiefe und das Gerät legt los.Handling auch bei Camax prima. Ohne große Knüppellei. Ein Glückstreffer? Vielleicht. Irgendwann wird er von was Besserem überholt. Und wie gesagt, der Vogel liebt mich und ich den Vogel. Und wenn er ander vielleicht nicht liebt........warum wohl?

Portobello.

[ 11. März 2004, 15:07: Beitrag editiert von: portobello ]
 
wilbert was willst du uns sagen

..daß viele Wege nach Rom führen.
 
Was willst Du uns damit noch sagen, Wilbert:

Schon 1992!!!! gab es „femme fatale“ von Günter Korfmann mit 33°. (Manche Leute sind ihrer Zeit soweit vorraus und müssen lange warten bis die anderen nachkommen.) Ist nicht mein Zitat sondern eines anderen NF Protagonisten.
Michael
 

jwl

User †
schon 1955 gab es nurflügel nit 30grad pfeilung
ob der fortschritt im pfeilungswinkel liegt?

man kann auch sagen das der forschritt mit der rumpflänge wächst .....

je nach einsatz gebietsind lange oder kurze hebelarme von vorteil. wie zb beim motorrad hier gibt es nachlauf lenkkopfwinkel gabellänge.
es wird keiner auf einer enduro eine 2meter lange gabel montieren bei einem chopper gehört es dazu.

wenn die pfeilung steigt muss die massenverteilung eine andere sein dass es funktioniert (und noch ein paar andere dinge).

gruss jwl
 

Herbert Stammler

Vereinsmitglied
Teammitglied
Tach,

schade daß Antworten nicht auch im zugehörigen Thread stehen... dafür muß man keinen zweiten aufmachen!

Vielen Dank für die Historie, soweit sehr interessant, genaue Geometrie- und Verwindungsdaten würden mich aber auch sehr interessieren. Zumindest den letzten Flieger gibt es doch auf jeden Fall im Ranis... ich hab auch, falls keine Online-Speichermöglichkeit vorhanden ist, immer ein paar Byte auf meiner Domain übrig. ;)

Original erstellt von M.Schönherr:
Was willst Du uns damit noch sagen, Wilbert
Ich tippe mal Du Michael spielst darauf an, daß er damit meint, daß Du mit Deiner Stromburg immer noch auf die große "Ehrung" wartest... ;)

Aber ich glaube eher er will uns damit sagen, daß er
  • die neue Aufwind gelesen hat
  • für Hans-Jürgen gerne mal was weitersagt
cu2all
Herbert
 
Original erstellt von M.Schönherr:
[QB]Was willst Du uns damit noch sagen, Wilbert:

..daß ich mir bezüglich der 30° Pfeilung zuviel Gedanken gemacht habe die Günter Korfmann schon vor 12 Jahren verwendete. Doch noch früher, wie Johannes schon vermeldete gab es ein Modell mit 30° Pfeilung. "FALCON" von H.F. Wilde
 
Aber ich glaube eher er will uns damit sagen, daß er
  • die neue Aufwind gelesen hat
  • für Hans-Jürgen gerne mal was weitersagt
cu2all
Herbert[/QB][/QUOTE]
Zu 1: Hartmut kannte dieses Modell,ich hatte ihn nur vor einiger Zeit an den Bericht von 1992 erinnert weil ich die Koordinaten von dem verwendeten Profil suchte.

Zu 2:Ich denke daß HJU das nicht braucht.
 
Ich hatte insgesammt 5 Pfeilnurflügel mit Pfeilungen über 28° Mitlerweile bin ich wieder zu 25° zurückgekehrt.
Jetzt mal von speziellen Anwendungen wie zum Beispiel einem M-V Form Nurflügel abgesehen, kann ich nur wiederholen was schon im Buch von Michael Wohlfahrt steht, die Pfeilung eines gepfeilten Wingletnurflügel mit einer elliptischen Auftriebsverteilung sollte zwischen 15 und 25° liegen. Die Zuspitzung sollte zwischen 0,8 und 1,0 liegen. Mit allem anderen verschenkt man Leistung.

Es reicht nämlich nicht eine elliptische Auftriebsverteilung zu haben.

Mein MH32 Nurflügel mit einer Rechteckfläche einer Streckung von 14 und 27°Pfeilung flog auch gut, im Vergleich mit einem F3J Leitwerkler bei schwachen Bedingungen war es aber frustrierend. Außerdem kam es zu Problemen beim Windenhochstart.

Wie gesagt für Spezialanforderungen kann man auch über 25° hinausgehen, aber die Erfahrungen von vielen Modellfliegern und auch die Physik spricht gegen einen zu stark gepfeilten Nurflügel der für unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche geeignet ist. Und um solche Nurflügel geht es bei diesem Thread

Und wer das mit der Physik nicht glaubt, sollte das Wohlfahrt Buch studieren.

Grüße von einem Hessen im Schwabenland
 
Hallo
Ich tippe mal Du Michael spielst darauf an, daß er damit meint, daß Du mit Deiner Stromburg immer noch auf die große "Ehrung" wartest...
Selbstverständlich. Eignet sich aber hier wegen mickriger 28° nicht, da die femme fatale schon 1992 33°hatte, meine "Stromschnelle" erst 1991 35° ;)
Der wahre Rekordhalter mit 60° war doch wohl die Horten XIII von 1943!

Wer versucht für´s Guinnes Buch 90°?

Und wer das mit der Physik nicht glaubt, sollte das Wohlfahrt Buch studieren.
Richtig, das ist teilweise noch besser als die Physik ;)

Michael
 
Geliebte Feinde, ;)
es ist doch ein wenig übertrieben, hier Wortklaubereien an der falschen Ecke mit dem falschen Zoomfaktor durchzuführen. Warum? Heißt die Überschrift "Die Entwicklung des Pfeilwinkels an nurgeflügelten Flugapparaten in 350 Millionen Jahren abhängig vom Ego des Konstrukteurs?" Da kann ich euch beruhigen: Gott ist sicher ein Egozentriker, was das angeht! :D

Mein Artikel ist mit einer anderen Intention für eine andere Zielgruppe geschrieben und das bitte ich an dieser Stelle zu berücksichtigen, bevor hier unnötig Blut auf dem falschen Nebenkriegsschauplatz vergossen wird. ;)

Vielleicht könnten wir irgendwann dazu kommen, dass ihr mir Eure Konstruktionen einfach mal zumailt? Hier ist das richtige Plätzchen, wo jeder genannt wird und zwar mit Name und Baujahr, sofern möglich. Vielleicht können wir uns ja darauf einigen, es wäre schön hier noch mehr Konstruktionen drin zu haben. Und gerne auch mit größeren Pfeilwinkeln! ;)
Siggi
 
Moin Siggi,

Original erstellt von Hartmut Siegmann:
Geliebte Feinde, ;)
*schmunzel* ..hey, qualitativ hochwertige Feinde findet man nicht an jeder Ecke.. ;) *zwinker*

Original erstellt von Hartmut Siegmann:
Vielleicht könnten wir irgendwann dazu kommen, dass ihr mir Eure Konstruktionen einfach mal zumailt? Hier ist das richtige Plätzchen, wo jeder genannt wird und zwar mit Name und Baujahr, sofern möglich. Vielleicht können wir uns ja darauf einigen, es wäre schön hier noch mehr Konstruktionen drin zu haben. Und gerne auch mit größeren Pfeilwinkeln! ;)
Die Modell-Liste finde ich ziemlich interessant - vor allem die C-Wing-Modelle von Unverferth/Sielemann. Ich bin vor ein paar Monaten eher zufaellig im Web über eine Untersuchung dieser Idee gestolpert, und irgendwo hatte ich auch mal ein Foto von einem C-Wing-Modell gefunden, das mich neugierig machte.

Nebenbei - auch wenns sicher schon zig-tausendmal gesagt wurde, ich finde aerodesign.de ist eine wirklich interessante und informative Seite - Respekt *applaudier* :cool:

Andreas
 
Hallo,

da wir Nuris und Schaumwaffelfans sowieso eine gewisse Aussenseiterrolle einnehmen und ein gewisser sportlicher Wettkampf/Entwicklungswettkampf mit den "Normalen" besteht(bitte nicht: "gegen"), wäre es vielleicht sinnvoll, die super-leistungsfähigen Flugapperate, nämlich die Vögel unter die Lupe zu nehmen.

für Thermik: Geier, Adler, Mäusebussard
für Agilität: Mauersegler oder Schwalbe

Thermik + Agilität (Allrounder): Rotmilan, Falke

die Thermikjäger sind eigentlich Brettnurflügel,
die super-agilen sind Sicheln
die Kombos haben höhere Pfeilung, aber im äusseren Bereich des Flügels

Was wir mit in die Überlegungen einbeziehen müssen, ist, daß die Vögel im Vergleich zur Spannweite zusätzlich einen relativ kurzen Schwanz als Steuerorgan haben.

Der Tabu von Gerthen hat eine Pfeilung von 23 Grad, soll bei Thermik recht gut steigen - er hat bei 53,7 qdm und einem Gewicht von 1100 Gramm, ca. 20 g/qdm Flächenbelastung. Wie ich einmal gelesen habe, entspricht dies der Flächenbelastung eines Mäusebussards

Gruß Kurt
 
Hallo Kurt,

da wir Nuris und Schaumwaffelfans sowieso eine gewisse Aussenseiterrolle einnehmen und ein gewisser sportlicher Wettkampf/Entwicklungswettkampf mit den "Normalen" besteht(bitte nicht: "gegen"), wäre es vielleicht sinnvoll, die super-leistungsfähigen Flugapperate, nämlich die Vögel unter die Lupe zu nehmen.
Schau mal da nach: Milan

Grüße Michael
 
Moin Michael,

Original erstellt von M.Schönherr:
Schau mal da nach: Milan
Ich habe das PDF zwar erstmal nur ueberflogen, und nur hier und da reingelesen, aber die Betrachtung von echten Vögeln im Hinblick auf ihre Aerodynamik, und den Vergleich zwischen den Ansätzen und Lösungen der Natur und der menschlichen Technik finde ich sehr interessant.

Ich habe schon ab und zu gegruebelt, ob es irgendwann mal moeglich sein wird, eine Tragfläche bzw. ein Flugzeug/Flugmodell herzustellen, das auch nur ansatzweise an das herankommt, was jeder Vogel der draussen rumfliegt mit Leichtigkeit beherrscht. Aber das, was Vögeln so leicht fällt, naemlich je nach Bedarf die Flügelgeometrie, die Anstellung und das Profil zu ändern ist technisch bis jetzt nur unzureichend in den Griff zu kriegen. Sicher, Wölbklappen (überhaupt Klappenausschläge) bringen Profilveränderung, Schwenkflügel (wie z.B. am Tornado) verändern die Flügelgeometrie, und von einem amerikanischen Kampfflugzeug weiss ich, daß man dort die Vorderkante der Fläche anheben konnte, also eine Änderung der Anstellung. Aber die Tragfläche an sich bleibt auch in solchen Fällen immer eine starre Fläche mit fest vorgegebener Form.

Eine Tragfläche verformbar zu machen, ohne ihr zuviel von der für den Flug nötige Stabilität zu nehmen, die für die Verformung nötige Technik einzubauen, ohne daß das alles zu schwer wird, und dann auch noch trotz Verformung der Tragfläche eine vernünftige Einheitliche Oberfläche zu erhalten sind so die ersten Probleme, die mir einfallen - ganz abgesehen davon daß die ganzen Möglichkeiten die eine solche Fläche bieten wuerde auch erstmal sinnvoll angesteuert werden muessen.

Irgendwann habe ich im Fernsehen mal einen Bericht über ein Flugmodell gesehen das an irgendeiner japanischen (?) Universität entwickelt wurde, und das Flügelschlag als Antrieb hatte - die Fläche wurde durch einen Elektromotor im Flug verformt und zum "Schlagen" gebracht, und das funktionierte gut genug, um das Flugmodell einen sichtbaren Steigflug ausfuehren zu lassen. Wie lange die Fläche diese Verformungen mitmacht steht natuerlich auf einem ganz anderen Blatt.

Hast du Informationen, wie es heute auf diesem Gebiet aussieht? Der Artikel von dir in dem PDF ist ja auch schon 17 Jahre alt, wenn ich das richtig lese. Würde mich ja schon interessieren, was sich seitdem alles getan hat, und ob vielleicht doch schon Lösungen gefunden wurden, wie wir unsere starren Flugapparate den eleganten Vögeln annähern können. :D

Andreas
 

jwl

User †
http://www.ornithopter.net/index_e.html

Flapper8_2002.jpg


Flapper7_2002.jpg


gruss batman

[ 14. März 2004, 14:25: Beitrag editiert von: jwl ]
 

Peter K

Vereinsmitglied
1079273211.jpg

Flog an der Inter-Ex 2000 ganz anständig ... der Flügel wird nur auf und ab bewegt, die Torsion erzeugt den Vortrieb.
 
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